LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog Wertvolles Wissen für Ihre Zukunft Fri, 27 May 2022 13:01:34 +0200 Fri, 27 May 2022 13:01:34 +0200 t3extblog extension for TYPO3 https://www.lvq.de/typo3conf/ext/sg_sitepackage/Resources/Public/Assets/Images/lvq-blog-feed-logo.jpg LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog Social-Media-Manager IHK – Weiterbildung mit Bildungsgutschein Thu, 12 May 2022 08:04:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/social-media-manager-ihk-weiterbildung-bildungsgutschein.html post-322 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/social-media-manager-ihk-weiterbildung-bildungsgutschein.html Angela Borin Nah am Kunden läuft die Kommunikation und der Austausch heute zunehmend über digitale Kanäle, allen voran Social Media. Damit diese Kanäle strategisch, reichweitenvergrößernd, rechtssicher und doch… Social-Media-Manager IHK – Weiterbildung mit Bildungsgutschein by Angela Borin 12-05-22

Categories: Weiterbildung mit Bildungsgutschein

Direktnachrichten, Kommentare, Likes, Shares: Kommunikation funktioniert schon lange nicht mehr via Brieftaube. Seit sich Smartphones zu unseren stetigen Wegbegleitern gemausert haben, spielen Social-Media-Kanäle im Kampf um die Aufmerksamkeit des potenziellen Kunden auch für Unternehmen und Organisationen eine immer essenziellere Rolle. Ganz gleich ob Marketing, PR, Community, Online-Handel oder Personalgewinnung: Der Einsatz von Social Media ist dabei vielfältig. Dies haben auch Konzerne, KMUs, NGOs und Selbstständige allerspätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie verstanden, hat sich die Recherche, der Dialog und der Einkauf doch noch mehr in die digitale Welt verschoben.

Kein Wunder also, dass Unternehmen und Organisationen ein starkes Interesse daran haben, Mitarbeitende zu finden, die Social Media kundenorientiert, aber dabei strategisch, effizient und gewinnbringend einzusetzen wissen. Doch wie genau kann diese Aufgabe von Ihnen als Berufserfahrene oder als Berufseinsteiger im Unternehmen angenommen und umgesetzt werden? Und wie können Sie die nötigen Skills erwerben?

Im folgenden Beitrag betrachten wir das Thema Social-Media-Management – von der Bedeutung für Unternehmen bis zum Arbeitsmarkt – und stellen Ihnen unsere zu 100% förderbare Weiterbildung zur/zum Social-Media-Manager/in (IHK) vor. Darüber hinaus zeigen wir anhand von Beispielen unserer Absolvent/innen, wie eine Weiterbildung den Weg in den (neuen) Job ebnen kann.

Social Media: Bedeutung für Unternehmen und Arbeitsmarkt

Längst hat Social Media sich als einer der zentralen Bausteine im Marketing etabliert. Die Userzahlen sowie die Zeit, die User in Social Media verbringen, und somit die Bedeutung der einzelnen Kanäle steigt stetig. Das zeigt auch der jährlich erscheinende Digital Data Report von Kepios, Hootsuite und We Are Social.

Ein Blick in gängige Jobsuchmaschinen verrät, dass Unternehmen diese seit Corona noch stärker steigende Relevanz für ihr Alltagsgeschäft durchaus erkannt haben und händeringend Fachpersonal suchen. Allein auf Stepstone finden sich bei der Suche nach „Social-Media-Management“ 64.821 offen ausgeschriebene Stellen (Stand: 28.04.2022). Sobald der Überbegriff „Online-Marketing“ zu „Social Media“ hinzukommt, wirft die Jobbörse weitere 43.870 Vakanzen aus (Stand: 28.04.2022). Zugegeben: Einige der Stellen könnten sowohl in der ersten als auch in der zweiten Suche auftauchen, dennoch zeigt sich die Vielfalt der Möglichkeiten im Bereich Social Media – speziell wenn themennahe Aufgabengebiete wie Online-Redaktion, Online-Marketing, E-Commerce, Content Management und Co. mit in die Suche einbezogen werden. Dies lässt sich auch am digitalen Job-Monitor ablesen: Im ersten Quartal 2022 dominieren mitunter Vakanzen aus den Bereichen Online-Marketing, Social Media, Content Management und E-Commerce.

Social-Media-Manager: Tätigkeitsfeld und Aufgaben

Doch was gehört eigentlich zu den Kernaufgaben von Social-Media-Managern und -Managerinnen? Zum einen unterstützen sie auf kreative, nachhaltige und nahbare Art und Weise die Wahrnehmung und Reichweite der Marke. Zum anderen halten sie dabei stets die relevanten Zahlen für einen erfolgreichen Unternehmensauftritt im Blick und justieren nach. Dabei haben Social-Media-Manager/innen vermeintlich nur den Fokus auf Social Media.

In vielen Unternehmen verschwimmt das Tätigkeitsfeld jedoch häufig mit themennahen Bereichen wie PR, Online-Marketing, E-Commerce, HR und Co. Insbesondere in KMUs beplanen und bespielen Social-Media-Manager/innen oftmals nicht nur die jeweiligen Social-Media-Unternehmenskanäle, sondern übernehmen zudem online-redaktionelle Aufgaben, kurbeln die Anzeigenschaltung mit an, betreuen einen Online-Shop oder unterstützen die Personalgewinnung. Es dreht sich letztlich also nicht nur um das eine Aufgabenfeld „Social Media“, sondern um die ganzheitliche Betrachtung der Unternehmenskommunikation, des Content- oder Online-Marketings, des Online-Handels, Vertriebs oder sogar der HR. Nicht selten werden solche „eierlegenden Wollmilchsäue“ in Stellenanzeigen gesucht.

Mit einer Weiterbildung in den (nächsten) Job

So ist es kaum verwunderlich, dass auch eine Weiterbildung im Bereich Social Media nicht zwangsläufig nur zur Jobposition „Social-Media-Manager/in“ führt. Häufig greifen unterschiedliche Online-Aspekte ineinander, die speziell in KMUs oftmals aus einer Stelle heraus gesteuert und in Großunternehmen von gemeinsam arbeitenden Teams bewältigt werden. Ein breiter aufgestelltes Fachwissen, welches die Schnittpunkte in andere Bereiche wie Online-Marketing, Online-Redaktion oder sogar (agiles) Projektmanagement mitabbildet, ermöglicht somit eine crossmediale und strategisch vernetzte Zusammenarbeit. Nicht zuletzt kann dies den (Wieder-)Einstieg oder auch den Umstieg in die digitalisierte Berufswelt erleichtern – wie die Beispiele unserer Absolvent/innen zeigen.

1. Einzelhandelskaufmann Patrick de Vries

Social Media & Content Manager bei einer Werbeagentur

Absolvierte Weiterbildung: Social-Media, Online-Redaktion, Marketing, Projektmanagement

Schon vor seiner Weiterbildung zum Social-Media-Manager arbeitete der gelernte Einzelhandelskaufmann kurz in diesem Bereich. Die gebündelte Vermittlung und die praktische Anwendung im Kurs verleitete Patrick de Vries schließlich dazu, seinen Bewerbungsunterlagen für eine renommierte Werbeagentur eine ausgearbeitete Social-Media-Strategie beizulegen. Die Antwort kam prompt: eine Einladung zum Vorstellungsgespräch inklusive dem Hinweis, dass die Strategie direkt an den Kunden versandt wurde:

„Das Thema Social Media brennt ja gerade in Deutschland an allen Ecken und Enden. Die Chancen, da einzusteigen, sind so gut wie nie. Also hatte ich mit meiner Bewerbung zwei Ebenen erreicht, ohne das direkt beabsichtigt zu haben. Der Kunde entschied dann auch mit, dass ich die Stelle bekomme. [Nun] bewerte ich im ersten Schritt allgemeine Kommunikationsstrategien unserer Kunden und passe diese entsprechend an. Operativ gehören im Alltagsgeschäft dann die Erstellung von Redaktionsplänen und das Konzeptionieren, Planen und Setzen von Postings zu meinen Aufgaben. Aber auch strategische Tätigkeiten wie das Monitoring und die Planung für das nächste Jahr gehören dazu.“

 

2. Germanistin Annika Brockhaus

Online-Marketing-Managerin bei einer Online-Marketing-Agentur

Absolvierte Weiterbildung: Online-Redaktion, Social Media und Online-Marketing inklusive angeschlossenem Praktikum

Mit dem Master in der Tasche und der Liebe zum Texten fokussierte Annika Brockhaus ihre Bewerbungsaktivitäten im Anschluss an ihr Studium zunächst auf Volontariate in der Verlagsbranche. Häufig wegen zu wenig praktischer Erfahrung nicht eingestellt, löste sich die Germanistin davon, nur die Branche in den Fokus zu nehmen und verfolgte stattdessen das Ziel, Ihre Passion fürs Schreiben und Planen auszubauen. Dank ihrer Arbeitsvermittlerin bei der Bundesagentur für Arbeit, die ihr eine Weiterbildung in diese Richtung empfahl, eröffneten sich Annika neue Perspektiven:

„Die Weiterbildung hat mir den Weg ins Berufsleben geebnet. Durch sie habe ich ein anderes Gefühl für meine Fähigkeiten bekommen und mir [dank praktischer Projekte] eine sehr solide Grundlage geschaffen, auf die ich bereits aufbaue. [So entwickle ich heute] für unsere Kunden Strategien, gestalte Blogs, betreibe E-Mail-Marketing und bin Querbeet im Anzeigenbereich unterwegs, um die Projekte zu pflegen, zu analysieren und zu optimieren.“

3. Kommunikationswissenschaftler Tobias Quiram

Mitarbeiter Online-Kommunikation bei einer Stiftung

Absolvierte Weiterbildung: Social-Media, Marketing, Projektmanagement, Datenschutz

Häufig als Lehrer oder mit geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt abgestempelt, kämpfte Tobias Quiram mit den typischen Vorurteilen gegenüber geisteswissenschaftlichen Absolventen. Erst der innere Glaube an sich selbst – gestärkt durch eine fachliche Weiterbildung – trieb ihn an, sein Interesse für Kreatives und Soziales miteinander zu verbinden und erfolgreich aus der Jobsuche in ein Angestelltenverhältnis zu gehen. Heute arbeitet der Geisteswissenschaftler für die Graf-Recke-Stiftung, pflegt die Webseite, die Social-Media-Kanäle und die Community:

„Ich wollte schon immer Kreatives mit Sozialem verbinden [und fand dann] Themen, die auch häufig in Stellenausschreibungen gefordert werden. Bei der LVQ empfahl man mir dann die Graf Recke Stiftung für ein Praktikum und stellte mir den Kontakt her. [Und dort hat es] einfach von Anfang an gepasst. Ich wurde von Beginn an miteinbezogen und durfte eine Social Media Strategie erarbeiten, vortragen und bei den Meetings mitmachen. Das Praktikum war wirklich ein Glücksfall, gerade weil der Berufsstart schwierig war.“

10 Jahre Social-Media-Manager/in IHK bei der LVQ

Vor zehn Jahren hätte wohl kaum jemand vermutet, dass sich Social-Media-Skills und -Tätigkeiten derart im Arbeitsmarkt verankern und doch ist es so gekommen: In den letzten Jahren durften wir viele Teilnehmer/innen auf ihrem Weg ins Social-Media-Management begleiten. Gemeinsam mit diesen Absolvent/innen haben wir im vergangen Jahr dann tatsächlich unser zehnjähriges Jubiläum des Kurses Social-Media-Manager/in (IHK) gefeiert. Dafür sind wir einfach dankbar. Seit der erstmaligen Kursumsetzung ist unser Dozent/innen-Team stetig gewachsen und vermittelt nach wie vor, wie Social Media für ein Unternehmen strategisch, reichweitenvergrößernd und rechtssicher eingesetzt werden kann. Themen sind unter anderem:

  • die kanalspezifischen Besonderheiten der Social Media-Plattformen und ihre Tools,
  • die Entwicklung von Social-Media-Strategien,
  • die Kommunikation und das Wording im Social Web,
  • der Umgang mit Community und Krisen,
  • die Contentplanung und -formate inklusive hilfreicher Tools,
  • die Erfolgsmessung sowie
  • rechtliche Aspekte im Social Web.

Das theoretische Wissen festigen die Teilnehmenden im Rahmen des IHK-Zertifikatstests. Um den Sprung in das berufliche Anwendungsfeld zu meistern, entwickeln sie darüber hinaus eine eigene Social-Media-Strategie und schaffen sich dadurch eine handlungssichere Basis, die im Job zur zukunftssichernden Expertise wird.

Nachfrage so hoch wie nie

Annika Brockhaus, Tobias Quiram, Patrick de Vries und mehr als 500 weitere Absolvent/innen haben sich die hohe Nachfrage nach digitalaffinen Arbeitskräften am Arbeitsmarkt zu Nutze gemacht und ihren Berufs- bzw. Quereinstieg in die Digitalbranche realisiert. Diese Nachfrage ist seit Jahren ungebrochen und nimmt durch Corona sowie die fortschreitende Digitalisierung immer weiter an Fahrt auf. Ein breites, digitales Know-how, mitunter in Social Media, eröffnet somit nicht nur Digital Natives sondern allen Digitalbewanderten unzählige Perspektiven, um auch im digitalen Zeitalter in den unterschiedlichsten Branchen langfristig den passenden Job zu finden und zu halten.

Die 20-tägige Weiterbildung zum/zur Social-Media-Manager/in (IHK) lässt sich durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters fördern – ebenso wie unsere anderen IHK- und TÜV-Kurse. Sowohl die Zeit auf dem Weg zum Berufseinstieg als auch die Zeit zwischen zwei Jobs kann somit sinnvoll und zugleich zeitlich effizient genutzt werden – nicht zuletzt für den eigenen Lebenslauf.


 

 

 

 

Auch für Berufstätige interessant

Auch für Berufstätige kann unsere Weiterbildung im Bereich Social-Media-Management sinnvoll sein. Ganz gleich ob selbst gezahlt, durch den Arbeitgeber, per Bildungsscheck oder nach Qualifizierungschancengesetz gefördert: Unsere Kolleginnen Dorothee Düking und Anja Külkens von der LVQ Business Akademie informieren Sie gerne zu ihren Möglichkeiten.


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Zwischen zwei Jobs – Fragen & Antworten zur Jobsuche im XING Talk Thu, 05 May 2022 08:07:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/zwischen-zwei-jobs-jobsuche-xing-lunch-talk.html post-321 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/zwischen-zwei-jobs-jobsuche-xing-lunch-talk.html Lars Hahn „Wie Du die Zeit zwischen zwei Jobs sinnvoll nutzen kannst“ verriet Lars Hahn im XING-Lunch-Talk. Im Beitrag fasst er die wichtigsten Tipps zusammen – inklusive Link zur Aufzeichnung. Zwischen zwei Jobs – Fragen & Antworten zur Jobsuche im XING Talk by Lars Hahn 05-05-22

Categories: Bewerbung und Jobsuche

Statistisch gesehen, wechseln Berufstätige alle sieben Jahre ihren Job. Nicht selten gibt es diese Zeit dazwischen – die Zeit „zwischen zwei Jobs“. Oft ist diese Phase, vor allem wenn der Zeitraum länger dauert, unfreiwillig gewählt.

Damit kennen wir uns hier in der LVQ aus: Jobsuche, Arbeitslosigkeit, berufliche Neu-Positionierung. Mehr als 10.000 Menschen haben wir in ihrer Phase „zwischen zwei Jobs“ begleitet, wenn sie sich während ihrer Weiterbildung bei uns beruflich neu aufgestellt haben. Daher wissen wir viel über die Fragen, Unsicherheiten und Nöte vieler Jobsuchender in dieser herausfordernden Lebensphase.

