LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog Wertvolles Wissen für Ihre Zukunft Tue, 04 Oct 2022 12:24:55 +0200 Tue, 04 Oct 2022 12:24:55 +0200 t3extblog extension for TYPO3 https://www.lvq.de/typo3conf/ext/sg_sitepackage/Resources/Public/Assets/Images/lvq-blog-feed-logo.jpg LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog GEFRAGT: Wie nutze ich meine Weiterbildung für die Jobsuche? Thu, 29 Sep 2022 10:30:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/weiterbildung-fuer-die-jobsuche-nutzen.html post-329 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/weiterbildung-fuer-die-jobsuche-nutzen.html Martin Salwiczek In der Serie „GEFRAGT“ behandeln wir Fragestellungen aus dem Bewerbungsalltag Jobsuchender. Im aktuellen Beitrag steht die Frage: „Wie nutze ich die Weiterbildung(en) für meine Jobsuche?“ im… GEFRAGT: Wie nutze ich meine Weiterbildung für die Jobsuche? by Martin Salwiczek 29-09-22

Categories: Weiterbildung

In der Serie „GEFRAGT“ behandeln wir Fragestellungen aus dem Bewerbungsalltag Jobsuchender. Im aktuellen Beitrag steht die Frage: „Wie nutze ich die Weiterbildung(en) für meine Jobsuche?“ im Vordergrund. Damit richtet sich der Artikel in erster Linie alle Menschen, die eine berufliche Weiterbildung während ihrer Jobsuche absolvieren oder abgeschlossen haben. Aber auch für Jobsuchende, die planen an einer Weiterbildung teilzunehmen, bietet der Beitrag erste Einblicke, wie nützlich eine Weiterbildung für die eigene Jobsuche sein kann.

Weiterbildung während der Jobsuche: Schlüssel für die berufliche Zukunft

Berufliche Qualifizierungen nehmen für Menschen in der Phase des Berufseinstiegs, des Jobwechsels oder der Neuorientierung eine ganz wichtige Weichenstellungfunktion ein  – nicht zuletzt dadurch, dass die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter eine Weiterbildung über den Bildungsgutschein zu 100 Prozent finanzieren kann:

  • Als Hochschulabsolvent/innen lernen Sie praxisorientierte Inhalte, die während des Studiums nicht vermittelt werden.
  • Als Berufserfahrene(r) können Sie ihr bestehendes Wissen erweitern oder vorhandenes Wissen zertifizieren lassen.
  • Für den beruflichen Quereinstieg erlernen Sie Inhalte aus Berufsbildern, in deren Richtung Sie sich entwickeln möchten.

Besonders in aktuellen Zeiten eines sich rasant wandelnden Arbeitsmarktes („VUCA“) gewinnen Weiterbildungen immens an Bedeutung für die Absicherung der eigenen beruflichen Zukunft.  Lars Hahn, Geschäftsführer der LVQ, bekräftigt in seiner Kolumne „Plan B: Berufliche Weiterbildung während der Jobsuche“ den Wert einer beruflichen Weiterbildung, um aktuelles, am Markt gefragtes Fachwissen zu erwerben. Mit entsprechenden neuen Kenntnissen und Abschlüssen erweitern Sie das Repertoire an Stellen, auf das Sie sich bewerben können. Zudem erhöhen Sie durch anerkannte Zertifikate, die Sie durch abgelegte Prüfungsleistungen erworben haben, Ihre Chancen auf Stellen eingeladen zu werden.

Weiterbildung während der Jobsuche nutzen – zunächst eine Frage der Haltung

Auch wenn der Nutzen von beruflichen Weiterbildungen während der Jobsuche offensichtlich ist, sind manche Absolvent/innen verunsichert über die Einsatzmöglichkeiten und den tatsächlichen Wert der frisch erworbenen beruflichen Abschlüsse und Kenntnisse. Immerhin sind Weiterbildungen von Dauer und Tiefe mit einem Studium oder einer Ausbildung nicht vergleichbar. Und reicht das, was man während der Weiterbildung gelernt hat auch wirklich für die spätere berufliche Praxis?

Diese Unsicherheit rührt meist aus Ängsten, die in der Phase der Arbeitslosigkeit absolut nachvollziehbar sind: Die Angst den beruflichen Anschluss zu verlieren, die eigene Existenz zu gefährden, nichts mehr wert zu sein. Zweifel rücken somit automatisch in den Vordergrund und verdecken den großen Nutzen, den diese Weiterbildungen mit sich bringen.

Während viele Studiengänge eher theorielastig, manche Ausbildungsgänge veraltet sind, bieten Weiterbildungen aktuelle, praxisnahe Kompetenzen und erste relevante Erfahrungen durch praktische Projekte. Und auch wenn der zeitliche Umfang von Weiterbildungen auf den ersten Blick relativ überschaubar ausfällt: Wer zum Beispiel eine dreimonatige Vollzeit-Weiterbildung in den Themenfeldern Online-Marketing, Social Media und Projektmanagement absolviert, lernt – inklusive Prüfungen – in mehr als 540 Lerneinheiten in der beruflichen Praxis gefordertes Wissen. Das ist durchaus vergleichbar mit dem Umfang vieler anerkannter Aufstiegsfortbildungen wie Fachwirten und Fachkaufleuten.

Für viele Absolvent/innen von Weiterbildungen sind die in der beruflichen Qualifizierung erworbenen Kenntnisse für die berufliche Zukunft häufig sogar entscheidender als ein vergangenes Studium oder ein Berufsabschluss.  

Die promovierte Biologin Stefanie Träger wollte raus aus dem Labor und machte eine Weiterbildung zur Online-Redakteurin. Darauf bekam sie aufgrund der Weiterbildung eine Anstellung als medizinische Redakteurin.

Für Annika Brockhaus war die Weiterbildung entscheidend für den Berufseinstieg:

„Die Weiterbildung hat mir den Weg ins Berufsleben geebnet. Durch sie habe ich ein anderes Gefühl für meine Fähigkeiten bekommen und mir eine sehr solide Grundlage geschaffen, auf die ich bereits aufbaue. Dadurch dass ich andere Qualifikationen vorzuweisen hatte, konnte ich in Vorstellungsgesprächen viel besser zeigen, in welchen Themengebieten ich mich auskenne. Bei spezifischen Fragen hatte ich genauere Vorstellungen und konnte erklären, wie ich in welchen Situationen vorgehen würde.“

In unserem Blog haben wir viele weitere Erfolgsgeschichten von Weiterbildungsabsolvent/innen gesammelt, für die die Qualifizierung der entscheidende Schlüssel waren.

Zieht man die Essenz für den Erfolg dieser Absolvent/innen bei der Jobsuche heraus, so war am Ende immer die Haltung entscheidend. Auf die Frage, was für ihn der wichtigste Faktor neben der Weiterbildung für seinen Erfolg bei der Jobsuche war, sagte Geisteswissenschaftler Tobias Quiram im Interview:

„Vor allem die innere Einstellung. Ich habe immer den Glauben gehabt, dass ich es schaffe und habe mich nicht mit vermeintlichen Defiziten beschäftigt.“

Davor erzählt Tobias im Interview von seiner körperlichen Behinderung und den kritischen Stimmen zu seinem geisteswissenschaftlichen Studium. Tobias ließ sich nicht beirren und nutzte diedie neuen Qualifikationen für seinen Berufseinstieg.

Wie man die Weiterbildung während der Jobsuche nutzt – 5 Tipps

In den Erfolgsgeschichten finden sich über die richtige Einstellung hinaus viele weitere Impulse, wie Sie mit dem neuen Wissen in den Bewerbungsprozess gehen. Wir haben die fünf wichtigsten zusammengefasst:

1) Die Weiterbildungen für Stellen- und Unternehmensrecherche nutzen

Durch Ihr neu erworbenes Wissen können Sie das Repertoire an Stellen, auf das Sie sich bewerben, deutlich erhöhen. Gerade wenn Sie nicht wissen, welche Stellenbezeichnungen Sie angeben sollen, probieren Sie es mit den in Ihren Kursen erlernten Fachthemen. Als Ingenieur, der eine Weiterbildung im Qualitätsmanagement absolviert hat, könnten Sie es in Stepstone, Indeed und Co. über die erweiterten Suchfelder zum Beispiel mit der Suchkombination „Ingenieur + Qualitätsmanagement“ oder „Ingenieur + ISO 9001“ versuchen. Im Blogbeitrag „Wie man im Internet den passenden Job findet“ haben wir dazu einige vertiefende Tipps.

Testen Sie auch die Suchfunktion bei LinkedIn oder XING aus. Geben Sie die Kombination „LVQ“ + Ihr Weiterbildungsthema (z.B. „Scrum“, „Social Media“ oder „GMP“) ein. So können Sie sich einen Eindruck verschaffen, wo Absolvent/innen mit den gleichen Abschlüssen wie Sie beruflich gelandet sind. 

2) Die Weiterbildung im Lebenslauf platzieren

Weiterbildungen sind eine prima Möglichkeit, Lücken im Lebenslauf zu füllen. Gerade wenn Sie einen Kurs frisch absolviert haben und Sie sich auf Stellen bewerben möchten, in denen die gelernten Inhalte gefordert werden, lohnt es sich, die aktuellen Abschlüsse sogar detaillierter an den Anfang des Lebenslaufes zu stellen. Somit lenken Sie den Fokus des Personalverantwortlichen auf Ihre erworbenen Qualifikationen. In der Karrierebibel finden Sie Beispiele, wie Sie Ihre neuen Qualifikationen im Lebenslauf ideal eintragen können.

3) Mit der Weiterbildung im Anschreiben punkten

Während der Lebenslauf ein Datenblatt Ihrer bisherigen Qualifikationen und Berufserfahrungen ist, legen Sie im Anschreiben Ihre Motivation und Ihren Nutzen für die angestrebte Position dar. Hier können Sie dem Unternehmen mitteilen, welchen Mehrwert Sie durch Ihre Qualifizierung in die Vakanz mit einbringen. Zwei Formulierungsbeispiele aus Bewerbungen, die in Vorstellungsgesprächen mündeten, zeigen auf, wie Sie die Vorzüge von aktuellen Kenntnissen und Zertifikaten im Anschreiben darstellen können:

Absolventin Scrum-Master, Bewerbung für eine Stelle als agile Projektmanagerin:

„Durch meine Weiterbildungen bin ich tiefer in die agile Welt eingetaucht und habe mich mit agilen Methoden beschäftigt. Okay, eine Scrum-Zertifizierung macht aus einer Projektmanagerin noch lange keinen Scrum Master, schafft aber ein gutes Verständnis für das agile Framework und gibt mir Bestätigung, dass ich schon vor der Schulung mit einem agilen Mindset unterwegs war.“

Absolventin Online-Marketing-Managerin, Social-Media-Managerin und Online-Redakteurin, Bewerbung als Content-Marketing-Managerin:

„Ich besitze Grundlagen aus dem Online-Marketing, kann Produkte vermarkten und Zielgruppen bestimmen. Damit ist es einfach, den richtigen Kanal auszuwählen, um Ihre Marke bekannter zu machen. Ich weiß, was SEO ist und kann dies auch erfolgreich umsetzen. Grundlagen in Wordpress bringe ich ebenfalls mit. Und na ja, eine Social-Media-Strategie kann ich ebenso entwickeln. Gehört schließlich alles dazu. Ich bringe rund um die sozialen Netzwerke ein Gesamtpaket mit.“

Natürlich eignet sich die etwas saloppe Sprachwahl beider Beispiele nicht für jeden potenziellen Arbeitgeber und jede Stelle. In beiden Fällen kam es jedoch authentisch rüber. Entscheidend ist, dass Sie sich vorab via Stellenanzeige, Webseite und auch den Social-Media-Kanälen ein Bild machen, um den richtigen Ton für Ihren potenziellen Arbeitgeber zu treffen.

4) Mit dem LinkedIn- und XING-Profil sichtbar werden

Keywords sind die wichtigste Währung bei der Online-Jobsuche. Das gilt vor allem für den Bereich „Fähigkeiten und Kenntnisse“ in Ihren XING- und LinkedIn-Profilen. In dieser Rubrik haben Sie die Möglichkeit alle Kenntnisse einzutragen, die Sie während der Weiterbildung erworben haben und in Zukunft auch beruflich einsetzen möchten. Der folgende Screenshot zeigt ein Beispiel für die eingetragenen Kenntnisse einer Chemikerin mit neuen Qualifikationen im Qualitäts- und Projektmanagement:

5) Im Vorstellungsgespräch mit der Weiterbildung punkten

Auch im Vorstellungsgespräch empfehlen selbstbewusst mit Ihren neuen Wissen umzugehen. Schauen Sie vorher, welche Kenntnisse den Arbeitgeber besonders interessieren können und bereiten Sie sich entsprechend vor. Vorab noch mal einen Blick in die Lernunterlagen zu werfen, kann dabei helfen. Auch hier entscheidet die Haltung: Rufen Sie sich vor dem Gespräch noch mal den Nutzen Ihrer Weiterbildungen ins Gedächtnis und veranschaulichen Sie im Gespräch Ihre neu erworbene Expertise. Auf diese Weise unterstützen Sie Ihren Gesprächspartner, sich ein umfassenderes Bild von Ihren Kenntnissen zu machen und sich eine mögliche Zusammenarbeit besser vorstellen zu können.

Mit Weiterbildung in den Job

Mit einer Weiterbildung schafft man bisweilen die Quadratur des Kreises: Gerade im aktuellen Arbeitsmarkt, in dem es so viele offene Stellen gibt, wie noch nie, besteht die Chance auch als Quereinsteigerin oder Berufsstarter mit einer praktischen Weiterbildung und anerkannten Zertifikaten den Zuschlag für die neue Stelle zu bekommen, selbst wenn erste einschlägige Berufspraxis gefordert ist.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren Weiterbildungen im Bewerbungsprozess gemacht? Welche Fragen haben Sie? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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Die Stärken der Generalisten: Was sie ausmacht und worin sie richtig gut... Thu, 22 Sep 2022 08:02:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/experteninterviews/staerken-generalisten.html post-328 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/experteninterviews/staerken-generalisten.html Angela Borin Generalisten kämpfen in der Zeit ihrer Jobsuche häufig mit dem Glaubenssatz, nichts richtig gut zu können und suchen oftmals die eine Stärke, die sie in ihren Bewerbungen hervorheben können. Dabei… Die Stärken der Generalisten: Was sie ausmacht und worin sie richtig gut sind – Experteninterview mit Karriere-Coach Dr. Bernd Slaghuis by Angela Borin 22-09-22

Categories: Experteninterviews

Seit Jahren ist Dr. Bernd Slaghuis einer der gefragtesten Karrierecoaches Deutschlands. Sobald es um Themen wie Neuorientierung, Bewerbung und Karriere geht, fragen ihn neben seinen Klienten auch Zeitungen wie der Spiegel, die Zeit oder die Südddeutsche regelmäßig an. Auch als XING-Insider hat er sich einen Namen gemacht. Auf beiden Businessnetzwerken folgen mehr als 30.000 Menschen seinen Beiträgen und Karriere-Tipps, die er auch in seinem Blog Perspektivwechsel festhält.

Mit seinem Beitrag „Liebe Generalisten es reicht“ traf er den Nerv vieler Jobsuchender und wurde daraufhin zum XING-Lunch-Talk eingeladen. Da auch wir bei der LVQ viele Generalisten unter unseren Teilnehmenden haben, lag es für uns nahe, dazu selbst mit Bernd Slaghuis in den Austausch zu gehen:

  • Was macht Generalisten aus?
  • Was sind ihre Kernkompetenzen?
  • Und wie können Sie sich während der Jobsuche am besten verkaufen?

Diese und andere Fragen haben wir Bernd Slaghuis im ersten Teil unseres Interviews gestellt.

Das Generalist-Sein: Die Vielfalt der Stärken

Guten Morgen Bernd. Schön, dass Du Dir Zeit für unser Interview genommen hast und wir heute über die spannende Frage „Wie gehe ich eigentlich als Generalist mit der Jobsuche um?“ reden. Doch bevor wir starten: Was macht denn einen Generalisten aus?

Dr. Bernd Slaghuis: Hallo Angela. Ich freu mich auch und bin gespannt auf unseren Austausch. Zu Deiner Frage: Einerseits sind es die Aussagen selbst, die Generalisten über sich treffen, andererseits sind es unsere persönlichen Stärken, die definieren, ob wir mehr Spezialist oder Generalist sind. Wenn ich Generalisten im Coaching habe, sagen viele: „Ich interessiere mich für so vieles, aber weiß nicht, was meines ist.“ oder „Mir wird schnell langweilig, dann brauche ich etwas Neues.“ Es ist also das eigene Gefühl, was schon eine generalistische Prägung verrät – ohne aber den Begriff Generalist zu nutzen oder zu kennen.

