LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog Wertvolles Wissen für Ihre Zukunft Mon, 06 Apr 2020 03:14:43 +0200 Mon, 06 Apr 2020 03:14:43 +0200 t3extblog extension for TYPO3 https://www.lvq.de/typo3conf/ext/sg_sitepackage/Resources/Public/Assets/Images/lvq-blog-feed-logo.jpg LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog Corona-Krise: Aktuelle Informationen aus der LVQ – Stand 26.03.2020 Thu, 26 Mar 2020 10:53:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/lvquerbeet/corona-krise-lvq-news.html post-259 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/lvquerbeet/corona-krise-lvq-news.html Author unavailable In diesem Beitrag halten wir Sie über aktuelle Entwicklungen in der LVQ auf dem Laufenden halten.   Informationen für aktuelle und künftige startende Teilnehmer Auf Anordnung der Landesregierung NRW… Corona-Krise: Aktuelle Informationen aus der LVQ – Stand 26.03.2020 by Author unavailable 26-03-20

Categories: LVQuerbeet

In diesem Beitrag halten wir Sie über aktuelle Entwicklungen in der LVQ auf dem Laufenden halten.
 

Informationen für aktuelle und künftige startende Teilnehmer

Auf Anordnung der Landesregierung NRW werden wir als private Bildungseinrichtung unsere Weiterbildungen und weitere Angebote bis zum19.04.2020 einstellen. Um die Verbreitung des Covid-19-Virus zu verlangsamen, gilt auch für uns die Beschränkung sozialer Kontakte auf ein Minimum. Stichwort: #flattenthecurve

Auch uns stellt die Dynamik der Situation regelmäßig vor neue Herausforderungen, die wir mit Besonnenheit und Engagement angehen. Seien Sie daher gewiss, dass wir nach pragmatischen Lösungen für Sie suchen, sofern diese im rechtlichen und organisatorischen Rahmen möglich sind.

Heute am 26.03. konnten wir die freudige Mitteilung machen, dass wir am 21.04.2020 den Unterricht mit einer online-basierten Variante weiterführen können. Weitere Informationen können Sie unserem aktuellen Blogbeitrag von Geschäftsführer Lars Hahn entnehmen.

Dies gilt sowohl für bereits aktive Teilnehmende der LVQ als auch Neustarter und Interessenten.

Unser Büro ist durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LVQ montags bis freitags von 08:00 - 14:00 Uhr besetzt, sodass Sie uns telefonisch oder per Mail weiterhin erreichen können:

  • Aktuelle Teilnehmer: 0208-993880
  • Künftig startende Teilnehmer und Weiterbildungsinteressenten: 0208-9938833
  • Firmenkunden und Interessenten für berufsbegleitende Weiterbildungen: 0208-9938832
  • Für alle Teilnehmer und Interessenten: office[at]​lvq.de

Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir Ihnen aufgrund der aktuellen Lage nicht alle Fragen beantworten können. Zu Themen rund um Ihr Arbeitslosengeld und Ihre Förderung wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Agentur für Arbeit oder Ihr Jobcenter. Allgemeine Informationen der Bundesagentur für Arbeit finden Sie über den folgenden Link:

https://www.arbeitsagentur.de/corona-virus-aktuelle-informationen

Wir wünschen uns allen, dass wir diese außerordentliche Situation gesund überstehen. Passen Sie auf sich auf und bis bald!

Ihr LVQ-Team

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Querdenken: Kurzarbeit, Homeoffice und ab ins Internet – wie wir in der... Thu, 26 Mar 2020 09:25:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/neue-arbeitswelt/querdenken-kurzarbeit-homeoffice-internet-lvq-corona.html post-260 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/neue-arbeitswelt/querdenken-kurzarbeit-homeoffice-internet-lvq-corona.html Lars Hahn Not macht erfinderisch! Diese alte Weisheit bewährt sich gerade tausendfach. Der Quasi-Shutdown vieler Wirtschaftsbereiche durch die Corona-Pandemie führt zu viel Not und Leid – einerseits.… Querdenken: Kurzarbeit, Homeoffice und ab ins Internet – wie wir in der LVQ jetzt weitermachen. #Corona by Lars Hahn 26-03-20

Categories: Neue Arbeitswelt

Not macht erfinderisch! Diese alte Weisheit bewährt sich gerade tausendfach. Der Quasi-Shutdown vieler Wirtschaftsbereiche durch die Corona-Pandemie führt zu viel Not und Leid – einerseits. Andererseits sind wir alle überwältigt, was in kurzer Zeit alles möglich ist.

 

Da stellt der TV-bekannte T-Shirt-Hersteller aus dem Schwäbischen jetzt Mundschutzmasken her, weil T-Shirts eher wenig gefragt sind. Die großen Autohersteller, krisengebeutelt, geben ihre FFP-3-Masken an Kliniken und wollen per 3D-Druck Teile für Beatmungsmaschinen bauen. Die Bundesregierung lud kurzfristig zu einem Hackathon „Wir vs. Virus“ ein, zu dem sich am vergangenen Wochenende über 42.000 Teilnehmende virtuell trafen und digitale Lösungen zum Meistern der Corona-Krise entwickelten. Da sind die tapferen Pflegenden und Mediziner, die improvisieren und ihren Betrieb umstellen müssen. Aldi und McDonalds kooperieren: Die Mitarbeitenden des Burger-Braters ohne Aufgaben helfen nun bei der Discounter-Kette, die Arbeit zu bewältigen.

Querdenken ist angesagt.

Auch wir als überzeugter Anbieter von Präsenzunterricht sind seit Mitte März geschlossen: Die LVQ im Notprogramm, mittendrin in der Kurzarbeit. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie sich die Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt auswirkt, wie schnell und pragmatisch das zu digitalen Lösungen führt und welchen Weg wir in der LVQ als Bildungsanbieter planen.

Kurzarbeit – Retter in der Not

Kurzarbeit ist das Zauberwort der Stunde. Zurzeit sind schon über 2 Millionen Menschen davon betroffen. Manche Experten prognostizieren über 5 Millionen in absehbarer Zukunft. Für diejenigen, die davon noch nicht gehört haben: Kurzarbeit ist ein Programm, welches dem Unternehmen die Verringerung der Mitarbeiterarbeitszeiten und damit der Kosten ermöglicht, ganz ohne Mitarbeiter entlassen zu müssen. Für einen großen Teil der Differenz zum Normalgehalt, die nicht vom Unternehmen ausgezahlt wird, springt die Bundesagentur für Arbeit mit dem Kurzarbeitergeld in die Bresche. Dieses Programm gilt derzeit als unbürokratisch für alle Unternehmen mit Angestellten: Von der kleinen Immobilienmaklerin mit einer Mitarbeiterin bis zum großen Automobilhersteller. Die Kurzarbeit verhindert also schnelle Massenentlassungen, kann Unternehmen retten und hält die gut eingespielte Belegschaft im Unternehmen und zwar für die Zeit, wenn es wieder voll losgeht.

Nebenbei: Die Bundesagentur für Arbeit ist neben dem Gesundheitswesen und den Supermärkten eine der wichtigsten Organisationen in dieser außergewöhnlichen Corona-Krise, zahlt sie doch nicht nur das Kurzarbeitergeld für Unternehmen und Beschäftigte. Gemeinsam mit den Jobcentern ist sie für eine sehr kurzfristige, unbürokratische Auszahlung der Grundsicherung für alle zuständig, bei denen gar kein Einkommen mehr vorhanden ist: „kleine“ Selbständige, Solopreneure und Freiberufler.

Was Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter und das Bundesarbeitsministerium im Moment für unsere Arbeitswelt und damit für die Wirtschaft leisten, ist enorm. Insbesondere ist diese wichtige soziale und gesellschaftliche Sicherung in vielen anderen Ländern absolut unüblich. Nicht nur deswegen ziehen wir den Hut vor den Leistungen aller entsprechenden Beteiligten.

Ab ins Internet – Digitalisierung im Schnellverfahren

Überall finden jetzt Videomeetings, Online-Konferenzen, Video-Calls und digitale Gespräche statt – selbst da, wo das vorher rechtlich oder organisatorisch nicht möglich war oder vielleicht auch im Betrieb nicht erwünscht. Ganz Deutschland geht ins Internet, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Früher (vor Wochen) Großraumbüro, heute Homeoffice. Es geht. Erleben Sie das auch?

Homeoffice für unsere Mitarbeiter

Auch persönliche Atmosphäre lässt sich bis zu einem gewissen Grad herstellen. Über Video-Meetings sieht man sich nicht nur, man erhält oft einen persönlicheren Eindruck von seinen Geschäftspartnern als sonst. Oder wussten Sie vorher, welche Bücher im Wohnzimmerregal Ihrer Kollegin stehen? Eine spannende Erfahrung hatten wir dazu bereits am Wochenende als Sponsor der Unkonferenz Barcamp Ruhr, die jetzt spontan erstmalig online stattfinden musste. Es fehlten die herzlichen Umarmungen und das sonst obligatorische Buffet, aber der fachliche und persönliche Austausch fand über die Online-Plattform Zoom regen Anklang und lobende Worte.

LVQ geht voll online: Präsenzunterricht in Zeiten von social distancing

Und jetzt geht die Weiterbildungsbranche auch ins Digitale. Wir Bildungsanbieter arbeiten bekanntlich auch mit der Bundesagentur für Arbeit zusammen. In kürzester Zeit konnte auch für unsere Branche eine pragmatische Lösung gefunden werden, damit wir schnell weiterarbeiten dürfen und für unsere Teilnehmenden da sein können.

Auch Anbieter von reinem Präsenzunterricht können kurzfristig – ohne den üblichen langen Anerkennungs- und Zertifizierungsprozess – alternative Lösungen ohne physischen Publikumsverkehr durchführen. Virtueller Unterricht und Online-Lernen werden ohnehin die einzigen Möglichkeiten im Bildungswesen sein, die in den nächsten Wochen oder gar Monaten erlaubt sein werden: Sowohl in Schulen wie auch in der Weiterbildung. Und so werden wir unsere Weiterbildungen bereits in einigen Tagen per Online-Präsenzunterricht fortführen, solange die Krise währt.

Wir sind froh, dass wir in unserer Business Akademie sowie bei Veranstaltungen und Konferenzen bereits seit vielen Jahren mit digitalen Lösungen arbeiten: Sei es mit Skype, Facetime, Whatsapp-Calls oder Zoom for Meetings. In unseren Kursen mit Online-Themen werden digitale Tools ebenfalls schon länger eingesetzt. Jetzt gehen wir mit unserem gesamten Weiterbildungsangebot einen Schritt weiter und sind ab demnächst online vertreten. Präsenzunterricht im digitalen Raum, ab sofort auch wieder per Bildungsgutschein. Wir stellen dafür alle Ressourcen bereit: Wir haben die rechtliche Zulassung, die technischen Voraussetzungen und arbeiten gerade an den didaktischen und methodischen Konzepten zur Umstellung für die Übergangszeit, in der wir uns nicht physisch und persönlich begegnen können.

Präsenzunterricht im Internet – Menschlich im Netz

Wenn wir uns schon nicht persönlich treffen dürfen, gehen wir eben ins Internet. Unsere Lösung wird so „präsenzlich“ wie möglich sein – das typische, persönliche LVQ-Feeling aus unserem klassischen Präsenzunterricht möchten wir auch in diesen Zeiten versuchen zu bieten. Unser Online-Präsenzunterricht mit echten Dozenten wird daher durch Lernmanagementsysteme, persönliche Online-Beratungsangebote sowie eine exklusive Hotline nur für Teilnehmende ergänzt. Alle angestrebten Abschlüsse und Prüfungen werden wir in dieser virtuellen Übergangszeit ermöglichen.

Unsere Teilnehmenden, Neu-Startenden und deren Fachkräfte bei der Agentur für Arbeit werden wir kurzfristig schriftlich informieren. Für alle Interessierten gilt: Sie merken wahrscheinlich, dass gerade jetzt wenig auf dem Arbeitsmarkt passiert. Die Zeit für eine Weiterbildung war also selten passender.  Ab sofort führen wir Beratungsgespräche für unser Weiterbildungsangebot per Video-Meeting oder telefonisch durch.

Rufen Sie uns einfach an oder vereinbaren Sie einen Termin!

 

P.S.: Auch zukünftig setzt die LVQ sicherlich wieder auf echten Präsenzunterricht. Jedoch werden wir das erst wieder anbieten, wenn es für alle Beteiligten, Mitarbeitende und Teilnehmende nicht nur erlaubt, risikolos und gefahrlos möglich ist, sondern sich auch wieder gut anfühlen wird. Das bis dahin Gelernte aus dieser aufregenden Zeit der Corona-Krise werden wir sicherlich mitnehmen.

 

 


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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„Meine Weiterbildung hat mir den Weg ins Berufsleben geebnet.“ –... Thu, 12 Mar 2020 09:12:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/erfolgsgeschichten/geisteswissenschaftler-berufseinstieg-online-marketing-agentur-weiterbildung.html post-258 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/erfolgsgeschichten/geisteswissenschaftler-berufseinstieg-online-marketing-agentur-weiterbildung.html Angela Borin Germanistin Annika Brockhaus erzählt im Interview, welche Gedanken sie als Geisteswissenschaftlerin beim Berufseinstieg beschäftigt haben, wie sie ihren Weg zu einer kleinen Online-Marketing-Agentur… „Meine Weiterbildung hat mir den Weg ins Berufsleben geebnet.“ – Germanistin Annika Brockhaus im Interview by Angela Borin 12-03-20

Categories: Erfolgsgeschichten

Den Master in Germanistik absolviert, hat Annika Brockhaus zunächst eine Karriere im Verlagswesen angepeilt. Wie die Geisteswissenschaftlerin dann in einer kleinen Online-Marketing-Agentur mit Start-Up-Flair landete, erzählt sie uns im Interview.

Guten Morgen Annika! Schön, dass Du Dir die Zeit nimmst mit uns über Deinen Berufseinstieg zu sprechen. Magst Du Dich, Deinen Arbeitgeber und Deine Tätigkeit kurz vorstellen?

Gerne. Ich heiße Annika und bin mit meinen Bachelor-Fächern Germanistik und Kunstgeschichte wohl die typische Geisteswissenschaftlerin. Ende 2017 habe ich meinen Master in Germanistik gemacht und bin – direkt im Anschluss an die LVQ – seit Juli 2018 offiziell die Online-Marketing-Managerin von malermedia in Bochum. Angefangen haben wir vor 15 Jahren mit Webseiten und Webdesign, aber durch die ganzen Entwicklungen ist unser Portfolio inzwischen auf den kompletten Online-Marketing-Bereich angewachsen: Von Webseiten über Social Media bis hin zu Advertising.