Als Teil des LVQ-Teams und als „XING-Insider“ wurde ich von XING eingeladen, in deren praktischem Lunch-Talk-Format Fragen ihrer User zum Thema „Zwischen zwei Jobs – wie man seine Zeit sinnvoll nutzen kann“ zu beantworten. Mehr als 30 Fragen zur Jobsuche und zum Umgang mit „Arbeitslosigkeit“ beantwortete ich im sechzigminütigen Talk. Das Gespräch gibt es als Aufzeichnung bei XING, mehr dazu unten im Artikel.

In diesem Beitrag fasse ich die wichtigsten Kerntipps des XING-Lunch-Talks für die Phase „zwischen zwei Jobs“ zusammen. Zudem erzähle ich von meiner Reise in den Hamburger New Work Harbour, wo XING sitzt, umreiße, wie es zu dem Talk kam und gebe im Rahmen der Tipps auch Einblicke in mein berufliches Leben.

New Work – neue Arbeit in Hamburg

Endlich mal wieder auswärts arbeiten! Nach zwei Jahren hauptsächlich remote und per Video war ich mal wieder zu einer echten Dienstreise unterwegs in den New Work Harbour nach Hamburg, wo die Lunch Talks bei XING live gesendet und aufgezeichnet werden. Allein dieser Umstand der beruflichen Reise nach so einer langen Zeit hatte etwas von „New Work“. Auswärts arbeiten, wie ungewohnt sich das anfühlt. Dabei ist der New Work Harbour in der Hafen City Hamburg per se eine Reise wert, wie Martin Salwiczek in unserem Blog kürzlich schon berichtete. Meinen Talk mit Florian Krieg von XING News bereitete ich im öffentlichen Coworking Space bei Kaffee und free Wifi noch einmal gründlich vor. Eine Besichtigung mit Gitarren-Check im hauseigenen Band-Raum, die Begegnung mit Bürohündin Maria und der obligatorische Blick über den Hamburger Hafen standen auch auf dem Plan.

Zwischen zwei Jobs – praktische Tipps für die Arbeitssuche

Viele Fragen haben wir im XING Talk erörtert. Für diejenigen, die sich den ganzen Talk aber nicht noch einmal anschauen möchten, habe ich hier die für mich wichtigsten Themen für die Zeit „zwischen zwei Jobs“ zusammengefasst:

1. Gutes Offboarding

Der Abschied aus dem alten Unternehmen kann holprig verlaufen, besonders wenn es nicht ganz freiwillig für die eine oder andere Seite ist. Auch sind dabei einige formale Dinge zu beachten.

Mein Tipp:

„Man sieht sich immer zwei Mal im Leben. Daher sollten Sie auch mitarbeiterseitig einen möglichst professionellen und würdevollen Abgang anstreben. Zu berücksichtigen sind dabei Themen wie das Arbeitszeugnis, ein eventuelles Abfindungspaket und eine möglichst gute Verabschiedung – auch von Kolleginnen und Kollegen.“

2. Vorbereitung der neuen beruflichen Phase

Auch Arbeitslosigkeit ist meist eine neue, ungewohnte Phase im Berufsleben eines Menschen. Wenn ich diese Betrachtung anstelle, gehören dazu ganz natürlich einige Vorbereitungen: Sich umgehend arbeitsuchend zu melden, ist für die meisten Menschen verpflichtend, insbesondere wenn Arbeitslosengeld beantragt wird. Die bekannten Standards wie Erstellung beziehungsweise Überarbeitung von Bewerbungsunterlagen und Online-Profilen in Businessnetzwerken und Stellenbörsen gehören natürlich zu den wichtigsten Aufgaben zu Beginn dieses neuen Lebensabschnitts. Aber auch Reflexion von Fähigkeiten, Perspektiven und Möglichkeiten und die Sondierung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind von großer Bedeutung. Genau diese Anforderungen stellen manchmal selbst erfahrene Berufstätige vor Herausforderungen und Unsicherheiten, weil man „sich bewerben und positionieren“ ja vorher nicht gelernt oder gebraucht hat.

Mein Tipp:

„Neben vielen guten Bewerbungsplattformen im Internet lohnt sich eventuell die Investition in ein Karrierecoaching, bei dem nicht nur Unterlagen und Profile professionell gepimpt, sondern auch die beruflichen Perspektiven ausgelotet werden können. Bei der Bundesagentur für Arbeit gibt es dazu auch Beratung und finanzielle Unterstützung. Der Coaching-Gutschein – abgekürzt AVGS – kann bei vielen Anbietern von Karriere-Coachings eingelöst werden.“

3. Aktuelles im Lebenslauf

Arbeitslosigkeit ist kein Makel, sondern gehört heute zur Berufsbiografie dazu. Deswegen kann diese Lebensstation auch positiv im Lebenslauf formuliert werden: Statt „arbeitslos“ schreibt man heute lieber „arbeitssuchend“ oder „aktive Jobsuche“, lernt man in fast jedem Bewerbungsratgeber oder -training. Die aktuelle Position im Profil als „Sabbatical“ oder „Freiberufler“ zu führen, davon raten wir ab, weil diese Formulierung für Personaler irreführend sein kann. Manchmal passt die Formulierung „Zwischen zwei Jobs“ als Eintrag ins XING-Profil, aber nicht in jedem Fall ist dies ratsam.

Mein Tipp:

Schreiben Sie lieber etwas beruflich Relevantes als aktuellen Eintrag in Ihren Lebenslauf und Ihr XING-Profil wie etwa: „03/2022 bis 06/2022: Weiterbildung zum Professional Scrum Master“. Gute weitere Beispiele für den aktuellen Eintrag im XING-Profil finden Sie hier im Blogbeitrag von Martin Salwiczek.

4. Verdeckter Stellenmarkt: Jobsuche ist viel mehr, als Bewerbungen zu schreiben

Während sich manche Jobsuchende hauptsächlich auf die Bewerbung über offene Stellenanzeigen konzentrieren, empfehlen wir unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen vielfältigen Methodenmix für die Jobsuche. Die systematische Recherche in den vielen Millionen beruflichen Profilen der Businessnetzwerke – ich nenne das „Big Data für Bewerber“, das Pflegen vorhandener und die Erweiterung persönlicher und beruflicher Kontakte über XING und Linkedin, der Besuch von Job- und Karrieremessen, fachlichen Konferenzen und vieles mehr – erweitert die Möglichkeiten und bietet Chancen auf Bewerbungen abseits der Stellenbörsen und Jobportale.

Mein Tipp:

„Finden Sie eine Person, von der Sie sich als „Mentor“ oder „Mentorin“ bei Ihrer Jobsuche unterstützen lassen. Ich persönlich hatte die Möglichkeit, einen ehemaligen Uni-Dozenten gelegentlich auf einen Kaffee zu treffen, um mit ihm über den Arbeitsmarkt zu sprechen und meine Jobsuche zu reflektieren. Alternativ könnten auch ehemalige Kolleginnen und Kollegen in Frage kommen.“

5. Update für Wissen, Lebenslauf und Perspektiven – Weiterbildung

So verunsichernd und schwierig für viele Menschen die Zeit „zwischen zwei Jobs“ ist, sie bietet die große Chance, Zeit für eine umfassendere berufliche Weiterbildung zu haben. Wenn dann noch die Bundesagentur für Arbeit diese Qualifizierung zu 100 Prozent finanziert, kann die Zeit der Arbeitslosigkeit nicht nur zu einem guten Plan B, sondern zu einer wertvollen Bildungszeit werden, in der nützliche Skills und gefragte Zertifikate und Abschlüsse erworben werden können.

Mein Tipp:

„Halten Sie in XING-Profilen und Stellenanzeigen Ausschau nach gefragten Skills und Abschlüssen für Ihr nächstes Berufsfeld und recherchieren Sie passende Weiterbildungsangebote, die durch den Bildungsgutschein gefördert werden können.“

„Zwischen zwei Jobs“ – alle Fragen und Antworten zum Nachschauen

Die Zeit zwischen zwei Jobs kann durchaus auch positive Aspekte mit sich bringen, um sich beruflich neu zu finden, neue berufliche Chancen zu eröffnen und dem Wunschjob so ein wenig näher zu kommen. Neben vielen weiteren Fragen zur Jobsuche – unter anderem zu Themen wie Gehalt, Jobsuche 50 Plus, beruflicher Wiedereinstieg, Migrationshintergrund, Lücke im Lebenslauf, Neupositionierung, Profilpflege und Quereinstieg – haben wir auch darüber ausführlich im XING-Lunch-Talk gesprochen. Die gesamte Aufzeichnung des Lunch Talks findet sich in der Rubrik „Job & Karriere“ bei XING:

Zwischen zwei Jobs. Karriereberater Lars Hahn erklärt, wie Du Deine Zeit sinnvoll nutzt

Zum Abschluss wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihre Jobsuche und die Zeit „zwischen zwei Jobs“ und freue mich auf Ihre Erlebnisse und Erkenntnisse „zwischen zwei Jobs“ in den Kommentaren!


 

 

 

P. S.: Der Anlass für meine Hamburg-Reise war indes zuerst gar nicht der XING-Lunch-Talk „Zwischen zwei Jobs“, sondern die Einladung zum Treffen der XING-Insider/innen, die auf XING regelmäßig ihr Know-how und ihre ganz persönlichen Einsichten als Beiträge, Videos etc. teilen. An dieser Stelle danke für die neuen Impulse und die tolle Hausführung durch den New Work Harbour an Astrid Meyer, Lena Bücker, Kristina Appel, Annika Gottschalk, Sören Harder, Florian Krieg, die XING Insider/innen und alle von XING und New Work, die ich an diesem Tag traf.


 

 

 

 


 

 

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Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Vom Konzern zum Unternehmen mit Start-up-Charakter: Interview mit... Thu, 28 Apr 2022 08:10:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/erfolgsgeschichten/jobsuche-weiterbildung-arbeitsmarkt-ebusiness-interview.html post-320 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/erfolgsgeschichten/jobsuche-weiterbildung-arbeitsmarkt-ebusiness-interview.html Martin Salwiczek Über 20 Jahre war Dirk Bronner mit verschiedenen Aufgaben Teil des IKEA-Konzerns. Als sein Aufgabenbereich wegfiel, war es Zeit für eine berufliche Veränderung und Weiterbildung. Wie er die Phase… Vom Konzern zum Unternehmen mit Start-up-Charakter: Interview mit LVQ-Absolvent Dirk Bronner von METRO Markets by Martin Salwiczek 28-04-22

Categories: Erfolgsgeschichten

Über 20 Jahre war Dirk Bronner mit verschiedenen Aufgaben Teil des IKEA-Konzerns. In der Distribution war er in führender Position tätig, zuletzt im Bereich eCommerce. Als sein Arbeitgeber umstrukturierte und sein Aufgabenbereich wegfiel, war es Zeit für eine berufliche Veränderung und Weiterbildung. Heute ist er Head of Operations bei METRO Markets, die die Online-Marktplätze der METRO Gruppe betreiben.

Im Interview erzählt uns der 47-jährige Betriebswirt und gelernte Industriekaufmann, wie er die herausfordernde Phase der Arbeitssuche und seinen Einstieg bei einem Arbeitgeber mit Start-Up-Kultur nach 20 Jahren Konzern erlebte.

LVQ: Dirk, schön Dich wieder zu sehen! Wie läuft’s bei Dir in der neuen Position?

Dirk Bronner: Hallo Martin, ich danke Dir. Gut läuft’s, sehr dynamisch, mit viel Tempo. Es gibt viel zu tun. Wir haben bei METRO Markets mittlerweile die Mitarbeiteranzahl von 400 überschritten und monatlich kommen viele neue Gesichter hinzu. Gestern hatten wir ein Onboarding mit 21 neuen Kolleginnen und Kollegen und das geht aktuell jeden Monat so.

Zu METRO Markets: Als Online-Sparte des bekannten Lebensmittel- und Non-Food-Großhändlers METRO betreibt METRO Markets Deutschlands größten B2B-Online-Marktplatz und expandiert gerade in weitere europäische Länder. Gegründet wurde das Start-up 2018.

Vom Konzern zum „Start-up“

LVQ: Du warst über 20 Jahre bei IKEA, in einem Unternehmen mit gefestigten Strukturen. Wie ist es danach in ein Unternehmen zu kommen, dass sehr agil arbeitet? Wie war der Einstieg für Dich?

Dirk Bronner: Kommst Du wie ich aus einem Konzern und landest bei einem Arbeitgeber mit Start-up-Kultur, wirst Du schon ordentlich durchgeschüttelt. Für bestimmte Aufgaben, Sachverhalte, Prozesse die man kennt, werden andere Begriffe verwendet. Du bietest Lösungsvorschläge, die hier nicht passen, weil sie noch aus der eigenen „alten Welt“ sind. So ist es nicht ungewöhnlich, dass es zu Beginn zu Missverständnissen in der Aufgabe und in der Kommunikation kam. Ich brauchte erst mal zwei, drei Wochen um mich da einzufinden. Du hast hier zudem ein hohes Tempo, viele Strukturen die sich noch nicht ausgebildet haben, da ist Flexibilität wichtig.

LVQ: Welche Einstellung, welche Haltung war für Dich wichtig um den Einstieg zu meistern?

Dirk Bronner: Meine persönliche Herausforderung bestand für mich vor allem darin zu erkennen, dass all meine Erfahrung, mein Verständnis für Dinge, mein Wissen sich nicht 1:1 mit dem deckt, wie die Dinge bei meinem neuen Arbeitgeber laufen. Zu Beginn ist es daher wichtig, die Ansprüche an sich nicht zu hoch zu setzen, mit offenen Radar durch den Arbeitstag zu gehen, Dinge zu reflektieren und sich selbst einzugestehen, für bestimmte Aufgaben noch Zeit zu brauchen.

Nach 20-jähriger Betriebszugehörigkeit:
„Was kann ich? Was will ich? Wo will ich hin?“

LVQ: Gehen wir noch mal zurück: Du bist ja nicht direkt im Anschluss an Deine IKEA-Zeit zu METRO Markets gewechselt. Wie hast Du die Phase der Arbeitslosigkeit nach so langer Betriebszugehörigkeit empfunden?

Dirk Bronner: Die Anfangsphase der Jobsuche war schwierig. Ich fühlte mich disconnected, abgeschnitten. Da ging es mir wahrscheinlich wie auch vielen anderen. Für mich war vieles neu, sprachlich und gedanklich war ich noch bei IKEA. Ich wusste nicht, was der Arbeitsmarkt eigentlich will: Wie werden die mir bekannten Aufgaben benannt? Wie lauten die passenden Job-Titel im Stellenmarkt? Wie kriege ich einen Lebenslauf auf zwei, drei Seiten? Wie bekomme ich die für den Recruiter nötigen Informationen auf den Punkt?

Durch Bewerbungsgespräche stellte ich immer wieder fest, dass von Titel her vermeintlich logische Stellen eigentlich nicht die richtigen für mich sind. Also sortierte ich mich neu. Ich habe die Zeit genutzt um einen guten Abstand zu bekommen, mich neu zu orientieren, weiter zu bilden und drei Kernfragen zu beantworten: Was kann ich? Was will ich? Wo will ich hin?

LVQ: Wie bist Du an diese Fragen rangegangen?

Dirk Bronner: Ich habe reflektiert, was mir Spaß macht. Ich habe mir zurückspiegeln lassen, wo meine Stärken und Schwächen liegen und mich mit den anderen Kollegen ausgetauscht, die in gleicher Situation sind. Das habe ich für mich sortiert. Durch die Bewerbungsgespräche konnte ich feststellen, wo es bei mir knistert und was die drei, vier Schlagworte sind, die das benennen was ich kann und was mir in welcher Kombination Spaß macht und mit denen ich dann auch deutlich Mehrwert schaffen kann.