Hinzu kommen sehr breite und vielfältig ausdifferenzierte Stärken, die auch mit der eigenen Persönlichkeit zusammenhängen: beispielsweise, dass jemand ein guter Kommunikator ist, der auch zwischen Menschen vermitteln kann oder ein guter Denker, Stratege und Visionär, der aber auch das Alltagsgeschäft erfolgreich meistert. Generalisten sind also aus verschiedenen Stärkenrichtungen einfach sehr gut bedient und vereinen sehr viele Stärken in sich.

Kristallisieren sich aus Deiner Sicht spezielle Kernkompetenzen heraus oder ist das sehr unterschiedlich?

Dr. Bernd Slaghuis: Die Kernkompetenz eines Generalisten ist das Generalist-Sein und diese Vielseitigkeit, die daraus erwächst. Es geht nicht darum, drei spezielle Aspekte aus dieser Vielseitigkeit hervorzuheben, sondern wertzuschätzen, dass einfach viele unterschiedliche Kompetenzen stark ausgebildet sind. Dennoch sehe ich in meiner Arbeit häufig, dass mitunter ein oder zwei Stärkenrichtungen besonders hervorstechen. Zum Beispiel zeigt sich als ausgeprägteste Stärkenrichtung „der Denker“ und weitere Stärkenanteile verteilen sich auf „den Kommunikator“, „den Steuerer“, „den Künstler“ oder „den Organisator“. Anders als der Super-Spezialist, der beispielsweise nur als Innovationsexperte arbeitet, der aber seine Ideen vielleicht nicht verkaufen oder kommunizieren kann, vereint der Generalist mehrere Stärken als seine Kernkompetenz.

Das Hochstapler-Syndrom: Generalisten glauben nichts zu können

Interessanter Punkt, denn viele Generalisten glauben ja gerade, dass sie eine Sache richtig gut können müssen. Doch heißt das nun, dass Generalisten in Abgrenzung zum Spezialisten gar nichts so richtig gut können dürfen?

Dr. Bernd Slaghuis: Sie dürfen schon, aber sie müssen nicht. Ganz viele, die zu mir kommen, haben genau den von Dir erwähnten Druck, weil sie den typischen Generalisten-Glaubenssatz und das Gefühl von Hochstapelei im Kopf haben: „Ich kann ja nichts richtig, also bin ich nicht gut genug.“ oder andersherum „Ich bin nicht gut genug, weil ich nichts richtig kann.“ Hier spricht letztlich die Angst, die dem Generalisten sagt, „Hoffentlich kommt das nicht raus, dass ich eigentlich gar nichts richtig kann“. Das ist total typisch für viele Generalisten. Und genau hier finde ich es daher wichtig, für sich selber anzuerkennen: „Doch ich bin gut genug, gerade weil ich viele Dinge ein bisschen kann und diese breite Vielfalt in der Kombination mitbringe. Genau das ist meine Kompetenz.“ Außerdem hängt da noch viel mehr dran. Die Kompetenz eines Generalisten zeichnet sich im Grunde dadurch aus, dass er sehr flexibel agieren, sich leicht auf neue Sachverhalte, Themen, Projekte und Teamsituationen einstellen und sich schnell auf Veränderung einlassen kann.

Die eigenen Glaubenssätze zu identifizieren und aufzubrechen, das ist häufig gar nicht so einfach. Hast Du einen Master-Tipp für Generalisten, wie sie ihre Vielseitigkeit positiver wahrnehmen?

Dr. Bernd Slaghuis: Direkt an die Generalisten unter uns gewandt: „Erkennt eure Stärken und Werte und werdet euch der Vielfältigkeit eurer Stärken bewusst. Versucht nicht den Generalisten in euch zu töten oder aus euch krampfhaft einen Spezialisten zu machen. Erkennt den Generalisten an, seid stolz auf den bunten Blumenstrauß und sucht euch solche Positionen, Aufgaben und das Umfeld, in denen genau diese Stärkenvielfalt und eure Persönlichkeit einen hohen Wert haben.

Generalisten suchen Abwechslung statt Routine

Den bunten Blumenstrauß aktiv suchen und mit ihm glänzen: Guter Tipp, doch wie gelingt das in der Praxis? Gibt es bestimmte Dinge, auf die Generalisten in Stellen achten sollten?

Dr. Bernd Slaghuis: Ich mache mit meinen Kunden oft meine „Traumjob“-Übung, in der sie sich anhand verschiedener Kriterien ihren idealen Job backen dürfen. Eines dieser Kriterien ist das Verhältnis von Abwechslung zu Routine. Es geht darum aufzuzeigen, wie 100% der Arbeit am liebsten aufgeteilt sein sollten, um langfristig im Job zufrieden zu sein. Der Schwerpunkt liegt bei den Generalisten meistens auf der Abwechslungsseite: 70 zu 30. Sie möchten nicht wie der Spezialist Routine und Gleichförmigkeit. Während Spezialisten jedes Buch zu ihrem Thema verschlingen, immer mehr Expertenwissen ansammeln und sich immer tiefer in ihre Nische einarbeiten, reduzieren Generalisten das Wissen auf die essenziellen Eckpunkte. Sie wissen, wo sie für tiefergreifendes Wissen nachlesen können. Generalisten benötigen stattdessen immer wieder Neues in Form von Impulsen, Herausforderungen und Themen, mit denen Sie sich lernend beschäftigen können. Der bunte Blumenstrauß sollte sich also idealerweise in der Aufgabenstellung des Jobs wiederspiegeln, da Generalisten eine möglichst große Spielwiese aus verschiedenen Themen, Aufgabengebieten sowie auch Schnittstellen zu benachbarten Bereichen brauchen.

Generalisten haben also deutlich andere Wünsche und Bedürfnisse als Spezialisten. Doch wie sieht das konkret aus? Hast Du Stellenformulierungen parat?

Dr. Bernd Slaghuis: Ideale Stellen für Generalisten weisen oft einen Mix aus Konzeption, Kooperation und Umsetzung auf. Wenn in der Aufgabenbeschreibung also steht „Konzeption (und Implementierung) von X und Y“, „Begleitung von Veränderungsprozessen“, „Weiterentwicklung von Z“, „Schnittstellenarbeit und Koordination mit XY“, „Vermittlung und Moderation von Z“ oder viel Projektgeschäft – also sehr viel Neues, Umsetzung, Planung und Organisation – aus der Stelle herauszulesen ist, wird jemand gesucht, der vieles aus verschiedenen Bereichen miteinander verbindet: ein Generalist.

Sobald eine Aufgabenbeschreibung sehr eng klingt und Wörter wie „Fokus“ oder „schwerpunktmäßig“ auftauchen, wird ein Spezialist gesucht. Dies lässt sich auch daran erkennen, wenn nur wenige Bulletpoints die Aufgabe beschreiben und diese aber verschiedene Teilaspekte einer Richtung benennen. Beispielsweise die „Konzeption des Reportings zur Messung der KPIs im Vertrieb“ und die „Berichterstattung der KPIs vor dem Vorstand“. Das ist eine klassische Vertriebs-Controlling-Stelle, die einen engen Fokus setzt. Entscheidend für Generalisten ist es also, zu gucken wie vielfältig die Aufgaben beschrieben sind.

„Spezialisten suchen Stellen, Generalisten finden Arbeitgeber.“

Breite Tätigkeitsfelder statt enger Fokus: Aber wie machen sich Generalisten dann greifbar?

Dr. Bernd Slaghuis: Voraussetzung ist natürlich erstmal, dass der Generalist selbst seinen Wert kennt und anerkennt, für sich also Klarheit schafft. Mit dieser Klarheit kann er sich dann bewerben und seine Vielfalt im Lebenslauf präsentieren. Und das auch ruhig über die Stellenanforderungen hinaus ohne die Kenntnisse nur auf das „herunterzudampfen“, was auf die Stelle passt. Oft macht es auch Sinn, das Generalistentum offen im Anschreiben zu thematisieren: „Ich bin vielleicht nicht der Spezialist, den Sie auf diesem Gebiet suchen, aber als Generalist bringe ich X und Y mit.“ Generalisten sollten auch ruhig so einen Begriff mit einbringen, sodass der Leser für sich entscheiden kann, ob er in dieser Position wirklich einen Spezialisten sucht oder der Generalist doch noch besser dafür geeignet wäre. Denn häufig passen Generalisten eben nicht zu 100% auf eine Stelle und fühlen sich daher auch nicht wirklich angesprochen. Aber die Flexibilität macht ja den Wert aus. Das Ziel für alle Generalisten sollte daher immer sein, dass der neue Arbeitgeber so beeindruckt von der Fülle und Vielseitigkeit ist, dass er sich sagt: „Wenn der Bewerber dies alles in den letzten Positionen und Jahren gemacht hat, dann wird er sich auch hier bei uns in dieser Position schnell einfinden und einarbeiten können.

Für Generalisten gibt es also nicht den einen Stellentitel, nach dem sie filtern können. Erst die Aufgaben dahinter entscheiden.

Dr. Bernd Slaghuis: Genau. Deswegen sage ich auch immer: Spezialisten suchen Stellen, Generalisten finden Arbeitgeber. Die meisten Generalisten, die zu mir ins Coaching kommen, möchten am liebsten die drei für sie perfekten Stellenbezeichnungen von mir erfahren, nach denen sie dann gezielt in Stellenbörsen suchen können. Das schaffen wir aber nie, weil es für einen Generalisten auch keinen Sinn macht. Für einen Generalisten ist es am Ende egal, ob auf seiner Visitenkarte „Projektmanager“ oder „Customer Sales Experience Manager“ steht. Viel wichtiger ist es zu definieren, was ein Generalist für ein gutes Arbeitsumfeld benötigt und wie eine Aufgabe grob gelagert sein sollte. Geht es mehr Richtung Konzeption, Strategie und Denker oder Richtung operatives Tagesgeschäft, Hands-On und Macher? Mein Ziel im Coaching ist, dass jemand ein gutes Bild von einem zu ihm passenden Arbeitsumfeld und von seinen Ansprüchen an eine neue Führungskraft bekommt. So entwickelt sich ein geeignetes Suchraster für einen Generalisten – nicht durch Stellenbetitelungen.

Jobsuche abseits der Stellenbörsen

Also weg von Stellenausschreibungen hin zu Initiativbewerbungen im gewünschten Unternehmen?

Dr. Bernd Slaghuis: Ich bin kein großer Fan von Initiativbewerbungen, weil sie oft nicht funktionieren. Personaler machen eine gute Arbeit, wenn sie eingehende Bewerbungen mit offenen Stellen abgleichen. Die freiere Überlegung, wo ein Kandidat in einer Organisation eingesetzt werden kann, das passiert heute kaum noch. Eine Initiativbewerbung muss somit weit über eine klassische Bewerbung hinausgehen. Im besten Fall liefert der Generalist seinem potenziellen neuen Arbeitgeber schon eine konkrete Idee, wo er sich im Unternehmen sieht und präsentiert sich mit allem, was er dafür mitbringt, auf einem Silbertablett. Initiativbewerbungen funktionieren oft nur dann, wenn der Generalist eine Lücke im Unternehmen sieht, diese füllen kann und idealerweise schon ein Kurzkonzept mitschickt. Nach dem Motto: „Das Unternehmen ist so groß, die benötigen jetzt ein professionelleres Marketing und eine bessere Schnittstellenarbeit. Genau da komme ich als Generalist ins Spiel.“ Initiativbewerbungen funktionieren also nicht für jeden.

Besser wäre es, nach Arbeitgebern zu suchen – im besten Fall in der Region, denn die meisten suchen gerne regional – und sich die Homepage sowie die ausgeschriebenen Stellen anzuschauen. Welche Unternehmen gibt es in welchen Branchen und mit welchen Themen? Welche interessieren den Generalisten? Klar ist: Keiner schaut sich Stellen an, die nicht zum eigenen Aufgabengebiet passen. Ein Marketeer klickt eher nicht auf die IT-Anwendungsentwickler-Stelle, aber schaut sich alles rund ums Marketing an. Hier würde ich zusätzlich empfehlen, auch Stellen in Betracht zu ziehen, die etwas mit Projektmanagement, Vertrieb, Kunden und dem Markt zu tun haben. Weg von den Stellenbörsen Arbeitgeber zu googlen und zu finden, das ist aber natürlich der kreativere und schwierigere Weg. Ich sehe jedoch, dass es oft der motivierendere und am Ende auch effizientere Weg ist.

In dem Moment, wo Generalisten auf Jobsuche sind, sollten sie zudem mit offeneren Augen durch die Welt gehen und wahrnehmen, welchen Leuten sie auf Events begegnen, wo diese arbeiten und was sie über ihre Arbeitgeber erzählen. Ein Tipp, den ich meinen Klienten immer gebe, lautet: „Guck, welche Produkte, Menschen oder auch Firmenschilder Dir begegnen, was und wen Du wahrnimmst und welche Kontakte daraus entstehen können.“ Das klingt profan, aber was durch diesen Tipp alles schon entstanden ist, das ist wirklich verrückt. Einer meiner Klienten hat seinen neuen Job durch den auf einem Baumarktparkplatz stehenden Transporter mit Firmen-Logo gefunden.

Nicht zum Mädchen für alles werden

Also lieber auf ausgeschriebene Stellen der Unternehmenswebseite reagieren, aber die Extrameile gehen und den eigenen Blumenstrauß darlegen, um Möglichkeiten aufzumachen. Doch dann kann es auch schnell passieren, dass das Aufgabenfeld und die Summe der Aufgaben größer ausfällt als gewünscht. Wie sorgen Generalisten trotzdem für eine Eingrenzung ihres Arbeitsfeldes, um später nicht alles auf den Tisch gelegt zu bekommen?

Dr. Bernd Slaghuis: Das ist natürlich das Problem, wenn ein Arbeitgeber erkennt, dass er einen Bewerber oder Mitarbeiter hat, der sehr vielfältig einsetzbar ist und auch gerne alles annimmt. Dieses Abgrenzungsproblem haben viele Generalisten, da sie sich für vieles interessieren, schlecht Nein sagen können und Tätigkeitserweiterungen im ersten Moment als Bereicherung empfinden. Wenn der Generalist aber über einen längeren Zeitraum in der ohnehin dünn besetzteren Urlaubszeit noch eine Krankheitsvertretung und die Einarbeitung eines neuen Kollegen übernehmen muss, kann dies schnell in einer Überlastung resultieren.

Trotz passender Aufgaben, kreativer Spielwiese und toller Kollegen – kurzum dem eigentlich absolut passenden Traumjob mit optimalem Arbeitsfeld – kann es dann schnell kippen. Wichtig ist, dass der Generalist sich nicht alle Aufgaben zu eigen macht und auch kurze Ruhephasen mit der Perspektive, dass Veränderung wieder möglich ist, für sich nutzt, um den Stresspegel auf gesundem Maß zu halten.

Breites Tätigkeitsfeld ohne etliche weitere Aufgabenstellungen und Arbeitsfelder: Wie können Generalisten diesen Spagat in der Bewerbung hinbekommen?

Dr. Bernd Slaghuis: Generalisten brauchen wie gesagt eine große Spielwiese und es ist wichtig, diese Spielwiese zu definieren und darauf zu achten, wo die Grenzen verlaufen und wo ein anderer Arbeitsbereich anfängt. Darüber lässt sich für den angestellten Generalisten auch ein „Nein“ argumentieren: „Ja, vielleicht finde ich als Generalist die Aufgabe gerade spannend und vielleicht glaubt mein Chef, dass ich diese gut ausführen könnte, aber sie fällt nicht in meine Zuständigkeit und ich möchte meine Spielwiese dahingehend auch nicht erweitern.

Tätigkeitsbereiche im Vorstellungsgespräch klar umreißen

Die Spielwiese sollte daher in einem Vorstellungsgespräch umrissen werden. Das richtige Begreifen und Definieren geschieht oftmals erst, wenn der Generalist im Job ist. Doch ich stelle häufig fest, dass viele Arbeitgeber die Spielwiese ihrer ausgeschriebenen Stellen selbst nicht deutlich genug ausdifferenziert haben – speziell wenn es eine neue Stelle ist. Oft schwingen arbeitgeberseitig dann Gedanken mit wie: „Wir brauchen jetzt dringend jemanden in dieser Position. Wie genau die Aufgaben gestaltet sind, das ergibt sich dann im Job.

