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In diesem Jahr ist die Zeit endgültig reif für Ihre Weiterbildung! Wegen der Digitalisierung und des Fachkräftemangels. Vielleicht aber auch, weil Sie eine Weiterbildung tatsächlich dringend benötigen, da sie für Ihre berufliche Zukunft sinnvoll ist. Möglicherweise sogar, weil Sie Lust darauf haben, Neues zu lernen.

2020 ist außerdem ein günstiges Jahr für berufliche Weiterbildung, denn sowohl die Bundesländer als auch die Bundesrepublik Deutschland – vertreten durch die Bundesagentur für Arbeit – fördern Ihre Weiterbildung üppiger denn je. Die einen fördern wegen des Fachkräftemangels, die anderen wegen der Digitalisierung oder gleich wegen des durch die Digitalisierung entstehenden Fachkräftemangels. Die Zeit ist also reif für Weiterbildung.

Für diejenigen, die nun die Absicht hegen, eine Weiterbildung zu machen, stellen sich ein paar Fragen:

  • Berufliche Weiterbildung, wozu denn genau?
  • Was soll ich denn eigentlich lernen?
  • Wie finde ich die für mich sinnvolle Weiterbildung?

Mit diesen Aspekten befasse ich mich in diesem Beitrag, angefangen bei der Frage, was denn an beruflicher Weiterbildung wirklich sinnvoll ist.

Viel Geld für sinnvolle Weiterbildungen

Sowohl für Jobsuchende als auch für Beschäftigte stehen 2020 die Zeichen günstig, dass eine Weiterbildung zu 100 Prozent durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) unterstützt wird. Christiane Schönefeld, Vorständin der Bundesagentur für Arbeit formuliert es zum Jahresauftakt plakativ sinnvoll:

Die BA wird in diesem Jahr noch mehr in die Weiterbildung investieren, um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen. Keine sinnvolle Weiterbildung für unsere Kunden wird am fehlenden Geld scheitern.

Okay, diesen offensiven Aufschlag mit dem Fachkräftemangel zu begründen, kommt jetzt doch etwas überraschend, weiß doch die Vorständin der Bundesagentur für Arbeit, dass es den generellen Fachkräftemangel nicht gibt, zumindest nicht brancheübergreifend, flächendeckend. Kürzlich hatte ich bei XING noch mal vorgerechnet, dass ungefähr 15 Millionen Deutsche durchaus einen neuen Job antreten würden, es gibt sie also die jobsuchenden Fachkräfte.

Spannend ist jedoch die Bemerkung, dass „keine sinnvolle Weiterbildung … am fehlenden Geld scheitern“ wird. Spannend deswegen, weil Frau Schönefeld damit aussagt, dass Weiterbildungen allein schon dann gefördert werden, wenn sie sinnvoll sind, bisher hieß es strenger „notwendig“. Wissenswert ist auch, dass die Investition für Weiterbildung sich an alle Kunden der Agentur für Arbeit richte (somit gleichsam an Jobsuchende und Beschäftigte). Außerdem kann man aus dem Statement entnehmen, dass für berufliche Weiterbildungen in diesem Jahr durchaus großzügige Mittel vorhanden sind.

Die Qualifizierungsoffensive der Bundesagentur für Arbeit nimmt also Fahrt auf. Mit dieser möchte die Agentur für Arbeit nicht nur, wie sonst üblich, über den Bildungsgutschein Arbeitslose zwischen zwei Jobs fördern, sondern sie orientiert sich auch an den Qualifizierungsbedarfen von Unternehmen. Gefördert werden nach dem Qualifizierungschancengesetz (QCG) daher Weiterbildungen von Beschäftigten, die im Rahmen von Digitalisierung, Transformation und Veränderungen der Arbeitswelt notwendig sind. Besonders unterstützt werden dabei kleine und mittlere Unternehmen. Die Kosten der Weiterbildung können hier wie bei Arbeitssuchenden bis zu 100 Prozent gefördert werden.

„Keine sinnvolle Weiterbildung wird am fehlenden Geld scheitern.“

So offensiv wurde das in meinen über 25 Jahren in der Weiterbildungsbranche noch niemals formuliert. Gute Zeiten also für eine berufliche Weiterbildung, denn gerade die Zeit zwischen zwei Jobs eignet sich in mehrerlei Hinsicht für Qualifizierung, Weiterbildung und Fortbildung.

Welche berufliche Weiterbildung ist denn sinnvoll?