Der Arbeitsmarkt Online und E-Business

LVQ: Letztendlich hat es Dich dann zu METRO Markets geführt. Wie bist Du an die Stelle gekommen?

Dirk Bronner: Den ersten Kontakt hatte ich bereits 2020, für eine Stelle die ich bei LinkedIn gefunden hatte. Das passte damals nicht aber ich habe mir das Unternehmen als interessanten Arbeitgeber gemerkt und mir die Stellenanzeigen schicken lassen. Im Sommer 2021 sah ich dann die Stellenanzeige für meine jetzige Position und nahm mit METRO Markets wieder Kontakt auf. Diesmal passte es.

LVQ: Was hat diesen Arbeitgeber so interessant für Dich gemacht?

Dirk Bronner: Wir wissen ja, dass der Business-to-Consumer Markt mit Amazon, Otto, Kaufland und Co. zwar stark im Wachstum, aber wirtschaftlich schon sehr stark abgegrast ist. Bei METRO Markets fand ich bereits im ersten Kontakt den Ansatz spannend, mit einem B2B-Marktplatz für den Food- und Non-Food-Bereich eine eigene Nische zu schaffen. Das machte es für mich attraktiv, diesen eigenen E-Commerce-Bereich und die Logistik mit aufzubauen, mit einem starken Konzern dahinter, der nicht von der grünen Wiese aus startet.

LVQ: Also quasi Start-Up-Kultur mit gut vernetztem Konzern im Hintergrund. Wie schätzt Du grundsätzlich die beruflichen Chancen im Online-Handel ein?

Dirk Bronner: Allgemein ist die Bandbreite an Jobs im E-Commerce sehr groß. Zum Beispiel suchen wir aktuell Leute für den HR-Bereich, im Controlling, der Buchhaltung, im Projektmanagement, in der Grafik, im (Online-)Marketing und natürlich auch kontinuierlich in der Logistik. Das zeigt sich auch bei Mitbewerbern. Allgemein ist der Arbeitsmarkt im E-Commerce-Bereich und damit auch in der Logistik sehr gut. Es lohnt, sich mit dem Markt zu beschäftigen!

Welche Kompetenzen und Qualifikationen im E-Commerce gefragt sind

LVQ: Welche Kompetenzen braucht man aus Deiner Sicht, um im E-Commerce tätig zu sein? 

Dirk Bronner: Neugierde, Anpassungsfähigkeit, Dynamik und eine starke Kundenorientierung sind zentrale Eigenschaften, die man mitbringen sollte.

Es ist ein sehr schnelllebiger Arbeitsalltag, da man immer sehr nah am Kunden dran ist. Die Kunden, egal ob privat oder Business, sind trainiert auf einen super Service, schnellen Lieferungen, schnelle Reaktionen. Man muss einfach in allem was man tut flexibel und schnell sein. Das gesamte Umfeld ist sehr dynamisch. Das was heute Standard ist, ist in zwei Jahren wieder anders. Die Ansprüche, die Software, die Warenströme: Alles ändert sich, und man muss sich immer wieder anpassen und neu erfinden können.

„Ärmel hoch und machen“ ist wichtig, Change muss man mögen und wissen, dass sich Aufgaben immer wieder ändern.   

LVQ: Für Personen, die nicht aus dem Handel kommen: Welche formalen Qualifikationen braucht es für diesen Bereich aus Deiner Sicht? Wie bekommen Bewerber vielleicht durch Weiterbildungen einen Fuß in die Tür?

Dirk Bronner: Klammern wir mal die Stellen aus, für die gezielt IT-ler gesucht werden, sind – durch die Dynamik der Branche – Projektmanagement-Kenntnisse und Wissen um agile Methoden hilfreich. Letztere kommen ja aus der IT, schwappen aber in alle administrative Bereiche rüber.

Ansonsten: Wie funktioniert Internet? Was will der Kunde? Was haben wir für rechtliche Voraussetzungen? Und ganz wichtig: Viele Aufgaben im eCommerce sind noch so jung, da kann es teils keine jahrelangen Erfahrungen geben. Daher darf man da keine Berührungsängste haben, wenn der eigene Lebenslauf auf den ersten Blick nicht zu passen scheint. Hier hilft es, sich durch Weiterbildungen up-to-date zu halten.

LVQ: Wir haben mit mehreren Weiterbildungen, einige der von Dir genannten Aspekte im Programm: Suchmaschinenoptimierung, Antworten auf rechtliche Fragen für den Online-Auftritt, die agile Herangehensweise an Projekte, Unterstützung durch Marketingmaßnahmen und praxisorientierte Projekte.  Wie schätzt Du solche Weiterbildungen ein?

Dirk Bronner: So eine Qualifizierung macht den Einstieg natürlich deutlich einfacher. Sind die erlernten Inhalte auch umsetzbar, passen die Einstellung, die eben genannten Eigenschaften und die Kultur, dann hat man auch als Quereinsteiger sehr gute Chancen.

Was bei der Jobsuche zählt

LVQ: Was kannst Du den Leser/innen, die sich in ähnlicher Situation wie Du während der Jobsuche befinden, abschließend auf den Weg geben?

Dirk Bronner: Ich habe mit Netzwerken begonnen. Das habe ich während meiner Zeit bei IKEA nur intern gemacht. XING und LinkedIn brauchte ich nicht wirklich, dachte ich. Heute sehe ich, wie wichtige diese Netzwerke sind und wie viel man dort auch lernen kann. Also: Netzwerke online nutzen, auch das persönliche immer wieder aktivieren indem man mit „alten Bekannten telefoniert“ und Weiterbildungen absolvieren, um im Gespräch zu bleiben. Und dann sollte man auch nicht den Mehrwert gut gepflegter Online-Profile unterschätzen, denn oftmals suchen nicht nur Head Hunter, sondern auch die Recruiter in den Firmen aktiv nach geeigneten Kandidaten/-innen und da ist es wichtig, es ihnen so einfach wie möglich zu machen, um gefunden zu werden.

Wichtig ist vor allem auch die Einstellung: Während meiner Jobsuche war ich wegen der Corona-Krise nervös. Dann dachte ich aber darüber nach, welche Unternehmen durch Corona gewinnen. Wo sind die stabilen Arbeitgeber? Ich habe mir selber immer wieder gesagt: Der passende Job wird schon kommen. Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel. Bleib selbstbewusst. Das ist gar nicht so einfach, wenn man arbeitssuchend ist, aber es hat mir geholfen positiv zu bleiben. Das hat sich dann auch in Gesprächen ausgezahlt.

LVQ: Dirk, herzlichen Dank für das Interview!


 

 

 

 


 

 

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Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Kulturmanager/in IHK – Weiterbildung für einen Arbeitsmarkt im Wandel Thu, 07 Apr 2022 08:32:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/kulturmanagement-weiterbildung-kulturmanager-ihk.html post-319 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/kulturmanagement-weiterbildung-kulturmanager-ihk.html Martin Salwiczek Die Kultur- und Kreativwirtschaft wird immer digitaler und akademischer. In der neuen Weiterbildung Kulturmanager/in IHK werden die Management-Skills vermittelt, die im Kulturmanagement gebraucht… Kulturmanager/in IHK – Weiterbildung für einen Arbeitsmarkt im Wandel by Martin Salwiczek 07-04-22

Categories: Weiterbildung mit Bildungsgutschein

Die Kultur- und Kreativwirtschaft steht in einer großen Umbruchphase. Die Digitalisierung, das zunehmend komplexer werdende Wirtschafts- und Arbeitsumfeld und nicht zuletzt die Corona-Krise schütteln den drittgrößten Wirtschaftszweig Deutschlands kräftig durch. Der Arbeitsmarkt in der Kulturbranche erholt sich langsam, steht aber aufgrund des deutlichen Bedeutungszuwachses der Digitalisierung durch Corona vor weitreichenden Veränderungen. Laut Monitoring-Bericht der Kultur- und Kreativwirtschaft steigt der Bedarf an akademischen Fachkräften, an Personal mit Digitalisierungskompetenzen und breit gefassten Kompetenzen in den Bereichen Führung, Marketing, Finanzen und Projektmanagement. Hier setzt unsere neue Weiterbildung Kulturmanager/in IHK an, in der diese Kompetenzen vermittelt werden.

In diesem Beitrag betrachten wir den Arbeitsmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft und stellen die neue Weiterbildung vor, die sich zu 100% über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit finanzieren lässt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft – größer als man denkt

Museen, Theater, Bühnen, Kunstgalerien, Freizeiteinrichtungen: Das sind häufig die ersten Institutionen, mit denen die Kultur- und Kreativbranche in Verbindung gebracht wird. Dabei wissen viele nicht, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft laut Handelsblatt Deutschlands drittgrößter Wirtschaftszweig ist und auch Bereiche wie die Film- und Musikwirtschaft, die Architektur, Presse & Buch und den rasant wachsenden Software/Games-Markt umfasst. Vor der Corona-Pandemie setzte die Kultur- und Kreativbranche laut Statista 176,4 Milliarden Euro um und zuletzt immer noch 160, 4 Milliarden Euro. Damit gehört sie weiterhin zu den umsatzstärksten Branchen. Mit Ende der Pandemie ist wieder mit einem deutlichen Zuwachs zu rechnen. Seit diesem Frühjahr gehen Bühnen, Theater und Eventwirtschaft wieder in den Regelbetrieb, denn der gesellschaftliche Hunger nach Kultur ist enorm.
Auch das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft zeigt sich verhalten optimistisch und prognostiziert für 2022 ein vorsichtiges Annähern an das Vorkrisenniveau.

Der Arbeitsmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft nach Corona

Laut dem Monitoringbericht Kultur- und Kreativwirtschaft 2021 waren in Deutschland im Jahr 2020 rund 1,81 Millionen Personen in der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig (-1,3% gegenüber 2019) – angestellt, gewerbetreibend oder freiberuflich. Auch hier ist wieder mit einem langsamen Anstieg zu rechnen. Stand März 2022 waren über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit in Deutschland wieder mehr als 15.000 Stellen ausgeschrieben, die der Kultur- und Kreativwirtschaft zuzuordnen sind. Dazu kommen noch Stellen, die in Nischenbörsen ausgeschrieben und informell über Kontakte besetzt werden – Tendenz steigend. Gesucht werden Helfer/innen, Fachkräfte, Spezialist/innen und Führungskräfte in den unterschiedlichsten Bereichen. Nicht einberechnet sind IT-Fachkräfte und Entwickler/innen aus der Software/Gaming-Branche, da diese in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit nicht gesondert gefiltert werden können.

Akademisierung der Kultur- und Kreativwirtschaft?

Was mit Blick auf die Zahlen auffällt, ist die mittlerweile hohe Anzahl an ausgeschriebenen Positionen mit Managementaufgaben oder für Personen mit akademischem Hintergrund:

  • Kulturmanager/innen,
  • Medienmanager/innen,
  • Journalist/innen und Redakteur/innen,
  • PR-Manager/innen,
  • Event-Manager/innen,
  • Online-Marketing und Social Media Manager/innen,
  • Geschäftsführer/innen,
  • Betriebswirt/innen,
  • Sport- und Touristikökonomen,
  • Kommunikations-, Medien-, Geistes-, Sozialwissenschaftler/innen, Pädagog/innen allgemein,
  • u.v.m..

Knapp über 22% der ausgeschriebenen Stellen in der Kultur- und Kreativwirtschaft erfordern einen akademischen Background, bzw. Fähigkeiten auf Akademiker-Level. Dies entspricht den Ergebnissen des Themendossiers „Nachwuchs und Fachkräfte in der KKW“, welches das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft erstellt hat.

Digitale und übergreifende Fähigkeiten mehr und mehr gefragt

Demnach bestand schon vor der Corona-Pandemie ein stetig wachsender Bedarf an akademischen Fachkräften in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Dies liegt nicht zuletzt an dem kontinuierlich steigenden Anforderungsniveau für kreative Berufe. Ein wesentlicher Treiber ist hier die Digitalisierung. Sie führt nicht nur zu einer Technisierung des Arbeitsalltags sondern auch zu neuen Wegen der Arbeitsorganisation, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und zum Wandel von benötigten Kompetenzen:

„In vielen Zukunftsbereichen Kreativer Berufe werden damit CreaTech Skills, d. h. kreative Fähigkeiten und fortgeschrittene technische sowie digitale Fähigkeiten noch stärker an Bedeutung gewinnen,“ heißt es in dem Dossier.

Die zunehmende Komplexität führe jedoch nicht nur zu einem wachsenden Bedarf an digitalen Fähigkeiten, sondern auch an übergreifenden Skills: Unternehmerische Fähigkeiten sowie Führungsqualitäten, spezifische Kompetenzen im Bereich Marketing, Kommunikation und Kundenakquise, Kulturvermittlung, Pädagogik und Publikumsbindung, Kenntnisse im Bereich der Finanzen, wie z. B. Fundraising und Verhandlungskompetenz sowie Projektmanagement-Skills sind mehr und mehr gefragt.

Das Kompetenzzentrum der Kultur- und Kreativwirtschaft erwartet, dass die Anforderungen in kreativen Berufen und insbesondere die Nachfrage nach höher qualifizierten Fachkräften am Arbeitsmarkt auch in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Somit wächst auch der Bedarf an Qualifizierungen und Weiterbildungen der Beschäftigten in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die Weiterbildung Kulturmanager/in IHK – fit werden für die Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft

Vom Theaterwissenschaftler bis zur Chef-Dramaturgin, von der Galeristin bis zum Veranstaltungskaufmann: Viele Menschen aus der Kultur- und Kreativbranche haben sich durch Weiterbildungen bei der LVQ digitale Kompetenzen in Bereichen wie Social Media, Online-Redaktion, Online-Marketing oder agile Methoden angeeignet. Nun kommt mit der Weiterbildung Kulturmanager/in (IHK) eine neue themenübergreifende Weiterbildung hinzu. Sie richtet sich an Berufseinsteiger/innen und erfahrene Fach- und Führungskräfte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. Darüber hinaus soll sie aber auch Quereinsteiger/innen fit machen, die sich in die kreative Welt entwickeln und hoch gefragte Management-Skills für den Kulturbereich erlernen möchten.

Durch die Weiterbildung lernen die Teilnehmer/innen, Kulturprojekte zu planen und zu entwickeln sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen zu leiten und zu steuern. In 20 Tagen erarbeiten die Teilnehmer/innen sich im Online-Präsenzunterricht via Zoom daher folgende Inhalte:

  • Kulturmanagement als Teilaufgabe der Kulturvermittlung
  • Betriebsarten, kulturelle Betriebe und ihre Spezifika – inklusive Praxisbeispiele
  • Betriebswirtschaftliche Grundlagen in Kulturvermittlung und Kulturwirtschaft
  • Mittelbeschaffung, Drittmittel, Projektmittel
  • Rechtliche Grundlagen
  • Audience Development, Publikumsbindung, zielgruppengerechte Programmgestaltung
  • Kulturmarketing, digitale und interaktive Kulturvermittlung
  • Evaluation in der Kulturwirtschaft

Abschließend vertiefen die Teilnehmer/innen ihr im Kurs erlerntes Wissen im Rahmen eines eigenen praxisbezogenen Kulturprojektes. Zudem erwerben sie durch den schriftlichen Zertifikatstest das am Arbeitsmarkt anerkannte IHK-Zertifikat. Der Kurs umfasst somit das Spektrum der Management-Skills, die in der Kultur- und Kreativbranche gefordert werden.

