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Branchenbezogene Jobsuche: 6 Alternativen zu Stellenbörsen

In Stellenbörsen einen Job zu finden, muss spielend leicht sein. Könnte man zumindest vermuten, wenn man sich die Anzahl der Stellen in den jeweiligen Jobbörsen anschaut. 

  • „#traumjob – 92.994 Jobs in Deutschland“ lachen einen mit Blick auf die Stepstone.de -Startseite an.
  • 628.173 Stellen sind es bei der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit.
  • Nur noch getoppt von der Meta-Jobsuchmaschine kimeta.de, die beeindruckende 2.818.259 aktuelle Jobangebote lokalisiert haben will.

Dennoch sind Sie bisher bei der Stellensuche nicht fündig geworden? Wir können Sie beruhigen, denn damit stehen Sie nicht alleine da. Wie Sie alternativ branchenbezogen im Internet suchen, erklären wir in unserem heutigen Artikel und stellen Ihnen sechs Quellen vor.

50 - 70 Prozent der Jobs stehen nicht in Online-Jobbörsen

Aus unseren Coachings und Workshops bekommen wir immer wieder genervte und frustrierte Rückmeldungen von Bewerbern. Den Großteil ihrer Zeit während des Bewerbungsprozesses nutzen sie für das Durchforsten von Stellen in den großen Jobbörsen, häufig ohne Erfolg.

 

Das liegt zum einem daran, dass bei der Recherche in Jobbörsen falsch vorgegangen wird. Zum anderen daran, dass ein Großteil der Stellen einfach nicht in Jobbörsen zu finden ist. Das klingt angesichts der genannten Zahlen erst mal widersprüchlich. Solche beeindruckenden Zahlen offener Stellen wie bei Kimeta kommen jedoch dadurch zu Stande, dass sich dort viele doppelte, veraltete oder gar nicht existente Stellenangebote wiederfinden.

Hingegen werden viele Stellen, die tatsächlich existieren, gar nicht erst ausgeschrieben. Je nach Schätzung und Studie umfasst der „verdeckte“ Arbeitsmarkt der nicht ausgeschriebenen Stellen 50-70 Prozent.

Alternative Wege der Jobsuche

Die Jobsuche nach nicht ausgeschriebenen Stellen erfordert andere Strategien (der Wissenschaftsladen Bonn hat dazu einen guten Beitrag geschrieben), wie zum Beispiel verstärktes Netzwerken und Initiativbewerbungen (in einen späteren Beitrag gehen wir darauf näher ein).

Gerade die branchenbezogene Suche zum Finden von passenden Unternehmen für Initiativbewerbungen erfordert Ansätze der Recherche abseits der Stellenbörsen.

Noch mal zum genaueren Verständnis: So gut wie alle Jobbörsen ermöglichen branchenbezogenes Filtern. Es geht jedoch in unserem Ansatz darum, Jobs abseits öffentlicher Stellenausschreibungen zu finden. Dazu zählen auch ausgeschriebene Stellenangebote auf Webseiten wenig bekannter Unternehmen, die nicht in Stellenbörsen oder anderen Online-Seiten oder Plattformen zu finden sind. Vor allem geht es aber um die Vorbereitung auf Initiativbewerbungen.

 

Häufig werden wir von unseren Weiterbildungsteilnehmern gefragt, welche Quellen sich für solch eine branchenbezogene Suche eignen. Immer wieder bekommen auch wir nützliche erprobte Hinweise unserer Teilnehmer. Folgende Quellen möchten wir Ihnen gerne empfehlen.

6 Quellen für die branchenbezogene Recherche

1. Firmendb Branchenbuch

Das Firmendb Branchenbuch ermöglicht ein sehr detailliertes Filtern von Branchen. Suchen Sie zum Beispiel nach Herstellern von Glas und Keramik, können Sie hier noch mal gezielt in 26 Unterkategorien wie „Hersteller von Flachglas“ oder „Hersteller von Faserzementen“ suchen. Nachteil: Eine regionale Filterung ist nicht möglich

2. Wer-liefert-was?

In seinem Ursprung als B2B-Marktplatz gedacht, eignet sich „Wer liefert Was?“ ideal als Recherchedatenbank für die branchenbezogene Unternehmenssuche. Insgesamt 520.000 Unternehmen findet man hier. Das sind zwar weniger als beim Firmendb-Branchenbuch, dafür können Sie sowohl nach Branchen, als auch regional filtern.

