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„Was macht einen guten Weiterbildungsanbieter aus? Woran erkenne ich seine Qualität? Welche Aussagekraft haben Bewertungen?“

Diese Fragen beschäftigen viele Menschen, die sich weiterbilden möchten, sei es, um sich im eigenen Job beruflich weiterzuentwickeln oder um die beruflichen Chancen in der Phase der Arbeitssuche zu verbessern. Gerade im Bereich der durch die Bundesagentur für Arbeit geförderten Weiterbildungsangebote sind die Qualitätsunterschiede zwischen den etwa 6.000 Weiterbildungsanbietern groß und Informationen zur tatsächlichen Güte der Weiterbildungen schwer zu finden. Etwas Orientierung wäre an dieser Stelle hilfreich.

Diese möchten wir mit diesem Beitrag geben und aufzeigen, welche Informationsquellen Sie zur Recherche heranziehen können und welche Kriterien aus unserer Sicht die Qualität einer Weiterbildung ausmachen. Außerdem werfen wir einen Blick hinter die Kulissen unserer Kundenbefragungen und Qualitätserhebungen. So können Sie sich einen transparenten Eindruck verschaffen, wie wir evaluieren, um die Qualität unserer Weiterbildungen zu gewährleisten und stetig zu verbessern.

Informationsquellen zur Qualität von Weiterbildungsanbietern

Eine Weiterbildung ist für Menschen in beruflichen Veränderungsphasen eine der wichtigsten Weichenstellungen für die nächsten beruflichen Schritte, gerade dann, wenn sie zuvor ihren Job verloren oder aus freien Stücken gekündigt haben. Ist der Bildungsgutschein durch die Bundesagentur für Arbeit bewilligt und die Frage nach der richtigen Weiterbildung beantwortet, sollte daher die Auswahl des passenden Bildungsträgers  wohl überlegt sein.

Von den Beraterinnen und  Beratern der Bundesagentur für Arbeit wird als erste Anlaufstelle zur Recherche in der Regel Kursnet, die hauseigene Weiterbildungsdatenbank, empfohlen. Dort finden sich alle Anbieter mit durch Bildungsgutschein geförderten Angeboten, aufgeteilt nach Weiterbildungsportfolio, Standorten und Unterrichtsformen. Dies hilft schon mal, um die Auswahl einzuschränken. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Kursnet von der Präsenz großer Bildungsanbieter mit einer Vielzahl von Standorten dominiert wird. Kleinere, womöglich besser passende Anbieter werden dadurch häufig übersehen.
Erkenntnisse über die Qualität der Weiterbildungsanbieter zu gewinnen, ist in Kursnet zudem schwierig. Zwar gibt es dort eine Anbieterbewertung, die aber relativ anonym und statistisch ist. Insbesondere die Vielzahl der Anbieter mit ähnlichen Bewertungen macht dabei die Auswahl schwer.

Hat man dennoch eine engere Auswahl potenzieller Bildungsanbieter gefunden, hilft ein Blick ins Internet, um sich ein aussagekräftigeres Bild zu machen. Gibt man in den Suchmaschinen gezielt den Namen der ausgewählten Weiterbildungsanbieter beispielsweise mit den Zusätzen „Erfahrung“ oder „Bewertungen“ ein, bekommt man Bewertungen von aktuellen oder ehemaligen Teilnehmern der entsprechenden Anbieter. Diese Erfahrungswerte, ob positiv oder negativ, liefern erste aufschlussreiche Anhaltspunkte, sind jedoch subjektiv und geben nur einen kleinen Ausschnitt wieder, der die Weiterbildungs- und Anbieterqualität abbildet.  Alternativ liefern Testportale wie Stiftung Warentest, seminarcheck.de oder Testbild einen ersten Einblick, erfassen jedoch nur einen kleinen Teil der Weiterbildungslandschaft und beziehen sich häufig auf die genannten Teilnehmerbewertungen.
Doch wie lässt sich die Qualität eines Bildungsanbieters am besten feststellen?