Mein Schwerpunkt liegt durch mein germanistisches Studium im Texten. Für unsere Online-Marketing-Agentur mache ich tatsächlich alles, was diesen Bereich angeht. Unsere Kunden machen Social Media meistens selbst. Daher entwickle ich für sie eher Strategien, gestalte Blogs, betreibe E-Mail-Marketing und bin Querbeet im Anzeigenbereich unterwegs, um die Projekte unserer Kunden zu pflegen, zu analysieren und zu optimieren.

Berufseinstieg als Geisteswissenschaftler: Ein schwieriges Pflaster

„Direkt im Anschluss an die LVQ…“. Das heißt, Du bist nach dem Studium nicht in den Job gestartet, sondern hast noch eine Zwischenstation eingelegt. Wieso das?

Nach dem Studium habe ich angefangen, mich für Volontariatsstellen zu bewerben, weil ich dachte, das wäre ein guter Einstieg für mich. Ich hatte auch ein paar Vorstellungsgespräche, aus denen aber offensichtlich nichts geworden ist und das aus den verschiedensten Gründen. Mal brachte ich zu wenig praktische Erfahrung mit, dann gab es jemanden, der besser passte. Generell war es ein schwieriges Pflaster, weil die meisten zu dem Zeitpunkt auch nicht gesucht haben. Es war also recht schwierig als Geisteswissenschaftlerin in der Berufswelt Fuß zu fassen.

Man bekommt im Studium immer das Gefühl, man könnte alles machen, aber irgendwie kam es mir dann so vor, als könnte man gar nichts machen. Da ich keine zehn Praktika gemacht und an der Uni eher strukturelle Fähigkeiten erworben habe – wie ich Dinge einordnen und prägnant auf den Punkt präsentieren kann, fehlte mir einfach das Fachwissen für den einen bestimmten Job.

Eine Erfahrung, die viele Geisteswissenschaftler machen. Wie war das für Dich?

Nach einigen Vorstellungsgesprächen, aus denen Absagen resultierten, die aber in meinen Augen gut verliefen, dachte ich: „Es muss mir doch nur einer mal eine Chance geben!“ Es fühlte sich an als würde ich auf der Stelle treten. Ich begann mich zu fragen, ob ich das richtige Studienfach gewählt habe oder ob ich noch was anderes machen sollte. Bin ich irgendwo falsch abgebogen, dass ich in dieser Sackgasse gelandet bin?

Der Klassiker: Geisteswissenschaftler gleich Lehrer

Sackgasse im Hinblick auf die Jobsuche: Hast Du das schon während Deines Studiums so empfunden?

Um ehrlich zu sein, habe ich den Gedanken von mir weggeschoben. Aber natürlich habe ich die klassischen Dialoge bestimmt 1000 mal geführt: „Was machst Du?“ – „Ich studiere Germanistik.“ – „Auf Lehramt?“ – „Nein.“ – „Und was macht man dann damit?“ Da habe ich schon selbst gemerkt, dass dies kein Studium ist, bei dem sofort klar ist: Ich werde Ärztin.

Wie bist Du mit der Suche nach Deinem Bereich und den Zweifeln umgegangen?

Fachlich habe ich versucht, Erfahrungen zu sammeln – über ein Praktikum bei einem Online-Magazin und über Berufsbilder- und Berufsorientierungsseminare an meiner Uni mit Kubus. Das habe ich für den Bereich Verlagswesen wahrgenommen. Für mein Gefühl halfen mir Gespräche mit Familie und Freunden, durch die ich glücklicherweise immer wieder Zuspruch und Unterstützung bekommen habe. Dadurch konnte ich in mich und meine Fähigkeiten vertrauen und habe mir gesagt: „Du kannst dich schnell in andere Themenkomplexe einarbeiten und bist immer bereit, etwas Neues zu lernen. Wenn dir jemand deine Chance gibt, wird diese Firma genau aus diesen Gründen glücklich sein, dich zu haben.“

Und dann bekam ich den Schubs: „Das könnte ich doch beruflich machen!“

Die Chance, die Du bei malermedia bekommen hast. Allerdings sprachst Du gerade vom Verlagswesen. Der Online-Bereich war also zuerst nicht Dein angestrebtes Ziel?

Eher nicht. Aber ich hatte während meines Studiums nur sehr grobe Vorstellungen von dem, was ich machen will. Ich konnte mir vieles vorstellen, hatte aber nicht den einen Plan. Nach den Absagen habe ich dann nochmal überlegt, was ich eigentlich möchte. Dabei ist mir bewusst geworden, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was sondern wo ich arbeite. Es geht mir um Kollegen und Kunden, um eine gute Zusammenarbeit und dass ich dort einbringen darf, was ich gut kann. Das Texten im Praktikum hatte mir gefallen und da ich bereits einen eigenen Blog und ehrenamtlich Webseiten pflegte, hat meine Beraterin bei der Bundesagentur für Arbeit mir dann eine Weiterbildung in diese Richtung empfohlen.

Statt Job nochmal Weiterbildung. Wie kam das bei Dir an?

Mein erster Gedanke war: „Ich bin doch gerade fertig mit Lernen. Ich habe keine Lust wieder Schule zu machen.“ Und genau da hat mich mein Erstberater Martin Salwiczek abgeholt. Er hat mir meine Möglichkeiten und damit eine Perspektive aufgezeigt. Das hat mich überzeugt, dass eine Weiterbildung in den Bereichen Online-Redaktion, Social Media und Online-Marketing doch nochmal sinnvoll für mich ist.

„Ich habe mir durch die Weiterbildung wirklich was erarbeitet!“

Hat die Weiterbildung denn halten können, was sie versprach?

Natürlich war die Zeit sehr anstrengend, weil man in kurzer Zeit viel lernt, Prüfungen ablegt und Praxisprojekte erarbeitet, aber genau diese praktische Anwendung fand ich super. Das hatte mir ja bisher gefehlt. Es war motivierend mit unseren Dozenten, die tatsächlich alle aus der Praxis kamen, im Klassenverband direkt konkrete Beispiele zu besprechen. So haben wir Einblick erhalten, wie es wirklich ist, in dem Beruf zu arbeiten.

Außerdem konnte ich dieses Gefühl, es stimme etwas nicht mit mir, weil ich keinen Job finde, loswerden. Und das einfach nur, weil ich mit ganz vielen unterschiedlichen Menschen zusammentraf, die gerade alle an einem ähnlichen Punkt in ihrem Leben standen. Dabei habe ich dann quasi genetzwerkt und sogar Freunde gefunden, die alle aus der Gegend kommen, in die ich für meinen Job gezogen bin. Da bin ich dann ohne großes Zögern nach Bochum gekommen.

Was war Dein wichtigstes Learning in Deiner Zeit bei der LVQ?

Ganz klar zu merken, dass nichts falsch mit mir ist, weil ich auf Jobsuche bin. Das kann jeden treffen und keiner ist damit allein. Wenn wir aber alle dran bleiben, findet jeder seinen Weg. Das habe ich immer wieder an anderen Teilnehmern gesehen, die plötzlich ganz schnell einen Job hatten. Und so ging es auch für mich voran, ich habe mich weiterentwickelt und mir durch die Kombination von Kursen und Praktikum wirklich was erarbeitet.

Wie bist Du dann bei deinem heutigen Arbeitgeber gelandet?

Ich habe mich selber an vielen Stellen für ein Praktikum beworben und zusätzlich einen Vorschlag von Tina Peißig erhalten. Es war dann aber das abwechslungsreiche Aufgabenfeld und die Team-Atmosphäre, die mich zum Vorschlag malermedia zogen. Ich fand es spannend im Start Up laufen zu lernen, aber gleichzeitig das Know How der Agentur im Rücken zu haben.

„Im Start Up laufen lernen“? Du solltest also gar nicht für malermedia starten?

Genau. Zum damaligen Zeitpunkt hat mein Chef ein neues Start Up mit einem Kollegen geplant, für das sie jemanden suchten, der den Schwerpunkt Social Media mitbringt. Schnell wurde aber klar, dass beide ihren Fokus doch lieber auf den eigenen Projekten lassen wollten. Und so bin ich schon während meines Praktikums mit immer mehr Aufgaben vom Start Up zur Agentur übergewandert und damit in mein eigentliches Steckenpferd Texten, Planen und Organisieren.

„Nun konnte ich mit anderen Voraussetzungen in Gespräche gehen!“

Das klingt so, als wollte man Dich sehr gerne behalten. Hattest Du auch im Vorstellungsgespräch schon das Gefühl, dass das Praktikum in eine Anstellung übergehen könnte?

Definitiv, denn das Gespräch mit meinem Chef war sehr entspannt. Wir haben einen Kaffee getrunken, gequatscht und uns und unsere Arbeitsweisen dann im Praktikum kennengelernt. Vorab ging es für meinen Chef weniger darum, was ich alles kann und gemacht habe, sondern wer ich bin und ob ich vom Typ ins Team passe. Außerdem war von vornherein kommuniziert, dass dieses Praktikum in eine feste Stelle übergehen könnte.

Im Praktikum konnten dann beide Seiten feststellen, ob wir uns eine Zusammenarbeit längerfristig vorstellen können, was dann in der zweiten Hälfte meines Praktikums sehr deutlich und schnell klar war. Denn selbst wenn es mal stressig wird, ist es trotz allem immer ein sehr entspanntes und angenehmes Arbeiten im Team. Und das war sowohl meinem Chef als auch mir wichtig.

Würdest Du rückblickend sagen, dass die Weiterbildung eine Art Vorbereitung auf Deine jetzige Tätigkeit gewesen ist?

Die Weiterbildung hat mir den Weg ins Berufsleben geebnet. Durch sie habe ich ein anderes Gefühl für meine Fähigkeiten bekommen und mir eine sehr solide Grundlage geschaffen, auf die ich bereits aufbaue. Dank der täglichen praktischen Anwendung habe ich mich in einzelne Bereich tiefer einarbeiten können und langsam wird aus theoretischem Wissen Erfahrung. Und genau das ist auch wichtig, denn bei uns in der Agentur wird starker Wert auf Weiterbildung gelegt.

Dieses andere Gefühl für Deine Fähigkeiten, wie hat sich das denn geäußert?

Dadurch dass ich andere Qualifikationen vorzuweisen hatte, konnte ich in Vorstellungsgesprächen viel besser zeigen, in welchen Themengebieten ich mich auskenne. Bei spezifischen Fragen hatte ich genauere Vorstellungen und konnte erklären, wie ich in welchen Situationen vorgehen würde. Einmal bekam ich dazu eine sehr positive Rückmeldung, auch wenn die Stelle an jemand Erfahreneren ging. Da wusste ich, dass ich nun mit anderen Voraussetzungen in solche Gespräche gehen könnte. Und das motiviert.

„Es sind die Soft Skills, die wir mitbringen.“

Du hast Dir also neue Voraussetzungen für Deinen Berufsstart geschaffen. Hast Du ein paar Tipps, wie andere Geisteswissenschaftler sich Ihren Einstieg vereinfachen können?

Ein Tipp, den ich selber leider nicht beherzigt habe, der mir aber schon während des Studiums eine klarere Richtung gegeben hätte: „Entwickle eine Vorstellung davon, wo Du mal hinmöchtest.“ Dann kann man nämlich gezielt in dem Bereich praktische Erfahrung durch Praktika und Studentenjobs sammeln und sich den Weg schon vor Ende des Studiums ebnen.

Es wird dann nicht unbedingt leichter. Daher ist mein zweiter Tipp, auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und sich damit auseinanderzusetzen: „Was hab ich im Studium gelernt? Was sind meine Stärken? Wie kann ich diese in einem Vorstellungsgespräch kommunizieren?“ Wir haben im Studium zum Beispiel nicht gelernt, wie man Google Ads bedient, aber wir wissen, wie wir gezielt für bestimmte Zwecke schreiben können und wen das ansprechen muss. Jedes Semester aufs Neue haben wir viele Informationen schnell auf die entscheidenden Punkte runtergebrochen, nämlich dann, wenn wir Hausarbeiten geschrieben haben. Wir können uns also in unsere Zielgruppe hineinversetzen und komplexe Sachverhalte entsprechend aufbereiten. Genau das ist oft entscheidender als die konkrete technische Umsetzung, die kann man nämlich auch im Nachhinein noch lernen.

Ein schönes Beispiel, aus dem Geisteswissenschaftler gekonnt ihre Stärken ableiten können. Danke dafür und dass Du Deinen Berufseinstieg so intensiv mit uns beleuchtet hast, Annika. Auf eine weitere lehrreiche Zeit und alles Gute für Deine berufliche Zukunft.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Kreative Bewerbung: Von Selbstmarketing, Pitch und Guerilla-Bewerbung Fri, 28 Feb 2020 08:15:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/kreativbewerbung-guerilla-bewerbung-pitch.html post-257 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/kreativbewerbung-guerilla-bewerbung-pitch.html Angela Borin „Hallo zukünftiger Chef, sich selber googeln macht Spaß, mich anzustellen aber auch!" Permanent werden Personaler von (Be-)Werbung beschallt, hängen bleibt aber nur, was Aufmerksamkeit erregt. Damit… Kreative Bewerbung: Von Selbstmarketing, Pitch und Guerilla-Bewerbung by Angela Borin 28-02-20

Categories: Bewerbung und Jobsuche

Genau wie wir als Konsumenten gewisse Werbereize mittlerweile ausblenden und uns nur noch von außergewöhnlichen Effekten mitreißen lassen, verschwimmen auch für Personaler oftmals die Grenzen zwischen den verschiedenen Standardbewerbungen. Das Resultat: Ein geeigneter Kandidat oder eine passende Bewerberin ist kaum auf den ersten Blick zu erkennen und nach Beiseitelegen der Bewerbung nur schwerlich wieder auffindbar.

Hängen bleibt nur, was außergewöhnlich ist und Aufmerksamkeit erregt. Warum also nicht dieser Strategie folgen und die eigene Arbeitskraft auf raffinierte Weise als spannendes und innovatives „Produkt“ vermarkten, um sich im hart umkämpften Stellenmarkt gegen die Konkurrenz durchzusetzen?

Natürlich benötigen Sie dazu eine zündende Idee, wie Sie eine solche Bewerbung passend auf Ihren Wunscharbeitgeber zuschneiden und sich selbst dabei in Szene setzen können. Daher schauen wir uns im heutigen Teil unserer Serie Kreativbewerbung sowohl die Guerilla Bewerbung als auch den Pitch anhand einiger Praxisbeispiele aus dem Internet an, um Sie hinsichtlich Ihrer eigenen Wunschfirma zu inspirieren.

