Kulturmanager/in IHK – Weiterbildung für einen Arbeitsmarkt im Wandel

07.04.2022, Martin Salwiczek

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Die Kultur- und Kreativwirtschaft steht in einer großen Umbruchphase. Die Digitalisierung, das zunehmend komplexer werdende Wirtschafts- und Arbeitsumfeld und nicht zuletzt die Corona-Krise schütteln den drittgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands kräftig durch. Der Arbeitsmarkt in der Kulturbranche erholt sich langsam, steht aber aufgrund des deutlichen Bedeutungszuwachses der Digitalisierung durch Corona vor weitreichenden Veränderungen. Laut Monitoring-Bericht der Kultur- und Kreativwirtschaft steigt der Bedarf an akademischen Fachkräften, an Personal mit Digitalisierungskompetenzen und breit gefassten Kompetenzen in den Bereichen Führung, Marketing, Finanzen und Projektmanagement. Hier setzt unsere neue Weiterbildung Kulturmanager/in IHK an, in der diese Kompetenzen vermittelt werden.

In diesem Beitrag betrachten wir den Arbeitsmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft und stellen die neue Weiterbildung vor, die sich zu 100% über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit finanzieren lässt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft – größer als man denkt

Museen, Theater, Bühnen, Kunstgalerien, Freizeiteinrichtungen: Das sind häufig die ersten Institutionen, mit denen die Kultur- und Kreativbranche in Verbindung gebracht wird. Dabei wissen viele nicht, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft laut Handelsblatt Deutschlands drittgrößter Wirtschaftszweig ist und auch Bereiche wie die Film- und Musikwirtschaft, die Architektur, Presse & Buch und den rasant wachsenden Software/Games-Markt umfasst. Vor der Corona-Pandemie setzte die Kultur- und Kreativbranche laut Statista 176,4 Milliarden Euro um und zuletzt immer noch 160, 4 Milliarden Euro. Damit gehört sie weiterhin zu den umsatzstärksten Branchen. Mit Ende der Pandemie ist wieder mit einem deutlichen Zuwachs zu rechnen. Seit diesem Frühjahr gehen Bühnen, Theater und Eventwirtschaft wieder in den Regelbetrieb, denn der gesellschaftliche Hunger nach Kultur ist enorm.
Auch das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigt sich verhalten optimistisch und prognostiziert für 2022 ein vorsichtiges Annähern an das Vorkrisenniveau.

Der Arbeitsmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft nach Corona

Laut dem Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2021 waren in Deutschland im Jahr 2020 rund 1,81 Millionen Personen in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig (-1,3% gegenüber 2019) – angestellt, gewerbetreibend oder freiberuflich. Auch hier ist wieder mit einem langsamen Anstieg zu rechnen. Stand März 2022 waren über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit in Deutschland wieder mehr als 15.000 Stellen ausgeschrieben, die der Kultur- und Kreativwirtschaft zuzuordnen sind. Dazu kommen noch Stellen, die in Nischenbörsen ausgeschrieben und informell über Kontakte besetzt werden – Tendenz steigend. Gesucht werden Helfer/innen, Fachkräfte, Spezialist/innen und Führungskräfte in den unterschiedlichsten Bereichen. Nicht einberechnet sind IT-Fachkräfte und Entwickler/innen aus der Software/Gaming-Branche, da diese in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit nicht gesondert gefiltert werden können.

Akademisierung der Kultur- und Kreativwirtschaft?

Was mit Blick auf die Zahlen auffällt, ist die mittlerweile hohe Anzahl an ausgeschriebenen Positionen mit Managementaufgaben oder für Personen mit akademischem Hintergrund:

  • Kulturmanager/innen,
  • Medienmanager/innen,
  • Journalist/innen und Redakteur/innen,
  • PR-Manager/innen,
  • Event-Manager/innen,
  • Online-Marketing und Social Media Manager/innen,
  • Geschäftsführer/innen,
  • Betriebswirt/innen,
  • Sport- und Touristikökonomen,
  • Kommunikations-, Medien-, Geistes-, Sozialwissenschaftler/innen, Pädagog/innen allgemein,
  • u.v.m..

Knapp über 22% der ausgeschriebenen Stellen in der Kultur- und Kreativwirtschaft erfordern einen akademischen Background, bzw. Fähigkeiten auf Akademiker-Level. Dies entspricht den Ergebnissen des Themendossiers „Nachwuchs und Fachkräfte in der KKW“, welches das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft erstellt hat.