Das kann für Generalisten natürlich eine Chance sein, diese Spielwiese selbst für sich zu definieren. Die Gefahr lauert auf der anderen Seite aber darin, dass die Spielwiese nie definiert wird, die Ränder nicht klar sind und Generalisten zu einem „Mädchen für alles“ werden. Ein hilfreicher Tipp an dieser Stelle: „Wenn die Stelle im Vorstellungsgespräch bereits umrissen ist, konkretisiert die Aufgabenbereiche und die Ränder. Ist dies nicht gegeben, verweist darauf, dass die Definition des Aufgabenbereiches eine der ersten Aufgaben bei eurem Start ins Unternehmen sein wird. So habt ihr eine erste klare Aufgabe abgestimmt.

Das eigene Profil wertschätzen und klare Kante zeigen

Die Spielwiese von vornherein definieren, treffende Aussage. Aber könnte hier nicht seitens des Unternehmens das Vorurteil aufkommen, dass Generalisten doch sowieso gar nicht wissen, was sie wollen?

Dr. Bernd Slaghuis: Die Gefahr besteht natürlich immer und hängt auch immer an der Frage „Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben?“. Jeder Generalist denkt vermutlich erstmal: „Die Stelle ist mir aufgefallen, weil sie spannend klang – genauso wie zehn weitere.“ Und genau das finde ich übrigens gar nicht schlimm. Bewerber dürfen aus meiner Sicht ruhig offen damit umgehen, dass sie andere Bewerbungen ausstehen haben. Die Erwartungshaltung, dass ein Bewerber sich nur an einer Stelle eine Chance aufmacht, ist schließlich realitätsfern.

Generalisten haben häufig das Gefühl, dass sie kein richtiges Profil haben, weil sie eben nichts richtig können. Daraus entsteht die Angst, dass das irgendwann auffällt. In dem Moment, in dem ein Generalist sich aber offen und klar als solcher bekennt – in einem Bewerbungsgespräch zum Beispiel – und exakt diese Vielfalt als sein Profil wahrnimmt, kann es im Nachgang nicht überraschend herauskommen. Der eigenen Vielseitigkeit also den passenden Wert beizumessen, ist eine wichtige Voraussetzung, um dem potenziellen Arbeitgeber auf Augenhöhe zu kommunizieren: „So bin ich, das ist das gesamte bunte Paket. Wenn das zu euch und der Stelle passt, dann steht einer beruflichen Zusammenarbeit nichts im Weg.“ Wenn diese Wahrnehmung erreicht ist, verschwindet auch die Angst. Und wenn im Arbeitsalltag Situationen entstehen, in denen Spezialwissen gefragt ist und der Generalist die Antwort nicht sofort parat hat, darf und kann er entspannt sagen: „Das nehme ich jetzt mit, schlage es nach dem Meeting nach und liefere euch dann die Antwort.“ Das Spannende ist ja, dass es in der Regel nicht mal auffällt und wenn doch, stellt es niemand in so einer Situation infrage. Selbstbewusst mit der Stärke „Generalist“ in verschiedenen Situationen umgehen – das ist der Schlüssel.


 

 

 

Disclaimer: Zugunsten der besseren Lesbarkeit wurde die zeitgleiche Verwendung der männlichen, weiblichen und diversen Form während des Interviews nachträglich in der Verschriftlichung auf die männliche Sprachform reduziert. Diese Form schließt an dieser Stelle alle Geschlechter mit ein.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Unser Fokus: Seit jeher Ihre Zukunft – Vierzig Jahre voller beruflicher... Thu, 15 Sep 2022 08:07:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/lvquerbeet/weiterbildung-perspektiven-digitalisierung-arbeitswelt-vierzig-jahre-lvq.html post-294 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/lvquerbeet/weiterbildung-perspektiven-digitalisierung-arbeitswelt-vierzig-jahre-lvq.html Lars Hahn Vierzig Jahre voller beruflicher Perspektiven und Digitalisierung der Arbeitswelt. Ein Rück- und Ausblick von Lars Hahn. #40JahreLVQ Unser Fokus: Seit jeher Ihre Zukunft – Vierzig Jahre voller beruflicher Perspektiven und Digitalisierung der Arbeitswelt. Ein Rück- und Ausblick. #40JahreLVQ by Lars Hahn 15-09-22

Categories: LVQuerbeet

Edit September 2022: Endlich – nach 17 Monaten – konnten wir unsere LVQ-Jubiläumsfeier nachholen. Im Welterbe Zollverein trafen sich Wegbegleiter und Wegbereiter der #40JahreLVQ um unter dem Motto „Menschen machen den Erfolg!“ zu feiern. Ein kleines Review und Impressionen dazu unten im Beitrag.

 

Der 01.04.1981 markiert für uns in der LVQ ein historisches Ereignis: Die Gesellschaft, die sich heute LVQ nennt, wurde an diesem Tag gegründet. Deswegen gratuliere ich unserem gesamten Team – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Dozentinnen und Dozenten, aber auch allen, die seit 1981 die LVQ mitgeprägt und begleitet haben – zum vierzigjährigen Jubiläum.

In diesem Beitrag unter dem Motto #40JahreLVQ möchte ich erzählen, welche Ursprünge die LVQ hat, welche Entwicklung sie in den vergangenen vierzig Jahren genommen hat und welches Vermächtnis ihre Geschichte für unsere Zukunft bringt. Spannend ist, dass die Mission der LVQ seit ihrem Beginn in den 80ern stets die Verbesserung der beruflichen Chancen von Jobsuchenden durch Aus- und Weiterbildung gewesen ist. Ziemlich bemerkenswert ist auch, dass die Digitalisierung von Arbeitsprozessen bereits seit den 80ern des 20. Jahrhunderts (!) in der LVQ durchgängig eine tragende Rolle spielt.

Es gibt weitere Themen, die uns ständig begleitet haben: Unsere kleine, aber feine Unternehmensberatung hat über all die Jahre langjährige Kunden beraten und unterstützt und verschiedene Projekte durchgeführt. Im Feld der Weiterbildung qualifizieren wir seit eh und je auch Mitarbeiter*innen aus Industrie, Wirtschaft und Dienstleistungen. Besonders in den 2000ern setzten wir außerdem verschiedene, spannende EU-Projekte um. Und natürlich hatte bei all dem unser Kernthema Qualitätsmanagement immer eine große Bedeutung.

Aber speziell zwei Stränge ziehen sich durch die Geschichte der LVQ: Die Digitalisierung der Arbeitswelt und unsere Aufgabe der Qualifizierung für die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes. Im folgenden Beitrag werde ich darüber erzählen und einige Details aus unserer aufregenden Geschichte verraten.

#40JahreLVQ – Die 1980er:
Ausbildung in Materialprüfung und Computergestützte Qualitätssicherung

Das Q im Namen Lehr- und Versuchsgesellschaft für Qualität zeugt davon, dass die Ursprünge der LVQ in der Qualitätssicherung liegen – genauer in der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Gelehrt und gelernt wurde die Prüfung der Qualität von Werkstoffen. Dies geschah in der Anfangszeit bisweilen an ganz skurrilen Orten. Die Volkshochschule Mülheim lag als Ort der Erwachsenenbildung noch nahe, unterrichtet wurde aber auch im Mülheimer Straßenbahndepot, in einem Bunker und sogar im Freien. Man stelle sich dabei heutzutage die ratlosen Gesichter bei der Zertifizierung von Unterrichtsräumen vor.

Während LVQ-Mitbegründer und Werkstoff-Experte Karl Ries die Ausbildung von Jobsuchenden in der Qualitätssicherung aufbaute, befasste sich unser zweiter Mitbegründer Dr. Hansgeorg Thiele früh mit der Digitalisierung eben jener Qualitätssicherung. Er entwickelte mit seinem Team die Software Quasco, wobei es seinerzeit sogar handliche Quasco-Computer gab. Sie waren die ersten dieser Art. Quasco – was in aller Welt heißt das eigentlich? Wir haben nachgeforscht: Das Wort Quasco steht für „Qualitätssicherung per Computer“ und damit tatsächlich für die Digitalisierung von Arbeitsprozessen in der Frühzeit der Kleincomputer. Und wo wir gerade bei Namen sind: „Versucht“ wurde seinerzeit in der Lehr- und Versuchsgesellschaft für Qualität auch. In der Werkstoffprüfung und Qualitätssicherung werden nämlich unter anderem Zugversuche und Biegeversuche durchgeführt, daher erklärt sich der Name.

#40JahreLVQ – Die 1990er:
Qualitätsmanagement und Integrierte Managementsysteme

1990 war ein turbulentes Jahr in der LVQ. Schon vor der Wiedervereinigung wurden Kontakte in die „neuen Bundesländer“ geknüpft. Unter anderem wurden Standorte in Magdeburg, Rostock, Dresden und Chemnitz eröffnet. Bei der Gelegenheit holte die LVQ auch Dr. Winfried Jäger an Bord, der sich in Projektmanagement und Unternehmensberatung bewies und ab 1996 als langjähriger Geschäftsführer das Gesicht und die Geschäfte der LVQ maßgeblich prägte.

In den 90ern geschah auch der Umbruch, der die LVQ weg von reiner Qualitätssicherung hin zum Qualitätsmanagement führte. Es war die Zeit, in der die DIN-ISO-9000-Reihe in die Industrie eingeführt wurde. Die LVQ nahm sich dieses Themas an und wandelte sich im Laufe der 90er-Jahre immer weiter in diese Richtung, gerade auch in den Bereich der Qualifizierung. Überwiegend arbeitssuchende Ingenieur*innen und Techniker*innen profitierten am Arbeitsmarkt vom brandaktuellen Thema des Qualitätsmanagements.

Insbesondere der Ansatz von Integrierten Managementsystemen – also der komplexeren Integration von Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit – wurde dabei bereits früh erkannt und auch in der LVQ umgesetzt. So erweiterten wir schon 1998 unsere Kurse für jobsuchende Fach- und Führungskräfte um die Ausbildungen zur Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsbeauftragten im Umweltmanagement. Viele langjährige Mitarbeiter*innen und Dozent*innen konnten wir aus diesen Ausbildungen gewinnen, einige davon sind heute noch für uns tätig. Auch unser langjähriger Ausbildungsleiter und ehemaliger Co-Geschäftsführer Helmut Fleck startete so in der LVQ durch.

Neben weiteren Managementthemen war es uns bereits in den 90ern wichtig, Jobsuchende mit Kompetenzen für die Digitalisierung von Abläufen in Unternehmen fit zu machen. Dabei beschränkten wir uns nie auf reine Anwender-Office-Kurse, sondern führten schon früh Lehrgänge und Kurse im Bereich der professionellen digitalen Vernetzung und Nutzung des Internets ein.

#40JahreLVQ – Die 2000er:
Vernetzung, Projekte und Professionalisierung

2000 war übrigens das Jahr, in dem die LVQ endlich sesshaft wurde. Nachdem unser Wirken vorher auf viele Standorte verteilt war, bezogen wir zu Beginn des neuen Jahrtausends unser Bildungszentrum in Mülheim an der Ruhr, aus dem wir fortan wirkten.

Der befürchtete „Milleniumbug“ blieb auch in der LVQ schadensfrei aus und das Internet ging nun doch nicht mehr weg. Für die zunehmenden Bedarfe starteten wir in den Unternehmen folgerichtig die CISCO-Systems-Networking-Academy, in der wir lange Zeit sehr erfolgreich IT-Spezialisten für die technische Vernetzung von Unternehmen qualifizierten.

In den 2000ern war auch die Zeit der großen EU-Arbeitsmarktprojekte im Ruhrgebiet, die vom Arbeitsministerium NRW ausgeschrieben und begleitet wurden. In zwei dieser Projekte unterstützte auch die LVQ die Integration besonderer Zielgruppen in den Arbeitsmarkt: Qualifizierte Migrant*innen und ältere Fach- und Führungskräfte. Mit 50+ war man seinerzeit vermeintlich so richtig zu alt für den Arbeitsmarkt. Das Reizende an diesen Projekten waren die Freiräume und Möglichkeiten zur Vernetzung mit Unternehmen und anderen Akteuren des Arbeitsmarktes. Apropos Vernetzung: Unsere Verbindungen in Wirtschaft und Industrie – auch durch die LVQ Unternehmensberatung – führten schon immer zu Synergien: Fachkräftebedarf trifft qualifizierte Jobsuchende.

Ebenfalls in den frühen 2000ern erschufen wir unsere modulare Weiterbildung „Managementmethoden und -werkzeuge“. Damals ein Novum – auch heute noch aktuell: Angepasst auf den Bedarf der jeweiligen Jobsuchenden kann aus verschiedenen Bausteinen ein individuelles Programm zusammengestellt werden. Die Verbesserung der beruflichen Chancen und die Integration der Teilnehmenden in den Arbeitsmarkt hatten und haben dabei höchste Priorität.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in den 2000ern war schließlich die Gründung der LVQ Business Akademie, in der die zaghaften Ansätze zur Qualifizierung für Unternehmen und Berufstätige über die Jahre bis heute systematisch und professionell entwickelt und ausgebaut worden sind.

#40JahreLVQ – Die 2010er:
Berufsfindung und Qualifizierung für die Digitalisierung

Die 2010er begannen auch für die LVQ mit der Finanzkrise und den damit verbundenen Themen „Kurzarbeit“ und „Beschäftigtentransfer“. Viele unserer Teilnehmenden mussten sich gerade jetzt damit beschäftigen, wie eine völlig neue Berufstätigkeit, also ein beruflicher Quereinstieg zu erreichen ist.

In dieser Zeit bauten wir daher unser Beratungsangebot für Jobsuchende aus. Insbesondere die Arbeitssuche im verdeckten Stellenmarkt ist seitdem ein Kernthema der LVQ. Wir entdeckten in dieser Zeit das Life-Work-Planning-Verfahren, den Talentkompass NRW und das Systematische Kaffeetrinken für die Arbeit mit unseren Teilnehmenden.

Diese Angebote wiederum zogen neue Zielgruppen an. Während bis dato immer noch technische Fach- und Führungskräfte und Ingenieur*innen den Schwerpunkt unserer Teilnehmenden ausmachten, erweiterte sich der Kreis der Teilnehmenden um Hochschulabsolvent*innen aller Fachrichtungen und veränderungswillige Berufserfahrene aus verschiedensten Branchen.

Unsere mittlerweile erfolgreiche modulare Weiterbildung ergänzten wir für diese Zielgruppen um Themen, die zu der Zeit am Arbeitsmarkt besonders gefragt waren. So startete die LVQ im Sommer 2011 den bundesweit ersten Kurs „Social Media Manager*in IHK“, der auch durch den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert wird. Später ergänzten wir die Online-Schiene noch durch die Kurse „Online Marketing Manager*in IHK“ und „Online Redakteur*in IHK“. An diesen Kursen zeigt sich nun wieder der rote Faden der LVQ-Geschichte: Die Digitalisierung, dieses Mal von Kommunikation und Marketing in der Arbeitswelt geprägt, ermöglichten die neuen Weiterbildungen der LVQ, denn Kompetenzen in digitaler Kommunikation und digitalem Marketing eröffneten vielen Absolvent*innen der LVQ neue Einstiege in den Arbeitsmarkt.

Auch unser Weiterbildungsangebot im Qualitätsmanagement entwickelten wir weiter. Mittlerweile besuchten auf der Suche nach Kursen in Guter Herstellungspraxis oder auch Good Manufacturing (GMP) immer häufiger Naturwissenschaftler*innen unsere Weiterbildungen. Die mit einer TÜV-Prüfung abzuschließende Weiterbildung GMP-Manager*in ergänzt daher seit 2018 unsere „Managementmethoden und -werkzeuge“ und bietet Naturwissenschaftler*innen damit gute Jobperspektiven im Life Science-Bereich.

Apropos Jobperspektiven: Schon seit 2013 erscheint hier in unserem LVQ-Karriereblog wöchentlich ein Beitrag: von allen Facetten der Bewerbung bis hin zur Digitalisierung der Jobsuche. Berufliche Vernetzung mit XING und LinkedIn ist dabei nicht nur für unsere Teilnehmenden von großer Wichtigkeit, sondern auch für uns selbst. Unser Netzwerk pflegen wir analog wie digital, auch das kommt in unserem Blog – Sie lesen gerade darin – zum Ausdruck. Wir berichten über unsere Aktivitäten auf Messen, Konferenzen und Events. Unser Blog ergänzt gewissermaßen unsere Offline-Aktivitäten, spiegelt diese aber auch wider.

Insbesondere die immer dynamischeren Entwicklungen unserer Arbeitswelt und des Arbeitsmarktes sind Dauerthema unseres Blogs. So berichteten wir regelmäßig über den New-Work-Ansatz, über Arbeiten 4.0, die VUCA-Welt und den Einzug des Agilen in die Arbeitswelt.