Guerilla-Marketing und Pitch: Was ist das überhaupt?

Eine Werbeidee in knapper ansprechender Form vor einem möglichen Kunden präsentieren, um diesen von sich und seinem Produkt zu überzeugen: Genau das macht einen Pitch aus. Dabei gibt es verschiedene Ausprägungen des Pitches, die von einem 30-sekündigen Aufzugsgespräch bis hin zu einem halbstündigen „Vorstellungsgespräch“ des angedachten Produktes reichen können. Je mehr Zeit für die Präsentation und den Pitch zur Verfügung steht, desto besser ist es, das Gesagte mit einem Pitch Deck, bestehend aus ca. 10 Power-Point-Folien, zu untermalen.

Im Kontrast dazu kommt das Guerilla-Marketing eher ohne viele Worte aus und setzt auf „visuelle Schlagkraft“. Ursprünglich eine untypische, den Gegner überraschende Art der Kriegsführung beschreibend, wurde das Wort „guerilla“ aus dem Spanischen erst in den Bereich der Vermarktung – also vom Produkt ausgehend – und später ins Marketing – vom Menschen ausgehend – überführt. Zwei Kernpunkte dabei sind nach wie vor das Überraschungsmoment und der Kundennutzen:

„Der Kunde möchte in Ihrer Kommunikation, also auch in Ihrer Guerilla-Marketing-Kampagne, den auf ihn passenden, ‚echten‘ Nutzen vorgestellt sehen.“ – Thomas Patalas, Marketingberater

Und wie kann ich das nun für eine Bewerbung nutzen?

Wie eingangs erwähnt sieben wir in Zeiten der werbetechnischen Reizüberflutung stark aus. Nur das, was emotional anspricht, überrascht und sofort ins Auge fällt, bleibt in Erinnerung. Mit einem außergewöhnlichen Anschreiben im Pitch-Format oder einer Guerilla-Bewerbung können Sie daher den entscheidenden Unterschied machen und den Vorteil auf Ihre Seite ziehen, sodass Ihre Bewerbung die Hand des Personalers möglicherweise erst gar nicht verlässt.

Das Augenmerk des Personalers kann durch eine aufmerksamkeitserregende Idee also von vornherein sehr gezielt auf SIe und Ihre Fähigkeiten gelenkt werden, denn die Guerilla-Bewerbung ist laut Karriereexperte Jürgen Hesse, zitiert von Unicum Karrierezentrum, schließlich „eine sehr außergewöhnliche, verkaufsorientierte Form der Selbstdarstellung“. Der Überraschungseffekt kommt Ihnen dabei zugute und unterstützt Sie dabei, sich ganz offensiv als das zum Unternehmen passende „Produkt“ zu verkaufen. Damit das gelingt, ist die Beantwortung folgender Fragen entscheidend:

  • Welche Werte repräsentiert mein auserwähltes Unternehmen?
  • Welche meiner Fähigkeiten bringen meinem Zielunternehmen den entscheidenden Mehrwert?
  • Mit welchen Herausforderungen und Chancen sieht mein anvisierte Unternehmen sich konfrontiert?

Schaffen Sie diesen Spagat und fallen nicht nur durch eine kreative Idee auf, sondern bieten gleichzeitig Lösungsansätze für Ihr Wunschunternehmen an, bleibt Ihre Bewerbung gleich in mehrerlei Hinsicht im Gedächtnis haften.

Werbung, Videogame, Website und Co.: Beispiele für Guerilla-Bewerbung und Pitch

Wie Sie Ihre Bewerbung mit dem von Thomas Patalas erwähnten Kundennutzen, sprich Ihre Selbstvermarktung mit den Herausforderungen des Unternehmens, verknüpfen, zeigt das Beispiel von Nina Mufleh. Bereits als Gast und Gastgeberin mit AirBnBs Werten identifiziert, hat die Kalifornierin sich überlegt, eine anderen Weg der Bewerbung für dieses Unternehmen einzuschlagen. Um gegen „thousands of other very talented people“ bestehen zu können, hat sie eine Marktanalyse, Ausbaumöglichkeiten, Startpunkte und denkbare Kooperationen für den „Zimmervermittler“ ausgearbeitet und diese mit Ihren Fähigkeiten auf einer eigens nachgebauten Website im Corporate Design zusammengebracht.

Nicht immer aber muss es der (Online-)Pitch sein und die klassische Bewerbungsform muss auch nicht zwangsweise zugunsten einer ausgefallenen Idee weichen. Leah Bowman ergänzte ihr klassisches Anschreiben um ein ins Auge fallendes Merkmal und machte ihre Bewerbung so zur Guerilla-Bewerbung: Eine Mini-Legofigur ihrer eigenen Person. Passend zum Corporate Design der auserwählten Agentur passte sie Verpackung und Anleitung an, welche ihre Kompetenzen herausstellten und sie „[a]ls fehlende[n] Lego-Stein für das Unternehmen und als Bausatz für den perfekten Praktikanten präsentiert[en]“, wie Christoph Klausnitzer vom Human Resources Manager schreibt. Am Ende bekam sie nicht nur das Praktikumsangebot, sondern ging im Anschluss in eine Vollzeitbeschäftigung über.

Eine ähnliche Vorgehensweise wählte Marius Fietzek, um seiner Guerilla-Bewerbung seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Statt einer Figur entwarf er ein eigens konzeptioniertes Videospiel im Flash-Format – wie bereits sein potenzieller Chef zuvor, um sich bei Double Fine HQ zu bewerben und an einem neuen Adventure Game mitzuarbeiten. In seinem Spiel führt der Grafiker durch ein potenzielles Interview mit sich selbst, was ihm letztlich ein Praktikum bei Double Fine einbrachte.

Vielleicht hatten Sie aber auch schonmal einen Chef der seinen eigenen Namen gerne gegoogelt hat? Dann erscheint auch die Idee, die Alec Brownstein verfolgt hat, gar nicht so abwegig. Im Gegensatz zu den vorherig genannten, verzichtete der Amerikaner auf jegliche traditionelle Bewerbung und setzte vollends auf die Taktik der Guerilla-Bewerbung. Dabei machte er sich das Ego-Googeln der sechs top New York City Creative Directors zu Nutze und schaltete Google Ads-Anzeigen auf deren Namen. In dieser Werbung rief er auf, ihn einzustellen: Mit Erfolg. Vier von sechs Creatives haben ihn zum Interview eingeladen, zwei Jobs wurden ihm angeboten. Und dabei hatte ihn dieser vermeintliche Aufwand nicht einmal 6 Dollar gekostet.

Um ins Auge zu fallen und möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ging auch Adam Pacitti ganz im Sinne einer Guerilla-Bewerbung vor. Wie Nina Mufleh kreierte er eine eigene Internetseite: Allerdings mit dem Unterschied, dass diese nur dem Zweck der reinen Selbstvermarktung dient. Darüber hinaus mietete er sich eine der Londoner Plakatwände und bat – unter Verweis auf seine eigene Website – offensiv und in aller Öffentlichkeit sichtbar um eine Anstellung. Mehr als 50 Jobinterviews hatte er Muse zufolge im Angebot, entschied er sich letztlich für einen Job als Viral Producer bei KEO Digital.

Guerilla Bewerbung und Pitch: Was muss ich beachten?

Teilweise ziemlich innovativ und anspruchsvoll, manchmal relativ leicht umzusetzen: Die Guerilla Bewerbung sowie der Pitch sind zwei spannende Möglichkeiten, sich von der Masse der Mitbewerber abzuheben und die eigenen Soft und Hard Skills ins entsprechende Licht zu rücken.

Ob Sie sich der Herausforderung einer solchen Bewerbung stellen wollen, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab:

  • Passt die Guerilla-Bewerbung oder der Pitch sowohl zu Ihnen als auch zu Ihrem Wunschunternehmen? Wie aufgeschlossen ist das anvisierte Unternehmen?
  • Wie viel Zeit und eventuell Geld wollen Sie in Ihre Bewerbung investieren?
  • Kennen Sie sich mit Konzeptionierung, Webseitengestaltung oder Ads-Schaltung gut genug aus?
  • Sind Sie originell und kreativ genug, eine „bahnbrechende“ Guerilla-Bewerbung zu konzeptionieren und umzusetzen?
  • Haben Sie (genug) Kenntnisse über die Herausforderungen des Wunschunternehmens und können Sie Lösungsansätze bieten?

Mit Rafinesse punkten

Wenngleich jede Bewerbung immer auch eine Form von Werbung ist – und zwar für die eigene Person – bedienen die meisten Bewerber sich eher zurückhaltender Standardbewerbungen. Rühren Sie also zur Abwechslung sehr deutlich die Werbetrommel für sich und Ihre Fähigkeiten und probieren Sie es mit einer Guerilla-Bewerbung oder einem Pitch. Setzen Sie ein Statement, indem Sie durch ausgefallene, kreative Akzente und Ideen aus der Masse hervorstechen und dem potenziellen Arbeitgeber ihre Arbeitskraft regelrecht „schmackhaft machen“.

Speziell die letzten beiden Bulletpoints entscheiden dabei über das Gelingen Ihrer Guerilla-Bewerbung oder Ihres Pitches, denn Nachmachen ist keine Option. Nutzen Sie die vorgestellten Beispiele und folgen Sie im Bezug auf Ihr Wunschunternehmen Ihrer eigenen kreativen Ader, um sich auf einfallsreiche Art und Weise mit diesem zu verbinden. Das zeigt dem Personaler, dass Sie nicht nur verstanden haben, worum es Ihrem Zielunternehmen geht, sondern dass Sie im Stande sind, eigenständig kreative Lösungen im Arbeitsalltag zu erarbeiten. Und das ist die beste Arbeitsprobe, die Sie liefern können.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Jobsuche und sind gespannt auf Ihre Erfahrungen. Haben Sie schon mal eine Guerilla-Bewerbung oder einen Pitch verschickt?


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Geisteswissenschaften studiert? Wie Sie den Berufseinstieg schaffen! Thu, 20 Feb 2020 07:50:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/geisteswissenschaften-studiert-wie-sie-den-berufseinstieg-schaffen.html post-82 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/geisteswissenschaften-studiert-wie-sie-den-berufseinstieg-schaffen.html Martin Salwiczek Im heutigen Beitrag geben wir einige Beispiele, wie der schwierige Berufsstart für Geisteswissenschaftler gelingen kann. Geisteswissenschaften studiert? Wie Sie den Berufseinstieg schaffen! by Martin Salwiczek 20-02-20

Categories: Weiterbildung Jobsuche

Ursprünglicher Beitrag vom 23.02.2017

 

Die beruflichen Möglichkeiten für Geisteswissenschaftler*innen sind über den Lehrerberuf hinaus so vielfältig wie nie zuvor. Dennoch gestaltet sich der Berufseinstieg für viele schwierig, denn blickt man auf die öffentlichen Stellenbörsen, sind zum Studiengang passende Stellen rar gesät. In der überschaubaren Menge passender Stellen werden dann zusätzlich Kenntnisse, Qualifikationen oder Erfahrungen gefordert, die geisteswissenschaftliche Berufseinsteiger*innen gar nicht vorweisen können. Ohne Praktika oder erworbene Zusatzqualifikationen während des Studiums wird es schwierig mit dem Berufseinstieg. Nicht einfacher wird es, wenn davor die Frage steht, was man überhaupt beruflich machen möchte.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen Ideen und Impulse geben, wie Sie als Geisteswissenschaftler*in – das schließt die Gesellschafts-, Sozial- und "Orchideen"wissenschaften mit ein – die schwierige Phase des Berufseinstiegs bewältigen können.  

Gute Arbeitsmarktperspektiven für Absolventen der Geisteswissenschaften

Eine positive Nachricht vorweg: Geisteswissenschaftler sind in der Arbeitswelt gefragt, mehr als je zuvor. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von 2019. Galten Geisteswissenschaften vor einigen Jahren noch als brotlose Kunst und wurden auf die Berufsbilder der Lehrerin oder des Taxifahrers reduziert, zeigen die nackten Zahlen ein anderes Bild: Die Erwerbsquote liegt im Durchschnitt der Bevölkerung. Die Mehrheit der Geisteswissenschaftler ist weder geringfügig noch befristet beschäftigt oder in Solo-Selbstständigkeit tätig. Auffällig ist dabei die Variationsbreite der Jobs und Branchen von Geisteswissenschaftlern: Die Hälfte der Geisteswissenschaftler arbeitet in Berufen und Branchen, in denen der Bezug zum geisteswissenschaftlichen Studium auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Wo die Stärke von Geisteswissenschaftlern liegt, bringt Thomas Sattelberger, ehemals Personalvorstand der Telekom, in einem Interview auf den Punkt:

 „Mit Freude sehe ich, welche Begabungen in Geistes- und Sozialwissenschaftlern stecken, mit welchem Tiefgang in diesen Fächern gelehrt wird. Das brauchen wir dringend. Unternehmen sind Gebilde, die nicht geistige Routine stupide reproduzieren, sondern wo man substantiell Themen hinterfragen muss.

Ähnlich sieht es Dr. Nico Rose Wirtschaftsprofessor und Entwickler des Creative Management Programm von Bertelsmann. Seiner Ansicht nach unterscheiden sich Geisteswissenschaftler von Studenten anderer Fachrichtungen „etwa in der Frage, wie sie Probleme strukturieren, oder allein schon, welche Probleme sie interessant finden. Oder wie sie zur Lösung kommen.

Wie auch das Motto der Bertelsmann-Webseite zeigt: Geisteswissenschaftler sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Warum fällt es den meisten von ihnen dann so schwer einen Einstieg zu finden?

Berufseinstieg nach den Geisteswissenschaften – aller Anfang ist schwer

Nicht jeder geisteswissenschaftliche Berufseinsteiger möchte Führungskraft bei Bertelsmann werden. Viele Geisteswissenschaftler suchen einen Job, der zu ihrem Leben passt und in dem sie ihre Stärken und Interessen einsetzen können. Andere wissen noch gar nicht so genau, wo die Reise hingehen soll und müssen Stärken und Interessen zunächst beleuchten. So erging es auch unserer Kollegin Angela Borin, die mit ihrem geisteswissenschaftlichen Studium eben nicht Lehrerin werden wollte, aber sich über die eigene Richtung auch noch nicht völlig klar war.