Kulturmanagement mit digitalen Skills verbinden

Neben Management-Themen sind Digitalisierungs-und Projektmanagement-Skills die gefragten Kompetenzen für die in Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft. Daher lohnt es sich die Weiterbildung Kulturmanager/in IHK um Weiterbildungen in den Bereichen Online-Marketing, Social Media, Online-Redaktion, Scrum oder Projektmanagement zu ergänzen. Jedes der genannten Themen lässt sich über das modulare Weiterbildungskonzept der LVQ ebenfalls als jeweils 20-tägige Weiterbildung absolvieren und mit der Kulturmanagement Weiterbildung kombinieren.

Unser Angebot richtet sich an Menschen in der Phase der Arbeitssuche und beruflichen Neuorientierung und wird komplett durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit finanziert.

Weitere Informationen zum Kurs Kulturmanager/in (IHK) und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme finden Sie auf unserer Webseite.


 

 

 

 


 

 

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Die XING-Visitenkarte für die Jobsuche Thu, 24 Mar 2022 08:15:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/xing-fuer-die-jobsuche/xing-visitenkarte-jobsuche.html post-318 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/xing-fuer-die-jobsuche/xing-visitenkarte-jobsuche.html Martin Salwiczek Ob im privaten Bereich oder im beruflichen Kontext: „Der erste Eindruck zählt.“ Besonders auf Jobsuche, bei Wechselwilligkeit oder erhöhter beruflicher Vernetzungsaktivität gilt dies speziell auch für… Die XING-Visitenkarte für die Jobsuche by Martin Salwiczek 24-03-22

Categories: XING für die Jobsuche (inkl. eBook)

„Der erste Eindruck zählt“, wie wir wissen – ganz gleich wo wir Menschen begegnen, sei es im direkten Kontakt oder online. In wenigen Minuten, manchmal sogar nur Sekunden, entscheidet sich, wie sich das weitere Miteinander gestaltet. Folglich bleibt nur wenig Zeit, den gewünschten Eindruck beim Gegenüber zu hinterlassen.

Auch im beruflichen Kontext und somit im Businessnetzwerk XING spielt der Ersteindruck eine wichtige Rolle, kann er doch Geschäftspartner/innen, Kund/innen, Recruiter/innen oder potenzielle Arbeitgeber/innen positiv, aber auch negativ beeinflussen. Speziell auf Jobsuche, bei Wechselwilligkeit oder bei erhöhter beruflicher Nutzung ist ein adäquates Auftreten somit unerlässlich. Als erster einsehbarer Anlaufpunkt im XING-Profil kann die Visitenkarte dem Betrachter hier bereits auf geeignete Weise einen passenden Überblick verschaffen.

Wie Sie die Visitenkarte in Ihrem XING-Profil angemessen nutzen können, um einen positiven Ersteindruck zu schaffen und Ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern, zeigen mein Kollege David Kriewaldt und ich anhand unserer Profile.

 

von Martin Salwiczek, David Kriewaldt und Angela Borin

Die Bedeutung der XING-Visitenkarte

Die Visitenkarte ist das „Aushängeschild“ Ihres XING-Profils und mit dem Deckblatt einer Bewerbung vergleichbar. Sie vermittelt Besucher/innen Ihres XING-Profils die essenziellen beruflichen Eckdaten zu Ihrer Person und gibt anhand der Anzeige Ihrer Kontakte Auskunft über Ihre berufliche Vernetzung. Dank ihr haben Profilbesucher/innen darüber hinaus die Möglichkeit, Kontakt mit Ihnen aufnehmen. Die Visitenkarte umfasst also den Kopfbereich Ihres Profils und besteht aus:

 

  • Ihrem persönlichen Foto,
  • dem Hintergrundbild,
  • der Statuszeile und
  • ausgewählten Stationen aus Ihrem Werdegang und Ihrer Ausbildung.

Selbst wenn Sie aktuell keinen Arbeitgeber haben, können Sie durch eine geschickte Platzierung bedeutender beruflicher Informationen innerhalb der Visitenkarte potenzielle Arbeitgeber und Recruiter auf Ihr Profil locken. Der Visitenkarte sollten Sie daher besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Basis oder Premium? – Die Funktionen der XING-Visitenkarte

Neben Ihrem Namen zeigt sich im Rahmen Ihrer Visitenkarte auch, welche Mitgliedschaft – Basis oder Premium – Sie haben bzw. ob Sie Moderator*in einer XING-Gruppe sind. Von Ihrer kostenlosen Basis- oder Premium-Mitgliedschaft hängt auch ab, wie umfangreich Sie Ihre Visitenkarte erstellen können. Hier gibt es einige Unterschiede, die wir im Folgenden erörtern.

Die Statuszeile der XING-Visitenkarte

Direkt unter Ihrem Namen findet sich die Statuszeile der XING-Visitenkarte:

Diese Statuszeile finden Sie in den Einstellungen Ihrer Visitenkarte. Über die Schaltfläche „Visitenkarte bearbeiten“ und dann das grüne Feld „+ Was ist Dein Status?“ können Sie Ihren Status anpassen.

Im Rahmen von 80 Zeichen können Sie hier beispielsweise einen Freitext eingeben, wie in meinem Fall: „hilft gerne“. Mit Statusmeldungen wie z. B. „offen für Angebote“ oder auch „Bewerbungsphase für die Industrie“ können Sie potenziellen Arbeitgeber/innen Ihr Interesse an einer Kontaktaufnahme signalisieren. Diese Möglichkeit steht Ihnen jedoch nur als Premiummitglied zur Verfügung.

Über den Freitext hinaus haben neben Premiummitgliedern aber auch Basismitglieder die Möglichkeit, einen Status einzubinden. Hierzu stehen Ihnen vorgefertigte Statusmeldungen zur Verfügung, die Sie durch einfaches Anklicken in Ihre Visitenkarte übernehmen können.

Das Hintergrundbild der XING-Visitenkarte

Mit dem Hintergrund können Sie als Premium-Mitglied einen beruflichen, fachlichen oder persönlichen Bezug herstellen. Auf meinem Hintergrundbild sehen Sie beispielsweise einen persönlich-regionalen Bezug. Mein Kollege David Kriewaldt hingegen stellt mit dem LVQ-Gebäude einen Arbeitgeberbezug her. In einigen XING-Profilen unserer LVQ-Teilnehmer/innen zeigen sich wiederum fachliche Bezüge, z. B. bei Chemikern in Form von chemischen Formeln und Apparaturen.

Um ein Hintergrundbild hochzuladen, klicken Sie zunächst auf „Visitenkarte bearbeiten“ und dann auf den weißen Stift rechts unten auf der Fläche des Hintergrundbildes. Nun können Sie ein Bild hochladen und zuschneiden.

Ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Achten Sie bei der Verwendung Ihres Titelbildes auf die Bildnutzungs- und Urheberrechte. Nutzen Sie entweder eigenes Bildmaterial oder nutzen Sie Bilddatenbanken wie Pixabay, in denen Ihnen kostenlose Bilder zur Verfügung stehen. Dies gilt im Übrigen auch für das Profilbild. Hier sollte zur Verwendung Ihres Profilbildes in Social Media vorab beispielsweise eine Klärung mit der/dem Fotograf/in erfolgen.

Berufliche Stationen in der XING-Visitenkarte anlegen und sortieren

Als XING-Basisnutzer/in können Sie bis zu zwei, als Premiumnutzer/in bis zu fünf berufliche (Ausbildungs-)Stationen in der Kopfzeile angeben. Dies kann beispielsweise sinnvoll sein,

  • wenn Sie mehrere Beschäftigungen haben, zum Beispiel teils angestellt, teils freiberuflich tätig sind oder
  • wenn Ihr/e vorherige/r Arbeitgeber/in elementarer Bestandteil Ihrer Vita ist.

Um die verschiedenen Stationen, die Sie in Ihrer Visitenkarte platzieren wollen, in der richtigen Reihenfolge anzuzeigen, klicken Sie in Ihrem XING-Profil neben Ihrem Namen zunächst auf den Button „Visitenkarte bearbeiten“. Nun öffnet sich das Bearbeitungsmenü Ihrer Visitenkarte.


 

Über die Schaltfläche „Liste bearbeiten“ erreichen Sie das Menü, über welches Sie verschiedene Einträge aus Ihrem Werdegang und Ihrer Ausbildung in die Visitenkarte einbinden können. An dieser Stelle können Sie auch die Sortierung innerhalb Ihrer Visitenkarte anpassen.

Ob eine Station in der Visitenkarte als sichtbar erscheint, erfahren Sie anhand des (durchgestrichenen) Auges in der rechten Spalte. Ist das Auge durchgestrichen, wird der betreffende Eintrag in Ihrer Visitenkarte angezeigt. Ein nicht durchgestrichenes Auge hingegen zeigt an, dass der Eintrag nicht in Ihrer Visitenkarte geführt wird. Durch einen Klick auf das Auge können Sie den entsprechenden Eintrag jedoch sichtbar schalten.

Gänzlich neu aktivierte Stationen werden in Ihrer Visitenkarte zuletzt, hinter den bereits einsehbaren, dargestellt. Durch einfaches „Drag & Drop“ können Sie die Reihenfolge Ihrer Einträge jedoch selbst verschieben und festlegen. Hierzu klicken Sie in der linken Zeile auf das Symbol mit den drei waagerechten Strichen, halten es gedrückt und ziehen es so an die richtige Stelle.

Sobald Sie mit dem Aktivieren und Verschieben der Stationen in Ihrer Visitenkarte fertig sind, speichern Sie Ihre Anordnung mithilfe des entsprechenden Speichern-Buttons unten rechts. Dies führt Sie zurück in das Bearbeitungsmenü der Visitenkarte, wo Sie auf den grünen Fertig-Button klicken, um die Bearbeitung der Visitenkarte zu beenden.

Wie machen Sie Ihre Jobsuche sichtbar?

Auch bei der Zusammenstellung der schriftlichen Informationen innerhalb Ihrer Visitenkarte benötigen Sie etwas Einfallsreichtum. Sind Sie berufstätig, ist dies noch recht einfach. Schwieriger wird es jedoch, wenn Sie aktuell keine Beschäftigung haben. Viele arbeitssuchende XING-Nutzer/innen geben entweder noch ihre/n ehemalige/n Arbeitgeber/in an oder stellen gar keine Informationen zur Verfügung. Damit verschenken Sie jedoch wichtigen Raum, um sich für Arbeitgeber/innen und Recruiter/innen bei XING besser auffindbar zu machen. Denken Sie auch hier mitunter an die zusätzliche Möglichkeit des Aktuellen Status, mit dem Sie relevante Informationen in der Visitenkarte Ihres XING-Profils unterbringen können.

Um mit der Visitenkarte also eine aussagekräftige Kopfzeile zu erstellen, müssen Sie ein bisschen um die Ecke denken. Speziell für die Zeiten der Jobsuche haben wir in einem weiteren Beitrag, „Aktuelle Position bei XING eintragen“, einige Beispiele zusammengestellt, die Ihnen zeigen, wie Sie Ihre aktuelle Jobsuche bei XING am besten darstellen können.

Wie Sie Ihre aktuelle Position in Zeiten der Arbeitssuche gestalten könnten, verdeutlichen wir anhand des XING-Profils unseres Kollegen David Kriewaldt. Als Bachelor of Science Wasserchemie ist er in der Grenzflächenbiotechnologie spezialisiert. Diese Expertise hat er in seine Kopfzeile eingebunden und durch seine drei relevantesten Schlagworte – „Biofouling“, „Instrumentelle Analytik“ und „Prozesswassermanagement“ – ergänzt. Dadurch lässt er sich von Arbeitgebern aus seinem Bereich besser finden und einordnen.

How-To: Sichtbarmachung der eigenen Jobsuche

So können auch Sie im Rahmen Ihrer Arbeitssuche auf sich aufmerksam machen. Haben Sie bereits ein bestehendes XING-Profil, ergibt sich die erste Information neben Ihrem Foto in der Grundeinstellung aus Ihrer aktuellsten Station im Profil-Feld „Berufserfahrung“. Aus diesem Grund steht bei vielen arbeitssuchenden XING-Nutzer/innen noch die/der letzte Arbeitgeber/in in der Visitenkarte. Besitzen Sie noch kein Profil oder wollen eine Änderung vornehmen, können Sie wie folgt vorgehen, um eine ähnliche Kopfzeile für Ihre Visitenkarte zu erstellen:

Klicken Sie im Feld „Werdegang/Berufserfahrung“ auf den weißen Button „Hinzufügen“, um eine neue Position hinzuzufügen. Hier haben Sie nun die Möglichkeit, sich zwischen den Punkten „Berufliche Station“ und „Ausbildung / Weiterbildung“ zu entscheiden. Bearbeiten Sie an dieser Stelle das Feld „Berufliche Station“. Im Hinblick auf die Eintragung in Ihrer Visitenkarte sind nun die beiden Felder „Positionsbezeichnung“ und „Unternehmen“ entscheidend. Sie spiegeln die Informationen wieder, die neben Ihrem Profilfoto erscheinen.

 

Im Falle von David Kriewaldts Beispiel stehen an Stelle des Unternehmensnamens drei prägende Schlagworte. Die „Positionsbezeichnung“ zeigt den Abschluss mit Schwerpunkt an. Nutzen Sie also das Feld „Unternehmen“ um dort zu Ihrem Profil passende Begriffe einzutragen. Im Feld der Position haben Sie die Möglichkeit, Ihre Jetzt-Situation zu beschreiben. Dies sollten Sie nutzen, denn nicht jede/r Profil-Besucher/in wird Ihre Informationen direkt zuordnen können.

Welche Beschäftigungsart während der Jobsuche angeben?

Warum diese Vorgehensweise bedeutend ist, erschließt sich, sobald Sie einen Blick auf die verschiedenen Beschäftigungsarten werfen. Im Werdegang können Sie an dieser Stelle nur zwischen vorgefertigten Formulierungen wählen. Die Beschäftigungsart „arbeitsuchend“ existiert nicht.

Da dieser Status nicht auswählbar ist, haben Sie als Nutzer/in sehr eingeschränkte Möglichkeiten, Ihre Beschäftigungsart korrekt anzugeben. Keine der vorgegebenen Arten kommt der Jobsuche-Situation aus unserer Sicht gleich. Daher empfehlen wir die Beschäftigungsart anzugeben, die Sie tendenziell am ehesten anstreben. Streben Sie zum Beispiel ein Angestelltenverhältnis an, sollten Sie auch den "Angestellten"-Status nutzen um von Recruitern gefunden zu werden, die nach Personen für eine Anstellung suchen.

Wenn Sie die Angabe des Beschäftigungsstatus weitestgehend vermeiden wollen, können Sie dies über einen kleinen Umweg lösen: Lassen Sie die Monate bei der Eintragserstellung weg, wird der Beschäftigungsstatus nicht mehr angezeigt. Ihre Profilbesucher/innen sehen vor Ihrer Positionsbeschreibung stattdessen dann die Anzeige „bis + das von Ihnen ausgewählte Jahr“. Diese „Lösung“ ist selbstverständlich nicht ideal und wir hoffen, dass XING in der Zukunft bessere Möglichkeiten für Arbeitsuchende bietet, den Beschäftigungsstatus anzugeben.

Wählen Sie zum Abschluss in der Kopfzeile über den Button „Visitenkarte bearbeiten“ die erstellte Angabe aus. Nun erscheint Ihre aktuelle Jobsituation in der Visitenkarte neben Ihrem Profilbild.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Gestaltung Ihrer Visitenkarte!

P.S.: Weitere Beispiele wie Sie die Felder „Positionsbezeichnung“ und „Unternehmen“ ausfüllen können, finden Sie im Artikel „Aktuelle Position“ in unserem Karriereblog.