Wie sich die Qualität von Weiterbildungsanbietern feststellen lässt

Das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung hat auf seiner Webseite eine nützliche Checkliste für die Wahl der passenden Weiterbildung veröffentlicht. Zur Ermittlung der Qualität des Weiterbildungsanbieters werden folgende Punkte hervorgehoben:

  • Zertifikat oder Gütesiegel des Anbieters (z.B. DIN EN ISO 9001, AZAV)
  • Qualität der Lernorte und der Ausstattung
  • Zusatzangebote zum digitalen Lernen
  • Freundliche und kompetente Mitarbeiter
  • Erfahrung des Anbieters, vor allem in den relevanten Weiterbildungsangeboten
  • Beratungsleistung

Der erstgenannte Punkt ist grundlegend für die Qualität eines Weiterbildungsanbieters. Voraussetzung für ein Zertifikat oder Gütesiegel ist ein Qualitätsmanagementsystem, das unter anderem die kontinuierliche Verbesserung der eigenen Prozesse im Sinne der Kundenzufriedenheit zum Ziel hat.

Laut einer Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung nutzen gerade mal 52% der Weiterbildungsanbieter ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem (QMS). Die befragten Anbieter gaben in der Umfrage an, dass sie durch das QMS hinsichtlich Organisation (Prozesse, interne Kommunikation, Produktentwicklung) und Angebotsqualität (Teilnehmerzufriedenheit, Lernerfolg, Infrastruktur) positive Effekte erzielen konnten. Wie das in der Praxis aussehen kann, wollen wir uns im Folgenden am Beispiel der LVQ anschauen.

Qualitätsmanagement von Weiterbildungen am Beispiel der LVQ

Als etablierter Weiterbildungsanbieter ist die LVQ seit langem nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert und hat ein seit Jahrzehnten eingespieltes, ständig optimiertes  Qualitätsmanagementsystem. Nicht umsonst ist das „Q“ im Unternehmensnamen die Abkürzung für „Qualität“, nach dem Motto: Wir praktizieren, was wir lehren.
Wie wichtig ein gut funktionierendes Qualitätsmanagement ist, zeigte sich bei uns aktuell in der Corona-Krise. Setzten wir zuvor ausschließlich auf Präsenzunterricht, gelang uns in kürzester Zeit ohne maßgebliche Qualitätseinbuße die Umstellung auf den Online-Präsenzunterricht. In bestimmten Bereichen gelang es uns sogar, unsere Angebote deutlich zu verbessern und zu erweitern. Einen zentralen Bestandteil dazu lieferte die konsequente Evaluation, also die sach- und fachgerechte Untersuchung und Bewertung unserer Angebote und Prozesse hinsichtlich der Kundenzufriedenheit.

Diese ermitteln wir auf drei Ebenen durch regelmäßige Kundenbefragungen  zu jedem Kursende und nach Abschluss der Weiterbildungen. Die Ebenen sind:

  • Bewertungen der Dozenten,
  • Bewertungen der einzelnen Weiterbildungen und eine
  • abschließende Gesamtbewertung (nachdem alle Bausteine eines Weiterbildungsprogramms absolviert wurden).

Anmerkung zum letzten Punkt: Ein Großteil der Weiterbildungsteilnehmer bei der LVQ absolviert mehrere Weiterbildungen hintereinander – gewissermaßen ein individuelles Weiterbildungsprogramm. Die Bundesagentur für Arbeit fördert dies über den Bildungsgutschein, sofern die jeweiligen Weiterbildungsabschlüsse die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erkennbar erhöhen.
 

Das Bewertungssystem der LVQ beinhaltet eine Bewertungsskala von 1= nicht gut bis 5= sehr gut, vergleichbar mit bekannten Bewertungssystemen, wie zum Beispiel bei Google, Amazon oder anderen.

Dozentenbewertung bei der LVQ

Unser Katalog für die Teilnehmerbefragung zu Dozentenbewertungen umfasst 15 Fragen. Abgefragt werden inhaltliche, organisatorische und didaktische Aspekte, die Qualität der Unterlagen, sowie eine Gesamtbeurteilung des jeweiligen Dozenten. Zudem gibt es ein Freifeld für individuelles Feedback.

