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Es ist Tradition, dass ich mich zu Jahresbeginn in unserem Blog mit den aktuellen Karrieretrends befasse: Welche wichtigen Tendenzen und Strömungen gibt es hinsichtlich der Arbeitswelt, der Jobsuche und des Arbeitsmarktes?

Ehrlich gesagt tue ich mich zu Beginn des Jahres 2021 so schwer wie noch nie mit dieser Aufgabe. Zum einen ist eigentlich alles gesagt: Digitale Transformation, demografischer Wandel, Klimakrise, Fachkräftemangel, New Work, Industrie 4.0, usw. Alles schon vielfach gesagt und beschrieben, längst auch hier bei uns im Blog. Auch die aktuellen Corona-Herausforderungen für die Arbeitswelt und die Karriere sind von vielen Seiten beleuchtet worden.

Dennoch gibt es einen Aspekt in unserer Arbeitswelt, den ich im vergangenen Jahr beobachtet habe und der sich in diesem Jahr fortsetzen wird: Das Internet geht nun wirklich nicht mehr weg. Jetzt endlich. Unumkehrbar. Klar, das haben Sie vielleicht auch schon vor Jahren gesagt und geahnt. In vielen Bereichen unserer Arbeitswelt ist das Internet aber erst in letzter Zeit wirklich angekommen. Unwiderruflich und digital disruptiv sind neue digitale Kommunikationswege und Geschäftsmodelle gewissermaßen aus der Not geboren – das Internet ist jetzt endlich auch in Deutschland wirklich angekommen. Dabei steht das Internet hier synonym für online, digital, virtuell – das Netz.

Digitale Transformation allenthalben

Viele Unternehmen und Institutionen, sogar Internetskeptiker, entdecken jetzt die Notwendigkeit, aber auch die Vorzüge digitaler Geschäftsmodelle und „onliniger“ Unternehmensprozesse. Wirtschaft und Arbeitswelt erfahren aktuell einen enormen Schub bei der Nutzung „des Internets“: Videokonferenzen allenthalben, Lieferdienste von stationären Buchhandlungen, Online-Seminare in der sonst „präsenzigen“ Weiterbildung, sogar der thüringsche Bekleidungsproduzent verkauft auf einmal direkt online. Man munkelt, dass demnächst sogar die Coronazahlen per virtueller Plattform gesammelt werden.

„Das Internet geht nicht mehr weg“ hat auch Auswirkungen für Job und Arbeitswelt (deshalb Karrieretrend), die ich in meinem diesjährigen Auftaktbeitrag in fünf Punkten beleuchten möchte.

1. Digitale Geschäftsmodelle

Die sich aktuell vollziehende digitale Transformation zieht sich quer durch alle Branchen. Beschäftigte dürfen „on the job“ diese neuen Entwicklungen miterleben und oft improvisiert am digitalen Wandel ihres Arbeitgebers live teilhaben.

Wer gerade in der Bewerbungsphase zwischen zwei Jobs steckt, bekommt hiervon bisweilen höchstens indirekt etwas mit. Für Jobsuchende lohnt es sich deshalb am Ball zu bleiben und sich zu fragen, welche digitalen Geschäftsmodelle in meiner Zielbranche gerade angesagt sind und realisiert werden: Welche Online-Plattformen und -wege entstehen zum Beispiel gerade in der Tourismusbranche? Wie funktioniert der Online-Versandhandel in der Möbelbranche? Wie geht die digitale Fernwartung von Produktionsanlagen? Es lohnt sich schon, digital am Ball zu bleiben und dies zu recherchieren, damit das Jobinterview und der künftige (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben gut vorbereitet klappen.

2. Digitale Kommunikationswege bleiben

Zwei Dinge werden definitiv in der Post-Corona-Welt Bestand haben und das sind virtuelle Meetings und digitale Jobinterviews. Unternehmen wie Beschäftigte entdecken die Vorteile von Online-Besprechungen, die oftmals pointierter, kürzer und effizienter sind. Spätestens die ständigen Dienstreisen zu Besprechungen quer durch Deutschland, Europa und die Welt werden auch Post-Corona in Frage gestellt sein. Zoom, Skype, Teams und Co. gehören ab jetzt für die Zukunft zum Standardrepertoire der betrieblichen Kommunikation. Es ist wahrscheinlich, dass auch Jobinterviews – zumindest Erstgespräche – auf Dauer als virtuelle Gespräche stattfinden werden. Das Internet geht auch hier nicht mehr weg.

Für Bewerber*innen lohnt es sich daher, professionelle virtuelle Gespräche zu trainieren oder an Online-Konferenzen teilzunehmen. Ein Jobinterview ist auch hier eben etwas anderes als das familiäre Weihnachtstreffen bei Zoom.

3. Digitale Lernwelten

Gerade durch die dynamischen Veränderungen unserer Arbeitswelt wird ständig und überall gelernt. Der Anspruch von lebenslangem Lernen erfüllt sich somit fast von selbst. Wer die digitale Transformation im Unternehmen miterlebt, lernt oft „on the job“ durch den Austausch im Team, die Recherche im Web oder über agile Prozesse gar per Versuch und Irrtum. Learning by Doing. E-Learning-Plattformen und digitale Lernwelten stehen – nicht nur – am Arbeitsplatz zur Verfügung. Die Google-Zukunftswerkstatt, die von Microsoft unterstütze IT-Fitness-Online-Akademie und die XING-Premium-Online-Kurse bieten oft kostenlos virtuelle Seminare und Kurse zu diversen beruflichen Themen.

