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Der 01.04.1981 markiert für uns in der LVQ ein historisches Ereignis: Die Gesellschaft, die sich heute LVQ nennt, wurde an diesem Tag gegründet. Deswegen gratuliere ich unserem gesamten Team – den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Dozentinnen und Dozenten, aber auch allen, die seit 1981 die LVQ mitgeprägt und begleitet haben – zum vierzigjährigen Jubiläum.

In diesem Beitrag unter dem Motto #40JahreLVQ möchte ich erzählen, welche Ursprünge die LVQ hat, welche Entwicklung sie in den vergangenen vierzig Jahren genommen hat und welches Vermächtnis ihre Geschichte für unsere Zukunft bringt. Spannend ist, dass die Mission der LVQ seit ihrem Beginn in den 80ern stets die Verbesserung der beruflichen Chancen von Jobsuchenden durch Aus- und Weiterbildung gewesen ist. Ziemlich bemerkenswert ist auch, dass die Digitalisierung von Arbeitsprozessen bereits seit den 80ern des 20. Jahrhunderts (!) in der LVQ durchgängig eine tragende Rolle spielt.

Es gibt weitere Themen, die uns ständig begleitet haben: Unsere kleine, aber feine Unternehmensberatung hat über all die Jahre langjährige Kunden beraten und unterstützt und verschiedene Projekte durchgeführt. Im Feld der Weiterbildung qualifizieren wir seit eh und je auch Mitarbeiter*innen aus Industrie, Wirtschaft und Dienstleistungen. Besonders in den 2000ern setzten wir außerdem verschiedene, spannende EU-Projekte um. Und natürlich hatte bei all dem unser Kernthema Qualitätsmanagement immer eine große Bedeutung.

Aber speziell zwei Stränge ziehen sich durch die Geschichte der LVQ: Die Digitalisierung der Arbeitswelt und unsere Aufgabe der Qualifizierung für die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes. Im folgenden Beitrag werde ich darüber erzählen und einige Details aus unserer aufregenden Geschichte verraten.

#40JahreLVQ – Die 1980er:
Ausbildung in Materialprüfung und Computergestützte Qualitätssicherung

Das Q im Namen Lehr- und Versuchsgesellschaft für Qualität zeugt davon, dass die Ursprünge der LVQ in der Qualitätssicherung liegen – genauer in der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung. Gelehrt und gelernt wurde die Prüfung der Qualität von Werkstoffen. Dies geschah in der Anfangszeit bisweilen an ganz skurrilen Orten. Die Volkshochschule Mülheim lag als Ort der Erwachsenenbildung noch nahe, unterrichtet wurde aber auch im Mülheimer Straßenbahndepot, in einem Bunker und sogar im Freien. Man stelle sich dabei heutzutage die ratlosen Gesichter bei der Zertifizierung von Unterrichtsräumen vor.

Während LVQ-Mitbegründer und Werkstoff-Experte Karl Ries die Ausbildung von Jobsuchenden in der Qualitätssicherung aufbaute, befasste sich unser zweiter Mitbegründer Dr. Hansgeorg Thiele früh mit der Digitalisierung eben jener Qualitätssicherung. Er entwickelte mit seinem Team die Software Quasco, wobei es seinerzeit sogar handliche Quasco-Computer gab. Sie waren die ersten dieser Art. Quasco – was in aller Welt heißt das eigentlich? Wir haben nachgeforscht: Das Wort Quasco steht für „Qualitätssicherung per Computer“ und damit tatsächlich für die Digitalisierung von Arbeitsprozessen in der Frühzeit der Kleincomputer. Und wo wir gerade bei Namen sind: „Versucht“ wurde seinerzeit in der Lehr- und Versuchsgesellschaft für Qualität auch. In der Werkstoffprüfung und Qualitätssicherung werden nämlich unter anderem Zugversuche und Biegeversuche durchgeführt, daher erklärt sich der Name.

#40JahreLVQ – Die 1990er:
Qualitätsmanagement und Integrierte Managementsysteme

1990 war ein turbulentes Jahr in der LVQ. Schon vor der Wiedervereinigung wurden Kontakte in die „neuen Bundesländer“ geknüpft. Unter anderem wurden Standorte in Magdeburg, Rostock, Dresden und Chemnitz eröffnet. Bei der Gelegenheit holte die LVQ auch Dr. Winfried Jäger an Bord, der sich in Projektmanagement und Unternehmensberatung bewies und ab 1996 als langjähriger Geschäftsführer das Gesicht und die Geschäfte der LVQ maßgeblich prägte.