Die Beurteilungen werden anonymisiert und seit der Corona-bedingten Umstellung online über das Lernmanagementsystem Moodle durchgeführt. Dies ermöglicht eine schnelle Auswertung der Ergebnisse, die im Nachgang mit den Dozenten systematisch besprochen werden. Gibt es wiederholtes Feedback, das über einzelne Dozenten hinausgeht, wird auch auf organisatorischer Ebene reagiert. So So kam in einer der letzten Bewertungen verstärkt der Wunsch nach dem Einsatz unterschiedlicher digitaler Lerntools auf. Entsprechend initiierten wir eine Dozentenschulung, in der neue digitale Lerntools vorgestellt wurden.

Weiterbildungsbewertung bei der LVQ (Modulbewertung)

War der zeitliche Umfang für die Vermittlung der Inhalte ausreichend? War ein roter Faden erkennbar? Wie war der organisatorische Ablauf? Wie war die Arbeitsatmosphäre? Wurden die Erwartungen erfüllt?

Dies sind nur einige der 18 Fragen für die Modulbewertung, mit der wir die Qualität unserer Weiterbildungen hinsichtlich Inhalt, Organisation und Bildungszielerreichung überprüfen. Wie auch bei der Dozentenbewertung wird jede einzelne Weiterbildung evaluiert, um eine kontinuierliche Verbesserung zu gewährleisten.

In dieser Abbildung sehen wir die Zusammenfassung der Bewertungen aller Kurse zwischen September 2019 und August 2020. Zu berücksichtigen ist dabei die Umstellungsphase auf Online-Unterricht während der Corona-Krise. Insgesamt haben wir eine Bewertung von 4,04 von 5 Punkten erzielt.

Besonders positiv bewertet werden Arbeitsatmosphäre, Organisation und die Online-Übungen. Ersteres ist zurückzuführen auf das typische „LVQ-Feeling“, welches wir, so gut es ging, auf den Online-Unterricht übertragen haben. Die gut bewertete Organisation ist Ergebnis des funktionierenden Qualitätsmanagementsystems.

Luft nach oben gibt es bei der Abstimmung der Inhalte (durch die LVQ) sowie der Zeit, die zum Lernen der Inhalte und deren entsprechender Bewältigung für die Prüfungen bereitsteht. Der zweite Punkt ist ein altbekanntes Problem. Die Weiterbildungen dauern in der Regel 20 Tage. Selbst wenn sie somit meist länger sind, als bei vielen Weiterbildungsanbietern (der Social Media Manager IHK z.B. läuft woanders oft zwischen sieben und zehn Tagen), können immer nur Teile eines Themenbereichs vermittelt werden. Eine Ausnahme bildet die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Hier erwerben die Teilnehmer bereits in drei Monaten ihren Abschluss, den sie bei anderen Anbietern erst nach vier bis sechs Monaten, bzw. berufsbegleitend erst nach mehr als einem Jahr erhalten. Dies erfordert dann in Einzelfällen intensivstes Lernen und Engagement der Teilnehmenden über einen langen Zeitraum. So kommt es zwangsläufig zum Wunsch nach mehr Zeit und einer besseren Abstimmung der Inhalte. Hier liegen die Herausforderungen also in der Natur der Sache, auch wenn wir immer wieder Wege suchen, die Teilnehmer noch besser beim Lernerfolg unterstützen und die Inhalte passgenau zusammenstellen.

Modulbewertungen während Corona

Eine Besonderheit ist aktuell  die Evaluation des Angebots im Rahmen der Umstellung auf unseren Online-Unterricht bedingt durch die Corona-Krise. Gerade hier war eine zeitnahe und regelmäßige Evaluation wichtig, um sicherzustellen, dass wir die richtigen Entscheidungen und Maßnahmen während der Umstellung auf virtuelles Lernen getroffen haben und weiterhin stetig Verbesserungspotenziale aufdecken.