Gerade der Berufseinstieg stellt nicht nur deswegen für viele Absolventen eine große Hürde dar. Andreas Pallenberg, 25 Jahre lang Leiter vom Infodienst des Wissenschaftsladens Bonn, erklärt die Schwierigkeiten der Jobsuche:

Der Arbeitsmarkt hat sich stark verändert. Viele haben den Wunsch, im Berufsleben fest anzukommen. Aber der Arbeitsmarkt ist mittlerweile sehr zerklüftet. Die eine feste Stelle bis zum Lebensende gibt es praktisch nicht mehr. Typisch sind dagegen befristete Stellen. Viele erleben auch Phasen der Arbeitslosigkeit oder sind für einige Zeit freiberuflich tätig, um eine schwierige Phase zu überbrücken.

Das Praktikum als Mittel zum Berufseinstieg

Diese Erfahrungen machen viele Geistes- und Sozialwissenschaftler nach dem Studium. Über 300 Bewerbungen schrieb die Sozialwissenschaftlerin Sylvia Förster in vier Jahren nach ihrem Studium. „10 Monate war ich angestellt, die restliche Zeit habe ich überwiegend Praktika gemacht“, sagt sie in unserem Blog.

Nicht selten sind Praktika deswegen auch mit vielen Vorurteilen behaftet, die sich vom stetigen Kaffeekocher über den Postdienst bis hin zum „Mädchen für alles“ standhaft halten. Dass es aber auch anders geht, zeigt sowohl eine kleine Online-Marketing-Agentur in Neukirchen-Vluyn als auch das Beispiel von Tobias Quiram.

Der Germanist und Kommunikationswissenschaftler absolvierte im Rahmen seiner Weiterbildung ein Praktikum bei der Graf Recke Stiftung in Düsseldorf und konnte dort sein zuvor erworbenes Theoriewissen in die Praxis bringen. Zwar wurde er nicht direkt übernommen, hinterließ jedoch so einen guten Eindruck, dass er ein Jahr später beschäftigt wurde:

Die Jobsuche läuft ganz anders als die Suche nach einem Praktikumsplatz. Gerade deswegen war die spätere Übernahme durch das vorangegangene Praktikum wirklich ein Glücksfall für mich.

Doch nicht jeder Student findet sich in absolvierten Praktika wieder oder kann es sich überhaupt leisten, längere schlecht- oder unbezahlte Praktika zu machen. Viele Studenten finanzieren das Studium durch Nebenjobs, pflegen ihre (Groß-)eltern oder müssen den Spagat zwischen Studium und Erziehung der Kinder hinbekommen. Als Berufseinsteiger haben sie mit erschwerten Bedingungen bei der Jobsuche zu kämpfen, da es ihnen an ersten Berufserfahrungen und Orientierung fehlt.

Den Arbeitsmarkt für Sozial- und Geisteswissenschaftler kennen

Gianna Reich unterstützt Geisteswissenschaftler beim Berufseinstieg. Im Interview empfiehlt sie Berufseinsteigern eine eingehende Analyse des Arbeitsmarktes:

Was für Jobs sind ausgeschrieben und in welchen Branchen sind diese Jobs? Kann mir vielleicht ein Career-Service helfen, oder die Agentur für Arbeit? Es gibt auch Jobbörsen speziell für Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler, an denen man sich prima orientieren kann. (...) Manchmal stecken passende Stellen hinter Berufsbezeichnungen, mit denen man so erst mal nichts anfangen kann. Für einen Jobsuchenden ist es wichtig, dafür ein Gefühl zu bekommen. Gerade Geisteswissenschaftler arbeiten häufig in Schnittstellenfunktionen, die nicht so einfach zu benennen und daher auch schwer zu finden sind. Das hat man am Anfang der Jobsuche gar nicht so auf dem Schirm.

Blogs wie der vom Wissenschaftsladen Bonn oder „Brotgelehrte“ von Mareike Menne, geben einen guten Überblick über verschiedene Berufe für Geisteswissenschaftler. Auch die Recherche über XING oder Linkedin eignet sich dafür gut.

Netzwerken für den Berufseinstieg im (verdeckten) Arbeitsmarkt

Nach der Recherche über mögliche Berufsfelder werden Geisteswissenschaftler schnell merken, dass für sie andere Regeln gelten als für viele andere Berufseinsteiger. Als Generalisten sind sie häufig in Berufen tätig, die sich in offenen Stellen- und Jobbörsen eher selten finden lassen. Stattdessen finden Geisteswissenschaftler ihren Job über den verdeckten Arbeitsmarkt, wo Stellen über persönliche Kontakte und Empfehlungen vergeben werden.

Damit sich diese Chance jedoch bietet, ist der Aufbau und die Pflege des eigenen Netzwerks entscheidend. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie wenig bis keine Berufserfahrung haben oder längere Karrierepausen eingelegt haben. Wie Angela Borin im Artikel „Netzwerken für Einsteiger“ betont, „verfügen alle Menschen über ein eigenes Netzwerk. Sie müssen es sich nur bewusst vor Augen führen, […] um die eigenen Fühler ausstrecken zu können.

Auch Lars Hahn beschreibt im Interview mit dem Wissenschaftsladen Bonn, wie man sein Netzwerk bei der Jobsuche systematisch einbezieht. Die eigenen Kontakte sollten wissen, dass man auf Suche ist und wonach man sucht. Wichtig hierbei ist die Haltung, nicht als Bittsteller ins Gespräch zu gehen, sondern als Gesprächspartner, der Informationen sammelt:

Es geht nicht darum, den anderen mit den eigenen Bewerbungsunterlagen zuzumüllen, sondern ihn zu fragen: Was tust du eigentlich? Wie bist du an den Job gekommen? Was braucht man dafür? So macht man Marktforschung in eigener Sache“, so Lars Hahn.

Je nach Schätzung werden 50-70 Prozent der Stellen in Deutschland über den verdeckten Arbeitsmarkt vergeben. Die Nutzung von Businessnetzwerken wie XING oder der Besuch von Job- und Fachveranstaltungen ist ebenfalls ein probates Mittel der Jobsuche im verdeckten Arbeitsmarkt:

Die Bewerbung auf eine Stellenanzeige ist mittlerweile old-school. Wichtiger ist der persönliche Kontakt über Messen oder die direkte Ansprache von Menschen. Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber beim einfachen Schriftverkehr ist man nur ein Name auf einem Stück Papier. Die besten Bewerbungsunterlagen kommen einfach nicht an den persönlichen Auftritt ran“, erzählt Dominik Timmerbeil (links im Bild), der heute für den Weiterbildungsanbieter damago arbeitet, aus eigener Erfahrung. Auch ihm erging es bei seiner Jobsuche so wie vielen anderen Geisteswissenschaftlern: Über herkömmliche Wege wollte es mit dem Berufseinstieg nicht klappen.

Weiterbildung als Schlüssel für den Berufseinstieg

Wie auch Sylvia Förster und Tobias Quiram machte Dominik Timmerbeil eine Weiterbildung nach dem Studium. Bei allen dreien war die Weiterbildung ein bedeutender Baustein für die Jobsuche. Diese bekamen sie während der Arbeitssuche von der Agentur für Arbeit über den Bildungsgutschein komplett finanziert. Dieser Bildungsgutschein kann ausgegeben werden, wenn bestimmte Qualifikationen fehlen, die auf dem Arbeitsmarkt gefordert werden.

Dominik Timmerbeil profitierte von seinen Weiterbildungen in den Bereichen Projekt- und Qualitätsmanagement. Seinen jetzigen Job bekam er durch seinen Bildungsträger, die LVQ, vermittelt. Tobias Quiram und Sylvia Förster machten unter anderem die Weiterbildung zum Social Media Manager und nutzten das Gelernte für ihren neuen Job im Medienbereich.

In manchem Fall ist so eine Weiterbildung mehr wert als ein Studium. Bei einer Agentur oder Softwarefirma würde jemand mit Qualifikationen in Suchmaschinenoptimierung oder Google Marketing, wenn er pfiffig ist in dem Thema, eher genommen werden als ein Bewerber mit Promotionsabschluss“, so Gianna Reich.

Auch die Agentur für Arbeit bewertet Zusatzqualifikationen nach dem Studium positiv und fördert diese bereitwillig. Lars Normann, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, berichtet in einem Beitrag der FAZ von sehr guten Erfahrungen bei der anschließenden Vermittlung. So fänden zum Beispiel circa 80 Prozent der Teilnehmer nach der Weiterbildung zum Projektmanager zeitnah eine Stelle.

Bei geisteswissenschaftlichen Hochschulabsolventen, die sich in Bereichen wie Online Redaktion, Social Media, Online Marketing oder Qualitätsmanagement weiterbilden, liegt die Quote ähnlich hoch – so unsere Erfahrung bei der LVQ. Immer gefragter werden zudem Kenntnisse in agilen Methoden wie Scrum oder Design Thinking. Dem Thema „Weiterbildung für Geisteswissenschaftler“ haben wir jedoch einen eigenen Artikel gewidmet.

Abschließend möchten wir den Artikel mit diesen Worten von Dominik Timmerbeil: „Bleibt dran und lasst Euch nicht unterkriegen. Auch wenn es seine Zeit dauert, es gibt immer eine Tür die sich öffnet. Das Ganze ist es wert!

Haben Sie Fragen zu Ihrem Berufsstart oder möchten von Ihren Erfahrungen bei der Jobsuche berichten? Dann freuen wir uns auf Ihren Kommentar!


 


 

 

 

 

 

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Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Krawatten ab! Wie sich die Outfit-Kultur in den letzten Jahren verändert... Thu, 13 Feb 2020 08:28:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/outfit-kultur-krawatte-bewerbung.html post-252 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/outfit-kultur-krawatte-bewerbung.html Lars Hahn Mehr und mehr verzichten selbst Vorstandsvorsitzende auf die Krawatte. Welche Auswirkungen diese Veränderung auf den Bewerbunsprozess hat, ist Bewerbern oftmals unklar. Lars Hahn gibt fünf Tipps,… Krawatten ab! Wie sich die Outfit-Kultur in den letzten Jahren verändert hat by Lars Hahn 13-02-20

Categories: Bewerbung und Jobsuche

Nicht nur an rheinischer Weiberfastnacht ist die Tendenz heutzutage: Krawatten ab! In der Berufs- und Arbeitswelt hat sich die Outfit-Kultur gerade hinsichtlich dieses ganz besonders männlichen Kleidungsstückes in den vergangenen Jahren kolossal verändert. Selbst Vorstandsvorsitzende, Bänker und Uniformierte verzichten mehr und mehr auf den „Kulturstrick“.

In diesem Beitrag schaue ich auf die Veränderungen der Outfit-Kultur in Unternehmen und ihre Bedeutung für die Zeit der Jobsuche und Bewerbung. Dabei ist die Krawatte keineswegs nur ein unentscheidendes Symbol für den kulturellen Wandel in Unternehmen. Die Veränderung der Outfit-Kultur geht weit darüber hinaus und betrifft hinsichtlich der angemessenen Kleiderwahl für den Eintritt in ein neues Unternehmen auch die Ladies.

Krawatte ab – Dieter Zetsche, Mark Zuckerberg und ich

Den Wandel der Arbeitswelt in Sachen Outfit konnte ich während meines beruflichen Wegs selbst erleben: Seit über zwanzig Jahren arbeite ich nun im Bildungsbusiness „für den anspruchsvollen Kunden mit Niveau“. Zuerst war ich an einer privaten Hochschule tätig – die Studierenden waren Berufstätige auf dem zweiten Bildungsweg aus verschiedenen Branchen: Von Banking über Handel bis hin zur Industrie. Von daher war klar: Man(n) trägt Krawatte – so auch ich. Zumindest bei Kundenterminen war auch für mich der Schlips üblich. Heute ist das ganz anders. Spannenderweise sind es heute eher Führungskräfte öffentlicher Organisationen und Behörden, die krawattiert herumlaufen. Oder Männer, die extra zu Weiberfastnacht einen Schlips zum Abschneiden tragen.

In Industrie, Wirtschaft und Politik hingegen legen immer mehr Männer dieses Kleidungsstück ab. Ex-Daimler-Chef Dieter Zetsche machte es vor und wechselte immer häufiger von klassischem Zweireiher mit Krawatte zu Sakko, Jeans und T-Shirt. Die Traditionsfirma Robert Bosch ist ein Beispiel von klassischen Unternehmen, die im Dress-Code auf den Schlips verzichten. Wer mit Krawatte in Startups und New Work-Unternehmen auftaucht, hat sowieso das Thema verfehlt. Facebook-Chef Marc Zuckerberg lässt grüßen.

Gerade die lebenserfahrenen Bewerber kommen zum Erstgespräch für unsere Weiterbildungen oft noch sehr schick und in Krawatte. Die jungen Hochschulabsolventen hingegen erscheinen meist wesentlich lässiger. Später im Unterricht geht es in der LVQ dann für alle eher casual zu.

Ich selbst trage übrigens schon seit Jahren eigentlich so gut wie gar keine Krawatte mehr. Im Büro sowieso nicht und selbst bei offiziellen Konferenzen, sogar Unternehmer-Tagungen geht es heute gut ohne.

„Krawatte ab“ – Code für geänderte Outfit-Kultur

„Krawatte ab“, bedeutet dabei meistens eben auch, dass die Männer lässigere Schuhe tragen, ggf. gar Jeans, bisweilen aber dennoch Anzug. Die Vielfalt der Unterschiede ist groß. Jedes Unternehmen, teils jede Abteilung tickt anders. Gleiches gilt für die Kleidung der Frauen: Der Unterschied liegt oft im Detail. Wird Kostüm getragen oder ein schickes T-Shirt? Gehen auch schicke Turnschuhe oder müssen es doch Pumps sein? Ist das Unternehmen eher casual, Business Casual oder gar sehr formell? Karrierebibel gibt da eine gute Auflistung der verschiedenen Stufen von Dresscodes.

Früher konnte man kaum etwas falsch machen. Man ging eben schick in das Job-Interview oder in das erste Gespräch im neuen Unternehmen. Krawatte war bei Vorstellungsgesprächen obligatorisch, die Damen trugen Kostüm und hohe Schuhe. Und heute?

Es ist kompliziert! Im Lean-geführten Startup, in dem übrigens auch ein „Sie“ statt ein „Du“ zumindest als schlechte Vorbereitung auf das Gespräch gedeutet werden könnte, wäre ein Auftritt im klassischen Business-Outfit ein absoluter Fail! Der internationale Konzern verzichtet weltweit auf die Schlipskultur, im Werk in Hessen aber doch nicht? Beim klassischen Mittelständler könnte Krawatte immer noch opportun sein, muss aber nicht, denn bei vielen kleinen und mittleren Unternehmen haben zumindest Spuren von New Work Einzug gehalten.