Besonders Arbeitssuchende möchten oft eine klassische Weiterbildung mit einem anerkannten Zertifikat absolvieren, um damit die Bewerbungsunterlagen attraktiver zu gestalten. Auch der in diesem Bereich bisher vorherrschende Präsenzunterricht wird mehr und mehr über digitale Plattformen durchgeführt. Unser Online-Präsenzunterricht zum Beispiel ist so zwischenmenschlich und „präsenzig“ wie möglich, findet aber auf der virtuellen Plattform Zoom statt. Netter Nebeneffekt einer solchen Onlinepräsenz-Weiterbildung für Bewerber*innen ist der Beweis von umfangreichen Erfahrungen in digitalen Meetings.

4. Virtuelle Arbeitswelten zwischen Office und Homeoffice

Homeoffice und mobiles Arbeiten scheinen just der neue Heilsbringer für die Arbeitswelt zu sein. Mitten in der Pandemie mag das bisweilen improvisierte Homeoffice für viele Betriebe alternativlos sein. Für #PostCorona sieht der Sozialwissenschaftler Nick Kratzer gar die Utopie des Wunscharbeitsplatzes in greifbarer Nähe: „Der Arbeitsplatz der Zukunft ist ein Arrangement verschiedener Arbeitsplätze an unterschiedlichen Orten, das sich an die individuellen Bedürfnisse anpassen lässt“. Mit anderen Worten heißt das betriebliches Büro, Homeoffice, Coworking Space, Arbeiten unterwegs. Virtuelle Teams sitzen an verschiedenen Standorten in verschiedenen Office-Typen und kommunizieren miteinander online, virtuell, digital.

Für Bewerberinnen und Bewerber stellen sich zukünftig die Fragen: „Welcher Office-Typ bin ich? Wo und wie möchte ich arbeiten?“ Gut wäre es daher, vorab zu prüfen und zu wissen, welche Officekultur der zukünftige Arbeitgeber hat. Wer dies in einem der Vorgespräche fragt oder sich gar mit den potenziellen Kolleg*innen unterhält und den Arbeitsplatz zeigen lässt, ist klar im Vorteil. Vor einiger Zeit hatte ich dazu eine „Checkliste für den nächsten Arbeitsplatz“ formuliert, die auch jetzt in Zeiten von und nach Corona nützlich ist.

5. Virtuelle Events und digitale Konferenzen

Ich gehöre auch zu den Menschen, die auf beruflichen Konferenzen, Messen und Events besonders die Pausen schätzen. Das Pläuschchen beim Kaffee, das nette Gespräch im Innenhof, Visitenkartentauschen beim Ausklang, all das ist virtuell schwierig umzusetzen.

Dennoch: Mehr und mehr finden berufliche Veranstaltungen wie fachliche Konferenzen oder Netzwerktreffen online statt. Bei aller Sehnsucht nach persönlichen Treffen werden sich diese Formate auch in der #PostCorona-Zeit weiter etablieren. Schon alleine, weil man online die Menschen viel einfacher zusammenbekommt und erheblichen Reiseaufwand spart (ist ja auch klimaschonender). Auch hier: Das Internet geht nicht mehr weg!

Der Clou an den zurzeit stattfindenden beruflichen Online-Events ist, dass viele von ihnen öffentlich und kostenlos zugänglich sind. Für Jobsuchende bieten sich hier gleich mehrere Chancen: Man kann heutzutage aus dem Homeoffice an Events teilnehmen, Trends und Entwicklungen der Zielbranche erfahren, interessante Akteure seines Arbeitsfeldes erleben oder gar kennen lernen und das eigene berufliches Netzwerk erweitern. Probieren Sie beispielsweise mal den XING-Eventmarkt aus und suchen Sie nach Veranstaltungen Ihrer Branche, unter dem Filter „Online-Events“ finden sich viele kostenlose, aber hochwertige Angebote.

Fazit: Das Internet bleibt

In den vergangenen Jahren hatte Deutschland zumindest im eigenen Land oft den Ruf, die digitale Transformation ein wenig zu verschlafen und hierin hinterherzuhängen, nicht nur wegen oft unzureichender Internetverbindungen. Spätestens durch die Corona-Pandemie ist die digitale Transformation im Eiltempo nun überall in Wirtschaft und Arbeitswelt zu erleben. Ganz gleich ob Geschäftsmodelle, Arbeitsumgebungen, Weiterbildungs- und Lernmöglichkeiten oder Kommunikationswege: Kein Unternehmen wird aktuell und zukünftig von der digitalen Transformation verschont sein. Was läge daher näher, als sich mit den Entwicklungen und Tendenzen der eigenen Branche und Arbeitswelt zu befassen? Denn – das Internet geht nicht mehr weg, oder?!


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Foto Lars Hahn

Autor

Lars Hahn

ist Geschäftsführer der LVQ und Entdecker von Systematisch Kaffeetrinken. Er schreibt über Entwicklungen der Arbeitswelt, gibt wertvolle Tipps und führt spannende Interviews zu den Themen Karriere, Jobsuche und Weiterbildung.