#40JahreLVQ – Die 2020er:
Agiles Projektmanagement und Virtualisierung der Arbeitswelt

Folgerichtig starteten wir auf Basis dieser aktuellen Themen im neuen Jahrzehnt mit einem neuen Weiterbildungsmodul zu agilen Methoden für eine dynamische Arbeitswelt: „Agile Methoden und Professional Scrum Master“. Der erste Kurs konnte gerade noch in Präsenzunterricht starten. Dann kam die Corona-Pandemie.

Sie stellte das jahrzehntelang erprobte Geschäftsmodell der LVQ auf einen Schlag in Frage, hatten wir uns doch in fast vierzig Jahren als Spezialist für Präsenzunterricht bei anspruchsvollen Themen etabliert. Gerade erst hatten wir – übrigens auch in einem agilen Prozess – unseren kompletten Marketing- und Internetauftritt mit Markenkern Präsenzunterricht überarbeitet und waren Ende 2019 live gegangen. Nun zwang uns die neue Lage all unser bisheriges Tun und unsere Arbeitsgrundlage schnellstens zu überdenken.

Innerhalb von vier Wochen erfanden wir uns komplett neu. Wir verschafften unserern Teilnehmer*innen eine komplett neue Lernumgebung. Mit digitalen Plattformen und Tools realisierten wir sowohl für Jobsuchende als auch für Teilnehmer*innen der LVQ Business Akademie unsere neue Unterrichtsform des Online-Präsenzunterrichts. Was spannend ist: Durch das Miteinander-Remote-Arbeiten zwischen Dozent*innen, Mitarbeiter*innen, Teilnehmenden und externen Akteuren ist die Vernetzung und das Zusammenarbeiten noch intensiver geworden. Der regelmäßige Austausch der Fachdozent*innen und unsere virtuellen Meetings zur stetigen Optimierung unseres Angebots laufen so einfach, kreativ und nutzbringend wie nie zuvor. Die vierzig Jahre andauernde Digitalisierung unseres Geschäftsmodells startet – durch äußere Einflüsse forciert – in den 20ern mit Siebenmeilenstiefeln noch einmal richtig durch.

Auch der zweite rote Faden in der LVQ-Geschichte, die Verbesserung der beruflichen Chancen von Jobsuchenden, hat sich nach ersten Unsicherheiten durch das Virtuelle in den letzten Monaten noch intensiviert: Mit Vorträgen und Workshops rund um das Thema Jobsuche ist unser „langer Donnerstag“ dabei das Flaggschiff unseres virtuellen Angebotes geworden.

#40JahreLVQ: Ein Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Im Qualitätsmanagement steht der Begriff des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) mindestens seit den 80ern des 20. Jahrhunderts für die stetige Weiterentwicklung von Produkten, Prozessen und Services. Was läge näher, als die vierzigjährige Entwicklung der LVQ als eine Ongoing-KVP-Geschichte zu betrachten? Wir haben uns immer weiterentwickelt, stets die Anforderungen von Wirtschaft und Arbeitsmarkt antizipierend und aufnehmend. Themen wie Qualitätsverbesserung, Digitalisierung und Arbeitsmarktintegration sind dabei Ankerpunkte. Dem Philosophen Heraklit wird der Satz „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ zugeschrieben. Ich finde, er beschreibt die vierzig Jahre LVQ ganz gut.

#40JahreLVQ: Ein großer Dank an alle Weggefährtinnen und -gefährten!

Viele Menschen haben die LVQ in den vierzig Jahren ein Stück ihres Weges begleitet und tun es noch. Allen zu danken wird schier unmöglich. Erlaubt sei mir nur, hier unsere Gründer Dr. Hansgeorg Thiele und Dipl.-Ing. Karl Ries sowie unsere langjährigen Geschäftsführer Dr. Winfried Jäger und Helmut Fleck hervorzuheben, die – jeder auf seine Weise – der LVQ ihren Stempel aufgedrückt haben! Im Namen des gesamten LVQ-Teams danke ich überdies einfach allen Mitarbeiter*innen, Dozent*innen, Partner*innen, Mitstreiter*innen, Teilnehmer*innen, Kunden und Kundinnen für Inspiration, Vertrauen und Zusammenarbeit. Sie alle haben auf die eine oder andere Weise die LVQ mitgeprägt!

Edit: „Menschen machen den Erfolg“ – die #40JahreLVQ-Feier

Vor etwa 40 Jahren wurde das Schicksal der Zeche Zollverein besiegelt. Sie sollte eigentlich abgerissen werden, glücklicherweise wurde das gesamte Ensemble gerettet. Heute ist die Zeche Zollverein in der Mitte des Ruhrgebietes bekanntlich ein UN-Welterbe, ein kultureller Ort mit Museen, Kreativbranche und Bildungsstandorten und bot sich deshalb als Kulisse für die #40JahreLVQ-Feier ganz folgerichtig an.

Denn Zollverein ist ein Paradebeispiel für gelungenen Strukturwandel, auch für den Wandel von Arbeitswelt und Arbeitsmarkt. Just über unsere gesamten 40 Jahre LVQ begleiten ja auch wir diesen Strukturwandel.

Also fand unser Fest passend in „The Mine“ statt, in ehemaliger Bergwerkskulisse mit mediterraner Küche, direkt gegenüber vom Ruhrmuseum. Dabei war es wichtig und so schön, endlich mal wieder den vielen Menschen zu begegnen, die uns geholfen haben und aktuell helfen, die LVQ zu gestalten – manche eher kurz, viele aber auch über eine lange Zeit: Dozentinnen und Dozenten, (ehemalige) Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Familienmitglieder und viele Wegbereiterinnen und Wegbegleiter. Besonders berührend auch das Statement unseres „Co-Founder“ der LVQ, Dr. Hansgeorg Thiele, der die Startup-Zeit der LVQ auf den Punkt brachte: „Meine Frau packte mit an und prägte die Anfangszeit mit, denn wir hatten ja nix!“. Natürlich gab es Impressionen und kurze historische Rückblicke, die auch hier im Beitrag oben zu lesen sind.

Im Mittelpunkt des Abends stand jedoch der persönliche Austausch der „Menschen, die den Erfolg der LVQ (aus)machen“ – es wurde gemeinsam gegessen, getrunken, geplaudert und sogar getanzt. Und da ja die LVQ mittlerweile in Wirklichkeit schon mehr als 41 Jahre ist, freuen wir uns alle schon auf das 50jährige in achteinhalb Jahren.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Weiterbildung Digital-Change-Manager (IHK) - gelebter Wandel Thu, 08 Sep 2022 09:30:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/digital-change-manager-ihk-weiterbildung-mit-bildungsgutschein.html post-327 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/digital-change-manager-ihk-weiterbildung-mit-bildungsgutschein.html Martin Salwiczek Unsere Arbeitswelt verändert sich in einer Komplexität und Geschwindigkeit, wie nie zu vor. Neben der Digitalisierung wirken gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und kultureller Faktoren… Weiterbildung Digital-Change-Manager (IHK) - gelebter Wandel by Martin Salwiczek 08-09-22

Categories: Weiterbildung

Unsere Arbeitswelt verändert sich in einer Komplexität und Geschwindigkeit, wie nie zu vor. Neben der Digitalisierung wirken gesellschaftliche, politische, wissenschaftliche und kultureller Faktoren mit ein, beschleunigt nicht zuletzt durch Corona. Change-Management als berufliche Aufgabe wird damit wichtiger denn je zuvor. Mit unserer neuen Weiterbildung Digital-Change-Manager/in (IHK) sollen Fach- und Führungskräfte dazu befähigt werden, diesen stetigen Change-Prozess aktiv zu gestalten und durch die Anwendung digitaler Werkzeuge und Lösungen zu begleiten. Im folgenden Beitrag informieren wir über Perspektiven, Zielgruppen und Inhalte der Weiterbildung und blicken auf den aktuell stattgefundenen Kurs.

Turbo-Wandel der Arbeitswelt

„Nichts ist so beständig wie der Wandel “, sagte Heraklit von Ephesus bereits ca. 500 v.Chr. Seit jeher mussten wir Menschen uns mit Veränderungen auseinandersetzen, lernen uns anzupassen. Lenken wir den Blick auf den Arbeitsmarkt, unterliegt auch dieser einen stetigen Wandel. Mal ging dieser gemächlicher von statten, mal beschleunigt durch bestimmte (vor allem technologische) Entwicklungen, die in der Wissenschaft als die vier Stufen der industriellen Revolution bezeichnet werden. Jede dieser vier Phasen brachte eine Vielzahl an Veränderungen mit sich: Branchen und Unternehmen veränderten sich. Bestimmte Berufe starben, neue entstanden. Immer wieder mussten die Menschen lernen, sich an diese neuen Gegebenheiten anzupassen.

Doch vergleicht man die heutige Zeit mit den vorherigen Epochen, geschieht der Wandel der Arbeitswelt so komplex und so schnell wie nie zuvor. Komplex daher, weil so viele Veränderungsprozesse aus gesellschaftlicher, politischer, wissenschaftlicher und kultureller Ebene zusammenkommen, wie nie zuvor. LVQ-Geschäftsführer Lars Hahn nahm sich diesen Umstand bereits in seiner Kolumne zur „VUCA-Welt“ vor. Zukunftsforscher Matthias Horx und das Zukunftsinstitut identifizieren 13 aktuelle Megatrends, wie zum Beispiel Globalisierung, Konnektivität, Sicherheit, Wissenskultur oder New Work, die neben der Digitalisierung in unterschiedlicher Intensität Einfluss auf den Wandel unserer Arbeitswelt haben.

Diese Komplexität wird begleitet von einer nie dagewesenen Geschwindigkeit von Veränderungsprozessen in unserer Arbeitswelt, in der nicht zuletzt Corona wie ein Brandbeschleuniger gewirkt hat. Viele Branchen und Unternehmen, die schrittweise versuchten sich an diese Veränderungsprozesse anzupassen, mussten sich in kürzester Zeit neu erfinden und u.a. ihre Prozesse, ihre Kommunikation und ihre Arbeitsplätze digitalisieren.

(Digital)-Change-Management wird zur eigenen beruflichen Disziplin

Change-Management – die Organisation von Wandel im Unternehmen – ist zu einer eigenen beruflichen Disziplin geworden, die ihren Ausdruck in eigenen Berufsbildern findet. Sucht man aktuell in etablierten Stellenbörsen unter dem Stichwort „Change-Management“, findet man in Stepstone knapp 2.000 Stellen, bei LinkedIn fast 6.000 Stellen und in der Jobsuche Indeed sogar knapp über 9.000 Stellen alleine für Deutschland, die „Change-Management“ als Bestandteil haben. Ein großer Anteil der genannten Stellen hat dabei das Thema „Digital- Change-Management“ – also die Organisation digitaler Veränderungsprozesse zum Inhalt. Exemplarisch hierfür steht die Stellenausschreibung „Change-Manager (m/w/d) Digitalisierung“ der Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vom 06.09.2022:

Schaut man sich die Anforderungen für diese Position an wird es nicht überraschen, dass Hochschulabsolvent/innen und erfahrene Akademiker/innen aus den Bereichen Wirtschaftsinformatik, BWL, Wirtschaftspsychologie oder ähnlichen Disziplinen mit entsprechender mehrjähriger Erfahrung gesucht werden. Doch mit Blick auf andere Stellenausschreibungen wird sichtbar, wie unterschiedlich teils die Anforderungen sind: So werden erfahrene IT-ler, Personaler, Marketingfachleute oder Projektmanager ebenso gesucht, wie Hochschulabsolventen aus geistes- oder naturwissenschaftlichen Disziplinen mit wirtschaftlichen Einschlag und digitaler Affinität.

Doch wie kann man sich abseits des Studiums und der bisherigen Berufserfahrungen für Aufgaben im „Digital-Change-Management“ qualifizieren? Einen Ansatz dafür liefert unsere Weiterbildung Digital-Change-Manager/in (IHK) die wir im Folgenden vorstellen möchten.

Weiterbildung Digital-Change-Manager/in (IHK):  Wandel lernen und Lernen im Wandel

Als Bildungsanbieter mit Präsenzunterricht erlebten wir durch Corona den Turbowandel der Arbeitswelt am eigenen Leib. Innerhalb eines Monats stellten wir unseren Präsenzunterricht vor Ort auf Online-Präsenzunterricht um, was viele Veränderungen in Bereichen wie Kommunikation, Organisation und Prozessmanagement nach sich zog. Zudem änderte sich der Weiterbildungsbedarf unserer Interessentinnen und Interessenten, was in einige neue Kursangebote mündete. Die Weiterbildung „Agile Methoden mit Scrum“ boten wir bereits kurz vor Beginn der Corona-Krise an. Das Thema E-Commerce kam hinzu und nun zum ersten Mal auch die Weiterbildung Digital-Change-Manager (IHK).

13 Teilnehmer/innen mit höchst unterschiedlichen beruflichen Hintergründen starteten im August die Weiterbildung. So war die erfahrene Personalerin genauso dabei, wie der IT-Consultant, die Referentin für Unternehmenskommunikation, genauso wie der Produktmanager oder die Berufseinsteigerin aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich. Begleitet wurden sie durch unser Dozententeam Christian Müller und Anne Poger. Während Christian Müller strategischer Unternehmensberater für digitalen Wandel und Kommunikation ist, arbeitet Anne Poger als Dozentin und Didaktikerin an der HRW und als freiberufliche Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Human Resources Management. In zwanzig Tagen führten sie die Teilnehmer/innen des Kurses „Digital-Change-Manager/in (IHK)“ unter anderem durch folgende Themen:

  • Digitale Transformation, Change und VUCA
  • Disruptive, neue Geschäftsmodelle und Umgang mit Wandel
  • Auswirkungen von Digitalisierung auf bestehende Geschäftsstrukturen
  • Erfolgsfaktoren und Strategien des Wandels
  • Führung im Wandel
  • Kommunikation im Change-Management
  • Unternehmenskultur und Kompetenzen im Wandel

Zudem lernten unsere Teilnehmer/innen die Anwendung von agilen Werkzeugen und Kollaborationsmethoden kennen, wie Miro, Scrum, Kanban, Liberating Structures oder Design Thinking. Abschließend erarbeiteten sie in praktischen Einheiten ihre eigenen Digital-Change-Projekte und präsentierten deren Ergebnisse.

Gelebter Wandel: Digital-Change-Manager/in (IHK)

Für alle Beteiligten, sowohl die Teilnehmer/innen, als auch das Dozenten-Team, sowie die LVQ war der Kurs angewandtes Gestalten des Wandels. Nicht nur die Themen waren neu, auch der methodisch-didaktische Ansatz des Dozententeams. Neben fachlichem Input standen angeleitetes, selbstorganisationales Lernen mit digitalen Tools, Plattformen und Kollaborationsmethoden wie Miro, Moodle, Scrum oder Liberating Structures im Fokus, die in der Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen. Diese Vorgehensweise unterschied sich vom klassischen Präsenzunterricht der auch bei der LVQ noch häufig im Vordergrund steht und den die Teilnehmenden aus Schule und Studium und anderen Aus- und Weiterbildungen kennen. Auch das Dozenten-Team arbeitete erstmals in dieser Form – im Rahmen einer zwanzigtägigen Weiterbildung mit Teilnehmenden unterschiedlichster fachlicher Herkunft – mit diesem Ansatz. Dies erforderte während des laufenden Kurses einiges an kurzfristigen Feinjustierungen und Änderungen, die das Dozenten-Team gemeinsam mit den Teilnehmenden mit viel Herzblut und Engagement umsetzten – gelebte Realität von Change.

Weiterbildung Digital-Change-Manager (IHK): Was die Teilnehmer/innen sagen

Das Feedback der Teilnehmer/innen war vielfältig und überwiegend sehr positiv. Einige hatten Schwierigkeiten mit dieser Art der Wissensvermittlung und den sehr dynamischen Umständen, die ein Pilot-Kurs mit sich bringt. Verbesserungsvorschläge gab es zu den Inhalten, Ablauf und Struktur des Kurses, aber auch der Wunsch nach gedruckten Unterlagen kam auf. Erfreulich positiv waren die Rückmeldungen zum Dozenten-Team Anne Poger und Christian Müller: Hervorgehoben wurden deren Knowhow, der Praxisbezug, die Flexibilität und die Dozentenpersönlichkeiten der beiden. In Summe wurden die Erwartungen der Teilnehmer/innen an den Kursen erfüllt oder gar übertroffen:

  • „Ich bin mit der Erwartung angekommen, mein Wissen mit Fachbegriffen untermauert zu bekommen. Erfüllt.“ 
  • „Erwartungen übererfüllt! Mit so viel Dienstleistung und Herzblut habe ich nicht gerechnet.“
  •  „Habe zu gelebter Praxis das Fundament bekommen.“
  • „Meine Erwartungen wurden übererfüllt. Ich habe Methoden erwartet und Tools noch dazu bekommen“.