3. ingenieur. de

Ingenieur.de ist die Karriereplattform des VDI (Verein Deutscher Ingenieure). Neben der eigentlichen Jobbörse finden Sie eine umfangreiche Liste von Unternehmen, die Ingenieure beschäftigen. Nachteil: Leider ist hier kein Filtern nach unterschiedlichen Kriterien möglich.

4. chemieatlas.de

Für Naturwissenschaftler bietet Chemieatlas.de eine sehr detaillierte und gut ausgearbeitete Rechercheplattform für Branchen, in denen Naturwissenschaftler, nicht nur Chemiker, gesucht werden. Wie bei Firmendb lassen sich Branchen in Unterkategorien filtern. Auch die regionale Filterung ist möglich. Nachteil: Der Chemieatlas konzentriert sich auf NRW.

5. XING und LinkedIn

Auch wenn es zwei unterschiedliche Plattformen sind, möchten wir XING und LinkedIn hier in einem Atemzug nennen. Denn mit der erweiterten Suchfunktion der jeweiligen Businessnetzwerke lässt sich sehr gut branchenbezogen recherchieren. Im Unterschied zu den anderen genannten Datenbanken können Sie nicht nur nach Firmen, sondern auch nach Berufstätigen in entsprechenden Branchen filtern und diese gegebenenfalls direkt kontaktieren. Dies ist zum Beispiel hilfreich für Geisteswissenschaftler, für die es aufgrund der unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche keine speziellen Branchenbücher gibt. Diese können beispielsweise nach Mitgliedern mit gleichen oder ähnlichen Berufsabschlüssen suchen und dadurch Informationen über die jeweiligen Branchen beziehen.

Der Fokus bei XING liegt dabei eher auf kleine und mittelgroße Unternehmen. Bei Linkedin auf Konzerne und international stark agierende Unternehmen. Nachteile: Die Branchenauswahl ist weitaus kleiner als in den anderen Datenbanken, zudem müssen Sie für die erweiterte Suchfunktion bei XING bezahlen.

6. IHK-Brancheninformationen

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) stellt für ihre jeweiligen Standorte Brancheninformationen zur Verfügung. Diese dienen eigentlich zur Orientierung für den eigenen Geschäftsbetrieb oder als Erstinformation bei der Gründung eines Unternehmens. Jedoch kann jeder diese Liste, manchmal gegen ein kleines Entgelt, beantragen. Wir hatten bereits Rückmeldungen von Teilnehmern, die über diesen Weg erfolgreich Initiativbewerbungen platzieren konnten.

 

Branchenbezogene Jobsuche als nützliche Alternative zu den Stellenbörsen

Die gezeigten Beispiele beziehen sich auf die Erfahrungswerte, die wir im Kontext unserer Arbeit mit Bewerbern vor allem ingenieur-, natur- und geisteswissenschaftlicher Fachrichtungen gesammelt haben. Dieser Ansatz hat sich als probates Mittel bei der Jobsuche erwiesen. Natürlich kann dieser Ansatz nicht als Allheilmittel gesehen werden. Wie oben beschrieben, erfordert die Suche im verdeckten Arbeitsmarkt häufig weitere Aktivitäten.

 

Zudem sollten Sie sich natürlich vorher darüber klar werden, welche Branchen für Sie in Frage kommen. Bei Hochschulabsolventen bestimmter Disziplinen oder Fach- und Führungskräften ist dies durch die Studienrichtung oder Berufserfahrung gegeben. Wissen Sie jedoch noch nicht genau, wohin Sie beruflich möchten oder wo Ihre Fähigkeiten, Eigenschaften und Erfahrungen gebraucht werden können, empfiehlt sich eine eingehende Selbstanalyse. Die Karrierebibel gibt eine gute Übersicht für entsprechende Tests. Zum Einstieg gibt es auch gute Arbeitsbücher (zum Beispiel Durchstarten zum Traumjob von Richard Bolles) oder Coaches, die Sie beauftragen können. Mit dem passenden Ergebnis klappt es dann auch mit dem beruflichen Quereinstieg.

