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Von Martin Salwiczek

Im Februar 2020 lernte ich Carolyn Schulteis in der Weiterbildung zum Scrum-Master bei der LVQ kennen. Über LinkedIn erfuhr ich circa ein Jahr später, dass sie als 27-jährige Produktdesignerin einen Job im Business Development bei einem IT-Dienstleister bekommen hat. Das machte mich neugierig und ich wollte wissen, wie sie an den Job gekommen ist. Spontan stellte Carolyn sich für ein Zoom-Interview  zur Verfügung und erzählt von ihrem spannenden Weg vom Studium, über die Weiterbildung zu ihrem Berufseinstieg.

Hürde Berufseinstieg nach dem Design-Studium

Hi Carolyn, danke für Deine Zeit. Es freut mich sehr Dich wiederzusehen. Bei LinkedIn steht, dass Du eine Stelle im Business Development hast. Erzähl‘ doch mal, was Dich vom Produktdesign ins Business Development verschlagen hat.

Carolyn Schulteis: Gerne, dafür möchte ich etwas ausholen. Ich habe damals Produktdesign studiert, da ich etwas lernen wollte, was mir Spaß macht. Leider machte ich erst nach dem Studium die Erfahrung, dass im Arbeitsleben die deutsche Auffassung von Produktdesign nicht mit meiner übereinstimmen.

Als Hiwi (wissenschaftliche Hilfskraft – Anm. d. Redaktion) habe ich es in In-house Abteilungen häufig erlebt, dass die Aufstiegschancen und Gehälter im Design sehr begrenzt sein können. Also habe ich versucht, mich auch auf andere Stellen zu bewerben, was ohne Erfolg blieb. Dabei habe ich es auch über Personaldienstleister und Direktvermittlung versucht. Zwar kam es zu Vorstellungsgesprächen, aber ich wurde immer wieder auf das Design-Studium reduziert.
So kam ich dann zur LVQ, um mich weiterzubilden.

Wie ging es für Dich nach der Weiterbildung weiter?

Carolyn Schulteis: Nach der Weiterbildung bei der LVQ habe ich ein Praktikum als Innovationsmanagerin begonnen, wo ich schwerpunktmäßig aber leider wieder Design-Aufgaben hatte.

Bewerbung über den Industrie-Club – freie Wahl beim Arbeitgeber

Ich bewarb mich also weiter, unter anderem über REGINA AC. Das ist ein regionaler Industrieverbund für Unternehmen in der Region Aachen, wo auch sehr viele IT-Unternehmen dabei sind. Dort habe ich meine Bewerbung hingeschickt und diese wurde dann an über 100 Unternehmen weitergeleitet.

Es dauerte tatsächlich keine Stunde und die ersten Unternehmen schrieben mich an. Dadurch hatte ich mehrere Vorstellungsgespräche und zwei Zusagen für einen Arbeitsplatz, zwischen denen ich auswählen durfte. Das war viel mehr als ich erwartet hatte. Kannst Du Dir das vorstellen, Martin? Ich durfte auswählen!

Ich entschied mich für die Stelle als UX-Designerin bei der Bauer + Kirch GmbH, einem IT-Dienstleister und unterbrach mein Praktikum.

Also doch wieder Design…

Carolyn Schulteis:… nicht ganz. Das Praktikum zeigte mir, dass eine Weiterbildung schwer gegen mein Designstudium ankommt. Also bewarb ich mich auf UX-Design-Stellen, weil ich als Hiwi in dem Bereich schon Erfahrungen gesammelt habe. Spannend finde ich daran, dass man die Interaktion und Erfahrung, die ein Nutzer mit einem digitalen Produkt hat, optimiert.

Deswegen war es für mich als Einstiegsposition absolut in Ordnung. Es kam dann aber doch anders und ich habe rasch Aufgaben im Business Development übernommen. Dafür waren meine Weiterbildungen mit entscheidend. 

Vom UX-Design in das Business Development

Wie kam es dazu?

Carolyn Schulteis: Das ging recht schnell, als ich begann an dem Produkt mitzuarbeiten. Ich brachte Vieles mit ein, was ich in den Weiterbildungen bei der LVQ gelernt hatte. Ich merkte dann auch schnell, dass mich dieser Bereich unglaublich interessiert, was auch mein Arbeitgeber wahrgenommen hat. Zum Glück gibt es bei meinem Arbeitgeber eine offene, agile und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur und so kam das eine zum anderen.