Welchen Nutzen die Weiterbildung für die Praxis hat, brachte Teilnehmerin Nadine Dargatz, zuletzt Head of Talent Acquisition & People Development bei einem Servicedienstleister, auf den Punkt:

„Das Seminar trifft den Nerv der Zeit! Alle HR-Bereiche und Key-Manager sollten es durchlaufen um Transformation erfolgreicher gestalten zu können.“

Bereits in drei Monaten läuft die nächste Weiterbildung „Digital-Change-Manager/in (IHK)“. Ganz im Geiste des Kurses werden die Verbesserungsvorschläge und die Erfahrungen von Teilnehmenden und Team bis dahin umgesetzt.

Weiterbildung Digital-Change-Manager (IHK)  – Kosten und Förderung

Unsere zwanzigtägige Weiterbildung Digital-Change-Manager/in (IHK) lässt sich durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters zu 100% fördern. Im Rahmen dieser Förderung besteht die Möglichkeit, diese Qualifikation mit anderen Weiterbildungen (z.B. Scrum, Projektmanagement, Produktmanagement, Online-Marketing, etc.)  zu kombinieren. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf unserer Webseite.

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Jobmessen, Karrieretage und Branchenevents im Überblick – Der LVQ... Wed, 31 Aug 2022 08:04:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/jobmessen-und-karrieretage-im-ueberblick-der-lvq-messekalender.html post-208 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/jobmessen-und-karrieretage-im-ueberblick-der-lvq-messekalender.html Martin Salwiczek Jobmessen, Karrieretage und Branchenevents sind wichtige Bestandteile der Bewerbungsstrategie. Hier finden Sie alle wichtigen Termine des Jahres – mit dem Fokus auf NRW. Jobmessen, Karrieretage und Branchenevents im Überblick – Der LVQ Messekalender by Martin Salwiczek 31-08-22

Categories: Bewerbung und Jobsuche

Von Angela Borin und Martin Salwiczek

Auf dieser Seite finden Sie einen stets aktualisierten Kalender mit allen relevanten Job- und Karrieremessen in NRW. Ergänzt haben wir ihn mit den wichtigsten Bildungsmessen, denn auch bei diesen können Sie auf potentielle Arbeitgeber treffen, sofern Weiterbildung und Arbeitsmarktintegration Ihre Branchen sind. Zudem finden sich internationale Fach- und Leitmessen sowie Branchenevents aus ganz Deutschland in unserem Messekalender.

Auf verschiedenen Veranstaltungen kommen Sie auch mit uns ins Gespräch. Viele unserer Weiterbildungsteilnehmer*innen haben uns auf Messen kennengelernt und somit ihre Weiche für die berufliche Zukunft gestellt. Daher haben wir die Termine gekennzeichnet, bei denen Sie uns vor Ort antreffen. Und wenn wir keinen Stand vor Ort haben, dann verabreden Sie sich doch mit uns. Wir freuen uns darauf, Sie zu treffen.

Jobmessen und Karrieretage – Nutzen für die Jobsuche

Nach wie vor sind Jobmessen und Karrieretage, aber auch Fachmessen und Branchenevents – ganz gleich ob vor Ort oder virtuell – ein wichtiger, häufig auch entscheidender Bestandteil der Jobsuche. Da, wo man an der Karriereplattform von Unternehmenswebseiten scheitert, kann das persönliche Gespräch mit einem oder einer Personalverantwortlichen der entscheidende Türöffner sein. LVQ-Absolvent und Geisteswissenschaftler Dominik Timmerbeil machte folgende Erfahrung:

 „Zur Jobsuche hat bei mir ein Umdenken stattgefunden (…). Bei der Bewerbung auf Stellenanzeigen, ob jetzt online oder print, gab es kaum Resonanz und auch kein Feedback auf meine Bewerbungen. Dieses Vorgehen ist mittlerweile old-school. Wichtiger ist der persönliche Kontakt über Messen oder die direkte Ansprache von Menschen. Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber beim einfachen Schriftverkehr ist man nur ein Name auf einem Stück Papier. Die besten Bewerbungsunterlagen kommen einfach nicht an den persönlichen Auftritt heran.

Auch Tamara Wyszynski, 2015 Teilnehmerin bei der LVQ, betont die Bedeutung von Netzwerkveranstaltungen:

Gute Netzwerkveranstaltungen sind gerade in Veränderungsphasen eine absolute Horizonterweiterung. Man trifft Menschen, denen man so nie begegnen würde, und man lernt ganz viel. Es geht darum, neue Impulse, Ideen und Anregungen zu bekommen und interessante Kontakte zu knüpfen.

Mit Jobmessen, Karrieretagen und Branchenevents in den verdeckten Arbeitsmarkt

Deshalb motivieren wir bei der LVQ unsere Teilnehmer*innen regelmäßig dazu, Jobmessen, Karrieretage, Fachmessen oder Branchenevents zu besuchen. Wir sehen sie als elementare Maßnahme, um auch an Stellen im verdeckten Arbeitsmarkt zu kommen.

Sowohl Karrieremessen als auch Fachmessen sind überdies die idealen Orte, um neue Kontakte zu knüpfen und damit Ihr berufliches Netzwerk zu erweitern. Sie können hier die Gespräche „üben“, falls Sie noch wenig Erfahrung beim Netzwerken haben.

Damit der Messebesuch positiv verläuft, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Das Internet bietet viele Möglichkeiten der Informationsgewinnung über potenzielle Gesprächspartner. In unserer XING-Serie berichteten wir, wie wertvoll die Rubrik XING-Events für die Messevorbereitung ist.

Digitale Job-, Weiterbildungs- und Fachmessen als Ergänzung zu Präsenzveranstaltungen

Nun ist durch die Corona-Krise das Format der Online-Messen stark in den Vordergrund gerückt. Bereits vor einiger Zeit berichteten wir vom Besuch einer virtuellen Jobmesse als innovativen Ansatz, ohne zu ahnen das dieses Format so an Bedeutung gewinnen würde. Unsere Erfahrungen als Besucher und Aussteller während der Corona-Pandemie fassten wir in einem Beitrag zu digitalen Karrieretagen und Online-Messen zusammen und sehen auch im Online-Format einen wichtigen Baustein für die Jobsuche. Entsprechend finden Sie in unserem aktuellen Messekalender sowohl Präsenz- als auch digitale Messen.

Messen und Branchenevents 2022

ZeitName der VeranstaltungOrtSchwerpunkt / ZielgruppeLVQ
06.10.2022WeITerbildungsmesse BerlindigitalIT Interessierte
11.10.2022Online-KarrieretagdigitalKarriereevent für die Digitalbranche, Region Düsseldorfx
19.-26.10.2022K 2022DüsseldorfIntern. Messe für Kunststoffe und Kautschukx
27.10.2022Karrieretag DüsseldorfDüsseldorfallex
27.10.2022ScieCon MünchenMünchenAbsolvent*innen der Life Sciences
03.11.2022Women & Work - ITdigitalSpotlight-Veranstaltung zu Computer Science & ITx
03.11.2022DIGITAL FUTUREcongressEssenKongress für die Digitalisierung im Mittelstandx
08.-11.11.2022Bonding AachenAachenIngenieur*innen, Naturwissenschaftler, Wirtschaftswissen-schaftler*innenx
14.-17.11.2022

COMPAMED

MEDICA

Düsseldorf

Intern. Fachmesse für die medizinische Zulieferebranche und Produktentwicklung

Internationale Fachmesse für Medizintechnik

x
19.-20.11.20222. JobmesseMünster Osnabrückallex
24.-26.11.2022

MUTEC

denkmal

Leipzig

Internationale Fachmesse
für Museums- und Ausstellungstechnik

Europäische Messe für
Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung

x
08.12.2022jobvector career daydigitalNaturwissenschaftler, Ingenieur*innen, Mediziner*innen, Informatiker*innenx

 


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Arbeitsmarkt für Ü50: „Weiterbildung statt Vorruhestand“? Thu, 25 Aug 2022 08:06:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/arbeitsmarkt-verdeckter/arbeitsmarkt-50plus-weiterbildung-statt-vorruhestand.html post-326 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/arbeitsmarkt-verdeckter/arbeitsmarkt-50plus-weiterbildung-statt-vorruhestand.html Lars Hahn Die Chancen am Arbeitsmarkt haben sich für die Generation 50 Plus in den letzten Jahren verbessert. Im aktuellen Blogbeitrag beschreibt Lars Hahn, wie Ü50-Bewerbern durch eine Weiterbildung der… Arbeitsmarkt für Ü50: „Weiterbildung statt Vorruhestand“? by Lars Hahn 25-08-22

Categories: Arbeitsmarkt, (verdeckter)

Lars Hahn ist nicht nur Geschäftsführer der LVQ, sondern mit seinen 54 Jahren auch im doppelten Sinne unser Senior-Berater für jobsuchende Weiterbildungsinteressierte 50 Plus, oft mit der Leitfrage: „Was mache ich eigentlich mit den verbleibenden Berufsjahren, die vor mir liegen?“ In diesem Beitrag schreibt er über den Wandel der Arbeitswelt für die Generation Ü50 und deren Chancen und Perspektiven durch berufliche Weiterbildung.

Mit 50 zu alt für den Arbeitsmarkt?

Als ich vor fast 20 Jahren in meinem jetzigen Job startete, durfte ich mit meinen gerade 35 Jahren gleich ein Projekt leiten: „50 Plus – Integration durch Erfahrung“ hieß es. Es ging darum, älteren arbeitslosen Akademikerinnen und Akademikern mithilfe von Weiterbildung und Praxisprojekt wieder den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. An diesem Programm nahmen unter anderem teil: ein Physiker, zwei Kraftwerksingenieure, eine Medizinerin, mehrere Bauingenieure, eine Sozialarbeiterin, ein Personalleiter, eine Marketingexpertin und viele andere. Spezielle 50-Plus-Projekte waren en vogue, denn Ältere waren am Arbeitsmarkt überhaupt nicht mehr erwünscht. Die Arbeitswelt war eine ganz andere als heute: Wer seinerzeit über 50 Jahre alt war, glaubte in der Regel selbst oft: „Mit Fünfzig bin ich zu alt für den Arbeitsmarkt!“. Wer Ü50 war, ging bei Energieversorgern oder Stahlkonzernen in den bitter versüßten Vorruhestand – Rente mit 50! Wer mit Ü50 jobsuchend bei der Agentur für Arbeit nach einer Weiterbildung fragte, wurde bestenfalls belächelt.

Und heute? Jetzt, nur zwanzig Jahre später, bin ich längst selbst über 50, die Arbeitswelt hat sich mehrfach gedreht, die Erwerbsquote von Ü50-Fachkräften hat sich massiv erhöht. Die neue Chefin der Bundesagentur für Arbeit Andrea Nahles argumentiert aktuell daher folgendermaßen:

„Die regelmäßige Weiterbildung von Beschäftigten wird zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für Unternehmen, wenn es darum geht, Transformationsprozesse gut zu meistern. […] Beschäftigte in den Vorruhestand zu schicken, weil sich das Berufsbild verändert habe, ist jedenfalls angesichts der Personalknappheit keine gute Idee.“

So unterstützt die Arbeitsagentur heutzutage mit ihrem Bildungsgutschein fleißig auch ältere Arbeitslose, aber nicht nur die: Mit großer Aktivität wendet sie sich längst an Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen, um auch Weiterbildungen während der Beschäftigung zu unterstützen.

Demografischer Wandel – Erwerbspersonen-Schwund

Der demografische Wandel lässt allenthalben grüßen. Das statistische Bundesamt hat ein Worst-Case-Szenario berechnet, nachdem ohne nennenswerte Zuwanderung und ohne Erhöhung der Erwerbsquoten die Zahl der Arbeitskräfte von zurzeit 43 Millionen in den nächsten Jahrzehnten um bis zu 30 Prozent auf unter 30 Millionen Personen sinken könnte. Die „Erwerbspersonenvorausberechnung“ bis 2060 ist eine spannende Lektüre. Sie rechnet in den „optimistischeren“ Szenarien mit einer erhöhten Erwerbsbeteiligung – gerade auch der Älteren – und käme so im Best Case noch auf über 40 Millionen Erwerbspersonen. Übersetzt: Wir werden (fast) alle länger arbeiten, bei gleichbleibender dynamischer Veränderung der Arbeitswelt.

Dynamische Veränderungen durch Digitalisierung

Dass die digitale Transformation unserer Arbeitswelt voll im Gang und ein Ende noch nicht in Sicht ist, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Neue Berufsbilder entstehen schneller als ihre Jobtitel. Bestehende Berufe wandeln sich rasant, nicht nur bei Videokonferenz-tauglichen Berufen, sondern auch in Pflege, Handwerk, Logistik und Produktion. Wer heute das Glück hat, einen Heizungshandwerker im Haus zu haben, wundert sich kaum noch, dass er die aufgenommenen Daten direkt per Smartphone verarbeitet und weiterleitet.

In der Office-Arbeitswelt gehören Videotools und digitale Werkzeuge heute zur Zusammenarbeit wie selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Wir arbeiten heutzutage digital, agil, kollaborativ und stetig lernend. Lebenslanges Lernen bekommt so eine ganz neue Bedeutung.

Berufliches Update durch eine Weiterbildung

Stetiges Lernen von neuem Fachwissen und die stetige Entwicklung von Kompetenzen wird also zunehmend wichtiger. Die Notwendigkeit beruflicher Weiterbildung bekommen dabei besonders diejenigen zu spüren, die nach langer Berufserfahrung gerade zwischen zwei Jobs stehen. Das ist auch logisch, denn während langjähriger Berufstätigkeit stellen sich Routinen ein. Da wo es nötig ist, werden eventuell sporadisch fachliche Fortbildungen besucht. Manchmal bleibt es über Jahre dann aber auch diese eine. Die langjährige Marketingleiterin Maria zum Beispiel kümmerte sich erfolgreich um Strategie, um Konzepte, aber „für online hatte ich meine Leute“. Als sie ihre Stelle verloren hat, musste sie in Bewerbungen jedoch ihre Digitalkompetenz unter Beweis stellen. Außerdem fallen Jobsuchende Ü50 oft auch einfach unter Generalverdacht:

Vom Digital Native ist man mit 50+ weit entfernt, das ist unstrittig. Daraus schließen viele Arbeitgeber allerdings ganz pauschal, dass Ältere weniger digital und auch grundsätzlich nicht sehr technik-affin seien“, weiß Placement-Beraterin Claudia Michalski.

Also mit 50 Plus noch mal eine Weiterbildung wagen? „Brauch ich das denn?“, lautet eine der häufigen Fragen, die uns gestellt werden. „Schaff ich das denn?“, ist eine andere, die wir manchmal, aber nicht ganz so oft hören. Klar ist das zu schaffen, denn es das Tolle ist ja, dass besonders die älteren Jobsuchenden in ihrer Weiterbildung auf vorhandenes Wissen und ihre oft spannende Berufspraxis aufbauen. Ein berufliches Update mit einer Weiterbildung zur „Digital-Change-Managerin (IHK)“ oder zum „Online-Marketing-Manager (IHK)“ kann da bereits Wunder wirken und den Wiedereinstieg in den nächsten Job erleichtern. So wie bei Martina, die im nach ihrer Weiterbildung „Professional Scrum Master“ im agilen Projektmanagement eines überregionalen IT-Dienstleisters gestartet hat oder wie Silke, die nach sehr langer Elternzeit über die Online-Marketing-Weiterbildungen als Marketing-Managerin durchgestartet ist.

Mit Seminaren und Weiterbildungen zu Online-Themen oder Management-Skills zum Beispiel schaffen auch viele Beschäftigte bei uns ihr berufliches Update. Die Arbeitsagentur erstattet dem Arbeitgeber dann über das Qualifizierungschancengesetz oft nicht nur die Kosten der Weiterbildung sondern auch den Lohn.

Neues Spiel durch qualifizierte Ausbildung

Bisweilen erwächst auch bei Älteren der Wunsch oder die Notwendigkeit beruflich noch einmal etwas völlig anderes zu tun. Entweder bietet die Branche keine Perspektive mehr – wie zum Beispiel beim Papiermachermeister – oder die Tätigkeit muss eine andere werden, weil beispielsweise die Arbeit als weltweit agierender Vertriebsingenieur schlichtweg zu anstrengend und zehrend geworden ist, wenn man die Fünfzig überschritten hat. Also wie kann durch eine Weiterbildung mit Ü50 noch ein komplett neues Spiel, also ein Branchenwechsel oder ein Tätigkeitswechsel, begonnen werden?