 

Welche Quellen nutzen Sie für Ihre branchenbezogene Suche? Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.

 

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

 

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

 

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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5 Kommentare

Marie
07. August 2018

Lieber Martin,

vielen lieben Dank für deine Antwort. Ich werde mir gleich die beiden Artikel durchlesen. Ich finde die Alternativen zu den Jobbörsen wirklich sehr interessant. Dennoch möchte ich bei der Jobsuche nicht auf die Karriereportale verzichten. Ich könnte mir vorstellen Jobmessen, unterschiedliche Plattformen wie Xing begleitend neben den Karriereportalen bei der Jobsuche zu verwenden.

 

Liebe Grüße

Marie


Marie
06. August 2018

Ein sehr informativer Beitrag. Tatsächlich arbeitet eine Freundin von mir als Recuterin in einem großen und sehr bekannten Unternehmen und ist für das Personalmarketing zuständig.

Sie hat mir auch davon erzählt, dass nicht alle Stellenanzeigen auf den Jobportalen landen, weil einige Stellen erstmal nur intern ausgeschrieben werden. Deshalb kann es immer von Vorteil sein, wenn man Bekannte in bestimmten Unternehmen hat und sie fragt, ob in der jeweiligen Branche oder Geschäftsfeld eine Stelle offen ist.

Meine Freundin meinte auch, dass manche Jobportale wie t5-karriereportal Messen organisieren, an denen viele Unternehmen teilnehmen. Bei diesen Messen bekommt man die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und somit Informationen über Stellenanzeigen zu erhalten, die intern ausgeschrieben sind. Mit etwas Glück, erhält man sogar die E-Mail-Adresse von der zuständigen Person und kann seine Chancen somit etwas steigern.

 

Ich habe noch eine Frage zu der 5. Quelle: Viele meiner Freunde erzählen mir immer, dass ich mich bei diesen Plattformen anmelden soll, da man Jobangebote von verschiedenen Unternehmen erhalten kann? Stimmt das und wenn ja, kann man diese Anfragen auch ernst nehmen? Oder sollte man da vorsichtig sein?

 

Liebe Grüße

Marie


Martin Salwiczek
06. August 2018

Hallo Marie, danke für Deinen Beitrag. Die Ausführungen Deiner Freundin können wir nur teilen. Mein Kollege Lars Hahn hat dazu einen Beitrag geschrieben: www.lvq.de/karriere-blog/2018/05/24/bewerben-jobsuche-verdeckter-stellenmarkt/

 

XING und Linkedin können wir definitiv für die Jobsuche empfehlen. Zum einen kann man darüber Jobangebote erhalten, darüber hinaus aber von Unternehmen direkt kontaktiert werden oder die Plattformen für eigene Initiativbewerbungen nutzen. Hier findest Du eine Serie, in der wir zusammengefasst haben wie man XING für die Jobsuche nutzen kann: www.lvq.de/karriere-blog/xing-fuer-jobsuchende-serie/

 

Viel Erfolg bei der Bewerbung!

 

Herzliche Grüße,

Martin


Ein weiterer Tipp (leider nur für die Region Nordwest) ist REGISonline: regisonline.de/de/unternehmen/suche/?

 

Hier kann ich nämlich neben mehreren anderen Suchfunktionen auch schauen, welche Art von Unternehmen ich direkt vor der Haustür habe und so auf die "hidden champions" meiner Region stoßen...


Martin Salwiczek
24. Mai 2018

Lieber Herr Kleine-Weischede,

 

herzlichen Dank für den guten Tipp!

 

Viele Grüße,

Martin Salwiczek


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Mitarbeiter

Autor

Martin Salwiczek

ist bei der LVQ als Berater, Dozent und Projektmanager beschäftigt. Durch seine Dozententätigkeiten und Coachings hat er einen engen Draht zu den Teilnehmern der LVQ. Daraus zieht er Ideen für seine Beiträge, interviewt die Absolventen und hat spannende Geschichten zu erzählen.