Wenn nun also die Zeiten für eine berufliche Weiterbildung günstig sind, stellt sich – ganz im oben genannten Sinne – die Frage: Welche berufliche Weiterbildung ist denn sinnvoll? Oder präziser für jeden einzelnen Beschäftigten oder Jobsuchenden:

„Welche berufliche Weiterbildung ist denn für mich sinnvoll?“

Der viel beschworene Fachkräftemangel ist für einzelne in den seltensten Fällen ein Antrieb zur beruflichen Weiterbildung, selbst für die meisten Unternehmen nicht. Eher geht es darum, sich individuell beruflich auf dem Laufenden zu halten, berufliche Zukunftschancen zu erhöhen – ganz gleich ob man gerade zwischen zwei Jobs steckt oder in einer festen Beschäftigung ist. Nach dem Motto: Wenn eine berufliche Weiterbildung, dann nur, damit sie mir für meine berufliche Zukunft etwas bringt.“

Für Beschäftigte bedeutet das „Employability“, also Beschäftigungsfähigkeit. Mit anderen Worten heißt das „Fit bleiben“ für die Anforderungen meines Arbeitsplatzes in der Zukunft.

Jobsuchende eröffnen sich neue Chancen durch eine berufliche Weiterbildung, indem sie sich kurzfristig innerhalb eines Jobs  für neue Anforderungen qualifizieren oder indem sie aktuelle Trends der Arbeitswelt aufnehmen. Zum Beispiel eignet sich ein Ingenieur eine weitere CAD-Software an, um sich breiter aufzustellen oder projektaffine Menschen, die ins agile Umfeld wollen, schulen ihre Kenntnisse im agilen Projektmanagement, um ihre Jobchancen zu erhöhen. Aktuelle Zertifikate, zukunftsorientiertes Wissen und zeitgemäße Methoden und Skills helfen dabei. Die Zeit der Jobsuche und Neuorientierung ist also prädestiniert für eine sinnvolle berufliche Weiterbildung.

Zauberwort „Digitalisierung“

Aber welche Weiterbildung soll es denn sein?

Und alle so: „Digitalisierung!“

Ganz gleich, ob man Unternehmertagungen besucht, Arbeitsmarktexperten befragt oder einschlägige Newsletter und HR-Blogs aufruft: Die Arbeitnehmer müssen qualifiziert werden für „die Digitalisierung“. Was immer das auch heißt.

Ja, was heißt es denn eigentlich, sich „fit zu machen“ für „die Digitalisierung“? Nicht für jeden bedeutet das, einen Drohnenführerschein zu machen, damit die Löcher im Dach gefunden werden. Nicht jeder sinnvolle berufliche Wissenserwerb erfordert eine Virtual-Reality-Brille.

Was bedeutet dann Digitalisierung in diesem Kontext? Steht der Begriff möglicherweise nicht vielmehr als Synonym für eine immer unsicherer, komplexer und unvorhersehbarer werdende VUCA*-Arbeitswelt, die durch viel mehr Faktoren bestimmt wird als nur durch die vielbeschworene digitale Transformation? Nehmen wir zum Beispiel die Themen Arbeiten 4.0, New Work, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz oder Generationengerechtigkeit: Durchaus viel durch Digitalkram beeinflusst, aber eben längst nicht nur.

Die Digitalisierung kann daher ein Thema für eine berufliche Weiterbildung sein, muss es aber nicht. Wer zum Beispiel Umweltexpertin ist, tut gut daran, sich ganz klassisch im Umweltrecht auf dem Laufenden zu halten. Das ist in erster Linie nichts mit „digital“, aber unbedingt notwendig und sinnvoll.

Wozu also eine berufliche Weiterbildung?

Die Fragen auf dem Weg zur für Sie richtigen Weiterbildung enthalten also von der Bedeutung ausgehend das Fragewort „Wozu?“:

  • Wozu nützt mir die Weiterbildung?
  • Welches Ziel möchte ich damit erreichen?
  • Welche Fähigkeiten, welches Wissen und welche Skills sollen damit gestärkt werden?

Spätestens hier werden wir häufig gefragt, wie das herauszubekommen ist, also: „Wie finde ich die richtige Weiterbildung?“ Hier bei uns im Blog finden Sie unter der Kategorie „Weiterbildung“ dazu viele Infos und Tipps.

Hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit Ihres aktuellen oder künftigen Jobs gilt natürlich zu prüfen, was es in Ihrer Branche oder in Ihrem zukünftigen Arbeitsfeld gerade für Trends gibt.

Recherche: Welche Themen und Trends eignen sich für meine Weiterbildung?

