Wir werden alle länger arbeiten! Der Arbeitsmarkt für Ältere wandelt sich.

Als ich vor etwa 15 Jahren hier in der LVQ startete, durfte ich das Arbeitsmarkt-Projekt „50 Plus“ koordinieren. Das Ziel war es, für qualifizierte ältere Jobsuchende wieder einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu finden.

Sauerbier – Ältere über 50 Jahren galten Anfang der 2000er als quasi nicht vermittelbar. Ist ja auch nachvollziehbar, hatte doch die Blümsche Arbeitsmarktpolitik für Frühverrentung ab 50 gesorgt. Kaum ein Unternehmen stellte Ältere ein und „entsorgte“ die älteren und vielfach teuren Mitarbeiter.

Und die Betroffenen? So mancher Konzernmanager, Bergmann oder Kraftwerksingenieur, der es sich leisten konnte, legte es auf Frühverrentung an und genoss die Rente ab 50. Anderen drohte seit 2005 das Hartz IV-Schicksal.

Heute bin ich selbst 50 Jahre alt. Der Arbeitsmarkt hat sich grundlegend gewandelt, statt fast 6 Millionen offiziellen Arbeitslosen haben wir heute noch etwas mehr als 2 Millionen.

Ältere Bewerber haben heute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn auch mit anderen Methoden der Jobsuche als die jüngeren.

Ältere Beschäftigte ahnen, dass sie länger arbeiten werden, als die Generation vor ihnen. Die Rente ab 67 nimmt Formen an. Auch mein offizieller Termin ist an meinem 67. Geburtstag.

Arbeitsmarkt für Ältere

Immer mehr Menschen jenseits der 55 Lebensjahre sind berufstätig.

Denn die Quote der Erwerbstätigen ab 55 stieg in den letzten zehn Jahren nach Zahlen des statistischen Bundesamtes rasant: Waren 2005 noch 45 Prozent der 55- bis 65-Jährigen berufstätig, so waren es 2017 bereits 70 Prozent dieser Altersgruppe.

Und viele Menschen arbeiten auch in der Rente weiter. Dabei sind die Motive interessant:

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat gerade aktuelle Zahlen veröffentlicht, nach denen 28 Prozent der Männer und 31 Prozent der Frauen nach Übergang in die Altersrente erwerbstätig seien. „Viele Rentnerinnen arbeiten, weil sie das Geld brauchen“, titelt dazu Spiegel Online, „Viele Rentner haben noch Spaß an der Arbeit“, macht daraus die Westfälische Rundschau.

Die einen arbeiten länger, weil sie es aus finanziellen Gründen müssen, bis hinein ins Rentenalter. Die anderen wollen mit ihrer Arbeit Sinnvolles tun, Erfahrungen weitergeben und interessante Erlebnisse haben.

Silver Worker auf dem Vormarsch

Silver Worker – also lebenserfahrene Erwerbstätige – sind auf dem Vormarsch.

Auch viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mittlerweile über 50 Jahre alt. Die meisten von ihnen schaffen dank Weiterbildung einen neuen Berufseinstieg.

Denn viele Jobsuchende im Alter der Silver Worker kommen zu uns in die Weiterbildung, um sich für den letzten Aufschlag ihrer Berufstätigkeit fit zu machen: Der Ingenieur bildet sich zur Fachkraft für Arbeitssicherheit weiter, die Marketingexpertin legt noch mal den Social Media Manager nach.

Mit meinen über 50 Jahren bin ich oft Ansprechpartner in der Beratung von lebenserfahrenen Jobsuchenden. Dabei lerne und erfahre ich eine Menge über die typischen Fragestellungen, Hemmnisse, aber auch Erfolgswege von Silver Workern.  Der Jobsuche im verdeckten Stellenmarkt kommt dabei eine große Bedeutung zu, denn „mit 50 ist man zu alt für die Stellenbörsen.

Silver Worker an die Arbeit! Kolumne bei XING-Insider

Mit meinen Erkenntnissen und Erfahrungen zu Silver Workern befasse ich mich in meiner aktuellen Kolumne als XING-Insider drüben beim Businessnetzwerk XING. Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums von XING befasst sich das Netzwerk mit beruflichen Trends und der #ZukunftderArbeit. Einer davon ist der Trend zum längeren Arbeiten.

Lesen Sie also dort den ganzen Beitrag zu #Xing15:

Silver Worker an die Arbeit! Trend #5 zur #ZukunftderArbeit. #Xing15

 

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