Gerade für Ingenieurinnen, Meister oder Techniker eignet sich unsere Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Diese ist im eigentlichen Sinne gar keine Berufsausbildung, sondern eine dreimonatige Weiterbildung in Vollzeit. Sie bietet eine umfassende und fachlich tiefe Qualifizierung für den betrieblichen Arbeitsschutz und ist sozusagen unsere prädestinierte Weiterbildung für Ältere. Berufs- und Lebenserfahrung sind hier schließlich besonders nützlich. Viele Absolventinnen und Absolventen hatten vorher andere Aufgaben im letzten Betrieb, zum Beispiel in Leitung, Produktion, Konstruktion, Projektmanagement oder Vertrieb. Als verantwortliche Arbeitsschutzfachkräfte beraten Sie dann im neuen Job in der Regel direkt die Unternehmensleitung und erfüllen eine verantwortungsvolle Aufgabe. Besonders häufig gelingt durch diese Weiterbildung auch der Branchenwechsel wie beim eben erwähnten Papiermachermeister Peter Behrendt, der nun Arbeitssicherheit bei einer Landeskirche betreibt.

Beratung 50 Plus – Wo geht meine berufliche Reise hin?

Jobsuchende 50 Plus sind oft das erste Mal nach langer Zeit oder gar erstmalig im langen Berufsleben arbeitslos. Und obwohl viel Berufserfahrung und vielleicht gar Führungs- und Geschäftsverantwortung vorhanden ist, ist die Verunsicherung groß, wie die Jobsuche und die neue Positionierung denn nun anzugehen ist.

Dies erfahren wir regelmäßig in unseren Beratungsgesprächen mit älteren Personen, die sich gerade zwischen zwei Jobs befinden. Nicht nur neue Standards in Sachen Lebenslauf und Anschreiben sind bei uns Thema im Erstgespräch, sondern oft mehr sogar die Fragen nach beruflicher Neuaufstellung und möglichen neuen Perspektiven. Die Weiterbildung bei uns ist dabei oft nur ein kleiner Baustein der Karriereplanung, wenngleich ein guter Plan B. Oft ergibt sich der individuelle, persönliche Qualifizierungs-Reiseplan dabei erst im Verlauf des Gesprächs – nach dem gegenseitigen Kennenlernen und der gemeinsamen Ausschau nach Perspektiven. Das Schöne für uns dabei ist, dass in diesen Tagen in der Regel bereits eine kurze, knackige Weiterbildung in den neuen Job mündet, auch für Jobsuchende 50 Plus.

Inspiration und neues Wissen

Im vergangenen Jahr absolvierte ich mit 53 Jahren die Weiterbildung zum „Professional Scrum Master“ und setzte gleich noch den Product Owner und Agile Leadership nach Scrum oben drauf. Als Trend-Forscher in Sachen Veränderung der Arbeitswelt war meine Absicht, die neuen Formen des Arbeitens, die unter anderem durch Scrum repräsentiert werden, zu durchdringen und zu erlernen. Dabei habe ich vieles über neue Wege der Zusammenarbeit, Teamentwicklung und Wertewandel erfahren und gelernt. Nun bin ich zwar kein Bewerber im engeren Sinne, aber für unsere LVQ-„Werbung“ – sei es bei Messen oder Geschäftspartnern – ist das neue Wissen unschätzbar. Manches Gelernte ist vielleicht nicht 1 zu 1 umsetz- und anwendbar, aber die Resultate der Weiterbildung beeinflussen meine Arbeit unmittelbar.

Überdies hat mir die Weiterbildung auch noch Freude gemacht, denn neben neuen Impulsen, Erkenntnissen und Wissen, war sie eine Challenge im tatsächlichen Wortsinn. Auch aus dieser eigenen Erfahrung heraus kann ich die Herausforderung einer beruflichen Weiterbildung durchaus empfehlen.

Und Sie? Welche Erfahrungen haben Sie mit beruflichen Weiterbildungen gemacht? Konnten Sie danach beruflich punkten? Im neuen Job? Oder im bewährten?


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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GEFRAGT: Welche Gründe gebe ich für meinen Jobwechsel an? Thu, 18 Aug 2022 08:17:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/gefragt-gruende-jobwechsel.html post-325 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/gefragt-gruende-jobwechsel.html Angela Borin Typische Personalerfragen wie „Warum streben Sie einen Jobwechsel an?“ bringen Bewerber im Vorstellungsgespräch regelmäßig ins Schwitzen. Wie Sie die Frage nach dem „Weshalb“ für die Jobsuche aus… GEFRAGT: Welche Gründe gebe ich für meinen Jobwechsel an? by Angela Borin 18-08-22

Categories: Bewerbung und Jobsuche

„Warum ging Ihr letztes Arbeitsverhältnis zu Ende?“

„Was motiviert Sie, sich bei uns zu bewerben?“

„Wie gehen Sie mit stressigen Situationen um?“

Jeder Bewerber kennt die typischen Personalerfragen im Vorstellungsgespräch, die schnell zu kleinen Stolperfallen werden können. Speziell die Frage nach der Motivation des Stellenwechsels oder gar die Frage, warum die Arbeitssuche aus einer Arbeitslosigkeit stattfindet, läuft uns dabei so gut wie in jedem Gespräch über den Weg. Doch wie kann eine aussagekräftige und zufriedenstellende Antwort darauf lauten?

Im folgenden Beitrag schauen wir uns sowohl die Jobsuche aus Arbeitslosigkeit als auch den Stellenwechsel aus dem Arbeitsverhältnis an und geben Ihnen anhand von Formulierungsbeispielen Tipps, wie Sie die Frage nach dem „Weshalb“ klären können.

Ist-Situation am Arbeitsmarkt: Chancen für Jobwechsel und Jobsuche aus Arbeitslosigkeit

Von betriebsbedingter Kündigung über fehlende Work-Life-Balance bis hin zu Über- oder Unterforderung sind die Gründe für eine Arbeitslosigkeit oder einen Stellenwechsel vielfältig. Ganz gleich welcher Grund letztlich zu Ihrer (selbstbestimmten) Kündigung führt, oftmals ist der Weg dorthin oder aber die Zeit danach mit vielen Sorgen und Gedanken verbunden – allen voran wie schnell sich die nächste Stelle finden lässt.

Ein Blick auf das aktuelle IAB-Arbeitsmarktbarometer (Stand Juli 2022) und die Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken ist und „die Beschäftigungsaussichten so weit wie nie über den Erwartungen für die Arbeitslosigkeit [liegen]“. Anhand der IAB-Stellenerhebung (Stand Q2/2022) und der IAB-Betriebe-Befragung lässt sich zudem ablesen, dass sich die Suche nach Fachkräften auf einem „erneuten Allzeithoch“ bewegt. Die Zeichen für die Jobsuche aus Arbeitslosigkeit oder einen Jobwechsel stehen demnach günstig.

Die Frage nach dem „Warum“: Überzeugender Mehrwert für beide Seiten

Der Gedanke an das Vorstellungsgespräch und die Frage, weshalb sie sich derzeit auf Jobsuche befinden, treibt vielen Bewerbern schnell den Schweiß auf die Stirn – insbesondere wenn sie mehrere Wechsel in ihrer Vita verzeichnen. Dazu gehören beispielsweise viele Jobwechsel innerhalb kürzerer Zeit, mehrere Jobsuche-Phasen aus Arbeitslosigkeit, ein Studienabbruch oder das Verlassen eines Unternehmens innerhalb der Probezeit. Aber keine Panik: Non-lineare Lebensläufe und Arbeitgeberwechsel alle zwei bis drei Jahre werden aufgrund des rasanten Arbeitsmarkt- und Wertewandels mehr und mehr zur Normalität. So stehen Kernwerte wie Flexibilität, Neugierde und Offenheit hoch im Kurs, um weiterhin am Arbeitsmarkt zu bestehen. Das wissen auch immer mehr Personaler.

Gehen Sie also selbstbewusst mit Ihren Lebenslaufherausforderungen um, denn hinter der Frage nach dem „Warum“ steckt nicht immer eine böse Absicht. Im Gegenteil möchte der Personaler vielmehr nachvollziehen können, wie Ihre aktuelle Ist-Situation aussieht und wie professionell Sie mit dieser umgehen. Sind Sie Berufseinsteiger oder bereits erfahren? Haben Sie selbst gekündigt oder wurden Sie entlassen? Was waren die Gründe? Sind Sie frustriert darüber? Hier gilt es, möglichst ehrlich, selbstbewusst und gelassen zu bleiben – ohne sich zu rechtfertigen. Dies beschert Ihnen eine bessere Gesprächs- und Verhandlungsposition. Zudem eröffnet es Ihnen selbst und dem Personaler die Möglichkeit, sich gemeinsam ein Bild davon zu machen, wie die Zusammenarbeit im Unternehmen aussehen kann. Darüber hinaus können beide Seiten abgleichen, ob Wünsche, Ziele und Bedarfe übereinstimmen. Konkret können also auch Sie bei dieser Frage feststellen, ob der potenzielle Arbeitgeber Ihnen bietet, wonach Sie suchen.

Zukunftsgewandt statt zurückblickend: Positiver Fokus auf den potenziellen neuen Arbeitgeber

Die entscheidende Rolle für Ihr gemeinsames Gespräch spielt letztlich, dass Sie sich nicht als Bittsteller verstehen, sondern auf Augenhöhe in den Austausch darüber gehen, wie Sie die Zukunft im neuen Unternehmen positiv mitgestalten können. Dazu sollten Sie sich den Grund oder die verschiedenen Gründe Ihrer Jobsuche aus Arbeitslosigkeit oder Ihrer Jobwechselmotivation nochmal ins Gedächtnis rufen. Gründe könnten sein:

  • betriebsbedingte oder leistungsbedingte Kündigung,
  • ein besseres Arbeitsklima und höhere Wertschätzung,
  • gelebte Work-Life-Balance,
  • größere Aufstiegschancen,
  • internationale Herausforderungen und neue Entwicklungsmöglichkeiten,
  • mehr oder weniger Verantwortung,
  • eine geringere Distanz zur Familie,
  • mehr Gehalt etc.

Rufen Sie sich vor einem Vorstellungsgespräch dann noch einmal die Arbeitgeberperspektive in den Sinn und schieben Sie den Gesprächsfokus bewusst auf die unverfänglicheren, sachlicheren Beweggründe. Thematisieren Sie als Wechselmotivation lieber die Suche nach einer neuen Herausforderung als die dicke Luft im Team. Formulieren Sie Ihren Jobwechsel oder Ihre Jobsuche aus Arbeitslosigkeit also mit dem Blick auf das neue Unternehmen: Was motiviert Sie, bei diesem Arbeitgeber Fuß zu fassen?

Auf den Punkt: Hilfreiche Formulierungstipps für die Jobsuche aus Arbeitslosigkeit und den Jobwechsel

Insbesondere bei einem eigens forcierten Jobwechsel können Sie mit Ihren Beweggründen ehrlich und authentisch umgehen. Widmen Sie sich dennoch sachlichen Formulierungen bezüglich des alten Arbeitgebers und richten Sie den Fokus auf die positiven Seiten, die eine gemeinsame berufliche Zukunft beim neuen Arbeitgeber mit sich bringt. Holen Sie den Personaler ab und beleuchten Sie für ihn konkret Ihre Wechselmotivation: Warum haben Sie Lust auf das neue Unternehmen?

1. Sie suchen neue Herausforderungen.

a) Tätigkeiten & Weiterentwicklung sowie mehr (Eigen-)Verantwortung

„In meinem bisherigen Unternehmen habe ich viel lernen und mir eine breite fachliche Expertise aufbauen können. Aufgrund der Unternehmensgröße/Unternehmensstruktur gibt es für mich künftig aber weder horizontal noch vertikal weitere Entwicklungs- oder Karrieremöglichkeiten. Diese sehe ich jedoch in Ihrem Unternehmen gegeben. …

  • … Insbesondere die Schnittstellenarbeit zwischen meinem Fachbereich und dem Fachbereich XY bietet mir die Möglichkeit, meine Kompetenzen und Tätigkeitsfelder zu erweitern und mein Wissen gewinnbringend für Ihr Unternehmen einzusetzen.“
  • … Gerade weil Sie ein junges, dynamisches Unternehmen im Aufstieg sind, fällt allen Positionen eine größere (Eigen-)Verantwortung zu, in der ich mich entfalten kann.“
  • … Da Sie im internationalen Markt mit verschiedenen Standorten vertreten sind, bieten sich für mich andere Entfaltungs- und somit auch bessere Aufstiegsmöglichkeiten, durch die Sie von meiner bisherigen Erfahrung mit XY profitieren können.“

b) Branche und Unternehmenskontext

„Der Fokus meiner Arbeit für meinen bisherigen Arbeitgeber lag vornehmlich auf XY. Gerne möchte ich mein Know-How nun in Ihrem Unternehmen/Ihrer Branche anbringen, …

  • … da besonders Ihre Kunden von meiner bisherigen Erfahrung aus YZ profitieren können und ich meine Kompetenzen dank der mir am Rande bekannten Aspekte ZA erweitern kann.“
  • … da Sie mir die Möglichkeit bieten, persönliche Skills – wie mein Verhandlungsgeschick oder meine Sprachkompetenz – mit meinem Wunsch, mit internationalen Kunden vor Ort Lösungen zu erarbeiten, zu kombinieren.“

2. Sie müssen sich aus privaten Gründen (Umzug des Partners/der Familie) umorientieren.

„Vor Kurzem bin ich neu in diese Region gezogen/Ich beabsichtige in naher Zukunft in diese Region zu ziehen, da sich mein Dreh- und Angelpunkt familiär bedingt in den Norden/Süden/Westen/Ostern verlagert hat. Da mein (vorheriger) Arbeitgeber ein kleines lokal ansässiges Unternehmen ist, war eine Versetzung für mich nicht möglich. Daher suche ich nun eine neue Herausforderung, bei der ich meine Kompetenzen gewinnbringend einsetzen kann. Diese meine ich wegen XY in Ihrem Unternehmen gefunden zu haben.“

Was machen bei betriebsbedingter oder leistungsbedingter Kündigung?

Erfolgt Ihre Jobsuche aus Arbeitslosigkeit aus einer betriebsbedingten Kündigung, bleiben Sie auch hier weitestgehend ehrlich und authentisch, haben Sie jedoch immer die Arbeitgebersicht mit im Blick. Erklären Sie, warum es Zeit war, getrennte Wege einzuschlagen, ohne dabei schlecht über das vorherige Arbeitsverhältnis zu sprechen. Rührt die Kündigung aus einer leistungsbedingten Überforderung wegen fehlender fachlicher Qualifikation, haben Sie wohlmöglich bereits eine Weiterbildung absolviert, um diese Lücke zu schließen. Lassen Sie den Personaler daran teilhaben und erklären Sie zukunftsgerichtet, wie Sie Ihre neu erworbenen Skills im Unternehmen einsetzen können.

1. Betriebsbedingte Kündigung

„Nachdem mein ehemaliger Arbeitgeber aufgrund einer wirtschaftlichen Schieflage interne Umstrukturierungen vornahm/diverse Niederlassungen schloss, …

  • … wurden zahlreiche Tätigkeitsbereiche neu definiert. Im Zuge dieser Anpassungen veränderte sich auch meine Position und deckte sich letztlich nicht mehr mit meinen Qualifikationen. Gemeinschaftlich entschieden wir uns daher für eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses.“
  • … mussten zahlreiche Stellen eingespart werden. Dies betraf auch meine Position.“

2. Leistungsbedingte Kündigung

„Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber lag der Fokus meiner Aufgaben zunehmend auf dem Teilaspekt XY. Da ich vorher kaum Berührungspunkte mit diesem aufwies, konnte ich dieser Aufgabe nicht in vollem Umfang gerecht werden. Im Rahmen meiner Weiterbildung zu YZ konnte ich seither die fehlende Expertise ausgleichen (und im Rahmen eines Praktikums vertiefen) und weise die fachliche Qualifikationen nun mit einem TÜV-/IHK-/Scrum-Zertifikat nach.“

Positiv in die Zukunft blicken

Ob hinter Ihrer Wechselmotivation nun eine Jobsuche aus Arbeitslosigkeit oder ein selbstgewählter Jobwechsel steht, beantworten Sie die Frage nach dem „Weshalb“ mithilfe eines unverfänglicheren Beweggrundes. Lassen Sie negative Erinnerungen – Langeweile oder eine geringe Wertschätzung im alten Job – zu Hause und starten Sie möglichst unbefangen in das Kennlerngespräch mit dem neuen potenziellen Arbeitgeber. Formulieren Sie Ihre Motivation dabei zukunftsgewandt und mit einem positiven Blick auf Ihre mögliche Zusammenarbeit.