In den 90ern geschah auch der Umbruch, der die LVQ weg von reiner Qualitätssicherung hin zum Qualitätsmanagement führte. Es war die Zeit, in der die DIN-ISO-9000-Reihe in die Industrie eingeführt wurde. Die LVQ nahm sich dieses Themas an und wandelte sich im Laufe der 90er-Jahre immer weiter in diese Richtung, gerade auch in den Bereich der Qualifizierung. Überwiegend arbeitssuchende Ingenieur*innen und Techniker*innen profitierten am Arbeitsmarkt vom brandaktuellen Thema des Qualitätsmanagements.

Insbesondere der Ansatz von Integrierten Managementsystemen – also der komplexeren Integration von Qualität, Umwelt und Arbeitssicherheit – wurde dabei bereits früh erkannt und auch in der LVQ umgesetzt. So erweiterten wir schon 1998 unsere Kurse für jobsuchende Fach- und Führungskräfte um die Ausbildungen zur Fachkraft für Arbeitssicherheit und den Betriebsbeauftragten im Umweltmanagement. Viele langjährige Mitarbeiter*innen und Dozent*innen konnten wir aus diesen Ausbildungen gewinnen, einige davon sind heute noch für uns tätig. Auch unser langjähriger Ausbildungsleiter und ehemaliger Co-Geschäftsführer Helmut Fleck startete so in der LVQ durch.

Neben weiteren Managementthemen war es uns bereits in den 90ern wichtig, Jobsuchende mit Kompetenzen für die Digitalisierung von Abläufen in Unternehmen fit zu machen. Dabei beschränkten wir uns nie auf reine Anwender-Office-Kurse, sondern führten schon früh Lehrgänge und Kurse im Bereich der professionellen digitalen Vernetzung und Nutzung des Internets ein.

#40JahreLVQ – Die 2000er:
Vernetzung, Projekte und Professionalisierung

2000 war übrigens das Jahr, in dem die LVQ endlich sesshaft wurde. Nachdem unser Wirken vorher auf viele Standorte verteilt war, bezogen wir zu Beginn des neuen Jahrtausends unser Bildungszentrum in Mülheim an der Ruhr, aus dem wir fortan wirkten.

Der befürchtete „Milleniumbug“ blieb auch in der LVQ schadensfrei aus und das Internet ging nun doch nicht mehr weg. Für die zunehmenden Bedarfe starteten wir in den Unternehmen folgerichtig die CISCO-Systems-Networking-Academy, in der wir lange Zeit sehr erfolgreich IT-Spezialisten für die technische Vernetzung von Unternehmen qualifizierten.

In den 2000ern war auch die Zeit der großen EU-Arbeitsmarktprojekte im Ruhrgebiet, die vom Arbeitsministerium NRW ausgeschrieben und begleitet wurden. In zwei dieser Projekte unterstützte auch die LVQ die Integration besonderer Zielgruppen in den Arbeitsmarkt: Qualifizierte Migrant*innen und ältere Fach- und Führungskräfte. Mit 50+ war man seinerzeit vermeintlich so richtig zu alt für den Arbeitsmarkt. Das Reizende an diesen Projekten waren die Freiräume und Möglichkeiten zur Vernetzung mit Unternehmen und anderen Akteuren des Arbeitsmarktes. Apropos Vernetzung: Unsere Verbindungen in Wirtschaft und Industrie – auch durch die LVQ Unternehmensberatung – führten schon immer zu Synergien: Fachkräftebedarf trifft qualifizierte Jobsuchende.

Ebenfalls in den frühen 2000ern erschufen wir unsere modulare Weiterbildung „Managementmethoden und -werkzeuge“. Damals ein Novum – auch heute noch aktuell: Angepasst auf den Bedarf der jeweiligen Jobsuchenden kann aus verschiedenen Bausteinen ein individuelles Programm zusammengestellt werden. Die Verbesserung der beruflichen Chancen und die Integration der Teilnehmenden in den Arbeitsmarkt hatten und haben dabei höchste Priorität.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in den 2000ern war schließlich die Gründung der LVQ Business Akademie, in der die zaghaften Ansätze zur Qualifizierung für Unternehmen und Berufstätige über die Jahre bis heute systematisch und professionell entwickelt und ausgebaut worden sind.