Zur kompletten Serie "XING für Jobsuchende":I. Das XING-Profil
  1. XING für Jobsuchende. Teil 1: Neue Serie - XING für Jobsuchende
  2. XING für Jobsuchende: Teil 2: Was ist XING eigentlich?
  3. XING für Jobsuchende. Teil 3: Was trage ich als aktuelle Position ein?
  4. XING für Jobsuchende. Teil 4: XING-Privatsphäre richtig einstellen
  5. XING für Jobsuchende. Teil 5: Profilfelder "Ich suche" und "Ich biete"
  6. XING für Jobsuchende. Teil 6: Berufserfahrung optimiert darstellen
  7. XING für Jobsuchende. Teil 7: Kategorie Ausbildung optimiert eintragen
  8. XING für Jobsuchende. Teil 8: Kategorie Qualifikationen, Sprachen und Co.
  9. XING für Jobsuchende. Teil 9: Warum Interessen bei XING so wichtig sind
  10. XING für Jobsuchende. Teil 10: Das XING-Portfolio für die Jobsuche
II. Jobsuche mit XING
  1. XING für Jobsuchende. Teil 11: Lohnt sich die XING-Premiummitgliedschaft?
  2. XING für Jobsuchende. Teil 12: Erweiterte XING-Suchfunktion nutzen
  3. XING für Jobsuchende. Teil 13: Suchtechnik für XING
  4. XING für Jobsuchende. Teil 14: Suchtipps - Wie finde ich die richtigen Kontakte?
  5. XING für Jobsuchende. Teil 15: XING-Kontakte 2. Grades für die Jobsuche nutzen
  6. XING für Jobsuchende. Teil 16: XING-Unternehmensprofil - Türöffner für die Jobsuche
III. Netzwerken mit XING
  1. XING für Jobsuchende. Teil 17: Netzwerken für die Jobsuche mit XING
  2. XING für Jobsuchende. Teil 18: XING Netzwerk aufbauen - Erste Kontakte mit dem eigenen Bekanntenkreis gewinnen
  3. XING für Jobsuchende. Teil 19: XING-Netzwerk erweitern mit Kontakten zweiten Grades
  4. XING für Jobsuchende. Teil 20: Kontakteaufnahme bei XING - Tipps zum Umgang mit Profilbesuchern
  5. XING für Jobsuchende. Teil 21: Wie spreche ich Nicht-Kontakte bei XING an?
  6. XING für Jobsuchende. Teil 22: Wie Sie mit XING-Events Ihr Netzwerk erweitern
  7. XING für Jobsuchende. Teil 23: XING-Gruppen. Warum sie wertvoll für Karriere und Jobsuche sind
  8. XING für Jobsuchende. Teil 24: Wie Sie sich auf XING aktiv mit Arbeitgebern vernetzen
IV. XING Stellenmarkt
  1. XING für Jobsuchende. Teil 25: Wie sich der XING-Stellenmarkt von anderen Jobbörsen wesentlich unterscheidet
  2. XING für Jobsuchende. Teil 26: XING-Stellenmarkt: 5 Tipps für eine bessere Jobsuche
  3. XING für Jobsuchende. Teil 27: 27 XING-Tipps für die Jobsuche
 

 

 

 

 


 

 

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„Du kannst mehr“ – mit Weiterbildung neue Perspektiven erreichen.... Thu, 17 Mar 2022 10:57:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/du-kannst-mehr-mit-weiterbildung-weiterbildungruhr22.html post-317 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/du-kannst-mehr-mit-weiterbildung-weiterbildungruhr22.html Lars Hahn „Du kannst mehr!“ ist das Motto der Kampagne für Weiterbildung im Ruhrgebiet. Wie dieser Slogan praktisch verwendet werden kann und welche Absichten hinter der Kampagne stehen, ist Thema dieses… „Du kannst mehr“ – mit Weiterbildung neue Perspektiven erreichen. #WeiterbildungRuhr22 by Lars Hahn 17-03-22

Categories: Weiterbildung

Viele Menschen möchten neue berufliche Ziele erreichen: endlich eine Arbeit machen, die Freude bereitet, beruflich etwas tun, was wirklich sinnvoll ist oder eine neue Stelle finden, bei der nicht nur aber auch das Gehalt stimmt. In Zeiten von Digitalisierung und immer schnellerem Wandel erfordern viele Arbeitsplätze jedoch Fähigkeiten und Wissen, bei denen bzw. dem so mancher sagt: „Das hab und kann ich nicht!“

„Du kannst mehr!“ lautet die Antwort der sieben Weiterbildungsnetzwerke des Ruhrgebiets. Das Motto der aktuellen Kampagne für berufliche Weiterbildung unterstreicht unter dem Hashtag #WeiterbildungRuhr22, dass Weiterbildung eben nicht nur aus gesellschaftlicher, sondern auch aus persönlicher Sicht unterstützt, Herausforderungen zu meistern. „Du kannst mehr!“ ist ein Plädoyer für Mut und Tatendrang, Ziele anzugehen, neue Perspektiven zu schaffen und mithilfe von Weiterbildung beruflich und aktiv neu durchzustarten.

In diesem Beitrag betrachten wir die verschiedenen Facetten dieses Slogans „Du kannst mehr!“ Darüber hinaus erzählen wir – als Mitentwickler der Kampagne – von der Entstehung und den Absichten dieser Idee.

„Du kannst mehr!“ – zum Erfolg durch berufliches Lernen

Am Anfang unserer gemeinsamen Kampagne stand ein Ideenworkshop zum Kampagnenmotto mit kreativen Kolleginnen und Kollegen unterschiedlichster Weiterbildungsträger. Eine der zentralen Fragen dabei hieß: „Was geschieht eigentlich, wenn jemand eine berufliche Weiterbildung erfolgreich absolviert?“ Einige typische Antworten lauteten: Wer beruflich etwas Neues lernt,

  • erhält neue Fähigkeiten,
  • erlangt wichtiges Fachwissen,
  • kann sich erfolgreich bewerben,
  • findet eine bessere Arbeitsstelle,
  • verdient mehr Geld,
  • wird attraktiver für den jetzigen oder zukünftigen Arbeitgeber,
  • ist zufriedener bei ihrer oder seiner Arbeit.

Diesen positiven Aspekten beruflicher Weiterbildung folgend, entstand in einem gemeinsamen Brainstorming-Prozess unser Motto, das für viele berufliche Ziele und Perspektiven passt oder passend gemacht werden kann. Schließlich soll dieses Motto für jeden gelten, der eine berufliche Weiterbildung absolviert: „Du kannst mehr!“ Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Motto? Einige Assoziationen aus unseren Brainstormings geben Antworten darauf::

  • Du kannst mehr … als Du denkst.
  • Du kannst mehr … erreichen.
  • Du kannst mehr … Möglichkeiten schaffen.
  • Du kannst mehr … erlernen, als Du glaubst.
  • Du kannst mehr … Wissen erlangen.
  • Du kannst mehr … berufliche Fähigkeiten erwerben.
  • Du kannst mehr … digitale Kompetenzen nachweisen.
  • Du kannst mehr … Chancen eröffnen.
  • Du kannst mehr … Wege ebnen.
  • Du kannst mehr … Barrieren überwinden.
  • Du kannst mehr … bewältigen.
  • Du kannst mehr … über Dich erfahren.
  • Du kannst mehr … Alternativen finden.
  • Du kannst mehr … Geld verdienen.
  • Du kannst mehr … Stellenausschreibungen beantworten.
  • Du kannst mehr … in Deinen Lebenslauf schreiben.
  • Du kannst mehr … im Vorstellungsgespräch einfordern.
  • Du kannst mehr … Kontakte knüpfen.
  • Du kannst mehr … wenn Du mit anderen gemeinsam lernst.
  • Du kannst mehr … persönliche Perspektiven entwickeln.
  • Du kannst mehr … berufliche Wege beschreiten.
  • Du kannst mehr … für Dich tun.
  • Du kannst mehr … zeig es!
  • Du kannst mehr!

Bestimmt fällt Ihnen aus Ihrer persönlichen Perspektive auch noch der ein oder andere „Du kannst mehr!“-Satz ein, der diese Liste weiter vervollständigen könnte. Teilen Sie uns diesen doch gerne in den Kommentaren mit! Wir freuen uns auf Ihre Ideen!

„Du kannst mehr!“ – Hintergründe und Ziele der Kampagne

„Du kannst mehr!“ hatte in diesem Zusammenhang für uns aber noch eine ganz andere Komponente. In den vergangenen zwei Jahren ist neben vielen Herausforderungen durch die Pandemie etwas ganz Wunderbares passiert: Statt in den schwierigen Zeiten der Corona-Krise die Konkurrenz noch zu verstärken und gegeneinander zu arbeiten, taten sich viele Weiterbildungsunternehmen in ihren Netzwerken des Ruhrgebiets zusammen. Wir veranstalteten gemeinsam unter anderem ruhrgebietsweite Digitale Weiterbildungsmessen, bei denen Interessierte sich persönlich über berufliche Perspektiven informieren konnten. Mit dem ersten Weiterbildungskongress Ruhr haben wir im Sommer 2021 gemeinsam mit vielen Akteuren aus Arbeitsagenturen, Jobcentern, Verbänden und der Wirtschaft über die Bedeutung des Themas Weiterbildung in Zeiten von digitaler Transformation, demografischem Wandel und Dekarbonisierung diskutiert.

Die Idee des Weiterbildungskongresses haben wir dann weiterentwickelt und so ist die aktuelle Weiterbildungsoffensive Ruhr entstanden – die Kampagne für mehr berufliche Qualifizierung. „Du kannst mehr!“ steht somit auch für die Vernetzung und Zusammenarbeit: „Du kannst mehr …, wenn Du Dich mit anderen zusammentust anstatt Dich alleine zu bemühen.“

Weiterbildung.ruhr – die Webseite zu „Du kannst mehr!“

Mittlerweile haben wir für die Kampagne „Du kannst mehr!“ eine eigene Webseite erstellt. Dort finden Sie Infomaterial und vielfältige Wege, sich über die passende berufliche Weiterbildung zu informieren. Unter anderem können Sie über regionale Bildungstheken die Vielfalt der beruflichen Weiterbildung des Ruhrgebiets entdecken. Unter weiterbildung.ruhr finden Sie zudem umfassende Informationen zur Kampagne „Du kannst mehr!“.

Demnächst werden Sie auch in Social Media von uns lesen und möglicherweise über unsere Motto-Karten stolpern. Wenn Sie mehr zu #WeiterbildungRuhr22 wissen wollen, dürfen Sie aber auch gerne bei uns in der LVQ oder direkt bei mir nachfragen. Gerne lade ich Sie zu einem – mindestens virtuellen – Kaffee ein!

P. S. Ich bin sehr dankbar und freue mich, dass ich persönlich als Mitglied des Vorstands der Netzwerke „Weiterbildung im Revier e. V.“ und „Weiterbildungsforum Oberhausen Mülheim e. V.“ bei all diesen Aktivitäten dabei sein und gemeinsam mit vielen Akteurinnen und Akteuren sowie unserem großartigen Team der LVQ unterstützen darf. Mein ganz spezieller Dank geht an Simone Klug, Frank Bahnsen, Peter M. Urselmann und die vielen Aktiven im Arbeitskreis Marketing und im Steuerungskreis des Bündnis.Weiterbildung.Ruhr!


 

 

 

 


 

 

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Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Online-Marketing-Manager IHK – Weiterbildung mit Bildungsgutschein Thu, 24 Feb 2022 08:15:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/online-marketing-manager-ihk.html post-316 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung-mit-bildungsgutschein/online-marketing-manager-ihk.html Martin Salwiczek Fachkräfte mit Online-Marketing-Skills werden händerringend gesucht. Mit der Weiterbildung Online-Marketing-Manager/in (IHK) erhöhen Sie Ihre beruflichen Chancen. Die Weiterbildung wird zu 100% durch… Online-Marketing-Manager IHK – Weiterbildung mit Bildungsgutschein by Martin Salwiczek 24-02-22

Categories: Weiterbildung mit Bildungsgutschein

Die Digitalisierung unserer Arbeitswelt ist in vollem Gange. Das gilt auch für den Verkauf und die Vermarktung von Produkten. Marketing ohne online – das ist nicht mehr denkbar. Entsprechend werden Fachkräfte mit digitalen Kompetenzen und Marketing-Know-how händeringend gesucht. Vor allem Online-Marketing-Kenntnisse in Disziplinen wie SEO, SEA, Social-Media- oder Affiliate-Marketing sind elementar wichtig. Hier setzt unsere Weiterbildung Online-Marketing-Manager/in (IHK) an, die durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit gefördert werden kann.

Im Rahmen unserer Serie Weiterbildung mit Bildungsgutschein stellen wir die IHK-Weiterbildung in diesem Beitrag vor.

Digitale Werbung – Ausgaben steigen stetig

Als wir 2017 mit unserer Weiterbildung Online-Marketing-Manager/in (IHK) an den Start gingen, machte das digitale Marketing mit 34,4 % erstmals den größten Anteil an den Gesamtwerbeausgaben in Deutschland (vor TV mit 32,2 % und Print mit 23,3 %) aus. Mittlerweile sind es 44,7 %,  mit stark steigender Tendenz (Quelle: Adzine.de).

Entsprechend nahm in der Zeit auch die Nachfrage an qualifizierten Fachkräften für den Online-Marketing-Bereich zu. Über 27.000 Stellen wies Stepstone, Branchenführer der Online-Stellenbörsen, im April 2017 für das Stichwort „Online Marketing“ aus. Im Februar 2022 sind es bereits über 43.000 Stellen in Deutschland.

Online-Marketing-Manager/innen händeringend gesucht

Fachkräfte mit Online-Kompetenzen werden also dringend gesucht. Schon 2017 sah Philipp Klöckner, Strategy Consultant bei der Agentur Rocket Internet, in einem Interview mit onlinemarketing.deeinen ganz akuten Fachkräftemangel in der digitalen Werbung“. Auch heute gehören laut Digitalisierungsexperten Dr. Holger Schmidt Online-Marketing-Experten zu den meist begehrten Fachkräften der Digitalen Transformation – noch vor Fachkräften aus den Bereichen E-Commerce, Big Data oder Künstliche Intelligenz.

Doch nicht nur erfahrene Fachkräfte werden im Online-Marketing gesucht. Mittlerweile finden sich auch Stellenangebote für Berufseinsteiger/innen mit Onboarding-Prämien – gesehen bei einer LinkedIn-Anzeige für einen Media Berater Performance. Dieser soll Recruiting-Kampagnen konzipieren und durchführen und dafür 5.000 € Antrittsprämie erhalten.  

Hier zeigt sich, wie vielfältig mittlerweile die Berufsbilder im Online-Bereich geworden sind. In der digitalen Werbung werden unter anderem Content-Marketing-Manager, Affiliate-Marketing-Manager, Campaign-Manager, Mobile-Marketing-Manager, Social-Media-Manager, Multimedia-Marketing-Manager und – vor allem – Online-Marketing-Manager gesucht.
Philip Leuchtenberg, Geschäftsführer der Online-Marketing-Agentur Pixelnerds, weiß auch warum:

„Durch das rasante Wachstum der einzelnen Online-Marketingsegmente – wie Social Media, Ads, Affiliate und E-Mail-Marketing – benötigen Unternehmen immer öfter eine Schnittstelle, die die einzelnen Segmente kennt und ihre Kennzahlen richtig deuten kann. Gerade Multi-Channel-Kampagnen sind ohne das übergreifende Wissen des Online–Marketing-Managers nicht umsetzbar, da hier viele Verknüpfungen stattfinden müssen.“

Weiterbildung Online-Marketing-Manager/in (IHK) mit Bildungsgutschein

Einen Teil dieses Wissens vermittelt Philip Leuchtenberg in der  Weiterbildung Online-Marketing-Manager (IHK) bei der LVQ. Mit den Themen Suchmaschinenwerbung und Social-Media-Marketing unterstützt er Dr. Martin Mirbach, der maßgeblich an der Konzeptionierung der Weiterbildung mitgewirkt hat und einen Großteil der Inhalte umsetzt.