Vergessen Sie jedoch nicht Ihre eigene Perspektive. Nur wenn der neue Arbeitgeber Ihnen bietet, was Sie beim alten Unternehmen vermisst haben, können Sie auf Dauer zufrieden im neuen Job arbeiten. Genau das wünschen wir Ihnen und freuen uns, in den Kommentaren von Ihren Erfahrungen mit der Frage nach dem „Warum“ zu lesen.


 

 

 

 


 

 

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Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

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Was im Leben wirklich zählt - New Work Experience #NWX22 Wed, 22 Jun 2022 09:00:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/lvq-unterwegs/was-im-leben-wirklich-zaehlt-new-work-experience-nwx22.html post-324 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/lvq-unterwegs/was-im-leben-wirklich-zaehlt-new-work-experience-nwx22.html Lars Hahn Wie werden wir nach Corona arbeiten? Was wollen wir wirklich tun? Wie sieht die nähere und fernere Zukunft der Arbeit aus? Diesen und ähnlichen Fragen ging Lars Hahn bei der diesjährigen Konferenz… Was im Leben wirklich zählt - New Work Experience #NWX22 by Lars Hahn 22-06-22

Categories: LVQ Unterwegs

Wie werden wir nach Corona arbeiten? Was wollen wir wirklich tun? Wie sieht die nähere und fernere Zukunft der Arbeit aus? Diese und ähnliche Fragen wurden auf der diesjährigen Konferenz „New Work Experience“ in Hamburg diskutiert.

Nach drei Jahren endlich wieder live, ist der fünfte Aufschlag der NWX schon wegen des Zeitpunktes spannend: Zwei Jahre Erfahrungen in Remote, Homeoffice und Sinnkrise haben große Auswirkungen auf die Zukunft unserer Arbeit und den New-Work-Begriff. Schon das Lineup an vielen Speakern und Beteiligten der #NWX22 beeindruckte u. a. mit Philosoph Richard David Precht, Unternehmensanthropologin Jitske Kramer und Bestseller-Autor John Strelecky. Ich durfte für die LVQ bei der Konferenz vor Ort sein und bringe mit meinem letzten Beitrag vor unserer Blog-Sommerpause ein paar Erkenntnisse und Eindrücke mit.

New Work und New Normal

Change, also Wandel und Veränderung liegen überall in der Luft auf der New Work Experience. NWX-Host Marc-Sven Kopka bringt es auf den Punkt „New Work mag vor Corona noch ein elitäres Thema gewesen sein, jetzt betrifft es uns alle“. Philosoph Richard David Precht ergänzt mit einem Bergmann-Zitat: „New Work ist längst nicht mehr nur etwas für Besserverdienende. Auf einmal denken ALLE darüber nach zu tun, was sie wirklich, wirklich wollen‘“ (New-Work-Begründer Frithjof Bergmann hatte die Formulierung geprägt, dass New Work das sei, was man „wirklich, wirklich tun will“).

Das Motto der diesjährigen NWX22 lautet „Celebrating work, pioneering culture“. Celebrating: Endlich mal wieder „in echt“ wurden nicht nur viele Gespräche über New Work geführt, sondern es wurde auch gepodcastet, musiziert, gemeinsam gesungen, gegessen und gefeiert.

Inhaltlich ging es getreu dem Motto der Konferenz unter anderem um Unternehmenskultur, gute Arbeitgeberqualitäten und sinnhafte Arbeitsplätze, in denen wir in Zukunft wirklich, wirklich arbeiten möchten.

Unternehmenskultur neu denken

Den Schlüsselvortrag hierzu lieferte die niederländische Kultur-Anthropologin Jitske Kramer mit ihrem Leitgedanken „People shape cultures and cultures shape people“, also „Menschen formen Kulturen und Kulturen formen Menschen“.

Für die Arbeitswelt in der Post-Corona-Zeit bedeute dies, dass wir am Ende der Krise nach Improvisation, Lockdowns und Remote-Kulturen nun gerade in der Phase der Transformation zum „New Normal“ befinden: „We have to rethink our cultures“. Übersetzen könnte man: „Wir müssen unsere Kulturen neu denken oder ausrichten.“ Das aber gelänge nur durch aktives, gemeinsames Handeln, durch mutiges, offenes Ausprobieren: „We got to try it out!“.

New Work Skills für die Bewältigung von Unsicherheiten und Sorgen

Die Auswirkungen und Unsicherheiten der Corona-Krise waren in den Diskussionen allgegenwärtig. Das „New Normal“ sei noch nicht erreicht, durch Corona, Krieg, Inflation und globalen Unwägbarkeiten sei die Welt mehr VUCA denn je.

Jitske Kramer lieferte in ihrem Vortrag für die Bewältigung der aktuellen Unsicherheiten und Sorgen auch gleich das notwendige Mindset („Anxiety and Uncertainty Skills“):

  • Offenheit
  • Akzeptanz
  • Persönliche Autonomie
  • Emotionale Stärke
  • Schöpferische Kraft

Generell war die NWX22 geprägt von der optimistischen Ausrichtung auf die Zukunft unserer Arbeitswelt, und der Suche nach dem „New Normal“ zukunftsorientierter Unternehmenskulturen. Es wurde viel über Purpose, Sinn und Sinnhaftigkeit gesprochen, nicht nur aber auch in den Sessions mit der Nonne Ursula Hertewich und dem Shaolin-Mönch Shi Heng Yi. Krönender Abschluss der #NWX22 war für mich schließlich die Weltpremiere einer Klavier-Video-Performance zu Mussorgskys “Bilder einer Ausstellung” (Musikalisch bei Youtube) von Starpianist Alexander Krichel und Videokünstlerin Roshanak Khakban.

Was wirklich zählt im Leben – „Wage das Großartige“

John Strelecky, Bestseller-Autor von „The Big Five for Life – Was wirklich zählt im Leben“ ermunterte sein Publikum: „Taste the Amazing!“, vielleicht am besten übersetzt mit „Wage das Großartige!“. Konkret auf die Arbeitswelt bezogen ermutigt auch er herauszufinden, was man wirklich tun möchte. Konkreter Vorschlag von Strelecky:

„Lass dich nie gefangen nehmen von der Frage: „Wie soll ich das anstellen?“.
Finde die Person, die es schon gemacht hat und erfolgreich damit war und
finde heraus, was sie getan hat.“

Womit wir schließlich bei uns, bei der LVQ angekommen sind. Denn auch wir ermutigen Menschen, die mit einer Weiterbildung bei uns eine neue Perspektive suchen, herauszufinden, was sie wirklich tun wollen. Wir sprechen über Interessen, Wünsche, Werte und den Sinn von Arbeit, abseits der ausgetretenen Karrierepfade, getreu unserem Motto: „Du bist mehr als Dein Lebenslauf“.

In einer Buch-Widmung für uns gab John Strelecky gleich einen Tipp für die Neuausrichtung mit auf den Weg: „For the LVQ-Team, Allow yourself to be the amazing you are“, also „erlaubt Euch, so großartig zu sein, wie Ihr seid!“

Natürlich ist auf der #NWX22 noch viel mehr Großartiges geschehen, mit praktischen, tollen Umsetzungsbeispielen von New Work in Unternehmen. Krönender Abschluss der Veranstaltung war die Verleihung des New Work Award – zum Beispiel nachzulesen im NWX-Recap bei XING, im Resümee vom Kommunikationsstrategen Klaus Eck, beim NWX-Magazin oder unter dem Hashtag #NWX22 bei Twitter.

LVQ-Sommer-Braincamp

Abschließen möchte ich meinen Sommerpause-Beitrag mit einem P.S. in dem ich einen Ausblick gebe, was bei uns in der LVQ in den nächsten Monaten zu erwarten ist. Den nächsten Blogartikel gibt es hier dann in ein paar Wochen ab Mitte August. Bis dahin wünsche ich sonnige und inspirierende Sommertage!

P.S.: Ein Sommer der Neuausrichtung: Nach zwei Jahren Corona-Ausnahmezustand sind wir gerade dabei zu prüfen, wie es mit der LVQ und unseren Weiterbildungen weitergehen wird. Auch für uns ist gerade Neuausrichtung angesagt: neue Ideen, neue Themen, neue Rahmenbedingungen. Zwischenzeitlich bleiben unsere Weiterbildungen, die in Vollzeit per Bildungsgutschein der Agenturen für Arbeit absolvierbar sind, im Online-Präsenzunterricht – momentan unser „New Normal“.

Aktuell möchten wir Sie für unsere Aktion „Sommer-Braincamp“ inspirieren: Wie wäre es, wenn Sie die Sommerflaute für ein Update durch eine Weiterbildung nutzen?Wenn Sie „zwischen zwei Jobs“ sind, geht dies gar mit 100-prozentiger Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit. Über den Bildungsgutschein werden überdies auch Berufstätige bis zu 100 Prozent bei einer Weiterbildung gefördert. Just im August startet unsere neue zu den Themen New Work und Transformation passende Weiterbildung „Digital Change-Manager/in (IHK)“, ergänzend zu agilen Methoden mit Scrum und anderen digitalen Themen. Apropos Neuausrichtung: Auch während einer Weiterbildung geschehen bei uns oft wundersame Dinge, die gar nicht im „Lehrplan“ stehen, auch manche unserer Teilnehmenden entdecken durchaus, „was wirklich zählt im Leben“ und was sie „wirklich, wirklich tun wollen“ und finden damit ihre persönliche New Work.

 

 

 


 

 

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Jobmotor digitale Wirtschaft – Wie sieht der Arbeitsmarkt für digitale... Thu, 02 Jun 2022 08:08:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/arbeitsmarkt-verdeckter/jobmotor-digitale-wirtschaft-arbeitsmarkt-digitale-kompetenzen.html post-323 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/arbeitsmarkt-verdeckter/jobmotor-digitale-wirtschaft-arbeitsmarkt-digitale-kompetenzen.html Lars Hahn Die Digitale Transformation der Arbeitswelt wirkt auch als Jobmonitor. Welche Kompetenzen gefragt sind und wie die Weiterbildung Digital-Change-Manager/in (IHK) hilft, die Veränderungen zu gestalten,… Jobmotor digitale Wirtschaft – Wie sieht der Arbeitsmarkt für digitale Kompetenzen aus? by Lars Hahn 02-06-22

Categories: Arbeitsmarkt, (verdeckter)

Die beschleunigte Digitalisierung der Wirtschaft durch die Pandemie hat die Nachfrage nach Fachkräften mit digitalen Kompetenzen nach oben schnellen lassen. Allenthalben liest man nach Pandemiepause aktuell wieder von Fachkräfteengpässen.

In diesem Beitrag beleuchte ich zwei Aspekte, die mir in den vergangenen Monaten in diesem Kontext immer stärker aufgefallen sind:  

  • Geht es im Kontext der digitalen Transformation und dem damit verbundenen Personal- und Schulungsbedarf um eine spezielle, eng eingrenzbare Digitalwirtschaft oder nicht viel mehr um die Digitalisierung aller Wirtschaftsfelder und -branchen?
  • Werden wirklich nur Software-Nerds, Informatiker/innen und IT-Spezialist/innen gesucht, wie uns so manche Arbeitsmarktanalyse suggeriert? Oder benötigen wir nicht vielmehr Digitalkompetenzen in der Breite des Arbeitsmarktes?

Ich möchte hier zeigen, dass die digitale Transformation und die damit verbundene Digitalisierung unserer Arbeitswelt weitergehen, als landläufig angenommen: Die digitale Transformation umfasst alle Branchen und betrifft viele Berufsbilder.

Digitalwirtschaft oder digitale Wirtschaft?

Gerade wenn es um Arbeitskräfte-Bedarf für digitale Berufe geht, wird der „digitale“ Arbeitsmarkt in Deutschland sehr verengt dargestellt. Gerne wird vom Fachkräftemangel in der „Digitalbranche“ (bitkom) oder in der „IT-Branche“ oder etwas hipper in der „Tech-Industrie“ (Tech in the City e.V.) gesprochen.

Die Digitalwirtschaft beschränkt sich in der öffentlichen Wahrnehmung häufig auf Softwareunternehmen wie SAP, hippe Startups, die Apps programmieren, oder unsere Telekommunikationsindustrie wie Telekom, Vodafone und deren Peripherie. Dabei ist doch klar, dass sich auch das Maler-Handwerksunternehmen, der Weinhändler, das Bildungsinstitut, die katholische Pfarrei und der mittelständische Hydraulikpumpenhersteller längst mitten in der Digitalisierung ihrer Unternehmensprozesse befinden – die einen voranschreitend, andere noch hinterherlaufend. Die digitale Transformation unserer Arbeitswelt macht vor keiner Branche und vor kaum einem Bereich des Arbeitens halt:

  • Homeoffice und Remotearbeit haben die Unternehmenskommunikation in den letzten zwei Jahren überall auf den Kopf gestellt.
  • Marketing, Vertrieb und Service: Jegliche Kundenkommunikation findet heute zumindest teilweise digitalisiert und online statt. Auch Bestell- und Kaufprozesse sind ins Internet verlagert, längst auch in kleinen Betrieben und im B2B-Bereich.
  • Herstellung, Warenwirtschaft und Logistikprozesse laufen sogar in Handwerk und kleineren Industrieunternehmen zumindest teilweise digitalisiert.

In all diesen Prozessen braucht es überall Fachkräfte, Spezialist/innen oder Expert/innen, die die Veränderungen durch die rasant fortschreitende Digitalisierung handhaben können. Dazu müssen sich die gesuchten Arbeitskräfte mit digitalisierten Prozessen oder Produkten befassen und die digitale Kommunikation und Kollaboration beherrschen. Dies gilt eben nicht nur in Digitalagenturen, Tech-Startups oder der Softwareindustrie, sondern überall in der Arbeitswelt.

Und das führt uns auch schon zum zweiten Aspekt:

Arbeitsmarkt digitale Wirtschaft – nur für MINT-Fächer und IT-Nerds?

Auf den zweiten Blick grenzen die oben genannten Organisationen den „Digi-Arbeitsmarkt“ nicht nur branchenbezogen, sondern auch tätigkeitsbezogen zu stark ein. Entsprechend „technisch-digital“ lauten die Berufsbilder, die dann als besonders gesucht identifiziert werden:

UX-Designer, Front End Developer, Data Analyst lauten gängige, vielgesuchte Berufsbezeichnungen in Jobbörsen wie Indeed oder Stepstone. In Bootcamps werden sogenannte „Coder“ qualifiziert, gesucht werden vordergründig meist Absolvent/innen der MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und diese gehen dann in die „bitkommige“ IT- und Telekommunikationsbranche. In den Arbeitsmarkt-Studien vom bitkom sind es die Software-Architekt/innen und IT-Projektkordinator/innen, die den digitalen Stellenmarkt dominieren. Ganz schön „MINTig“ und nerdig also, diese digitale Transformation, oder?!

Wenn man sich den Digitalen Jobmonitor anschaut, der quartalsmäßig vom Handelsblatt herausgegeben wird, ergibt sich bereits ein wesentlich breiteres Bild: Neben IT und Co. werden nämlich die ausgeschriebenen Jobs und Stellen im Bereichen der digitalen Kommunikation und des digitalen Handels, also Online-Marketing, Social Media, E-Commerce und Online-Redaktion, mitgezählt.

Daraus lässt sich bereits ein anderer Schluss ziehen: Im Kontext der digitalen Transformation stammen gesuchte Fachkräfte gerade durch die Veränderungen der vergangenen zwei Jahre nicht nur aus MINT und IT sondern speziell auch aus Marketing, Kommunikation und Onlinehandel. Die entsprechenden Inhalte stehen weit oben auf der Liste des Jobmonitors. All diese am Arbeitsmarkt gefragten Online-Kompetenzen können von Online-Marketing über Social Media und Online-Redaktion bis hin zu E-Commerce bereits seit längerem mithilfe der LVQ und des Bildungsgutscheins der Agentur für Arbeit im Rahmen einer Weiterbildung erworben werden.

Digitale Transformation und Digital Change allenthalben

Und so verschmelzen Aspekt eins – die digitale Transformation findet sich in jeder Branche wieder – und Aspekt zwei – digitale Jobs beschränken sich nicht immer nur auf IT und MINT – miteinander. Die digitale Transformation umfasst also alle Branchen und betrifft viele Berufsbilder.