„Krawatte ab“ – Vorbereitung auf das erste Gespräch

Und wie sollen Bewerber heutzutage im Vorstellungsgespräch auftauchen, wenn gerade bei unbekannteren Unternehmen die Outfit-Kultur zumindest nicht in der Stellenanzeige genannt wird? Underdressed wäre katastrophal, aber selbst zu schick gekleidet, könnte befremdlich erscheinen. Schließlich könnte die Unternehmenskultur gar so stark von Ihren Werten abweichen, dass das Unternehmen gar nicht zu Ihnen passt. Stichwort: „Cultural Fit“, kulturelle Passung zwischen Mitarbeitern und der betrieblichen Kultur.

Der Dresscode in manchen Unternehmen ist heute zwar häufig recht entspannt, allerdings sind dennoch Aspekte zu beachten. Für Bewerber und Neulinge gilt stets das Prinzip „Auf Nummer-Sicher gehen“. Eine gute Recherche als Vorbereitung auf das erste Gespräch ist daher auch hinsichtlich der Outfit-Kultur von Vorteil. Doch wie finden Sie im Vorfeld heraus, wie das Unternehmen hinsichtlich der Bekleidungsregeln tickt? Eine gute Recherche online wie offline gibt zumindest wertvolle Anhaltspunkte:

Fünf Tipps, woran Sie die Outfit-Kultur Ihres Zielunternehmens erkennen

1. Prüfen Sie die Webseite: Gibt es Anhaltspunkte über den Dresscode im Unternehmen? Gibt es Fotos der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen? Welche Kleidung tragen die potenziellen Kolleginnen und Kollegen in Beiträgen, zum Beispiel im Unternehmensblog?

2. Bisweilen sind die Webseiten der Unternehmen menschenlos, dann hilft der nächste Schritt: Prüfen Sie die Mitgliederprofile Ihres Zielunternehmens bei XING oder LinkedIn. Diese Fotos haben die Mitarbeitenden selbst eingestellt, sie sollten in der Regel geschäftlichen Charakter haben. Bei einer größeren Zahl erhalten Sie so einen „Durchschnitt“ der Outfit-Kultur.

3. Gerade bei moderneren Unternehmen und jüngerem Personal lohnt sich ein Blick auf die Facebook-Seite und auf das Instagram-Profil des jeweiligen Unternehmens: Wie zeigen sich die Mitarbeitenden dort? Wie kleiden sie sich auf Events und Messen?

4. Beachten Sie verschiedene Aufgaben und Funktionen: Bisweilen sind Vertriebsmitarbeiter und Führungskräfte krawattiert, die Produktionsingenieure hingegen gar in Kittel oder Blaumann repräsentiert. Die Kollegen in der Zentrale laufen lässig rum, während in den Filialen die Krawatte vorgeschrieben ist. Oder gar umgekehrt?

5. Auch der Blick in die Arbeitgeberbewertungsportale lohnt sich: Bei kununu können Sie viel über „cultural fit“ erfahren. Neben den klassischen Unternehmensbewertungen zeigt der kununu-Kulturkompass für das jeweilige Unternehmen, ob der Arbeitgeber auch zum Bewerber passt. Neben Themen wie Work-Life-Balance und Nachhaltigkeit spielt oft auch die Outfit-Kultur eine Rolle.

Die Erkenntnisse aus den gewonnen Informationen helfen Ihnen ganz ordentlich in der Vorbereitung auf das erste Gespräch. Richtig „kundenorientiert“ wird Ihre Bewerbung schon vorab, wenn Sie alternative Bewerbungsfotos haben und nutzen: eines für casual und eines für traditionell. Mein Tipp für die Herren lautet: Eines mit Sakko und Krawatte, eines in Sakko ohne Krawatte, eines im Businesshemd ohne Krawatte. Letzteres würde notfalls sogar in einer Hoodie-Kultur durchgehen.

„Krawatte ab“ – Was ist mir wirklich wichtig?

Die Outfit-Kultur kann für die Suche nach dem passenden Arbeitgeber durchaus eine wichtige Rolle spielen. Kann doch der Dress-Code durchaus Aufschlüsse über die gesamte Kultur geben, auch wenn „Krawatte ab“ natürlich längst nicht heißt, dass das Unternehmen wirklich New Work lebt.

Letztlich ist es hilfreich bei der Auswahl der Zielunternehmen zu prüfen, ob das Unternehmen auch bekleidungstechnisch zu mir passt. Wer Hoodie bevorzugt, wird in einer Krawattenkultur vielleicht anecken. Wer jahrzehntelang uniformiert mit Schlips oder Kostüm gearbeitet hat, passt vielleicht umgekehrt nicht in eine Hoodie-Welt. Spätestens im Bewerbungsgespräch werden Sie auch im Hinblick auf das Outfit merken, falls es dann doch so gar nicht passt.

Und jetzt Sie! Welche Erfahrungen haben Sie mit der Outfit-Kultur von Unternehmen während Ihrer Bewerbung gemacht?


 


 

 

 

 

 

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Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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XING oder LinkedIn für die Jobsuche? Update 2020 Fri, 07 Feb 2020 10:26:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/xing-oder-linkedin-fuer-die-jobsuche.html post-251 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/xing-oder-linkedin-fuer-die-jobsuche.html Martin Salwiczek XING und LinkedIn sind im Jahr 2020 als digitale Werkzeuge für jobsuchende Fach-, Führungskräfte und Akademiker kaum noch wegzudenken. Die Nutzerzahlen der beiden Businessnetzwerke haben sich in den… XING oder LinkedIn für die Jobsuche? Update 2020 by Martin Salwiczek 07-02-20

Categories: Bewerbung und Jobsuche

XING und LinkedIn sind im Jahr 2020 als digitale Werkzeuge für jobsuchende Fach-, Führungskräfte und Akademiker kaum noch wegzudenken. Die Nutzerzahlen der beiden Businessnetzwerke haben sich in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt und immer mehr Unternehmen nutzen die beiden Plattformen zur Mitarbeitergewinnung und für ihre Präsenz als Arbeitgeber.

Auch wir haben in den letzten zehn Jahren die Erfahrung gemacht, dass sowohl XING als auch immer mehr LinkedIn wichtige Werkzeuge für die Bewerbungsaktivitäten Jobsuchender sind. Doch viele Bewerber scheuen sich immer noch davor, Profile in Businessnetzwerken anzulegen – aus häufig nachvollziehbaren Gründen. Spätestens jedoch, wenn es mit herkömmlichen Bewerbungsaktivitäten über Stellenbörsen nicht funktioniert oder Unternehmen zur Kontaktaufnahme via XING oder LinkedIn auffordern, findet ein Umdenken statt.

Aber braucht man ein Profil in beiden Netzwerken? In welchem Netzwerk hat man größere Chancen einen Job zu finden? Welche Bedeutung haben die Netzwerke aktuell und welche neuen Features gibt es?

Diesen Fragen wollen wir im heutigen Beitrag nachgehen und Empfehlungen aus unseren Erfahrungen mit qualifizierten Jobsuchenden unterschiedlichster Fachrichtungen geben. Wir konzentrieren uns hierbei auf die Vorteile und Möglichkeiten, die XING und LinkedIn für die Jobsuche bieten.

XING und LinkedIn in 2020 - einige Zahlen

2014 stellten wir in einem Blogbeitrag noch die Frage, ob man XING oder LinkedIn für die Jobsuche nutzen sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte XING 7 Millionen Nutzer, LinkedIn 5 Millionen. Spätestens 2016, als LinkedIn vom Microsoft-Konzern aufgekauft wurde, prognostizierten viele Marketingexperten XING ein ähnliches Schicksal wie einst StudiVZ, das welches von Facebook verdrängt wurde. Doch bis heute wachsen beide Businessnetzwerke kontinuierlich und im Gleichschritt nebeneinander weiter.  

XING zählt mittlerweile 17 Millionen Nutzer in der D-A-CH-Region, LinkedIn 14 Millionen.  Wobei LinkedIn im weltweiten Vergleich mit 660 Millionen Nutzern die Nase weit vorne hat, was nicht verwundert, weil sich XING mittlerweile offen auf die D-A-CH-Region fokussiert. Entsprechend wird XING laut unterschiedlicher Studien insgesamt stärker von Unternehmen zur Mitarbeitergewinnung in Deutschland genutzt,  LinkedIn entsprechend weltweit. Doch in bestimmten Branchen und vor allem bei international agierenden Unternehmen gewinnt auch LinkedIn in Deutschland weiter an Bedeutung.  

Diese Entwicklung ist Ausdruck einer zunehmenden Digitalisierung unserer Arbeitswelt und auch einer damit einhergehenden Veränderung der Bewerbungsverfahren. Das Magazin t3n berichtet zum Beispiel, dass einer aktuellen Studie der Recruiting-Plattform Taledo zufolge nur noch ein Drittel der 50 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland ein Bewerbungsanschreiben fordern. Darunter auch Henkel. Wie die Recruitment-Leiterin in einem Interview erklärt, begrüßt der Konzern stattdessen eine schnelle Bewerbung per Klick auf XING oder LinkedIn.

Für Bewerber und Jobsuchende sind die beiden Netzwerke somit mehr denn je wichtige Plattformen, um von Arbeitgebern gefunden zu werden, diese selbst zu finden und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. 

XING und LinkedIn für die Jobsuche: Unsere Bestandaufnahme aus Bewerbersicht

Nun könnten wir hier noch einige Studien und Untersuchungen heranziehen, um einen Vergleich der beiden Netzwerke zu ziehen. Wir möchten jedoch gezielt einen Beitrag aus unserer Sicht liefern. Seit Jahren beschäftigen auch wir bei der LVQ uns intensiv mit den beiden Netzwerken aus Bewerbersicht. Als Weiterbildungsinstitut sind wir spezialisiert auf Managementweiterbildungen für Arbeitsuchende, die Weiterbildungen über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit erhalten. Von Social Media Managern über Projektmanager und Qualitätsauditoren bis hin zu Fachkräften für Arbeitssicherheit bilden wir spezialisierte Fachkräfte für den Arbeitsmarkt aus. Die Erfahrungswerte unserer Teilnehmer hinsichtlich der beiden Netzwerke sind dabei sehr unterschiedlich.

Lange Zeit war XING die Plattform, über die die meisten unserer Teilnehmer sich vernetzt, recherchiert und ihren neuen Job gefunden haben. Entsprechend verfassten wir hier im Blog unsere mehrteilige XING-Serie für Jobsuchende, die vielen Arbeitssuchenden über die LVQ hinaus bei der Jobsuche helfen konnte. Doch LinkedIn hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen und reduziert sich nicht mehr nur noch auf Fachkräfte mit internationalem Background oder Konzernerfahrung. Aber welche der beiden Plattformen Erfolg bei der Jobsuche bringt, hängt von der Art ab, wie man sie jeweils nutzt. 

Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Nutzung von XING und LinkedIn

Von jeher empfehlen wir in Vorträgen, Workshops, Einzelberatungen und hier im Blog, XING und LinkedIn als Werkzeuge für die Jobsuche zu verstehen und aktiv zu nutzen. Neue Kontakte finden und knüpfen, sich an Events und in Gruppen beteiligen - Basis dafür ist und bleibt jedoch ein aussagekräftiges Profil. Erst dann bekommen Sie geeignete Stellen- und Kontaktvorschläge sowie Einladungen zu passenden Events Gruppen. Im Folgenden geben wir einige elementare Tipps für die wichtigsten Funktionen von XING und LinkedIn.

1) Das Profil

Die Herausforderung bei der Erstellung eines Businessnetzwerk-Profils während der Jobsuche besteht darin, es für potenzielle Arbeitgeber attraktiv zu gestalten und zugleich den Aspekt der Arbeitslosigkeit nicht zu stark in den Vordergrund zu stellen. Dabei erschweren XING und LinkedIn es Bewerbern dafür einen guten Mittelweg zu finden. Gerade die Gestaltung der Kopfzeile wirft Fragen auf. Passende Vorschläge finden Sie in unserem Beitrag zur aktuellen Position bei XING, dessen Empfehlungen sich auch auf LinkedIn übertragen lassen.

Um sich von Arbeitgebern besser finden zu lassen, sind bei XING zudem die Felder „Ich biete“ und „Ich suche“ entscheidend. Tragen Sie hier einzelne fachliche Schlagwörter ein, nach denen ein potenzieller Arbeitgeber suchen würde. Das Pendant bei LinkedIn ist der Bereich „Kenntnisse und Fähigkeiten“ sowie das Feld „Info“, das direkt unter der Kopfzeile erscheint. Dieses müssen Sie jedoch zunächst freischalten, indem Sie neben dem Profilbild den Button „Profilbereich hinzufügen“ anklicken. Füllen Sie dieses Feld so ausführlich wie möglich mit einer Beschreibung Ihrer Kenntnisse, Qualifikationen und Erfahrungen aus.
Wichtig: Sowohl bei XING als auch bei LinkedIn sollten Sie zu Beginn einen Blick in die
Privatsphäre-Einstellungen werfen, um einige für Sie zu transparente Standardeinstellungen zu ändern.

2) Stellenmarkt / Jobs

Ein genauerer Blick auf die Rubrik „Stellenmarkt“ bei XING und „Jobs“ bei LinkedIn lohnt sich, haben sich diese Bereiche im Laufe der letzten Jahre doch deutlich verbessert. Der Algorithmus der jeweiligen Netzwerke lernt anhand Ihres Nutzerverhaltens, ob Sie bestimmte Jobs verstärkt anwählen oder als ungeeignet kennzeichnen und passt die Vorschläge entsprechend an.

XINGs Stärke ist hierbei die Anbindung der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu, die Ihnen aufzeigt, wie die entsprechenden Unternehmen bewertet werden. Zudem kommt Ihr Netzwerk ins Spiel: Haben Sie direkte oder indirekte Kontakte in das entsprechende Unternehmen, zeigt XING Ihnen diese an. Das Spektrum an Stellen bezieht alle möglichen Fachbereiche und Branchen mit ein.