Du sprichst vom Produktmanagement, bist aber im Business Development tätig. Magst Du das erklären? Wie genau sehen Deine Aufgaben aus?

Carolyn Schulteis: Sehr vielseitig. Ich betreue das Software-Produkt Assety mit. Das ist eine Service-Plattform für die digitale Transformation in der Industrie. Konkret habe ich da Marketing- und Vertriebsaufgaben in der Hand und arbeite an der Entwicklung des Produktes mit. Allgemein kann man es unter dem Thema "Produktmanagement" zusammenfassen. Unsere Unternehmensphilosophie hat immer im Blick, wie wir uns als Unternehmen mit unseren Produkt weiterentwickeln möchten. Daher auch die Zuordnung zum Business Development.

Arbeiten in einem agilen Unternehmen

Wie kann man sich das Arbeiten in einer agilen Organisation vorstellen? Erzähl doch mal was über Deinen Arbeitgeber.

Carolyn Schulteis: Die Bauer + Kirch GmbH ist als Dienstleistungsunternehmen seit 33 Jahren in der Software-Entwicklung tätig und hat bereits agil gearbeitet, als es die ganzen neumodischen Begriffe noch nicht gab. Das heißt "Agile" wird hier gelebt, von der Geschäftsführung ausgehend.   

Scrum spielt bei uns eine große Rolle (Scrum ist ein Vorgehensmodell in der Produktentwicklung und im Projektmanagement. In diesem Beitrag finden Sie nähere Informationen - Anm. der Redaktion).

Wir haben Product Owner, Entwicklerteams und einen Scrum Master. Zudem arbeiten wir mit Jira nach Scrum. Wir halten uns schon stark an das Scrum-Framework, weichen es aber auch mal an den Stellen auf, wo es für uns Sinn macht.

Daher bin ich sehr froh, dass ich vorher den Kurs agile Methoden bei der LVQ gemacht habe. So war ich gut auf das vorbereitet, was mich hier bei uns erwartet und wurde nicht direkt ins kalte Wasser geworfen.

Weiterbildungen passten „wie die Faust aufs Auge“

Du hast ja noch andere Kurse bei uns gemacht…

Carolyn Schulteis: …und die passten wie die Faust aufs Auge für meine jetzige Stelle. Durch die Inhalte aus dem Projektmanagement-Kurs verstehe ich, wie unsere Kunden arbeiten. Das Gelernte aus dem Produktmanagement kann ich perfekt für meine Aufgaben in der Produktentwicklung nutzen. Mir hat auch der Online-Redakteurs-Kurs enorm geholfen, da ich dort gelernt habe, wie man Produkte ideal auf einer Webseite platziert.
Die Scrum-Weiterbildung hat mich, wie bereits angedeutet, am weitesten gebracht. Ich konnte sofort was mit den Begriffen und Rollen anfangen. Durch die Kenntnis der agilen Prozesse, fiel mir auch das Arbeiten im Tool Jira leichter.

Die Weiterbildung war einfach ein super Fundament.

Unabhängig von der Weiterbildung: Was bleibt bei Dir hängen, wenn Du auf die LVQ-Zeit zurückblickst?

Carolyn Schulteis: Als ich zur LVQ gekommen bin, war ich in keiner einfachen Phase. Ein sehr unglücklicher und unerwarteter Jobverlust kurz vor meinem Abschluss zog mir den Boden unter den Füßen weg. Die fehlenden Erfolge bei der Jobsuche haben dann stark an mir genagt und ich hatte ehrlich gesagt die Motivation und den Mut verloren, mich zu bewerben.

Unabhängig von den Inhalten war es wichtig für mich, dass ich durch den Unterricht eine Regelmäßigkeit und neue Routinen bekam. Zudem lernte ich viele Menschen kennen, die ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hatten und wir haben uns gegenseitig unterstützt. All das hat dazu geführt, dass ich für die Jobsuche wieder Mut gefasst und Motivation gewonnen habe.

Liebe Carolyn, das ist ein schönes Schlusswort. Ich danke Dir sehr für unser Interview und wünsche Dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg!


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

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Autor

Martin Salwiczek

hat als Berater, Trainer und Experte für Jobsuche und Bewerbung einen engen Draht zu den Teilnehmern der LVQ. Daraus zieht er Ideen für seine Beiträge und findet immer wieder interessante Interviewpartner.