Im Kurs Online-Marketing-Manager (IHK) erwerben die Teilnehmer/innen die grundlegenden Kenntnisse, die von Unternehmensseite gefordert werden:

„Mit Abschluss des Lehrgangs sind die Teilnehmer in der Lage, die gesamte „product journey“ im Online-Marketing kaufentscheidend zu begleiten, einen ebenso zielgruppenorientierten wie crossmedialen Marketing Mix zu konzipieren und umzusetzen sowie alle wesentlichen Schlüsselkennzahlen zu verstehen, anzuwenden und zu überprüfen,“ so Martin Mirbach.

Die Geisteswissenschaftlerin Lisa Lokotsch hat nach der Weiterbildung eine Stelle als Junior-Online-Marketing-Managerin bei einem Softwarehersteller bekommen. Im Interview erzählt sie uns, wie sie die Dozenten wahrgenommen hat:

„Die Dozenten kommen aus dem Berufsleben und sind nicht nur lehrende Akademiker. Teils haben sie einen Tag zuvor noch für einen Kunden gearbeitet und konnten so wirklich Einblick in den Berufszweig und -alltag geben: Was verdienst Du bei einem Kundenprojekt, wie versicherst Du Dich als Freiberufler, wie gehst Du Aufträge an, was musst Du fachlich und menschlich mitbringen.“

In der 20-tägigen Weiterbildung hat Lisa Lokotsch unter anderem folgende Themen kennengelernt:

  • Suchmaschinenmarketing (SEM) – inklusive SEO und SEA
  • Website-Typen
  • Affiliate Marketing
  • E-Mail-Marketing
  • Social-Media-Marketing
  • Mobile- und Video-Marketing
  • Erfolgstracking
  • Rechtliche Basics für den sicheren Umgang im Online-Marketing

Die Theorie wird durch den schriftlichen IHK-Zertifikatstest gefestigt.
Einen praktischen Mehrwert nehmen die Teilnehmer/innen durch das Abschlussprojekt mit, wie Lisa Lokotsch erzählt:

„Unter Anleitung dieser Experten konnten wir als Teilnehmer die im Kurs erlernte Theorie direkt praktisch anwenden. Wir wurden nicht allein gelassen und haben nicht nur Hausaufgaben aufbekommen, sondern gemeinsam Fachwissen erlernt und vertieft und dies dann auch wirklich in eigenen praxisorientieren Projekten umgesetzt.“

Das Abschlussprojekt präsentieren die Teilnehmer/innen via Zoom. Hier findet auch der gesamte Online-Präsenzunterricht statt, wodurch das gemeinsame Lernen und Vernetzen gefördert wird.

Online-Marketing-Manager/in (IHK) – geeignet für Erfahrene und Einsteiger/innen

Lisa Lokotsch hat durch die Weiterbildung den Berufseinstieg geschafft. Doch auch berufserfahrene Fachkräfte aus dem Marketing sowie berufliche Quereinsteiger/innen und Wiedereinsteiger/innen profitieren von der Weiterbildung. In Kombination mit anderen Weiterbildungen wie dem Social-Media-Manager IHK, dem E-Commerce-Manager IHK oder dem Online-Redakteur IHK erhöhen sie ihre beruflichen Chancen im Bereich der Online-Kommunikation und Online-Werbung wesentlich. Diese Kombination ist mit dem Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Durch ihn können die Kosten für die Weiterbildung zu 100 Prozent gedeckt werden.

Weitere Informationen zum Kurs Online-Marketing-Manager/in (IHK) und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme finden Sie auf unserer Webseite.

 


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Weshalb eine Weiterbildung oft besser ist als eine Kündigung.... Thu, 17 Feb 2022 09:03:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/weiterbildung-kuendigung-greatresignation.html post-315 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/weiterbildung-kuendigung-greatresignation.html Lars Hahn Muss es wirklich die Kündigung sein? Unser Beitrag erklärt, wie eine Weiterbildung zu Zufriedenheit und Perspektiven im Job führen kann. Weshalb eine Weiterbildung oft besser ist als eine Kündigung. #GreatResignation by Lars Hahn 17-02-22

Categories: Weiterbildung Neue Arbeitswelt

Haben Sie schon Ihren Job gekündigt? Oder denken Sie derzeit darüber nach? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Den medialen Signalen zufolge werden nun auch deutsche Unternehmen von einer großen Kündigungswelle heimgesucht. Schon im vergangenen Jahr sprachen die US-Amerikaner von der „Great Resignation“: Millionen Beschäftigte kündigten von sich aus ihre Jobs. Nun also scheint die „Great Resignation“ auch in Deutschland angekommen zu sein, wenigstens in Fachdiskussionen, wie hier im NWX-Magazin, im Human Resources Manager oder beim Persoblogger. Und tatsächlich scheint sich das auch in Zahlen anzudeuten. Einer aktuellen Forsa-Studie im Auftrag von XING zufolge scheint nach einer eher trägen Zeit in den vergangenen zwei Jahren der Pandemie die Wechselwilligkeit auch in Deutschland anzusteigen, nämlich um 12 Prozent auf 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als ein Drittel der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer denken also akut über einen Jobwechsel nach.

Doch muss es immer direkt die Kündigung sein? Die Verbesserung der Arbeitssituation und Zukunftsperspektiven im aktuellen Unternehmen können eine Alternative zur Kündigung ins Blaue sein. Wie das funktionieren und wie eine Weiterbildung dabei helfen kann, beschreibe ich in diesem Beitrag.

Kündigen ohne Sicherheitsnetz?

Auch wenn 37 Prozent der Deutschen darüber nachdenken, ihren Job zu verlassen, getan haben es während der Pandemiephase nur 10 Prozent. Bei über 33 Millionen Angestellten sind das immerhin über drei Millionen Kündigungen. Gemäß Forsa-Studie haben von diesen 3 Millionen Menschen immerhin 25 %, also mal eben schlappe 750.000 Menschen jährlich (!), den Job beendet, ohne eine neue Stelle in petto zu haben.

In Zeiten von Fachkräfteknappheit und dem Kampf um Talente verwunderlich, dass Unternehmen das zulassen. Denn scheiden gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, kostet das die Unternehmen oft viel Geld. War die Fluktuationsrate in Unternehmen während der Pandemie merklich gesunken, steigt sie nun wieder, insbesondere auch durch die arbeitnehmerseitigen Kündigungen.

Warum Menschen ihre „sichere“ Arbeit kündigen

Es gibt sehr unterschiedliche Motive, weshalb Menschen mit dem Gedanken spielen, zu wechseln. Nach einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft ist für Beschäftigte „Gehalt der wichtigste Wechselgrund (49%), gefolgt von Karrieremöglichkeiten (43%). Dabei ist auch das Betriebsklima mit 38 Prozent ein wichtiges Motiv“ über den Jobwechsel nachzudenken.

Wenn es dann aber um die Gründe für eine tatsächlich erfolgte Kündigung geht, waren es laut Forsa-Studie:

  • schlechte Führung (28 Prozent),
  • Work-Life-Balance (27 Prozent) oder
  • Unzufriedenheit hinsichtlich der Tätigkeiten (24 Prozent).

„Finanzielle Motive spielen beim tatsächlichen Jobwechsel mit 19 Prozent eher eine nachgelagerte Rolle“, wie auch die Abbildung von XING E-Recruiting verdeutlicht:

Natürlich haben Sie eventuell einige gute Gründe dafür, das bestehende Arbeitsverhältnis ohne anschließenden Job zu kündigen. Besonders Akademikerinnen und Akademiker kündigen laut einer Rundstedt-Studie beispielsweise „wenn die Chemie nicht stimmt“, wenn keine „konstruktive Feedback-Kultur herrscht“ oder wenn „Stress und Leistungsdruck zu hoch“ seien. Karrierecoach Bernd Slaghuis identifiziert noch andere Kündigungsgründe wie u. a. Unterforderung oder Langeweile im aktuellen Job oder mangelnde Perspektiven beim aktuellen Arbeitgeber. Spätestens wenn aber Ihre Gesundheit unter dem Job sichtbar leidet, ist eine sofortige, arbeitnehmerseitige Kündigung als entgegenwirkende Maßnahme durchaus gerechtfertigt. Dies unterstreichen auch die 10 Gründe für eine sofortige Kündigung des Karriereportals Arbeitsabc.

Alternativen zur Kündigung finden

Es lohnt sich allerdings, vor einem endgültigen Abschied vom Arbeitgeber zu prüfen, ob eine Trennung wirklich unumgänglich ist. Nicht nur für Unternehmen stellt eine Kündigung guter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft ein Problem dar, auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer birgt eine Kündigung letztlich ein Risiko. Wer noch keine neue Stelle hat, muss sich auf dem Arbeitsmarkt bewähren und beweisen. Es besteht überdies ein Risiko, bei der Auswahl des neuen Arbeitgebers daneben zu greifen. Schlimmstenfalls landen Sie beim Arbeitgeberwechsel vom Regen in der Traufe. Karrierecoach Bernd Slaghuis rät in seinem Beitrag über die aktuelle Kündigungswelle dazu, nochmal in sich zu gehen und nicht voreilig zu handeln: „Es ist wichtig, dass Sie jetzt nicht zu hastig vorschnell auf einen Kündigungstrend aufspringen. Denn die Gefahr von Wellen ist groß, sich allzu leicht mitreißen zu lassen und orientierungslos im Strudel unterzugehen.

Klar ist jedoch: Wenn das Porzellan zerschlagen ist und die Chemie mit Chefin, Chef, Kolleginnen und Kollegen nicht mehr stimmt, mag eine Kündigung unausweichlich sein. Gleiches gilt, wenn die Identifikation mit der gesamten Unternehmenskultur, den Werten oder gar den Produkten des Arbeitgebers einfach nicht mehr funktioniert. Dann nützt oft nur die Reißleine. Wären Ihre Kündigungsmotive allerdings eher tätigkeitsbedingt (laut XING-Abbildung immerhin bei 24 Prozent), wäre die aktuelle Position schlichtweg (noch) nicht attraktiv genug, sind die Menschen in Ihrem aktuellen Betrieb eigentlich ganz sympathisch und auch die grundlegende Kultur im Haus verursacht Ihnen keine Bauchschmerzen, könnte es sich lohnen, wenn Sie darüber nachdenken, ob es Alternativen zur Kündigung gibt.

Job Crafting – selbst neue Perspektiven schaffen

Was können Sie also tun, wenn Sie sich im richtigen Unternehmen nur am falschen Platz fühlen? Sei es aus Unterforderung, Überforderung, Langeweile oder unpassenden oder falschen Tätigkeiten? Sie arbeiten bereits für Ihr Unternehmen und können ein gewisses Maß an Einfluss auf Ihre Stelle und Ihre Aufgabenbereiche nehmen. Dies unterstreicht auch HR-Experte Dr. Nico Rose. Er nennt das Prinzip der aktiven und initiativen Gestaltung der eigenen Arbeitsbedingungen Job Crafting. Dieser Ansatz, schreibt er, gehe davon aus, dass „Menschen prinzipiell die Möglichkeit haben, aus dem Job, den sie haben, jenen zu machen, den sie wirklich, wirklich wollen“. Karriereberaterin Ragnhild Struss betont in Bezug auf Job Crafting, „dass es immer möglich ist, kleine Anpassungen am eigenen Job vorzunehmen – mit dem Ziel, Arbeit optimal auf die eigenen Stärken abzustimmen, Zufriedenheit und Motivation zu steigern und so letztendlich auch dem Unternehmensziel zu dienen“.

Dabei können Sie Job Crafting im Alltag umsetzen, indem Sie Beziehungen knüpfen, neue Aufgaben annehmen, sich in neue Teams einbringen oder Ihre Rahmenbedingungen wie Arbeitszeiten und -ort optimieren. Viele Menschen machen das intuitiv, weil sie nach Aufgaben suchen, die ihnen Freude machen. Wenn Sie selbstverantwortlich Ihre Arbeitszufriedenheit in die Hand nehmen wollen, lohnt es sich die beiden vertiefenden Beiträge von Nico Rose und Ragnhild Struss über Job Crafting zu lesen.

Weiterbildung als Schlüssel für geplantes Job Crafting

Job Crafting kann bisweilen sogar geplant und mit der betrieblichen Personalentwicklung abgestimmt laufen. So lohnt sich ein Gespräch mit der Teamleitung, der Abteilungsleitung oder der personalverantwortlichen Person, wenn Sie unzufrieden sind mit Aufgabenbereich und Tätigkeiten, wenn Überforderung, Unterforderung, Langeweile oder Routine die Arbeitszufriedenheit untergräbt und Sie neue Aufgaben übernehmen und Ihre beruflichen Wünsche gezielt verfolgen möchten.

Eine idealerweise durch den Arbeitgeber unterstützte Weiterbildung kann da wie ein Booster wirken. In einem konzentrierten und organisierten Lernprozess können oft viel schneller neue Inhalte und Kompetenzen erworben werden als über Jahre hinweg im Eigenstudium „on the job“. Diese Qualifikationen können dann im beruflichen Alltag effizienter vertieft und ausgebaut werden.

Per Weiterbildung zur Arbeitszufriedenheit

Die Spannbreite der Weiterbildungsmöglichkeiten ist dabei groß: Von überschaubaren Learn-Nuggets per Video, zum Beispiel bei Linkedin-Learning oder Coursera, bis hin zu institutionalisierten Weiterbildungen mit gesetzlich anerkanntem Abschluss, TÜV-, IHK- oder Scrum-Zertifikat. Wie eine Weiterbildung Sie dabei unterstützen kann, sich Ihren passenden Job zu craften, zeigen zwei reale Beispiele aus unserem LVQ-Alltag (Namen geändert):

Bernhard beriet seit einigen Jahren mittelständische Kunden bei der Azubigewinnung und war frustriert wegen der herkömmlichen Methoden. Er erhielt von seiner Personalleitung die Chance berufsbegleitend eine Weiterbildung zum Social-Media-Manager (IHK) zu absolvieren. Anschließend peppte er seinen routinierten Beratungsalltag mit seinem neuen Wissen auf: Er wurde in seinem Team zum Experten für Azubi-Gewinnung per Social Media.

Melanie arbeitete nach langer Familienphase als Bürokraft in einem Ingenieurbüro. Dabei kamen ihr das ursprüngliche Studium als Ingenieurin und ihre Kommunikationsfähigkeiten zugute. Allerdings fühlte sie sich als „bessere Telefonistin“ unterfordert. Gemeinsam mit ihrem Chef erarbeitete sie den Plan, sich mithilfe einer Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit für die Kundenbetreuung in diesem Gebiet fit zu machen. Heute betreut Melanie einige ihrer Kunden aus genau dieser Position: der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Während das erste Beispiel belegt, wie eine Weiterbildung die bisherige Tätigkeit attraktiver für alle machen kann, geht es im zweiten Beispiel um einen völlig neuen Aufgabenbereich. Beide Alumni hatten den Mut, beim aktuellen Arbeitgeber auf Veränderung und auf neue Perspektiven zu drängen. Dadurch konnten sie die neu erworbenen Kenntnisse in den Job einbringen und sich dazu passende Aufgaben schaffen. Gewissermaßen kann dies als Job Crafting durch Weiterbildung in Absprache mit dem Arbeitgeber betitelt werden.