Während fachlich oder rechtlich notwendige und sinnvolle Weiterbildungen wie CAD-Schulungen, SEO-Seminare sowie rechtliche Fortbildungen einfach zu definieren sind, fällt dies bei Soft Skills und Managementthemen oftmals ungleich schwerer. Sie können jedoch recherchieren, welche Themen heute und in Zukunft gefragt sind. Dazu ist eine systematische Recherche nach Entwicklungen, Strömungen und Tendenzen hilfreich. Das können Sie zum Beispiel über diese drei Wege erreichen:

1. Recherche nach Schlüsselqualifikationen und Softskills in Stellenprofilen:

Schauen Sie in Jobbörsen und Suchmaschinen, welche Anforderungen Unternehmen fachlich, aber auch in Sachen Kommunikation, Management und Führung an ihre neuen Mitarbeiter stellen. In den Anzeigen und den begleitenden Texten der einzelnen Jobkategorien erhalten Sie auch Anhaltspunkte zu weiterbildungsrelevanten Themen, zum Beispiel zu gefragten Softwaretools, aber auch zu Managementmethoden wie agilem Projektmanagement, Prozessmanagement oder Qualitätsmanagement. „Stellenanzeigen richtig lesen: Vom Gefahren-Sucher zum Chancen-Finder“ heißt der passende Artikel von Karrierecoach Bernd Slaghuis zu diesem Thema mit vielen Tipps.

2. Recherche nach Keywords in den Business-Netzwerken:

Berufstätige schreiben in den Business-Netzwerken LinkedIn und XING in der Regel, was sie zu bieten haben und welche Qualifikationen sie besitzen. Was liegt näher, als sich Profile von Menschen anzuschauen, die dort tätig sind, wo Sie zukünftig hinmöchten? Welche Fähigkeiten und welche Weiterbildungen finden Sie in entsprechenden Profilen? Welche davon passen zu Ihnen und Ihren Zielen?

3. Recherche per systematischem Kaffeetrinken:

Gehen Sie Systematisch Kaffeetrinken. Führen Sie informelle Gespräche mit aktuellen, ehemaligen und zukünftigen Kollegen aus Ihrer (Ziel-)Branche, Führungskräften aus Ihren Zielunternehmen und Berufen. Spätestens bei Netzwerktreffen, auf Karrieretagen oder auf Branchen-Fachmessen bietet sich die Gelegenheit nachzufragen, welche Qualifikationen und Fähigkeiten jetzt und in Zukunft in Ihrem angestrebten Berufsfeld sinnvoll und gefragt sind.

Aktuelle Trends zur beruflichen Weiterbildung bei uns

Auch wir forschen natürlich regelmäßig, welche Themen aktuell sinnvoll sind und sich für Weiterbildungen eignen. Gerade für unsere jobsuchenden Teilnehmer ist es wichtig, mit Inhalten und Abschlüssen in den Arbeitsmarkt zu gehen, die aktuell und zukunftsorientiert sind. Auch wir fragen uns also, as für Ihre berufliche Zukunft wichtig ist und setzen dies in unserem Weiterbildungsangebot um.

Unsere Weiterbildungen, die durch den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden können, spiegeln dies wider. Mit unserem neuen Seminar „Agile Methoden inklusive Professional Scrum Master“ orientieren wir uns zum Beispiel an dem, was viele Unternehmen branchenübergreifend heute erwarten:  Mit agilem Mindset und Methoden die Anforderungen einer Arbeitswelt 4.0 sinnvoll bewältigen und zeitgemäßes Projektmanagement umsetzen.

Lebensbegleitendes Lernen – wann starten Sie durch?

Ganz gleich, ob bei uns in der LVQ oder bei einer anderer Weiterbildungseinrichtung: Die Zeit für Ihre berufliche Weiterbildung ist reif.

Eine alte Binsenweisheit besagt, dass wir ohnehin ständig lernen, ob wir es merken oder nicht. Nicht umsonst sprechen wir heute von lebensbegleitendem Lernen. Organisierte Weiterbildungen sind dabei einfach nur die Sahnestückchen des beruflichen Lernens. Wenn nun 2020 ein gutes Jahr dafür ist, warum dann nicht jetzt einsteigen?

Und wann starten Sie Ihre berufliche Weiterbildung?

 

* VUCA seht für volatility (Volatilität, Unbeständigkeit), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität), ambiguity (Mehrdeutigkeit). Ich schrieb darüber hier im Blog vor einiger Zeit einen Beitrag: Karrieretrends - Jobsuche in der VUCA-Welt.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Foto Lars Hahn

Autor

Lars Hahn

ist Geschäftsführer der LVQ und Entdecker von Systematisch Kaffeetrinken. Er schreibt über Entwicklungen der Arbeitswelt, gibt wertvolle Tipps und führt spannende Interviews zu den Themen Karriere, Jobsuche und Weiterbildung.