Für uns war vor allem wichtig zu überprüfen, ob wir mit der Wahl der beiden Online-Plattformen Zoom und Moodle richtig liegen. Die Auswertungen zeigten, dass wir in beiden Fällen ins Schwarze getroffen haben, so dass der Online-Unterricht insgesamt positiv bewertet wurde. Die anonymen Bewertungen haben wir durch persönliche Teilnehmerbefragungen ergänzt und in einem eigenen Erfahrungsbericht festgehalten.

Abschlussbewertungen bei der LVQ

Ein Großteil der Weiterbildungsteilnehmer bei der LVQ absolviert mehrere Weiterbildungen hintereinander. Entsprechend erheben wir noch mal eine Abschlussbewertung. Hier werden Aspekte abgefragt wie die Beratungsleistungen, die individuelle Betreuung, die Ausstattung, der Online-Unterricht insgesamt und in wie fern die Weiterbildungen zur Erhöhung der Jobchancen beigetragen haben.

Gerade die Abschlussbewertung und der Faktor „bessere Jobchancen“ sind entscheidende Gradmesser um zu prüfen, ob wir zur Erreichung des Kernziels, der Unterstützung unserer Teilnehmer zur Wiederaufnahme eines Jobs, die richtigen Maßnahmen treffen.

Unser Fokus: Ihre Zukunft – Kontinuierliche Verbesserung bei der LVQ

Das mehrstufige Bewertungsverfahren gibt uns ein umfassendes Bild von Teilnehmerseite. Doch wir handeln auch proaktiv. Regelmäßige Ausbildungsbesprechungen, KVP-Meetings und Austauschrunden mit den Dozenten ergänzen die Teilnehmerrückmeldungen und ermöglichen es uns so, unseren Qualitätsstandard zu halten und stetig besser zu werden. Ein entscheidender Antrieb hierbei ist, dass bei der LVQ alle Akteure ihre Arbeit mit Herzblut verrichten und die Bedürfnisse ihrer Kunden nie aus den Augen verlieren: mit qualitativ hochwertigen Weiterbildungen die Chancen unserer Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Der LVQ-Claim „Unser Fokus: Ihre Zukunft“ ist daher auch ein Versprechen an unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Bestätigung hierfür finden wir in regelmäßigen Erfolgsbeobachtungen: Im Durchschnitt weit über 80% unserer Absolventen finden spätestens sechs Monate nach ihrer Weiterbildung einen Job.

Den richtigen Weiterbildungsanbieter finden – Unsere Tipps

„Was macht einen guten Weiterbildungsanbieter aus? Woran erkenne ich seine Qualität?“

Das waren die Ausgangsfragen dieses Beitrags. Bewertungen alleine spiegeln nur einen subjektiven Eindruck. Wir empfehlen, dass sie sich selbst ein Bild machen und direkt beim Weiterbildungsanbieter nachfragen. Gehen Sie mit folgender Checkliste ins Gespräch:

  • Welches Zertifikat oder Gütesiegel hat der Anbieter?
  • Wie ist die Qualität der Lernorte und der Ausstattung?
  • Welche Erfahrung hat der Anbieter, vor allem in den relevanten Weiterbildungsangeboten?
  • Wie läuft die Beratung? Nimmt sich der Berater Zeit? Hat er auch Ihre Situation im Blick?
  • Welche Informationen bekomme ich hinsichtlich der Qualität der Dozenten?
  • Gibt es Zusatzangebote zu den Themen Jobsuche und Bewerbung?
  • Wie gewährleistet der Anbieter die Qualität der Weiterbildung? Hat er ein funktionierendes Qualitätsmanagement?
  • Wie ist die Erfolgsquote der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Prüfungen und Arbeitsaufnahme?

Ergänzen Sie die Fragen mit Kriterien, die für Sie persönlich entscheidend sind, wie zum Bespiel die Frage nach Erreichbarkeit oder passenden Lernformen. Dann wird die Suche nach dem passenden Weiterbildungsanbieter erfolgreich sein.

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