Job Crafting und Personalentwicklung Hand in Hand

Denn Arbeitgeber sollten ein originäres Interesse daran haben, dass sich ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterentwickeln und dadurch ihre Perspektiven verbessern und Arbeitszufriedenheit erhöhen. In manch größeren Unternehmen gibt es dafür eine gezielte Personalentwicklung. Oft werden dort auf viele Jahre angelegte Karrierepläne im Haus geschmiedet, mit vielen Optionen für Weiterbildung oder gar Studium. In kleinen und mittleren Unternehmen läuft Personalentwicklung hingegen manchmal erst auf Nachfrage durch interessierte Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.

Wenn Sie mit den Aufgaben und Tätigkeiten im Betrieb unzufrieden sind, muss also nicht immer gleich eine Kündigung her. Es lohnt sich, aktiv auf Verantwortliche im Betrieb zuzugehen und über neue Perspektiven und Möglichkeiten zu reden. Dann gehen Job Crafting und Personalentwicklung im Idealfall Hand in Hand.

Weiterbildungsförderung für Arbeitgeber

Übrigens sind die beiden oben beschriebenen Beispiele von mir hier gezielt gewählt worden, denn in beiden Fällen wurden die Arbeitgeber durch die Qualifizierungsoffensive der Bundesagentur für Arbeit, die besonders kleine und mittlere Unternehmen anspricht, gefördert. Passende Weiterbildungen, wie der genannte „Social-Media-Manager (IHK)“ und die „Fachkraft für Arbeitssicherheit“ fördert dieses Programm bei kleinen Unternehmen gar bis zu 100 Prozent. Bisweilen sind solche Finanzspritzen für die Weiterbildung gute Argumente im Gespräch zur eigenen Personalentwicklung. Job Crafting per Bildungsgutschein: Das funktioniert.

P.S.: Die LVQ beteiligt sich aktiv an der aktuellen Weiterbildungsoffensive Ruhr 2022. Die #WeiterbildungRuhr22 ruft mit einer Kampagne und vielen Aktivitäten zu neuen Perspektiven durch Weiterbildung auf – passend zu diesem Beitrag. Das Motto der Weiterbildungsoffensive Ruhr 2022 lautet daher „Du kannst mehr!“.

P.P.S: Wenn trotz aller Bemühungen am Ende die Kündigung in die Arbeitslosigkeit erfolgt, kann eine Weiterbildung zwischen zwei Jobs neue Perspektiven ermöglichen. Auch hier kann die Qualifizierung zu 100 Prozent durch den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Werte im Beruf – Wie Sie einen Job finden, der nachhaltig passt Thu, 10 Feb 2022 08:03:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere/werte-im-beruf-job-finden.html post-314 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere/werte-im-beruf-job-finden.html Martin Salwiczek Unsere Werte haben einen großen Einfluss auf unsere Zufriedenheit – sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext. Im Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Werte ermitteln und für Ihre Suche… Werte im Beruf – Wie Sie einen Job finden, der nachhaltig passt by Martin Salwiczek 10-02-22

Categories: Karriere

Was ist für Sie im Beruf besonders wertvoll? Haben Sie darüber in letzter Zeit mal nachgedacht?

Werte beeinflussen unser Handeln und definieren, wofür wir unsere Energie und Zeit investieren. Das gilt sowohl für unser Privat-, als auch für unser Berufsleben. Stand im beruflichen Kontext das Streben nach Optimierung von Gehalt, Titel und Aufgabenbereich lange im Vordergrund, erleben wir aktuell einen Wertewandel: Immer mehr Menschen suchen einen Sinn in ihrer Arbeit. Fehlt die Identifikation mit dem Beruf oder dem Arbeitgeber, führt dies häufig zu beruflicher Unzufriedenheit. Wir erleben es bei vielen Menschen, die sich bei der LVQ weiterbilden. Vielleicht machen Sie diese Erfahrung ja auch. Doch wissen Sie wirklich, welche Ihre zentralen Werte sind?

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einige Impulse dazu geben, wie Sie Ihre wichtigsten berufsbezogenen Werte finden und die Ergebnisse für die nächsten beruflichen Schritte oder die Jobsuche nutzen können.

Karriere trifft Sinn – was sich Fachkräfte von ihren Arbeitgebern wünschen

„Wir stehen vor einem radikalen Wandel der Arbeitswelt“ – so lautet die Eingangsthese der embrace-Studie „Karriere trifft Sinn“.  Zwar wurde die Studie bereits 2015 durchgeführt und richtet sich nach den Bedürfnissen junger Fachkräfte, doch einige der Ergebnisse der Studie finden wir bei vielen Menschen im beruflichen Veränderungsprozess wieder. Ob Berufseinsteiger oder erfahrene Fachkräfte, viele eint der Wunsch nach...

  • ... Unternehmen, die zu ihren Wertevorstellungen passen,
  • ... ethischem Verhalten statt mehr Geld,
  • ... mehr Work-Life-Balance und selbstbestimmtem Arbeiten und somit
  • …einem Job, der zur eigenen Lebenssituation passt.

Kollege und LVQ-Geschäftsführer Lars Hahn sieht die die „Jobsuche mit Sinn“ sogar als einen der zentralen Karrieretrends:

„Die Bedeutung von persönlichen Werten, Sinn und Zweck der Arbeit hat zugenommen. Ganz gleich ob in den vielen Beratungen mit unseren Teilnehmenden, die sich gerade zwischen zwei Jobs befinden, oder im Gespräch auf Karrieretagen: Überall dort, wo sich Menschen akut mit ihrer beruflichen Zukunft befassen, steht heute die Frage nach dem Sinn oft noch vor Themen wie Gehalt, Benefits und sogar vor der Sicherheit des Arbeitsplatzes“, schreibt Lars Hahn in einem Beitrag.

Sollten Sie sich in Ihrem Beruf also aktuell die Sinnfrage stellen, stehen Sie damit nicht alleine da.

Krisen als Auslöser für Wertewandel

2022 scheint sich diese Entwicklung noch mal zu zuspitzen. Karriereexperte Dr. Bernd Slaghuis sieht die Sinnfrage im Zusammenhang zur Corona-Krise und schreibt in seinem Blogbeitrag Kündigungswelle: Warum so viele Job-Gefrustete jetzt den Wechsel planen:

„Die Krise hat unser aller Wertebewusstsein verändert. Was zählt wirklich im Leben? Wieviel Zeit möchte ich in einem Job verbringen und wieviel Lebenszeit verbleibt für mich und die Familie? Wie wichtig sind Erfolg, Geld, Status und Einfluss – im Vergleich zu Zufriedenheit, Freude und Erfüllung im Beruf?“

Doch es müssen keine universellen Ereignisse wie die Corona-Krise sein, die einen Wertewandel auslösen. Meist reichen dazu schon persönliche Krisenerlebnisse. LVQ-Absolventin Anja Gellert wechselte aus eigenen Antrieb von einer Führungsposition im Automotive-Bereich in eine Sachbearbeiter-Funktion. Sie hat „gedownshiftet“. Wie kam sie zu diesem Schritt?

Im Interview mit uns schildert sie, dass sie in ihrem Beruf einem hohen Druck ausgesetzt war. Als sie dann noch einen privaten Schicksalsschlag erlebte, wurde ihr bewusst, dass es so nicht weitergehen kann. Die Priorität ihrer Werte veränderte sich: von Erfolg, Verantwortung, Anerkennung hin zu Freiheit, Gesundheit, Autonomie.

„Ich will mehr Leben“, sagte sie im Gespräch.

Krisen lösen häufig einen Wertewandel aus. Besser wäre es natürlich erst gar nicht in die Krise zu kommen. Sollten Sie mit Ihrer privaten oder beruflichen Situation unzufrieden sein, so lohnt es sich jetzt die eigenen Werte auf den Prüfstand zu stellen. Und wenn Sie gerade aktiv arbeitssuchend sind, sorgt das Bewusstsein für die eigenen Werte für Klarheit in der Berufsorientierung und Jobsuche. Doch wie ermitteln Sie Ihre wichtigsten Werte?

Die eigenen Werte ermitteln – ein kurzer Erfahrungsbericht mit dem Werte-Test

Im Zuge der Recherche für diesen Beitrag habe ich mit einguterplan.de eine sehr hilfreiche Webseite gefunden. Diese enthält eine ideale Anleitung zur Ermittlung der eigenen Werte mit Zettel und Stift, bietet aber auch einen Online-Test, der circa 10 Minuten dauert.

Ich entscheide mich für den Online-Test. Im ersten Schritt wird mir eine Reihe von Werten angezeigt, aus denen ich 12 auswähle, die mir im beruflichen Kontext besonders wichtig sind.

Im zweiten Schritt priorisiere ich meine ausgewählten Werte, indem ich jeweils einen von zwei gegenübergestellten Werten als bedeutsamer kennzeichne. Das benötigt etwas Zeit, lohnt sich aber:

Bei einigen Werten fällt mir die Priorisierung schwer, da ich immer wieder den privaten Kontext im Hinterkopf habe. Ich stelle fest, dass sich meine Werteskala verändert, wenn ich Privat- und Arbeitsleben gegenüberstelle. Also besinne ich mich immer wieder auf den beruflichen Kontext, indem ich mir überlege, was schwerer wiegen würde, wenn einer der entsprechenden Werte nicht vorhanden wäre. Es kommen Erinnerungen aus meinen beruflichen Erfahrungen auf, die bei der Priorisierung hilfreich sind. Abschließend werden mir meine drei wichtigsten Werte angezeigt:

In meinem Fall sind es Gesundheit, Zugehörigkeit und Vertrauen. Ich bin etwas überrascht, hätte ich doch einige andere Werte eher oben gesehen. Aber es passt trotzdem. 

Motivation und Arbeitshaltung mit dem New Plan der Bundesagentur für Arbeit ergründen

Ein zweites Tool, auf das ich im Rahmen meiner Recherche aufmerksam geworden bin ist "New Plan" das neue berufliche Erkundungstool der Bundesagentur für Arbeit.

 

 

 

 

Sechs Dimensionen meiner Soft Skills erarbeiten ich mit dem Tool, das mir als Ergebnis berufliche Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt. Im Vergleich zum oben vorgestellten Tool "Ein guter Plan", geht der "New Plan" mehr in die Tiefe. Ungefähr 45 Minuten brauche ich für den Test. Folgende berufliche Perspektiven zeigt mir das Tool auf:

  • Nachwuchskräfte ausbilden
  • Trainings vorbereiten und durchführen
  • Kundschaft betreuen
  • Menschen/ Unternehmen beraten
  • Produkte/ Dienstleistungen vertreiben

Passenderweise sind alle Perspektiven teil meines aktuellen Jobs, bis auf einer: Nachwuchskräfte ausbilden. Dies könnte ein Aufgabenbereich sein, den ich in meinem nächsten beruflichen Entwicklungsschritt angehen könnte und der mir mit Sicherheit Spaß machen würde.
Auch wenn es beim New Plan um die Erarbeitung beruflicher Perspektiven geht, kann ich durch Aspekte wie Motivation und Arbeitshaltung Rückschlüsse auf meine Werte ziehen. So ergänzen sie der "gute Plan" und der "neue Plan" sehr gut bei der Erarbeitung meiner beruflichen Werte und der Perspektivfindung.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Ihre Werte genug Raum in Ihrem Job? Sehen Sie berufliche Perspektiven? Wenn nicht, was können Sie verändern?

Wie finde ich den zu meinen Werten passenden Arbeitgeber?

Stimmen die eigenen Werte nicht (mehr) mit dem Job oder dem Arbeitgeber überein führt dies zu Unzufriedenheit. Umso mehr, wenn sich daran nichts ändern lässt. Dann ist es an der Zeit über einen Jobwechsel nachzudenken.
Ob aus eigener Entscheidung oder aufgrund äußerer Umstände: Für die Jobsuche und Bewerbungsphase wirken die bewusstgewordenen Werte wie ein Kompass. Die Kunst besteht darin, dass passende Unternehmen zu finden. Hierzu vier Impulse:

1) Überprüfen Sie Stellenanzeige und Webseite des Unternehmens

Einiges können Sie bereits aus Stellenanzeigen rauslesen: Hinter Begriffen wie „traditionell“, „Hands-on-Mentalität“, „familiäre Atmosphäre“ stecken Werte. Wie ist die Tonalität der Anzeige? Wird geduzt oder gesiezt? Was wird von Ihnen erwartet und was wird Ihnen geboten?

Etwas konkreter wird es durch den Blick auf die Webseite und speziell den Karriereteil. Hier bekomme Sie meist schon ein sehr genaues Bild. Vor allem der Blick auf Mission, Vision oder Leitbild lohnt sich, sofern vorhanden.

Mittlerweile bieten einige Unternehmen sogar einen sogenannten „Cultural Fit Evalueator“ an, mit dem Sie über einen Online-Test abgleichen können, wie gut Ihre Werte mit denen des Unternehmens zusammenpassen. Ein Beispiel finden Sie auf der Karriereseite der Kindernothilfe. Auf diesen Test bin ich durch eine ehemalige LVQ-Teilnehmerin gestoßen, die im Marketing der Kindernothilfe arbeitet.

Es ist nicht nötig sich zu bewerben um den Test zu machen, also habe ich ihn ausprobiert. Ich erhielt eine ausführliche Auswertung zu meiner kulturellen Passung mit der Kindernothilfe. Darüber hinaus wurden mir auch diejenigen Werte angezeigt, die bei mir besonders hoch angesiedelt sind. In diesen Fall waren es: Zugehörigkeit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Der Test war somit eine sehr gute Ergänzung zum Wertetest von einguterplan.de.

2) Analysieren Sie die Social-Media-Kanäle der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter

Social Media sind eine wichtige Quelle, um Informationen über das Innenleben eines Unternehmens zu erhalten. Sie können auch hier über Ansprache, Wording und Bildauswahl interessante Erkenntnisse zur Unternehmenskultur gewinnen. Zudem können die Kanäle Fragen beantworten, auf die Sie an anderer Stelle keine Antwort erhalten haben: Wie kommuniziert ein Unternehmen auf Facebook? Was teilen Führungskräfte aus dem Unternehmen auf LinkedIn? Wie lange sind Mitarbeiter laut XING bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt?

3) Checken Sie die Arbeitgeberbewertungen bei Kununu

Am Arbeitgeberbewertungsportal kununu kommen Sie heutzutage nicht mehr vorbei, wenn Sie Informationen aus erster Hand über ein Unternehmen bekommen wollen. Kununu lässt sich prima als Rechercheplattform für passende Unternehmen nutzen, indem Sie Filter wie z. B. „Flexible Arbeitszeiten“, „Gesundheitsmaßnahmen“ oder „Mitarbeiterevents“ nutzen.

Auch wenn Bewertungsportale kritisch zu betrachten sind, gewinnen Sie durch Statements von Mitarbeitern und Bewerbern sowie dem „Kulturkompass“-Tool viele hilfreiche Eindrücke über die Kultur und die Werte eines Unternehmens.

Ein ehemaliger LVQ-Teilnehmer bekam nach einem Vorstellungsgespräch ein Jobangebot, hatte jedoch ein „komisches Gefühl“. Er schaute sich die kununu-Bewertungen des Unternehmens an und fand mehrere negative Bewertungen zum Vorgesetztenverhalten. Kritisiert wurden Aspekte wie fehlendes Vertrauen und eine erdrückende Fehlerkultur. Genau solche Gründe führten dazu, dass er seine vorherige Position kündigte. Also nahm er über XING Kontakt mit ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens auf, um diese Bewertungen zu überprüfen. Letztendlich entschied er sich gegen das Jobangebot, suchte weiter und fand schließlich einen passenden Arbeitgeber.