Bei LinkedIn wiederum ist die Auswahl exklusiver und richtet sich mehr an Jobsuchende mit Ausrichtung auf Großunternehmen und international orientierte Arbeitgeber. Der Stellenmarkt von LinkedIn hat seine Stärken vor allem in der Premiumversion und greift dabei auf das große Datenvolumen seiner Nutzer zurück. So erhalten Sie Daten über Ihre Mitbewerber, bekommen eine Einschätzung zu Ihrer Passung auf die jeweilige Stelle und haben teils die Möglichkeit über eine spezielle Mailfunktion in Direktkontakt mit den Personalverantwortlichen zu treten. Hier empfehlen wir, in der Phase der Intensivjobsuche die einmonatige kostenfreie Premiummitgliedschaft von LinkedIn zu nutzen. Diese ist mit circa 29,95 € pro Monat (!) ansonsten recht teuer. 

Welchen Stellenwert die Stellenbörsen beider Netzwerke mittlerweile eingenommen haben, zeigt sich, seit Google ebenfalls in den Jobmarkt eingestiegen ist. So werden bei der Google-Suche nach Stellenangeboten Anzeigen von XING und LinkedIn prominent angezeigt.

3) Ihr Netzwerk

Mindestens 50 % der Jobs in Deutschland werden über persönliche Kontakte und Empfehlungen besetzt. Je nach Fachrichtung sind es gar bis zu 70%. In diesem Kontext wird auch häufig vom verdeckten Arbeitsmarkt gesprochen. Es ist naheliegend, dass XING und LinkedIn als berufliche Netzwerke hier ein großes Potenzial aufweisen, welches sich an der Ausrichtung der jeweiligen Plattformen orientiert: LinkedIn also eher im Bereich internationale Großunternehmen, XING eher mit Fokus auf D-A-Ch-ansässige KMU.

Leider hat gerade XING in den letzten Jahren seine Funktion als soziales Netzwerk für nicht zahlende Basismitglieder deutlich beschnitten, indem es die Möglichkeiten zum Netzwerken mehr und mehr eingeschränkt hat. So müssen Sie mittlerweile den Premium-Zugang buchen, um Nicht-Kontakten eine Nachricht zu schreiben und haben nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Versendung von Kontaktanfragen. Insbesondere die Recherche ist bei XING fast nur noch über Premium möglich. Wer XING also intensiv nutzen möchte, kommt  während der Jobsuche an Premium nicht vorbei.

Das ist bei LinkedIn nicht der Fall. Grundsätzlich punktet LinkedIn in der Basis-Version klar hinsichtlich der Recherche- und Interaktionsmöglichkeiten mit dem Netzwerk. So können Sie neben Bildern auch Videos teilen und Empfehlungen aussprechen. Es wird mehr kommentiert und interagiert.

XING hat dafür wiederum mehr Möglichkeiten zur Netzwerkerweiterung, sofern man im deutschen Arbeitsmarkt unterwegs ist. So finden Sie mehr Gruppen und finden über die Rubrik Events für alle möglichen Fachbereiche und spezielle für die Jobsuche geeignete Veranstaltungen. Diese können Sie wiederum auch als Basismitglied nutzen, ohne zu bezahlen.

4) Die Suchfunktion

Eine der wertvollsten Funktionen von XING für die Jobsuche, vor allem für die Suche im verdeckten Arbeitsmarkt, ist die erweiterte Suchfunktion. Ganze vier Beiträge mit vielen Praxisbeispielen haben wir dazu geschrieben. Die erweiterte Suchfunktion eignet sich, um…:

  • …potenzielle Arbeitgeber über Filter wie „Branche“, „Standort“ und „Tätigkeitsfeld“ zu finden.
  • …Entscheider und Schlüsselpersonen bei potenziellen Arbeitgebern zu finden und somit Personaler zu umgehen.
  • …Marktforschung während der Orientierungsphase zu betreiben. In welchen Positionen arbeiten Biologen oder Literaturwissenschaftler? Welche Unternehmen im Postleitzahlbereich 40* beschäftigen Qualitätsmanager? Welche Qualifikationen werden von einem Projektleiter im öffentlichen Dienst erwartet?

Die Nutzungsmöglichkeiten lassen sich beliebig fortsetzen, je nachdem welche der 18 Filter Sie einsetzen. Allerdings ist auch die erweiterte Suchfunktion ein Premium-Tool, das kostenpflichtig ist, sich aber gerade in der intensiven Phase der Jobsuche lohnt.

Als Basismitglied sind Sie in den Nutzungsmöglichkeiten der Suchfunktion sehr eingeschränkt. LinkedIn hat in der Basis-Version mehr Filtermöglichkeiten, neun an der Zahl. Diese sind jedoch weniger nutzerfreundlich als diejenigen von XING und werden durch das Premiumpaket auch nicht mehr. Was Recherchemöglichkeiten und die aktive Suche und Ansprache von potenziellen Arbeitgebern angeht, hat XING gegenüber LinkedIn einen Vorsprung.

XING oder LinkedIn? Ein Resümee

Aktuell muss XING viel Kritik wegen seiner Änderungen an der Benutzeroberfläche und den Einschränkungen für Basis-Mitglieder hinnehmen, während LinkedIn sich für digital affine Menschen immer mehr zur „Lieblings-Social-Media-Plattform“ entwickelt. Auch hinsichtlich der Mitgliederzahlen ist LinkedIn mittlerweile fast auf Augenhöhe mit XING. Doch wenn es um die Nutzung der Arbeitgeberseite für die Mitarbeitergewinnung geht, hat XING in Deutschland immer noch deutlich die Nase vorne.

Welches Netzwerk nun das bessere ist, hängt ganz stark davon ab, wen Sie fragen und was Ihre Zielrichtung ist. Im Rahmen der Jobsuche stellt sich unserer Ansicht nach daher gar nicht mehr die Frage, ob XING oder LinkedIn. In Zeiten einer immer digitaler und internationaler werdenden (Arbeits-)Welt empfiehlt es sich für Fach-/Führungskräfte und Akademiker, beide Netzwerke parallel zu nutzen. Einmal angelegt bedeutet dies nur unwesentlichen Mehraufwand, kann Sie aber sowohl in lokalen KMUs als auch in internationalen Großkonzernen in Ihrer Jobsuche noch zielgerichteter zum Erfolg führen.

Man darf gespannt sein, wie sich XING und LinkedIn in Zukunft entwickeln.

Welche Erfahrungen haben Sie mit XING und LinkedIn während der Jobsuche gemacht? Welches Netzwerk bevorzugen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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„Nimm den Mut zusammen und spring in ein anderes Becken!“:... Thu, 30 Jan 2020 08:10:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/erfolgsgeschichten/biologe-berufseinstieg-it-unternehmensberatung.html post-250 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/erfolgsgeschichten/biologe-berufseinstieg-it-unternehmensberatung.html Angela Borin Diplom-Biologe Sascha Lotze-Schumann erzählt von seinem Wunsch, in der Forschung zu bleiben, wie er dann seinen Weg in die Unternehmensberatung gefunden hat und wie die Weiterbildung ihm dabei… „Nimm den Mut zusammen und spring in ein anderes Becken!“: Diplom-Biologe Sascha Lotze-Schumann über seinen Berufseinstieg by Angela Borin 30-01-20

Categories: Erfolgsgeschichten

Sascha Lotze-Schumann steckt derzeit in den letzten Zügen seiner Promotion. Der Diplom-Biologe hat sechs Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet und hatte den Wunsch in der Forschung zu bleiben. Seit Mitte 2018 arbeitet er jedoch nun bei einem lokalen IT-Dienstleister und ist glücklich seinen Weg dorthin gemacht zu haben.

Wie und warum er letztlich weg von der Universität, rein in die Unternehmensberatung gefunden hat, welche Schwierigkeiten sich während der Jobsuche aufgetan haben und welche Rolle seine Weiterbildung bei der LVQ gespielt hat, erzählt er uns heute im Interview.

Vom Biologen zum IT-Consultant

Guten Morgen Herr Lotze-Schumann! Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unser Interview nehmen und uns an Ihrem Berufseinstieg teilhaben lassen. Mögen Sie sich, Ihre Firma und Ihre Tätigkeit zunächst einmal kurz vorstellen?

Sehr gerne. Mein Name ist Sascha Lotze-Schumann, ich habe Biologie studiert, promoviere derzeit noch und bin seit August vorletzten Jahres für die Firma INCONSULT in Duisburg tätig. Unser Schwerpunkt liegt in der Beratung, Einführung und Betreuung von Informations- und Dokumentenmanagement-Lösungen und -Projekten für Industrie und Energiewirtschaft mit Kunden aus den Bereichen Chemie, Pharmaindustrie, Öl und Gas, Energie, Umwelttechnik sowie Maschinenbau. Hierbei übernehme ich verschiedene Aufgaben: Von der konzeptionellen Arbeit über das Scheduling der einzelnen Schritte und die Erstellung von Risikobewertungsmatrizen bis hin zur Anfertigung von Projektdokumenten.

„Eigentlich wollte ich in der Forschung bleiben!“

Als quasi promovierter Biologe bei einer IT-Firma beschäftigt: Nicht für jeden unbedingt der naheliegendste Weg. Haben Sie sich Ihr Berufsleben im Studium schon so ausgemalt?

Ursprünglich habe ich eine wissenschaftliche Karriere angestrebt und wollte in der universitären Forschung bleiben, wobei der Forschungsaspekt der wichtige für mich war. Also habe ich nach dem Diplom mit der Promotion begonnen und als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet. Doch schon während meines Studiums wurde mir klar, dass es schwierig werden würde und ich mich wenn an Zeitverträge gewöhnen müsste.

Viele Forschungsgeschichten sind drittmittelfinanziert und als 3-Jahres-Projekte angelegt. Da habe ich mich gefragt: Will ich ständig neue Projektanträge schreiben und gegebenenfalls umziehen müssen? Außerdem ist es sehr schwer in meinem Teilbereich der Mykologie etwas zu finden, sodass Netzwerken in diesem Kontext extrem wichtig gewesen wäre. Das habe ich damals aber nicht stark genug verfolgt. Klar, ich war auf Konferenzen und habe Ergebnisse präsentiert, aber ich war eher nicht der aktive Vernetzer. Und dann lief auch mein Vertrag als wissenschaftlicher Mitarbeiter aus.

Zu spezialisiert: Die Promotion stand bei der Jobsuche im Weg

Und Sie mussten sich quasi neu orientieren? Wie verlief diese Phase für Sie?

Da ich im Studium keine Praktika, sondern Exkursionen gemacht, zusätzliche Module belegt habe und sehr fokussiert auf meine Ausrichtung war, fiel die Neuorientierung schwer. Also habe ich zunächst ausschließlich in meinem Bereich gesucht, mit keinem großen Erfolg. Diese ganzen Absagen sind schon irgendwie niederschmetternd und unverständlich gewesen – insbesondere wenn es in meinen Augen passende „Traumjobs“ gewesen sind. Entweder wurde ich aufgrund meiner wissenschaftlichen Mitarbeit als zu teuer oder als überqualifiziert abgelehnt. Ein mal wurde ich gefragt, warum ich mich unter Wert verkaufe, weil der Gegenüber Angst hatte, ich gehe, sobald ich etwas besseres gefunden hätte. Das frustriert natürlich irgendwann.

„Das Persönliche hat mich überzeugt!“

Wie wurden Sie dann auf die Möglichkeit der Weiterbildung aufmerksam?

Eigentlich auf zwei Wegen: Ein Kollege hat damals eine Weiterbildung bei der LVQ gemacht, da hatte ich das schon mal wahrgenommen. Und als wir Ende 2017 von der Uni-Arbeitsgruppe gemeinsam zur Jobvector Düsseldorf gefahren sind, war da auch die LVQ. Wir wollten uns eigentlich bei potenziellen Arbeitgebern umschauen, aber für Biologen war nicht viel dabei. Ich wurde sogar gefragt, ob es schon so schlimm ist für mich als Biologen, dass ich mich in der Abfallwirtschaft bewerben will.

Und dann kam ich mit den drei Weiterbildungsanbietern ins Gespräch. Was mir aber von vornherein bei den anderen beiden nicht zugesagt hat, passte bei der LVQ direkt: Das Konzept und das Persönliche. Das Fachliche haben alle hinbekommen, aber wie ich am Stand empfangen worden bin und wie das Gespräch auf mich abgestimmt wurde, da hat es nur mit der LVQ direkt gefunkt. Und das hat sich hinterher auch nahtlos in der Erstberatung widergespiegelt, die sogar als Doppelberatung ausgelegt war, weil mein Kollege und ich beide von der Jobvector zusammen bei der LVQ gelandet sind. Dann habe ich bei der Agentur für Arbeit Bochum nachgefragt, wie es mit einer Weiterbildung aussieht und konnte diese dank meiner offenen Beraterin dort antreten.

Neue Blickwinkel statt wissenschaftlicher Lebenslauf und Unikarriere

Da hat sich der Besuch der Messe also doch gelohnt. Wie haben Sie dann die Zeit der Weiterbildung empfunden?

Die Wissensvermittlung im Prinzip „Face to Face“ fand ich extrem gut und auch die Zusammensetzung der Teilnehmer war ein indirekter Bonus, den ich mitgenommen habe. Wenn es darum ging Gruppenarbeiten zu machen, konnte man direkt mit Personen arbeiten, die eine ganz andere Geschichte mitgebracht haben. Ich kannte vorher nur die Unischiene – speziell die Biologen, doch in der Weiterbildung hatte ich die Chance, mich auch auf andere Charaktere mit anderen Lebensläufen, die ganz anders ticken, einzulassen und von deren Erfahrungen zu lernen.

Auch die Dozenten waren alle durchweg sehr gut, hilfsbereit, sind flexibel auf Nachfragen eingegangen und haben uns auch zwecks Bewerbungsunterlagen gute Tipps gegeben. Was mir dann nochmal sehr, sehr viel gebracht hat, war dann auch der neue Blickwinkel, den ich durch meine Praktikumsbetreuerin Tina Peißig bekommen habe. Mit ihrer Hilfe erarbeitete ich, worauf ich mich speziell in Anschreiben und Lebenslauf fokussieren sollte, um meine Lebensgeschichte besser zu präsentieren. Vorher habe ich stur den wissenschaftlichen Lebenslauf, mit Konferenzen, Publikationen, Lehrveranstaltungen und allem, was man in seiner Unilaufbahn gemacht hat, verfolgt, um meine Expertise hervorzuheben. Mit Frau Peißig habe ich das wirklich einreduziert und den Fokus auf das für die jeweilige Stelle Wichtige gelegt.

Den Fokus also setzen, aber anders als noch im Studium. Wie hat das dann zu INCONSULT geführt?