Digitale und übergreifende Fähigkeiten mehr und mehr gefragt

Demnach bestand schon vor der Corona-Pandemie ein stetig wachsender Bedarf an akademischen Fachkräften in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dies liegt nicht zuletzt an dem kontinuierlich steigenden Anforderungsniveau für kreative Berufe. Ein wesentlicher Treiber ist hier die Digitalisierung. Sie führt nicht nur zu einer Technisierung des Arbeitsalltags sondern auch zu neuen Wegen der Arbeitsorganisation, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und zum Wandel von benötigten Kompetenzen:

„In vielen Zukunftsbereichen Kreativer Berufe werden damit CreaTech Skills, d. h. kreative Fähigkeiten und fortgeschrittene technische sowie digitale Fähigkeiten noch stärker an Bedeutung gewinnen,“ heißt es in dem Dossier.

Die zunehmende Komplexität führe jedoch nicht nur zu einem wachsenden Bedarf an digitalen Fähigkeiten, sondern auch an übergreifenden Skills: Unternehmerische Fähigkeiten sowie Führungsqualitäten, spezifische Kompetenzen im Bereich Marketing, Kommunikation und Kundenakquise, Kulturvermittlung, Pädagogik und Publikumsbindung, Kenntnisse im Bereich der Finanzen, wie z. B. Fundraising und Verhandlungskompetenz sowie Projektmanagement-Skills sind mehr und mehr gefragt.

Das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft erwartet, dass die Anforderungen in kreativen Berufen und insbesondere die Nachfrage nach höher qualifizierten Fachkräften am Arbeitsmarkt auch in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Somit wächst auch der Bedarf an Qualifizierungen und Weiterbildungen der Beschäftigten in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die Weiterbildung Kulturmanager/in IHK – fit werden für die Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft

Vom Theaterwissenschaftler bis zur Chef-Dramaturgin, von der Galeristin bis zum Veranstaltungskaufmann: Viele Menschen aus der Kultur- und Kreativbranche haben sich durch Weiterbildungen bei der LVQ digitale Kompetenzen in Bereichen wie Social Media, Online-Redaktion, Online-Marketing oder agile Methoden angeeignet. Nun kommt mit der Weiterbildung Kulturmanager/in (IHK) eine neue themenübergreifende Weiterbildung hinzu. Sie richtet sich an Berufseinsteiger/innen und erfahrene Fach- und Führungskräfte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. Darüber hinaus soll sie aber auch Quereinsteiger/innen fit machen, die sich in die kreative Welt entwickeln und hoch gefragte Management-Skills für den Kulturbereich erlernen möchten.

Durch die Weiterbildung lernen die Teilnehmer/innen, Kulturprojekte zu planen und zu entwickeln sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen zu leiten und zu steuern. In 20 Tagen erarbeiten die Teilnehmer/innen sich im Online-Präsenzunterricht via Zoom daher folgende Inhalte:

  • Kulturmanagement als Teilaufgabe der Kulturvermittlung
  • Betriebsarten, kulturelle Betriebe und ihre Spezifika – inklusive Praxisbeispiele
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen in Kulturvermittlung und Kulturwirtschaft
  • Mittelbeschaffung, Drittmittel, Projektmittel
  • Rechtliche Grundlagen
  • Audience Development, Publikumsbindung, zielgruppengerechte Programmgestaltung
  • Kulturmarketing, digitale und interaktive Kulturvermittlung
  • Evaluation in der Kulturwirtschaft

Abschließend vertiefen die Teilnehmer/innen ihr im Kurs erlerntes Wissen im Rahmen eines eigenen praxisbezogenen Kulturprojektes. Zudem erwerben sie durch den schriftlichen Zertifikatstest das am Arbeitsmarkt anerkannte IHK-Zertifikat. Der Kurs umfasst somit das Spektrum der Management-Skills, die in der Kultur- und Kreativbranche gefordert werden.

Kulturmanagement mit digitalen Skills verbinden

Neben Management-Themen sind Digitalisierungs-und Projektmanagement-Skills die gefragten Kompetenzen für die in Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft. Daher lohnt es sich die Weiterbildung Kulturmanager/in IHK um Weiterbildungen in den Bereichen Online-Marketing, Social Media, Online-Redaktion, Scrum oder Projektmanagement zu ergänzen. Jedes der genannten Themen lässt sich über das modulare Weiterbildungskonzept der LVQ ebenfalls als jeweils 20-tägige Weiterbildung absolvieren und mit der Kulturmanagement Weiterbildung kombinieren.

Unser Angebot richtet sich an Menschen in der Phase der Arbeitssuche und beruflichen Neuorientierung und wird komplett durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit finanziert.

Weitere Informationen zum Kurs Kulturmanager/in (IHK) und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme finden Sie auf unserer Webseite.


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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