 

Eines meiner Lieblingsbeispiele für diese Tatsache ist die vermeintlich unscheinbare Stellenausschreibung der „Rudolf Weber Gebäudereinigung und Gebäudedienste GmbH & Co. KG“ für einen „Online-Marketing-Manager in Vollzeit (m/w/d)“. Hier wird für die „digitale Transformation unserer Customer Journey“ eine vielfältig ausgebildete Kraft gesucht, die Content, Gestaltung, Social Media und Strategie beherrscht und dies alles in einer handfesten, der digitalen Vorreiterschaft eher unverdächtigen Branche. Diese – nicht mehr aktuelle – Stellenanzeige ist für mich ein spannendes Beispiel dafür, wie weit der Arbeitsmarkt „Digitale Wirtschaft“ zu begreifen ist.

So wie in der zitierten Stellenausschreibung geht es aktuell im Stellenmarkt der digitalen Wirtschaft meistens – zumindest auch – um das Handhaben der Veränderungen in Prozessen und Kommunikation oder wie Rudolf Weber es formuliert: der „Digitalen Transformation“.

So finden sich aktuell in der Stellenbörse Stepstone bundesweit etwa 65.000 Stellen mit der Kompetenz und dem Keyword „Change Management“. Zu „Projektmanagement“ hingegen tauchen „nur“ knapp 22.000 Jobs auf. Die gesuchten Profile erstrecken sich dabei über alle Fachrichtungen, von Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften über Naturwissenschaften, Jura und Psychologie bis hin zu Pädagogik und Geisteswissenschaften. In den meisten dieser Stellenbeschreibungen sind Kenntnisse in Change-Management, Change-Strategien und Change-Konzepten gefragt.

Neue Weiterbildung Digital-Change-Manager/in (IHK)

Mit strategischen Ansätzen und praktischen Konzepten den digitalen Wandel in Unternehmen zu gestalten, genau für diese Anforderung haben wir unsere neue Weiterbildung Digital-Change-Manager/in (IHK) ins Programm aufgenommen. Sie befähigt Teilnehmer/innen, den stetigen Change-Prozess in Organisationen aktiv zu gestalten und die digitale Transformation durch die Anwendung digitaler Werkzeuge und Lösungen zu begleiten.

Die neue Weiterbildung startet erstmals im August 2022, dauert netto 20 Werktage = 1 Monat und ist im Rahmen der Förderung beruflicher Weiterbildung über den Bildungsgutschein förderbar. Sie ist mit anderen Bausteinen unserer modularen Weiterbildung kombinierbar, zum Beispiel mit agilem oder klassischem Projektmanagement, Online-Marketing, Social-Media oder auch Prozessmanagement.


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Social-Media-Manager IHK – Weiterbildung mit Bildungsgutschein Thu, 12 May 2022 08:04:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/social-media-manager-ihk-weiterbildung-bildungsgutschein.html post-322 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/social-media-manager-ihk-weiterbildung-bildungsgutschein.html Angela Borin Nah am Kunden läuft die Kommunikation und der Austausch heute zunehmend über digitale Kanäle, allen voran Social Media. Damit diese Kanäle strategisch, reichweitenvergrößernd, rechtssicher und doch… Social-Media-Manager IHK – Weiterbildung mit Bildungsgutschein by Angela Borin 12-05-22

Categories: Weiterbildung mit Bildungsgutschein

Direktnachrichten, Kommentare, Likes, Shares: Kommunikation funktioniert schon lange nicht mehr via Brieftaube. Seit sich Smartphones zu unseren stetigen Wegbegleitern gemausert haben, spielen Social-Media-Kanäle im Kampf um die Aufmerksamkeit des potenziellen Kunden auch für Unternehmen und Organisationen eine immer essenziellere Rolle. Ganz gleich ob Marketing, PR, Community, Online-Handel oder Personalgewinnung: Der Einsatz von Social Media ist dabei vielfältig. Dies haben auch Konzerne, KMUs, NGOs und Selbstständige allerspätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie verstanden, hat sich die Recherche, der Dialog und der Einkauf doch noch mehr in die digitale Welt verschoben.

Kein Wunder also, dass Unternehmen und Organisationen ein starkes Interesse daran haben, Mitarbeitende zu finden, die Social Media kundenorientiert, aber dabei strategisch, effizient und gewinnbringend einzusetzen wissen. Doch wie genau kann diese Aufgabe von Ihnen als Berufserfahrene oder als Berufseinsteiger im Unternehmen angenommen und umgesetzt werden? Und wie können Sie die nötigen Skills erwerben?

Im folgenden Beitrag betrachten wir das Thema Social-Media-Management – von der Bedeutung für Unternehmen bis zum Arbeitsmarkt – und stellen Ihnen unsere zu 100% förderbare Weiterbildung zur/zum Social-Media-Manager/in (IHK) vor. Darüber hinaus zeigen wir anhand von Beispielen unserer Absolvent/innen, wie eine Weiterbildung den Weg in den (neuen) Job ebnen kann.

Social Media: Bedeutung für Unternehmen und Arbeitsmarkt

Längst hat Social Media sich als einer der zentralen Bausteine im Marketing etabliert. Die Userzahlen sowie die Zeit, die User in Social Media verbringen, und somit die Bedeutung der einzelnen Kanäle steigt stetig. Das zeigt auch der jährlich erscheinende Digital Data Report von Kepios, Hootsuite und We Are Social.

Ein Blick in gängige Jobsuchmaschinen verrät, dass Unternehmen diese seit Corona noch stärker steigende Relevanz für ihr Alltagsgeschäft durchaus erkannt haben und händeringend Fachpersonal suchen. Allein auf Stepstone finden sich bei der Suche nach „Social-Media-Management“ 64.821 offen ausgeschriebene Stellen (Stand: 28.04.2022). Sobald der Überbegriff „Online-Marketing“ zu „Social Media“ hinzukommt, wirft die Jobbörse weitere 43.870 Vakanzen aus (Stand: 28.04.2022). Zugegeben: Einige der Stellen könnten sowohl in der ersten als auch in der zweiten Suche auftauchen, dennoch zeigt sich die Vielfalt der Möglichkeiten im Bereich Social Media – speziell wenn themennahe Aufgabengebiete wie Online-Redaktion, Online-Marketing, E-Commerce, Content Management und Co. mit in die Suche einbezogen werden. Dies lässt sich auch am digitalen Job-Monitor ablesen: Im ersten Quartal 2022 dominieren mitunter Vakanzen aus den Bereichen Online-Marketing, Social Media, Content Management und E-Commerce.

Social-Media-Manager: Tätigkeitsfeld und Aufgaben

Doch was gehört eigentlich zu den Kernaufgaben von Social-Media-Managern und -Managerinnen? Zum einen unterstützen sie auf kreative, nachhaltige und nahbare Art und Weise die Wahrnehmung und Reichweite der Marke. Zum anderen halten sie dabei stets die relevanten Zahlen für einen erfolgreichen Unternehmensauftritt im Blick und justieren nach. Dabei haben Social-Media-Manager/innen vermeintlich nur den Fokus auf Social Media.

In vielen Unternehmen verschwimmt das Tätigkeitsfeld jedoch häufig mit themennahen Bereichen wie PR, Online-Marketing, E-Commerce, HR und Co. Insbesondere in KMUs beplanen und bespielen Social-Media-Manager/innen oftmals nicht nur die jeweiligen Social-Media-Unternehmenskanäle, sondern übernehmen zudem online-redaktionelle Aufgaben, kurbeln die Anzeigenschaltung mit an, betreuen einen Online-Shop oder unterstützen die Personalgewinnung. Es dreht sich letztlich also nicht nur um das eine Aufgabenfeld „Social Media“, sondern um die ganzheitliche Betrachtung der Unternehmenskommunikation, des Content- oder Online-Marketings, des Online-Handels, Vertriebs oder sogar der HR. Nicht selten werden solche „eierlegenden Wollmilchsäue“ in Stellenanzeigen gesucht.

Mit einer Weiterbildung in den (nächsten) Job

So ist es kaum verwunderlich, dass auch eine Weiterbildung im Bereich Social Media nicht zwangsläufig nur zur Jobposition „Social-Media-Manager/in“ führt. Häufig greifen unterschiedliche Online-Aspekte ineinander, die speziell in KMUs oftmals aus einer Stelle heraus gesteuert und in Großunternehmen von gemeinsam arbeitenden Teams bewältigt werden. Ein breiter aufgestelltes Fachwissen, welches die Schnittpunkte in andere Bereiche wie Online-Marketing, Online-Redaktion oder sogar (agiles) Projektmanagement mitabbildet, ermöglicht somit eine crossmediale und strategisch vernetzte Zusammenarbeit. Nicht zuletzt kann dies den (Wieder-)Einstieg oder auch den Umstieg in die digitalisierte Berufswelt erleichtern – wie die Beispiele unserer Absolvent/innen zeigen.

1. Einzelhandelskaufmann Patrick de Vries

Social Media & Content Manager bei einer Werbeagentur

Absolvierte Weiterbildung: Social-Media, Online-Redaktion, Marketing, Projektmanagement

Schon vor seiner Weiterbildung zum Social-Media-Manager arbeitete der gelernte Einzelhandelskaufmann kurz in diesem Bereich. Die gebündelte Vermittlung und die praktische Anwendung im Kurs verleitete Patrick de Vries schließlich dazu, seinen Bewerbungsunterlagen für eine renommierte Werbeagentur eine ausgearbeitete Social-Media-Strategie beizulegen. Die Antwort kam prompt: eine Einladung zum Vorstellungsgespräch inklusive dem Hinweis, dass die Strategie direkt an den Kunden versandt wurde:

„Das Thema Social Media brennt ja gerade in Deutschland an allen Ecken und Enden. Die Chancen, da einzusteigen, sind so gut wie nie. Also hatte ich mit meiner Bewerbung zwei Ebenen erreicht, ohne das direkt beabsichtigt zu haben. Der Kunde entschied dann auch mit, dass ich die Stelle bekomme. [Nun] bewerte ich im ersten Schritt allgemeine Kommunikationsstrategien unserer Kunden und passe diese entsprechend an. Operativ gehören im Alltagsgeschäft dann die Erstellung von Redaktionsplänen und das Konzeptionieren, Planen und Setzen von Postings zu meinen Aufgaben. Aber auch strategische Tätigkeiten wie das Monitoring und die Planung für das nächste Jahr gehören dazu.“

 

2. Germanistin Annika Brockhaus

Online-Marketing-Managerin bei einer Online-Marketing-Agentur

Absolvierte Weiterbildung: Online-Redaktion, Social Media und Online-Marketing inklusive angeschlossenem Praktikum

Mit dem Master in der Tasche und der Liebe zum Texten fokussierte Annika Brockhaus ihre Bewerbungsaktivitäten im Anschluss an ihr Studium zunächst auf Volontariate in der Verlagsbranche. Häufig wegen zu wenig praktischer Erfahrung nicht eingestellt, löste sich die Germanistin davon, nur die Branche in den Fokus zu nehmen und verfolgte stattdessen das Ziel, Ihre Passion fürs Schreiben und Planen auszubauen. Dank ihrer Arbeitsvermittlerin bei der Bundesagentur für Arbeit, die ihr eine Weiterbildung in diese Richtung empfahl, eröffneten sich Annika neue Perspektiven:

„Die Weiterbildung hat mir den Weg ins Berufsleben geebnet. Durch sie habe ich ein anderes Gefühl für meine Fähigkeiten bekommen und mir [dank praktischer Projekte] eine sehr solide Grundlage geschaffen, auf die ich bereits aufbaue. [So entwickle ich heute] für unsere Kunden Strategien, gestalte Blogs, betreibe E-Mail-Marketing und bin Querbeet im Anzeigenbereich unterwegs, um die Projekte zu pflegen, zu analysieren und zu optimieren.“

3. Kommunikationswissenschaftler Tobias Quiram

Mitarbeiter Online-Kommunikation bei einer Stiftung

Absolvierte Weiterbildung: Social-Media, Marketing, Projektmanagement, Datenschutz

Häufig als Lehrer oder mit geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt abgestempelt, kämpfte Tobias Quiram mit den typischen Vorurteilen gegenüber geisteswissenschaftlichen Absolventen. Erst der innere Glaube an sich selbst – gestärkt durch eine fachliche Weiterbildung – trieb ihn an, sein Interesse für Kreatives und Soziales miteinander zu verbinden und erfolgreich aus der Jobsuche in ein Angestelltenverhältnis zu gehen. Heute arbeitet der Geisteswissenschaftler für die Graf-Recke-Stiftung, pflegt die Webseite, die Social-Media-Kanäle und die Community:

„Ich wollte schon immer Kreatives mit Sozialem verbinden [und fand dann] Themen, die auch häufig in Stellenausschreibungen gefordert werden. Bei der LVQ empfahl man mir dann die Graf Recke Stiftung für ein Praktikum und stellte mir den Kontakt her. [Und dort hat es] einfach von Anfang an gepasst. Ich wurde von Beginn an miteinbezogen und durfte eine Social Media Strategie erarbeiten, vortragen und bei den Meetings mitmachen. Das Praktikum war wirklich ein Glücksfall, gerade weil der Berufsstart schwierig war.“

10 Jahre Social-Media-Manager/in IHK bei der LVQ

Vor zehn Jahren hätte wohl kaum jemand vermutet, dass sich Social-Media-Skills und -Tätigkeiten derart im Arbeitsmarkt verankern und doch ist es so gekommen: In den letzten Jahren durften wir viele Teilnehmer/innen auf ihrem Weg ins Social-Media-Management begleiten. Gemeinsam mit diesen Absolvent/innen haben wir im vergangen Jahr dann tatsächlich unser zehnjähriges Jubiläum des Kurses Social-Media-Manager/in (IHK) gefeiert. Dafür sind wir einfach dankbar. Seit der erstmaligen Kursumsetzung ist unser Dozent/innen-Team stetig gewachsen und vermittelt nach wie vor, wie Social Media für ein Unternehmen strategisch, reichweitenvergrößernd und rechtssicher eingesetzt werden kann. Themen sind unter anderem:

  • die kanalspezifischen Besonderheiten der Social Media-Plattformen und ihre Tools,
  • die Entwicklung von Social-Media-Strategien,
  • die Kommunikation und das Wording im Social Web,
  • der Umgang mit Community und Krisen,
  • die Contentplanung und -formate inklusive hilfreicher Tools,
  • die Erfolgsmessung sowie
  • rechtliche Aspekte im Social Web.

Das theoretische Wissen festigen die Teilnehmenden im Rahmen des IHK-Zertifikatstests. Um den Sprung in das berufliche Anwendungsfeld zu meistern, entwickeln sie darüber hinaus eine eigene Social-Media-Strategie und schaffen sich dadurch eine handlungssichere Basis, die im Job zur zukunftssichernden Expertise wird.

Nachfrage so hoch wie nie

Annika Brockhaus, Tobias Quiram, Patrick de Vries und mehr als 500 weitere Absolvent/innen haben sich die hohe Nachfrage nach digitalaffinen Arbeitskräften am Arbeitsmarkt zu Nutze gemacht und ihren Berufs- bzw. Quereinstieg in die Digitalbranche realisiert. Diese Nachfrage ist seit Jahren ungebrochen und nimmt durch Corona sowie die fortschreitende Digitalisierung immer weiter an Fahrt auf. Ein breites, digitales Know-how, mitunter in Social Media, eröffnet somit nicht nur Digital Natives sondern allen Digitalbewanderten unzählige Perspektiven, um auch im digitalen Zeitalter in den unterschiedlichsten Branchen langfristig den passenden Job zu finden und zu halten.

Die 20-tägige Weiterbildung zum/zur Social-Media-Manager/in (IHK) lässt sich durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters fördern – ebenso wie unsere anderen IHK- und TÜV-Kurse. Sowohl die Zeit auf dem Weg zum Berufseinstieg als auch die Zeit zwischen zwei Jobs kann somit sinnvoll und zugleich zeitlich effizient genutzt werden – nicht zuletzt für den eigenen Lebenslauf.


 

 

 

 

Auch für Berufstätige interessant

Auch für Berufstätige kann unsere Weiterbildung im Bereich Social-Media-Management sinnvoll sein. Ganz gleich ob selbst gezahlt, durch den Arbeitgeber, per Bildungsscheck oder nach Qualifizierungschancengesetz gefördert: Unsere Kolleginnen Dorothee Düking und Anja Külkens von der LVQ Business Akademie informieren Sie gerne zu ihren Möglichkeiten.


 

 

 

 


 

 

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Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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