Eigentlich durch meine Weiterbildung bei der LVQ und ganz konkret durch Tina Peißig. Ich habe immer wieder gesucht, aber es fiel mir extrem schwierig etwas zu finden, weil ich viel zu lange im eigenen Saft verhaftet gewesen bin. Frau Peißig hat mich dann für ein Praktikum bei INCONSULT vorgeschlagen, weil sie eine Schnittstelle sah, die ich zuerst nicht gesehen habe. Ich dachte mir, das Praktikum ist super, um über meinen eigenen Tellerrand hinauszuklettern. Ganz nach dem Motto: Ich probiere mich aus und selbst wenn es nicht klappt, dann habe ich trotzdem Erfahrung gesammelt. Aber dann war es so interessant und spannend, dass ich unbedingt weitermachen wollte.

„Der Sechser im Lotto“: Übernahmemöglichkeit als Bedingung für das Praktikum

Offensichtlich wollten nicht nur Sie bleiben, sondern INCONSULT wollte Sie auch gerne bei sich behalten. War das von vornherein klar?

Bereits bei der ersten telefonischen Kontaktaufnahme, bei der wir einen Termin zum Kennenlernen vereinbarten, kam die Frage auf, ob ich mir vorstellen kann, bei INCONSULT zu arbeiten. Es war mehr oder weniger eine Bedingung, um überhaupt ein Praktikum in der Firma machen zu können. Das war für mich natürlich wie ein Sechser im Lotto, als er das gesagt hat. Ich habe mich einfach darüber gefreut, dass schon jetzt klar war, dass ich übernommen werden könnte.

Authentizität punktet: Recherche für das passende Outfit lohnt sich

Das ist natürlich eine motivierende Aussicht. Wie haben Sie sich dann auf das persönliche Gespräch vorbereitet?

Die Vorbereitung spielt natürlich immer eine große Rolle, lief bei mir allerdings etwas anders als üblich. Neben dem Fachlichen habe ich mich intensiv mit der Wahl des passenden Outfits beschäftigt. Dafür habe ich dann sogar zum ersten Mal richtig intensiv Recherche via XING betrieben. Ich habe mir sowohl Mitarbeiter aus der IT-Branche als auch direkt von INCONSULT angesehen, um die Erwartungshaltung bezüglich des Dresscodes abzustecken und um herauszufinden, wie die Außenwirkung des Unternehmens ist. Mir ist klar, dass nicht alle im Alltag so herumlaufen, aber es zeigte mir, ob ich diese Außenwirkung mittragen kann. Ich habe mir also vorab Gedanken gemacht, in welche Richtung der Job geht, um dementsprechend auch das Outfit so zu wählen, dass ich mich selber noch drin wiederfinden kann.

Wie kam das an? Und wie verlief dann das Vorstellungsgespräch und die Zeit bis zur eigentlichen Festanstellung?

Wir haben uns tatsächlich einige Minuten über mein Outfit unterhalten und ich bekam ein Lob für meine Wahl. Mir war einfach klar, dass ich mich nicht verstellen wollte, auch wenn ich mich hier gerade vermarkten will. Sonst hätte ich Unehrlichkeit und Unwohlsein ins Gespräch transportiert und dann wäre es unentspannt geworden. Das fand wohl Anklang, denn so war unser Gespräch angenehm locker und die Zeit verging wie im Flug.

Mir wurde dann das Projekt vorgestellt, welches ich für die Zeit meines Praktikums voraussichtlich übernehmen würde. Dabei wurde aber immer mit offenen Karten gespielt, dass eine Verlängerung des Projekts unter Umständen auch nicht zustande käme. Auch habe ich immer gleich Rückmeldung bekommen, inwieweit die Dinge, die ich sage, passen oder eben auch nicht. Dieser Umgang und die Transparenz haben mir imponiert. Letztlich habe ich in meinem Praktikum dann tatsächlich quasi eine theoretische Einarbeitung und Vorbereitung in das Projektumfeld erfahren, indem ich das Qualitätshandbuch durchgearbeitet und den Produktionszyklus erarbeitet habe. Das Projekt musste nur noch festgezurrt werden. Es wurde also immer wieder geguckt, wie ich dort bleiben kann. Dafür habe ich mein Praktikum dann um einen weiteren Monat verlängert und seit Ende 2018 bin ich bei INCONSULT in Festanstellung.

Nicht immer ist die Schnittstelle gleich erkennbar

Das freut uns sehr. Herzlichen Glückwunsch dazu! Im Hinblick auf Ihre jetzige Tätigkeit: Wie groß sind denn nun die Anknüpfpunkte zu Ihrer Weiterbildung?

Je nach Projekt und Kunde differiert das. Derzeit arbeite ich zum Beispiel an einem Digitalisierungsprojekt für ein lebendes Archiv eines unserer verarbeitenden Gewerbe-Kunden aus dem Bereich Chemikalien, Gas und Öl. Eine spannende Aufgabe, wenn man bedenkt, was alles passieren kann, wenn die richtigen Dokumente zum entscheidenden Zeitpunkt nicht für die Abteilungen verfügbar sind und eine Anlage ausfällt. Gerade „Umwelt“ spielt hier in der Risikobewertung, dem Zeitmanagement und der Umweltauswirkung also durchaus eine große Rolle, wenngleich auf den ersten Blick keine direkte Schnittstelle mit der IT vorhanden zu sein scheint.

Neben dem Umweltmanager profitiere ich in diesem Projekt aber tatsächlich von allen vier Modulen, die ich bei der LVQ absolviert habe – Qualitätsbeauftragter, Qualitätsmanager, Umweltmanager und Projektmanager. Gerade Projekt- und Qualitätsmanagement kommen da sehr zum Tragen, weil wir Zeit- und Qualitätspläne einhalten müssen und ich hier zur Verbesserung der Qualität ein neues Verfahren für den Kunden eingeführt habe, welches ich aus dem QM-Kurs mitgenommen habe.

Man erlernt eben nicht nur Inhalte, sondern analytisches Denken

Gibt es denn auch noch Schnittstellen zum damaligen Studium?

Sogar auf zweierlei Weise. Wir sind zwar ein reines IT-Unternehmen, aber unsere Kunden kommen eben nicht aus der IT, sondern aus der Pharma-, der Chemie- und der Life-Science-Branche, sprich Industrieunternehmen, die mit Produktion und Verarbeitung zu tun haben. Das geht also durchaus in den naturwissenschaftlichen Bereich, den ich ja auch eingeschlagen habe. Außerdem helfen viele der Erfahrungen, die ich an der Uni sammeln konnte weiter. Die meisten denken, man lernt nur Inhalte, dabei lernt man analytisch zu denken und Gedanken mithilfe von Methoden umzusetzen. Zudem lernt man, wie man sich schnell viel Stoff aneignen und Projekte managen kann. Skills, die mir auch in meinem jetzigen Beruf weiterhelfen.

Sie haben schlussendlich also eine Tätigkeit gefunden, die alle Ihre Kenntnisse miteinander vereint. Was waren Ihre wichtigsten Learnings auf Ihrem Weg dorthin?

Ich habe festgestellt, dass ich aus allen Bereichen etwas mitnehmen kann. Mein Studium und alle Module waren sinnvoll, sowohl von den Werkzeugen als auch den fachlichen Inhalten. Das wesentlichste Learning ist aber ein anderes gewesen: In ein ganz anderes Becken zu springen, also von der Biologie zur IT und den Mut mitzunehmen, etwas auszuprobieren, wenn man die Chance dazu hat.

Jobsuche: Vom Tunnelblick lösen und über den Tellerrand gucken

Mut beim Berufseinstieg zeigen: Ihr Weg ist ein tolles Beispiel für viele Hochschulabsolventen. Möchten Sie speziell den naturwissenschaftlichen Absolventen noch etwas mit auf den Weg geben?

Ich kann jedem nur empfehlen, während des Studiums als studentische Hilfskraft zu arbeiten, denn da kann man viel lernen: Wie gehe ich mit anderen Menschen um, wie kann ich andere Menschen anleiten, wie präsentiere ich Inhalte. Alles Soft Skills, die im späteren Berufsleben immer wieder eine Rolle spielen können. Doch der entscheidende Tipp ist, sich dann von diesem Tunnelblick zu lösen, über den Tellerrand zu gucken und sich neue Gebiete und Berufsfelder anzuschauen, von denen man vorher dachte: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“ Vielleicht gibt es doch die Möglichkeit die eigenen Fähigkeiten und erlernten Methoden einzubringen, wenn auch nicht fachlich, aber dann von der Seite der Soft Skills aus.

Da wäre insbesondere auch die Veranstaltung „Biologen im Beruf“ an der RUB sinnvoll gewesen. Leider habe ich zu spät von ihr erfahren. Ich weiß aber von einem Kollegen, dass dort Absolventen der Biologie eingeladen werden, die außerhalb der Universität Arbeit gefunden haben und mit denen man sich darüber austauschen kann, wie sie dorthin gekommen sind, wo sie heute stehen. Das hilft mit Sicherheit den eigenen Fokus aufzubrechen. Also definitiv Augen auf, im eigenen Bereich recherchieren und vorbeigehen.

Anlaufstellen sind immer ein guter Tipp. Danke für dieses motivierende Schlusswort, das tolle Interview und dass Sie Ihren beruflichen Weg mit uns geteilt haben, Herr Lotze-Schumann. Für Ihre berufliche Zukunft wünschen wir Ihnen weiterhin eine erfolgreiche Zeit und in jedem Fall alles Gute.


 


 

 

 

 

 

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Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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„Die Zeit ist reif für berufliche Weiterbildung!“ Aber wozu eigentlich? Thu, 23 Jan 2020 08:31:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/wozu-berufliche-weiterbildung.html post-249 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/wozu-berufliche-weiterbildung.html Lars Hahn 2020 ist ein günstiges Jahr für die berufliche Weiterbildung: Warum das so ist, inwieweit Ihnen eine Qualifizierung nutzen kann und welche Themen sich für Ihre Weiterbildung eignen. „Die Zeit ist reif für berufliche Weiterbildung!“ Aber wozu eigentlich? by Lars Hahn 23-01-20

Categories: Weiterbildung

In diesem Jahr ist die Zeit endgültig reif für Ihre Weiterbildung! Wegen der Digitalisierung und des Fachkräftemangels. Vielleicht aber auch, weil Sie eine Weiterbildung tatsächlich dringend benötigen, da sie für Ihre berufliche Zukunft sinnvoll ist. Möglicherweise sogar, weil Sie Lust darauf haben, Neues zu lernen.

2020 ist außerdem ein günstiges Jahr für berufliche Weiterbildung, denn sowohl die Bundesländer als auch die Bundesrepublik Deutschland – vertreten durch die Bundesagentur für Arbeit – fördern Ihre Weiterbildung üppiger denn je. Die einen fördern wegen des Fachkräftemangels, die anderen wegen der Digitalisierung oder gleich wegen des durch die Digitalisierung entstehenden Fachkräftemangels. Die Zeit ist also reif für Weiterbildung.

Für diejenigen, die nun die Absicht hegen, eine Weiterbildung zu machen, stellen sich ein paar Fragen:

  • Berufliche Weiterbildung, wozu denn genau?
  • Was soll ich denn eigentlich lernen?
  • Wie finde ich die für mich sinnvolle Weiterbildung?

Mit diesen Aspekten befasse ich mich in diesem Beitrag, angefangen bei der Frage, was denn an beruflicher Weiterbildung wirklich sinnvoll ist.

Viel Geld für sinnvolle Weiterbildungen

Sowohl für Jobsuchende als auch für Beschäftigte stehen 2020 die Zeichen günstig, dass eine Weiterbildung zu 100 Prozent durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) unterstützt wird. Christiane Schönefeld, Vorständin der Bundesagentur für Arbeit formuliert es zum Jahresauftakt plakativ sinnvoll:

Die BA wird in diesem Jahr noch mehr in die Weiterbildung investieren, um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen. Keine sinnvolle Weiterbildung für unsere Kunden wird am fehlenden Geld scheitern.

Okay, diesen offensiven Aufschlag mit dem Fachkräftemangel zu begründen, kommt jetzt doch etwas überraschend, weiß doch die Vorständin der Bundesagentur für Arbeit, dass es den generellen Fachkräftemangel nicht gibt, zumindest nicht brancheübergreifend, flächendeckend. Kürzlich hatte ich bei XING noch mal vorgerechnet, dass ungefähr 15 Millionen Deutsche durchaus einen neuen Job antreten würden, es gibt sie also die jobsuchenden Fachkräfte.

Spannend ist jedoch die Bemerkung, dass „keine sinnvolle Weiterbildung … am fehlenden Geld scheitern“ wird. Spannend deswegen, weil Frau Schönefeld damit aussagt, dass Weiterbildungen allein schon dann gefördert werden, wenn sie sinnvoll sind, bisher hieß es strenger „notwendig“. Wissenswert ist auch, dass die Investition für Weiterbildung sich an alle Kunden der Agentur für Arbeit richte (somit gleichsam an Jobsuchende und Beschäftigte). Außerdem kann man aus dem Statement entnehmen, dass für berufliche Weiterbildungen in diesem Jahr durchaus großzügige Mittel vorhanden sind.

Die Qualifizierungsoffensive der Bundesagentur für Arbeit nimmt also Fahrt auf. Mit dieser möchte die Agentur für Arbeit nicht nur, wie sonst üblich, über den Bildungsgutschein Arbeitslose zwischen zwei Jobs fördern, sondern sie orientiert sich auch an den Qualifizierungsbedarfen von Unternehmen. Gefördert werden nach dem Qualifizierungschancengesetz (QCG) daher Weiterbildungen von Beschäftigten, die im Rahmen von Digitalisierung, Transformation und Veränderungen der Arbeitswelt notwendig sind. Besonders unterstützt werden dabei kleine und mittlere Unternehmen. Die Kosten der Weiterbildung können hier wie bei Arbeitssuchenden bis zu 100 Prozent gefördert werden.

„Keine sinnvolle Weiterbildung wird am fehlenden Geld scheitern.“

So offensiv wurde das in meinen über 25 Jahren in der Weiterbildungsbranche noch niemals formuliert. Gute Zeiten also für eine berufliche Weiterbildung, denn gerade die Zeit zwischen zwei Jobs eignet sich in mehrerlei Hinsicht für Qualifizierung, Weiterbildung und Fortbildung.

Welche berufliche Weiterbildung ist denn sinnvoll?