Im Blogbeitrag Kununu und Co.: 5 Tipps für Ihre Bewerbung und Jobsuche beschreibe ich etwas ausführlicher, wie Sie kununu zielführend nutzen können.

4) Stellen Sie die richtigen Fragen im Vorstellungsgespräch

Ein Fall wie der vorherige lässt sich vermeiden, wenn Sie mit dem Bewusstsein um die eigene Werte ins Vorstellungsgespräch gehen und entsprechende Fragen stellen. In meinem Fall wären das Fragen zu Gesundheit, Zugehörigkeit und Vertrauen:

  • Wird Wert auf die Gesundheit der Mitarbeiter gelegt?
  • Wird der Teamgedanke großgeschrieben? Identifizieren sich die Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber und wie ist die Fluktuation unter den Mitarbeitern?
  • Besteht ein vertrauensvolles Miteinander und Raum für Selbstverantwortung?

Wenn möglich, lassen Sie sich durch das Unternehmen führen. Vereinbaren Sie gar einen Probetag, wenn das Gespräch positiv verlaufen ist. So bekommen Sie live einen eigenen Eindruck von den Unternehmenswerten.

Werte als Kompass für Zufriedenheit im Beruf

Werte beeinflussen unser Handeln und definieren, wofür wir unsere Energie und Zeit investieren. Unsere Werte können im privaten und beruflichen Kontext voneinander abweichen, da wir in beiden Bereichen unterschiedliche Bedürfnisse haben und unterschiedliche Erfahrungen gesammelt haben. Die eigene Werte-Skala verändert sich zudem im Laufe des (Berufs-)Lebens. Daher lohnt es sich, in persönlichen und beruflichen Krisenphasen oder vor anstehenden Veränderungen, die eigenen Werte auf den Prüfstand zu stellen. Je bewusster wir unsere Werte wahrnehmen, desto eher verstehen wir, warum wir unzufrieden oder unglücklich sind und desto mehr Klarheit haben wir auch bei unseren anstehenden Entscheidungen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und gute Erkenntnisse bei der Herausarbeitung Ihrer Werte!


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

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Als Ingenieur auf Jobsuche: Welche Trends am Arbeitsmarkt warten Thu, 03 Feb 2022 08:08:00 +0100 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/jobsuche/ingenieur-trends-arbeitsmarkt.html post-313 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/jobsuche/ingenieur-trends-arbeitsmarkt.html Angela Borin Ingenieure sind am Arbeitsmarkt gefragt wie eh und je. Woran das liegt, was sich dennoch verändert hat und wie der Arbeitsmarkt für Ingenieure konkret aussieht, beleuchten wir in unserem Blogbeitrag. Als Ingenieur auf Jobsuche: Welche Trends am Arbeitsmarkt warten by Angela Borin 03-02-22

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„Wenn Du Ingenieur wirst, ist das eine sichere Bank!"

Die Aussage kommt Ihnen bekannt vor? Kaum verwunderlich, galten Ingenieure jedweder Art doch lange als gefragte Fachkräfte, die sich ihre Stellen und Arbeitgeber wunschgemäß aussuchen konnten. Während jedoch einige Ingenieurszweige schon seit einiger Zeit straucheln, gewinnen andere nicht zuletzt durch Digitalisierung, Innovation und Corona an zukunftsweisender Bedeutung.

Einmal für die Ingenieurswissenschaften entschieden, ist die Bandbreite an Spezialisierungsmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Branchen enorm. Damit Sie für Ihren Berufs-, Wieder- oder Quereinstieg oder einfach für Ihren nächsten Karriereschritt die passende Ausrichtung wählen können, haben wir uns die aktuellen (Arbeitsmarkt-)Trends für Ingenieure näher angeschaut. Neben den Gründen für die Veränderung des Ingenieursarbeitsmarktes beleuchten wir auch die aktuelle Arbeitsmarktnachfrage nach Ingenieuren, neue Berufsfelder, gefragte Skills und passende Weiterbildungen.

Trends am Arbeitsmarkt und ihre Gründe

In unserem Auftaktartikel 2022 sprachen wir von drei großen Trends, die uns und die Zukunft unserer Arbeit in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Zwei dieser Trends prägen unsere Arbeitswelt bereits seit geraumer Zeit: die fortschreitende Digitalisierung und Dekarbonisierung. Sie bewirken eine stetige Neuerfindung und Verschiebung von Berufsbildern und gehen einher mit hohen Bedarfen an qualifizierten Fachkräften.

Nachhaltigkeit, Automatisierung, KI, Industrie 4.0, Robotik, erneuerbare Energien: Viele der Themen, die uns und unsere Arbeitswelt heute bestimmen, erfordern eine mechanisch-technische, aber auch elektronisch-datenverarbeitende Expertise. Speziell der Klimaschutz wirft für Unternehmen neue Herausforderungen auf. Schließlich sind sie gefordert, schnellstmöglich neue klimafreundliche Technologien, Herstellungsprozesse und Produkte zu entwickeln. Kaum verwunderlich also, dass derzeit zum einen der Bedarf an Ingenieuren und zum anderen an Informatikern wächst und in den kommenden Jahren anhalten wird. Darüber hinaus fordern und fördern einige der genannten Herausforderungen auch eine stetig wachsende Schnittstelle oder sogar teils Verschmelzung von IT- und Ingenieursdisziplin. Fachkräfte, die beide Welten bedienen können, machen sich daher besonders attraktiv.

Auch der letzte der drei großen Trends, der demographische Wandel, verstärkt den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern in Bau, Architektur, Recycling, Energie- und Elektrotechnik. Bestrebungen, nicht nur Smart Home, Augmented und Virtual Reality sondern ganze Smart Cities mit Smart Grid und autonomem Fahren für uns zugänglich zu machen, führen somit zu neu gefragten Skills und ganz neuen Arbeitsplätzen in den Ingenieursdisziplinen. Dadurch wächst die Nachfrage nach Ingenieuren stetig.


 

 
Ingenieur-Fachkräfte werden speziell gesucht in folgenden Branchen:
  • im Bauingenieurwesen
  • in der Elektroindustrie
  • in der Automatisierungstechnik
  • in der Versorgungstechnik
  • im Maschinen- und Anlagenbau
  • in der Metall- und Schweißtechnik
 

 

 

Nachfrage am Arbeitsmarkt: Wie sieht es konkret aus?

Werfen wir einen Blick auf den aktuellen VDI-Ingenieurmonitor – erstellt vom Institut der deutschen Wirtschaft. Dieser verrät uns, dass im 3. Quartal 2021 mehr offene Stellen für Ingenieure sowie Informatiker ausgeschrieben wurden, als es im selben Quartal 2019 der Fall gewesen ist. In konkreten Zahlen stiegen die Gesuche von 128.900 in 2019 auf 132.000 in 2021. Auch die Anzahl der ausgeschriebenen Vakanzen auf 100 arbeitslose Ingenieure hat sich im Verhältnis zum Corona-Tief 2020 stark zugunsten der Jobsuchenden verschoben. Sie liegt bei 334 zu 100. Angesichts der smarten Trends und dem aktuellen Brückenbauboom sind Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur sowie Energie- und Elektrotechnik die derzeit am stärksten nachgefragten Ingenieursdisziplinen – begleitet von Informatikerberufen. Bayern und Baden-Württemberg stellen dabei ein Drittel des Gesamtstellenangebots, gefolgt von NRW.

Auch der Fachkräfte-Index Engineering von Hays, der bestimmte Positionen und Branchen seit 2015 quartalsweise im Blick hält, zeigt für das 4. Quartal 2021 einen deutlichen Nachfragezuwachs an. Insgesamt waren im Vergleich zum selben Quartal 2018 fast ein Drittel mehr Stellen ausgeschrieben: ein Allzeit-Hoch für den Nachfrageindex. Besonders hoch scheinen die Bedarfe hierbei im Baugewerbe (+284% seit 2015), in der öffentlichen Verwaltung (+305%) und in der IT-Branche (+219) zu sein. Hiervon profitieren laut Hays insbesondere Bauingenieure (+323%), Automatisierungsingenieure (232%), Planungsingenieure (+223%), Elektroingenieure (+182%) und Chemieingenieure (+171%).

Ingenieurbedarf auch in Zukunft wachsend

Das speziell Elektro- und Bauingenieure aber auch Mechatroniker sowie Ingenieure aus dem Bereich Robotik und maschinelles Lernen in Deutschland gefragt sind, zeigt auch eine 2021 für Deutschland durchgeführte LinkedIn-Studie. Diese hat 12.708 ausgeschriebene Stellen auf LinkedIn allein für Mechatroniker verzeichnet. Auch in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Schweden ergaben sich zumindest für die Software-basierte Seite und das maschinelle Lernen ähnliche Ergebnisse. Darüber hinaus zeigen sich für Ingenieure aber auch interessante Möglichkeiten im Bereich Produktentwicklung.

Ein weiterer spannender Punkt des aktuellen VDI-Ingenieurmonitors zeigt sich in den Umfrageergebnissen zum Ingenieursbedarf. Aufgrund der aktuellen Altersstruktur und der geringeren Zuwanderung und Ausbildung von Ingenieuren wird ein „jährlicher demografischer Ersatzbedarf an MINT-Akademiker*innen [von] 6.600“ prognostiziert. Daraus resultiert eine reduzierte Anzahl erwerbstätiger Ingenieure, was die Arbeitsmarktsituation für die „verbliebenen“ Ingenieure zunehmend verbessert. Dies zeigt sich auch im Beschäftigungswachstum des letzten Jahrzehnts. Laut VDI nahm die Ingenieurs-Beschäftigung „in der Sparte Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur mit 38,8% zu“.


 

 
Konkrete Nachfrage am Arbeitsmarkt im Q3 2021:
  • Informatikerberufe                                       46.000 offene Stellen (> als 2019)
  • Bauingenieurberufe                                     39.600 offene Stellen (> als 2019)
  • Energie- und Elektrotechnik                       17.700 offene Stellen (> als 2019)
  • Maschinen- und Fahrzeugtechnik              12.600 offene Stellen (aktuell noch < als 2019)

Größter Zuwachs vs. geringster Zuwachs an offenen Stellen: Q3 2021 zu Q3 2020

  • Technische Forschung und Produktionssteuerung           82,2%
  • Energie- und Elektrotechnik                                                 72,7%
  • Rohstofferzeugung und -gewinnung                                 12,0%
  • Metallverarbeitung                                                                 9,2%
 

 

 

Neue Berufsfelder und Skills für Ingenieure

Berufsbilder sind im Wandel, große Branchen wie Elektrotechnik, Maschinenbau und Automotive erfinden sich neu, weitere Zweige wie Robotik, Mikroelektronik und erneuerbare Energien kommen hinzu. Dank der drei großen eingangs erwähnten Trends und den daraus resultierenden Wünschen und Bedarfen entstehen für Ingenieure ganz neue Aufgabenfelder: von elektrischen Antrieben und neuen Energieversorgungsarten über Robotergestaltung bis hin zu Automatisierung und der Entwicklung kleinerer leistungsfähigerer Technik. Zunehmend verweben sich Ingenieursaufgaben auch mit Informatikkompetenzen. Künstliche Intelligenz zu entwickeln, zu implementieren und zu bauen, neue Software- oder Embedded-Lösungen bereitzustellen und Prozesse zu automatisieren, fällt daher immer häufig auch in den Aufgabenbereich von Ingenieuren.

Sei es in der Forschung und Entwicklung, in der Fabrikplanung, der Qualitätssicherung oder im Mitarbeitertraining. Die Ingenieurbranche wird in Zukunft Experten brauchen, die in vielen gesellschaftlichen Bereichen Prozesse digital planen, steuern und kontrollieren können.“, bringt es der Personaldienstleister Progressive Recruitment auf den Punkt. Daher wird es für Ingenieure umso entscheidender sein, nicht nur ein mathematisch-technisches Verständnis mitzubringen. Vielmehr gewinnt auch innovative Kreativität sowie empathisches und fachübergreifendes Denken an Bedeutung. Auch die Kompetenzen, sich schnell in neue Bereiche einarbeiten und flexibel auf neue Parameter reagieren zu können, entscheiden in Projekten schnell über Erfolg und Misserfolg.

Gewünschte Skills und der Wert von Weiterbildung

Beim Blick auf die neuen Berufsfelder wird klar, dass Ingenieure sich nicht mehr nur auf die typischen Ingenieur-Skills verlassen dürfen. Verstärkt rücken auch interdisziplinäre „Crossover“-Qualifikationen in den Vordergrund. Routinetätigkeiten werden dank Digitalisierung immer mehr durch neue Tätigkeiten – verstärkt mit IT-Komponente – ersetzt.

Besonders das agile Arbeiten entwickelt sich daher zu einer immer stärker nachgefragten Kompetenz am Ingenieurs-Arbeitsmarkt. Dies lässt sich aufgrund der größeren Schnittstelle zur IT erklären. Schließlich wird beispielsweise Scrum dort seit Jahrzehnten gelebt und fand hier seine Anfänge. Nun „[treiben auch Ingenieure] agiles Arbeiten voran [und] stehen im Mittelpunkt dieses Wandels in der Arbeitswelt.“, fasst der VDI treffend zusammen. Eine Qualifikation aus dem Bereich agile Methoden und Scrum kann daher den entscheidenden Schulterschluss von der klassischen Ingenieursarbeitsweise hin zur Schnittstelle IT bilden. Aber auch andere Weiterbildungen ergeben vor dem Hintergrund der zu bewältigenden Entwicklungsleistung und dem Boom aus unter anderem Klimaschutz, Bau, Mikroelektronik und Smart Home Sinn. Dazu zählen vor allem noch immer klassische Konstruktions- und Berechnungsweiterbildungen mit CAD und FEM, aber auch normengeprägte Weiterbildungen – teils mit agilen Ansätzen – wie Produktmanagement, Qualitätsmanagement (inklusive Agilem QM), Umweltmanagement oder Arbeitssicherheit.

Alles eine Frage der Perspektive und der passenden Kompetenz

Ingenieure sind heute noch genauso stark – teils sogar stärker – nachgefragt wie eh und je. Was sich jedoch verändert hat, sind die geforderten, beruflichen Kompetenzen und die Ausrichtung des Betätigungsfeldes. Waren es „früher“ beispielsweise die Maschinenbauingenieure, die extrem gesucht wurden, schauen sich Unternehmen heute vermehrt nach Ingenieuren aus den Bereichen Bau, Elektrotechnik und erneuerbare Energien um. Aufgrund einer zunehmenden Verschmelzung mit IT-Aufgaben werden Einsatzmöglichkeiten und Jobangebote für Ingenieure besonders breit und interessant, wenn sie ein Verständnis für Informatik und eine Affinität für agiles Arbeiten mitbringen.

Eine Weiterbildung kann hier der richtige Weg sein, erforderliche Skills aufzuholen. Sie kann dabei unterstützen, sich innovativen, neuen Branchen wie der Robotik oder auch neuen Berufsfeldern wie dem Embedded System Engineer zu nähern. Aber auch für neue Herausforderungen in klassischen Branchen, beispielsweise für den Klimaschutz, kann eine Weiterbildung das nötige Wissen bereithalten.

Vielleicht suchen auch Sie gerade eine neue Ausrichtung oder haben in einem neuen Feld Fuß gefasst? Erzählen Sie uns doch gerne in den Kommentaren mehr! Wir wünschen Ihnen in jedem Fall viel Erfolg für Ihre weitere berufliche Reise.


Disclaimer: Zugunsten der besseren Lesbarkeit wird speziell in diesem Artikel auf die zeitgleiche Verwendung der männlichen, weiblichen und diversen Form verzichtet. Die männliche Sprachform meint an dieser Stelle alle Geschlechter.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

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