#40JahreLVQ – Die 2010er:
Berufsfindung und Qualifizierung für die Digitalisierung

Die 2010er begannen auch für die LVQ mit der Finanzkrise und den damit verbundenen Themen „Kurzarbeit“ und „Beschäftigtentransfer“. Viele unserer Teilnehmenden mussten sich gerade jetzt damit beschäftigen, wie eine völlig neue Berufstätigkeit, also ein beruflicher Quereinstieg zu erreichen ist.

In dieser Zeit bauten wir daher unser Beratungsangebot für Jobsuchende aus. Insbesondere die Arbeitssuche im verdeckten Stellenmarkt ist seitdem ein Kernthema der LVQ. Wir entdeckten in dieser Zeit das Life-Work-Planning-Verfahren, den Talentkompass NRW und das Systematische Kaffeetrinken für die Arbeit mit unseren Teilnehmenden.

Diese Angebote wiederum zogen neue Zielgruppen an. Während bis dato immer noch technische Fach- und Führungskräfte und Ingenieur*innen den Schwerpunkt unserer Teilnehmenden ausmachten, erweiterte sich der Kreis der Teilnehmenden um Hochschulabsolvent*innen aller Fachrichtungen und veränderungswillige Berufserfahrene aus verschiedensten Branchen.

Unsere mittlerweile erfolgreiche modulare Weiterbildung ergänzten wir für diese Zielgruppen um Themen, die zu der Zeit am Arbeitsmarkt besonders gefragt waren. So startete die LVQ im Sommer 2011 den bundesweit ersten Kurs „Social Media Manager*in IHK“, der auch durch den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert wird. Später ergänzten wir die Online-Schiene noch durch die Kurse „Online Marketing Manager*in IHK“ und „Online Redakteur*in IHK“. An diesen Kursen zeigt sich nun wieder der rote Faden der LVQ-Geschichte: Die Digitalisierung, dieses Mal von Kommunikation und Marketing in der Arbeitswelt geprägt, ermöglichten die neuen Weiterbildungen der LVQ, denn Kompetenzen in digitaler Kommunikation und digitalem Marketing eröffneten vielen Absolvent*innen der LVQ neue Einstiege in den Arbeitsmarkt.

Auch unser Weiterbildungsangebot im Qualitätsmanagement entwickelten wir weiter. Mittlerweile besuchten auf der Suche nach Kursen in Guter Herstellungspraxis oder auch Good Manufacturing (GMP) immer häufiger Naturwissenschaftler*innen unsere Weiterbildungen. Die mit einer TÜV-Prüfung abzuschließende Weiterbildung GMP-Manager*in ergänzt daher seit 2018 unsere „Managementmethoden und -werkzeuge“ und bietet Naturwissenschaftler*innen damit gute Jobperspektiven im Life Science-Bereich.

Apropos Jobperspektiven: Schon seit 2013 erscheint hier in unserem LVQ-Karriereblog wöchentlich ein Beitrag: von allen Facetten der Bewerbung bis hin zur Digitalisierung der Jobsuche. Berufliche Vernetzung mit XING und LinkedIn ist dabei nicht nur für unsere Teilnehmenden von großer Wichtigkeit, sondern auch für uns selbst. Unser Netzwerk pflegen wir analog wie digital, auch das kommt in unserem Blog – Sie lesen gerade darin – zum Ausdruck. Wir berichten über unsere Aktivitäten auf Messen, Konferenzen und Events. Unser Blog ergänzt gewissermaßen unsere Offline-Aktivitäten, spiegelt diese aber auch wider.

Insbesondere die immer dynamischeren Entwicklungen unserer Arbeitswelt und des Arbeitsmarktes sind Dauerthema unseres Blogs. So berichteten wir regelmäßig über den New-Work-Ansatz, über Arbeiten 4.0, die VUCA-Welt und den Einzug des Agilen in die Arbeitswelt.