Wenn nun also die Zeiten für eine berufliche Weiterbildung günstig sind, stellt sich – ganz im oben genannten Sinne – die Frage: Welche berufliche Weiterbildung ist denn sinnvoll? Oder präziser für jeden einzelnen Beschäftigten oder Jobsuchenden:

„Welche berufliche Weiterbildung ist denn für mich sinnvoll?“

Der viel beschworene Fachkräftemangel ist für einzelne in den seltensten Fällen ein Antrieb zur beruflichen Weiterbildung, selbst für die meisten Unternehmen nicht. Eher geht es darum, sich individuell beruflich auf dem Laufenden zu halten, berufliche Zukunftschancen zu erhöhen – ganz gleich ob man gerade zwischen zwei Jobs steckt oder in einer festen Beschäftigung ist. Nach dem Motto: Wenn eine berufliche Weiterbildung, dann nur, damit sie mir für meine berufliche Zukunft etwas bringt.“

Für Beschäftigte bedeutet das „Employability“, also Beschäftigungsfähigkeit. Mit anderen Worten heißt das „Fit bleiben“ für die Anforderungen meines Arbeitsplatzes in der Zukunft.

Jobsuchende eröffnen sich neue Chancen durch eine berufliche Weiterbildung, indem sie sich kurzfristig innerhalb eines Jobs  für neue Anforderungen qualifizieren oder indem sie aktuelle Trends der Arbeitswelt aufnehmen. Zum Beispiel eignet sich ein Ingenieur eine weitere CAD-Software an, um sich breiter aufzustellen oder projektaffine Menschen, die ins agile Umfeld wollen, schulen ihre Kenntnisse im agilen Projektmanagement, um ihre Jobchancen zu erhöhen. Aktuelle Zertifikate, zukunftsorientiertes Wissen und zeitgemäße Methoden und Skills helfen dabei. Die Zeit der Jobsuche und Neuorientierung ist also prädestiniert für eine sinnvolle berufliche Weiterbildung.

Zauberwort „Digitalisierung“

Aber welche Weiterbildung soll es denn sein?

Und alle so: „Digitalisierung!“

Ganz gleich, ob man Unternehmertagungen besucht, Arbeitsmarktexperten befragt oder einschlägige Newsletter und HR-Blogs aufruft: Die Arbeitnehmer müssen qualifiziert werden für „die Digitalisierung“. Was immer das auch heißt.

Ja, was heißt es denn eigentlich, sich „fit zu machen“ für „die Digitalisierung“? Nicht für jeden bedeutet das, einen Drohnenführerschein zu machen, damit die Löcher im Dach gefunden werden. Nicht jeder sinnvolle berufliche Wissenserwerb erfordert eine Virtual-Reality-Brille.

Was bedeutet dann Digitalisierung in diesem Kontext? Steht der Begriff möglicherweise nicht vielmehr als Synonym für eine immer unsicherer, komplexer und unvorhersehbarer werdende VUCA*-Arbeitswelt, die durch viel mehr Faktoren bestimmt wird als nur durch die vielbeschworene digitale Transformation? Nehmen wir zum Beispiel die Themen Arbeiten 4.0, New Work, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz oder Generationengerechtigkeit: Durchaus viel durch Digitalkram beeinflusst, aber eben längst nicht nur.

Die Digitalisierung kann daher ein Thema für eine berufliche Weiterbildung sein, muss es aber nicht. Wer zum Beispiel Umweltexpertin ist, tut gut daran, sich ganz klassisch im Umweltrecht auf dem Laufenden zu halten. Das ist in erster Linie nichts mit „digital“, aber unbedingt notwendig und sinnvoll.

Wozu also eine berufliche Weiterbildung?

Die Fragen auf dem Weg zur für Sie richtigen Weiterbildung enthalten also von der Bedeutung ausgehend das Fragewort „Wozu?“:

  • Wozu nützt mir die Weiterbildung?
  • Welches Ziel möchte ich damit erreichen?
  • Welche Fähigkeiten, welches Wissen und welche Skills sollen damit gestärkt werden?

Spätestens hier werden wir häufig gefragt, wie das herauszubekommen ist, also: „Wie finde ich die richtige Weiterbildung?“ Hier bei uns im Blog finden Sie unter der Kategorie „Weiterbildung“ dazu viele Infos und Tipps.

Hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit Ihres aktuellen oder künftigen Jobs gilt natürlich zu prüfen, was es in Ihrer Branche oder in Ihrem zukünftigen Arbeitsfeld gerade für Trends gibt.

Recherche: Welche Themen und Trends eignen sich für meine Weiterbildung?

Während fachlich oder rechtlich notwendige und sinnvolle Weiterbildungen wie CAD-Schulungen, SEO-Seminare sowie rechtliche Fortbildungen einfach zu definieren sind, fällt dies bei Soft Skills und Managementthemen oftmals ungleich schwerer. Sie können jedoch recherchieren, welche Themen heute und in Zukunft gefragt sind. Dazu ist eine systematische Recherche nach Entwicklungen, Strömungen und Tendenzen hilfreich. Das können Sie zum Beispiel über diese drei Wege erreichen:

1. Recherche nach Schlüsselqualifikationen und Softskills in Stellenprofilen:

Schauen Sie in Jobbörsen und Suchmaschinen, welche Anforderungen Unternehmen fachlich, aber auch in Sachen Kommunikation, Management und Führung an ihre neuen Mitarbeiter stellen. In den Anzeigen und den begleitenden Texten der einzelnen Jobkategorien erhalten Sie auch Anhaltspunkte zu weiterbildungsrelevanten Themen, zum Beispiel zu gefragten Softwaretools, aber auch zu Managementmethoden wie agilem Projektmanagement, Prozessmanagement oder Qualitätsmanagement. „Stellenanzeigen richtig lesen: Vom Gefahren-Sucher zum Chancen-Finder“ heißt der passende Artikel von Karrierecoach Bernd Slaghuis zu diesem Thema mit vielen Tipps.

2. Recherche nach Keywords in den Business-Netzwerken:

Berufstätige schreiben in den Business-Netzwerken LinkedIn und XING in der Regel, was sie zu bieten haben und welche Qualifikationen sie besitzen. Was liegt näher, als sich Profile von Menschen anzuschauen, die dort tätig sind, wo Sie zukünftig hinmöchten? Welche Fähigkeiten und welche Weiterbildungen finden Sie in entsprechenden Profilen? Welche davon passen zu Ihnen und Ihren Zielen?

3. Recherche per systematischem Kaffeetrinken:

Gehen Sie Systematisch Kaffeetrinken. Führen Sie informelle Gespräche mit aktuellen, ehemaligen und zukünftigen Kollegen aus Ihrer (Ziel-)Branche, Führungskräften aus Ihren Zielunternehmen und Berufen. Spätestens bei Netzwerktreffen, auf Karrieretagen oder auf Branchen-Fachmessen bietet sich die Gelegenheit nachzufragen, welche Qualifikationen und Fähigkeiten jetzt und in Zukunft in Ihrem angestrebten Berufsfeld sinnvoll und gefragt sind.

Aktuelle Trends zur beruflichen Weiterbildung bei uns

Auch wir forschen natürlich regelmäßig, welche Themen aktuell sinnvoll sind und sich für Weiterbildungen eignen. Gerade für unsere jobsuchenden Teilnehmer ist es wichtig, mit Inhalten und Abschlüssen in den Arbeitsmarkt zu gehen, die aktuell und zukunftsorientiert sind. Auch wir fragen uns also, as für Ihre berufliche Zukunft wichtig ist und setzen dies in unserem Weiterbildungsangebot um.

Unsere Weiterbildungen, die durch den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden können, spiegeln dies wider. Mit unserem neuen Seminar „Agile Methoden inklusive Professional Scrum Master“ orientieren wir uns zum Beispiel an dem, was viele Unternehmen branchenübergreifend heute erwarten:  Mit agilem Mindset und Methoden die Anforderungen einer Arbeitswelt 4.0 sinnvoll bewältigen und zeitgemäßes Projektmanagement umsetzen.

Lebensbegleitendes Lernen – wann starten Sie durch?

Ganz gleich, ob bei uns in der LVQ oder bei einer anderer Weiterbildungseinrichtung: Die Zeit für Ihre berufliche Weiterbildung ist reif.

Eine alte Binsenweisheit besagt, dass wir ohnehin ständig lernen, ob wir es merken oder nicht. Nicht umsonst sprechen wir heute von lebensbegleitendem Lernen. Organisierte Weiterbildungen sind dabei einfach nur die Sahnestückchen des beruflichen Lernens. Wenn nun 2020 ein gutes Jahr dafür ist, warum dann nicht jetzt einsteigen?

Und wann starten Sie Ihre berufliche Weiterbildung?

 

* VUCA seht für volatility (Volatilität, Unbeständigkeit), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität), ambiguity (Mehrdeutigkeit). Ich schrieb darüber hier im Blog vor einiger Zeit einen Beitrag: Karrieretrends - Jobsuche in der VUCA-Welt.


 


 

 

 

 

 

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Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Jobmessen und Karrieretage im Überblick - Der LVQ Messekalender Thu, 16 Jan 2020 08:15:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/jobsuche/jobmessen-und-karrieretage-im-ueberblick-der-lvq-messekalender.html post-208 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/jobsuche/jobmessen-und-karrieretage-im-ueberblick-der-lvq-messekalender.html Martin Salwiczek Jobmessen und Karrieretage sind wichtiger Bestandteil der Bewerbungsstrategie. Hier finden Sie alle wichtigen Termine des Jahres für NRW. Jobmessen und Karrieretage im Überblick - Der LVQ Messekalender by Martin Salwiczek 16-01-20

Categories: Jobsuche Karriere

Auf dieser Seite finden Sie einen stets aktualisierten Kalender mit allen relevanten Job- und Karrieremessen in NRW 2020.  Ergänzt haben wir ihn mit den wichtigsten Bildungsmessen, denn auch bei diesen können Sie auf potentielle Arbeitgeber treffen, sofern Weiterbildung und Arbeitsmarktintegration Ihre Branche sind.

Auf verschiedenen Veranstaltungen kommen Sie auch mit uns ins Gespräch. Viele unserer Weiterbildungsteilnehmer haben uns auf Messen kennengelernt und somit ihre Weiche für die berufliche Zukunft gestellt. Daher haben wir die Termine gekennzeichnet, bei denen Sie uns vor Ort antreffen. Und wenn wir keinen Stand vor Ort haben, dann verabreden Sie sich doch mit uns. Wir freuen uns darauf, Sie zu treffen.

Jobmessen und Karrieretage - Nutzen für die Jobsuche

Jobmessen und Karrieretage sind ein wichtiger, häufig auch entscheidender Bestandteil der Jobsuche. Da, wo man an der Karriereplattform von Unternehmenswebseiten scheitert, kann das persönliche Gespräch mit einem Personalverantwortlichen der entscheidende Türöffner sein. LVQ-Absolvent und Geisteswissenschaftler Dominik Timmerbeil machte folgende Erfahrung:

 „Zur Jobsuche hat bei mir ein Umdenken stattgefunden (…). Bei der Bewerbung auf Stellenanzeigen, ob jetzt online oder print, gab es kaum Resonanz und auch kein Feedback auf meine Bewerbungen. Dieses Vorgehen ist mittlerweile old-school. Wichtiger ist der persönliche Kontakt über Messen oder die direkte Ansprache von Menschen. Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber beim einfachen Schriftverkehr ist man nur ein Name auf einem Stück Papier. Die besten Bewerbungsunterlagen kommen einfach nicht an den persönlichen Auftritt heran.“

Auch Tamara Wyszynski, 2015 Teilnehmerin bei der LVQ, betont die Bedeutung von Netzwerkveranstaltungen:

„Gute Netzwerkveranstaltungen sind gerade in Veränderungsphasen eine absolute Horizonterweiterung. Man trifft Menschen, denen man so nie begegnen würde, und man lernt ganz viel. Es geht darum, neue Impulse, Ideen und Anregungen zu bekommen und interessante Kontakte zu knüpfen.“

Mit Jobmessen und Karrieretagen in den verdeckten Arbeitsmarkt

Deshalb motivieren wir bei der LVQ unsere Teilnehmer regelmäßig dazu, Jobmessen und Karrieretage zu besuchen. Wir sehen sie als elementare Maßnahme, um auch an Stellen im verdeckten Arbeitsmarkt zu kommen.

Sowohl Karrieremessen als auch Fachmessen sind überdies die idealen Orte, um neue Kontakte zu knüpfen und damit Ihr berufliches Netzwerk zu erweitern. Sie können hier die Gespräche „üben“, falls Sie noch wenig Erfahrung beim Netzwerken haben.

Damit der Messebesuch positiv verläuft, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Das Internet bietet viele Möglichkeiten der Informationsgewinnung über potenzielle Gesprächspartner. In unserer XING-Serie berichteten wir, wie wertvoll die Rubrik XING-Events für die Messevorbereitung ist.

Messen 2020

ZeitName der VeranstaltungOrtZielgruppeLVQ vor Ort
28.01.2020

Weiter durch

Bildung

BorkenAlleJa
13.02.2020CAR connects BochumBochumAbsolventen, IngenieureJa
14.02.2020vdi Recruitingtag DortmundAbsolventen, IngenieureJa
15.02.2020 - 16.02.2020Jobmesse DeutschlandDortmundAlleNein
25.03.2020

Kalaydo

Karrieretag

EssenAlleNein
26.03.2020Weiterbildungs-messeEssenAlle Ja
21.04.2020 - 22.04.2020

Stellenwerk

Jobmesse

Universität BochumAbsolventenJa
29.04.2020

Karrieretag Soest

2020

FH SüdwestfalenAbsolventenNein
08.05.2020vdi RecruitingtagDüsseldorfIngenieure, AbsolventenJa
09.05.2020 - 10.05.2020Jobmesse DeutschlandDüsseldorfAlleNein
13.05.2020Campusmesse: Recruitingtag 2020DüsseldorfAbsolventenJa
27.05.2020KarrieretagUniversität Duisburg-EssenGeisteswissen-schaftlerJa
09.07.2020bonding AutomotiveDay 2020AachenAutomobilbrancheNein
25.08.2020gamescom Job & KarriereKölnGaming / Computerspiele-BrancheNein
04.09.2020vdi RecruitingtagDortmundIngenieure, AbsolventenJa
19.09.2020 - 20.09.2020Jobmesse DeutschlandEssenAlletba
24.09.2020

Kalaydo Karrieretag

DortmundAlletba
08.10.2020Kalaydo KarrieretagDüsseldorfAlletba
08.10.2020Online-KarrieretagDüsseldorfDigitale Berufetba
19.11.2020Kalaydo KarrieretagWuppertalAlletba
20.11.2020jobvector career dayDüsseldorfNaturwissen-schaftlerJa
26.11.2020 - 27.11.2020absolventen-kongress KölnAbsolventenNein
02.12.2020job40plusKölnBerufserfahrene FachkräfteNein

 


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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