#40JahreLVQ – Die 2020er:
Agiles Projektmanagement und Virtualisierung der Arbeitswelt

Folgerichtig starteten wir auf Basis dieser aktuellen Themen im neuen Jahrzehnt mit einem neuen Weiterbildungsmodul zu agilen Methoden für eine dynamische Arbeitswelt: „Agile Methoden und Professional Scrum Master“. Der erste Kurs konnte gerade noch in Präsenzunterricht starten. Dann kam die Corona-Pandemie.

Sie stellte das jahrzehntelang erprobte Geschäftsmodell der LVQ auf einen Schlag in Frage, hatten wir uns doch in fast vierzig Jahren als Spezialist für Präsenzunterricht bei anspruchsvollen Themen etabliert. Gerade erst hatten wir – übrigens auch in einem agilen Prozess – unseren kompletten Marketing- und Internetauftritt mit Markenkern Präsenzunterricht überarbeitet und waren Ende 2019 live gegangen. Nun zwang uns die neue Lage all unser bisheriges Tun und unsere Arbeitsgrundlage schnellstens zu überdenken.

Innerhalb von vier Wochen erfanden wir uns komplett neu. Wir verschafften unserern Teilnehmer*innen eine komplett neue Lernumgebung. Mit digitalen Plattformen und Tools realisierten wir sowohl für Jobsuchende als auch für Teilnehmer*innen der LVQ Business Akademie unsere neue Unterrichtsform des Online-Präsenzunterrichts. Was spannend ist: Durch das Miteinander-Remote-Arbeiten zwischen Dozent*innen, Mitarbeiter*innen, Teilnehmenden und externen Akteuren ist die Vernetzung und das Zusammenarbeiten noch intensiver geworden. Der regelmäßige Austausch der Fachdozent*innen und unsere virtuellen Meetings zur stetigen Optimierung unseres Angebots laufen so einfach, kreativ und nutzbringend wie nie zuvor. Die vierzig Jahre andauernde Digitalisierung unseres Geschäftsmodells startet – durch äußere Einflüsse forciert – in den 20ern mit Siebenmeilenstiefeln noch einmal richtig durch.

Auch der zweite rote Faden in der LVQ-Geschichte, die Verbesserung der beruflichen Chancen von Jobsuchenden, hat sich nach ersten Unsicherheiten durch das Virtuelle in den letzten Monaten noch intensiviert: Mit Vorträgen und Workshops rund um das Thema Jobsuche ist unser „langer Donnerstag“ dabei das Flaggschiff unseres virtuellen Angebotes geworden.

#40JahreLVQ: Ein Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Im Qualitätsmanagement steht der Begriff des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) mindestens seit den 80ern des 20. Jahrhunderts für die stetige Weiterentwicklung von Produkten, Prozessen und Services. Was läge näher, als die vierzigjährige Entwicklung der LVQ als eine Ongoing-KVP-Geschichte zu betrachten? Wir haben uns immer weiterentwickelt, stets die Anforderungen von Wirtschaft und Arbeitsmarkt antizipierend und aufnehmend. Themen wie Qualitätsverbesserung, Digitalisierung und Arbeitsmarktintegration sind dabei Ankerpunkte. Dem Philosophen Heraklit wird der Satz „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ zugeschrieben. Ich finde, er beschreibt die vierzig Jahre LVQ ganz gut.

#40JahreLVQ: Ein großer Dank an alle Weggefährtinnen und -gefährten!

Viele Menschen haben die LVQ in den vierzig Jahren ein Stück ihres Weges begleitet und tun es noch. Allen zu danken wird schier unmöglich. Erlaubt sei mir nur, hier unsere Gründer Dr. Hansgeorg Thiele und Dipl.-Ing. Karl Ries sowie unsere langjährigen Geschäftsführer Dr. Winfried Jäger und Helmut Fleck hervorzuheben, die – jeder auf seine Weise – der LVQ ihren Stempel aufgedrückt haben! Im Namen des gesamten LVQ-Teams danke ich überdies einfach allen Mitarbeiter*innen, Dozent*innen, Partner*innen, Mitstreiter*innen, Teilnehmer*innen, Kunden und Kundinnen für Inspiration, Vertrauen und Zusammenarbeit. Sie alle haben auf die eine oder andere Weise die LVQ mitgeprägt!


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

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