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Die Jobsuche im Internet kann einfach sein, wenn es darum geht, irgendeinen Job in Stellenbörsen zu finden. Will man jedoch einen den eigenen Bedürfnissen entsprechenden Job finden, bedarf es einer passenden Suchstrategie samt geeigneter Keywords.

Im ersten Teil unserer Miniserie zur Jobsuche im Internet haben wir aufgezeigt, warum digitale Grundkenntnisse für die Stellenrecherche essenziell sind. Dieser Beitrag, der zweite Teil unserer Miniserie, vermittelt Ihnen einen strukturierten Ansatz, mit dem sie entsprechende Keywords für die Stellensuche im Internet finden.  

„Was kann ich? Was will ich? Wie komme ich da hin?“ – Voraussetzungen für die Stellenrecherche

„Was möchten Sie beruflich tun?“ Viele Bewerber tun sich schwer mit dieser Frage. Berufseinsteigern fehlt es häufig an Vorbildern oder schlicht an beruflicher Erfahrung, um diese Frage zu beantworten. Berufserfahrene Jobwechsler hingegen können eher beantworten, was sie beruflich nicht mehr tun wollen.

Der erste Schritt vieler Jobsuchender besteht dann meist darin, in Stellenportalen wie Stepstone, Monster oder Indeed zu schauen, was „der“ Arbeitsmarkt fordert. Sie passen sich den vermeintlichen Bedingungen des Marktes an, unabhängig davon, ob es ihren eigenen beruflichen Stärken, Interessen und Bedürfnissen entspricht. Dabei wird gerade mal maximal die Hälfte aller Stellen öffentlich ausgeschrieben.

Ein Verfahren, das die eigene Person und nicht den Arbeitsmarkt ins Zentrum der Bewerbungsaktivitäten stellt, ist der Life-Work-Planning-Ansatz von Richard Nelson Bolles und der daraus entstandene Talentkompass NRW.
Immer wieder nehmen wir in unserem Blog Bezug auf Bolles‘ strategische Herangehensweise für die Jobsuche im verdeckten Arbeitsmarkt und die Beantwortung der Frage, was man beruflich gerne tun möchte. Der Talentkompass NRW bietet zudem ein strukturiertes Verfahren, mit dem man Keywords für die Online-Jobsuche generieren kann.

Keywords für die Jobsuche finden mit dem Talentkompass NRW

Der Talentkompass NRW ist ein praktisches Tool, in dem Sie mit Arbeitsblättern herausarbeiten, welche Eigenschaften, Handlungen und welches Wissen Sie gerne beruflich einsetzen möchten und wo es Sie hinsichtlich des beruflichen Umfeldes, Ihrer Werte und Interessen hinzieht.

Die Bearbeitung des Talentkompass dient dazu, mehr Klarheit für die berufliche Orientierung zu gewinnen, ist somit besonders gut für Berufseinsteiger oder berufliche Quereinsteiger geeignet. Das Tool lässt sich aber auch gut für die Stellenrecherche nutzen, wenn man schon eine konkrete Vorstellung davon hat, was man beruflich tun möchte.

Dafür ist die Bearbeitung der Felder „Tun“, „Wissen“ und „Interessen“ besonders hilfreich. Sie werden überrascht sein, auf welche Ergebnisse Sie kommen. Eine Auflistung des gesammelten Wissens könnte z.B. so aussehen:

Haben Sie Ihr „Tun“ und Ihre „Interessen“ ähnlich detailliert ausgearbeitet, gehen Sie in die Priorisierung, zum Beispiel in Form einer Top-Ten-Liste: „Was davon interessiert mich, tue ich und weiß ich besonders gerne?“

Um Ihr „Tun“, „Wissen“ und Ihre „Interessen“ herauszuarbeiten, brauchen Sie nicht zwangsläufig den Talentkompass. Sie können die Listen natürlich auch selbst erstellen. Der Talentkompass liefert jedoch gute Hilfestellungen. Auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW können Sie das Tool kostenfrei als PDF herunterladen.

Jobtitel, Branchen, Arbeitsorte - weitere Keywords ermitteln

Beziehen sich die Bausteine „Tun“, „Wissen“ und „Interessen“ auf persönliche Aspekte, so lassen sich auch Keywords für „äußere“ Faktoren erarbeiten. Dies könnten zum Beispiel sein:

  • Jobtitel: Welche Stellenbezeichnungen sprechen mich bei meiner Recherche in Stellenbörsen besonders an?
     
  • Berufsfeld: Kundenberatung, Consulting, Projektmanagement, Gesundheit & Soziales – Welche Tätigkeitsfelder reizen mich am meisten?
     
  • Branche: Welches sind die Top-Ten-Branchen, in denen ich arbeiten möchte oder die mich interessieren? Auflistungen der Branchen in Deutschland finden Sie unter anderem auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit, dem Bewertungsportal Kununu oder sehr detailliert auf der Seite Statista.de.
     
  • Arbeitsort: Die meisten Bewerber wissen recht genau, wo sie arbeiten möchten. Hinsichtlich der Stellenrecherche macht es jedoch Sinn, die möglichen Arbeitsorte zu Papier zu bringen und zu priorisieren.

Wie gesagt, gehen Sie genauso vor, wie beim „Tun“, „Wissen“ und den „Interessen“ und priorisieren Sie Ihre Ergebnisse. Fassen Sie diese zum Beispiel in einer Excel-Liste zusammen. Dies erfordert erst mal etwas Arbeit, schafft jedoch Klarheit hinsichtlich Ihrer Wünsche und Bedürfnisse. Zudem haben Sie direkt mehrere Begriffskombinationen, die Sie bei ihrer Online-Recherche verwenden können.

Keywords für die Recherche kombinieren

Sobald Sie Ihre Priorisierung vorgenommen haben, wählen Sie jeweils die Nummer-Eins-Platzierungen eines jeden Feldes und gehen mit diesen in Ihre Online-Jobrecherche. Nehmen wir beispielsweise an Ihre Top-Kombination wäre:

  • Tun: "analysieren"
  • Wissen: "Social Media"
  • Interesse: "Lifestyle"
  • Berufsfeld: "Marketing und Kommunikation"
  • Branche: "Konsumgüter"
  • Arbeitsort: "Düsseldorf"

Anhand Ihrer erarbeiteten Listen können Sie nun die Begriffskombinationen untereinander austauschen und miteinander variieren. Viele Stellenbörsen bieten erweiterte Suchfilter, mit denen Sie Ihre Suche dank Ihrer Keywords für sich präzisieren können, um so auf die zu Ihnen passende Stelle aufmerksam zu werden. Nehmen wir exemplarisch Stepstone:

 

Hier können Sie nach „Berufsfeld“, „Arbeitsort“, „Branche“ und weiteren Faktoren wie „Anstellungsart“, „Arbeitszeit“, „Berufserfahrung“ und „Suchbegriffe“ filtern. In den „Suchbegriffen“ lassen sich dann Keywords aus Ihrer Analyse („Tun“, „Wissen“, „Interesse“) einsetzen. Sollten Sie keine passenden Stellen oder nur sehr wenige angezeigt bekommen, variieren Sie Ihre Keyword-Kombinationen. Zudem können Sie Ihre erarbeiteten Keywords auch für die Job-Recherche außerhalb der Stellenbörsen nutzen.

Die passenden Keywords finden – eine strukturierte Vorgehensweise ist entscheidend

Auch wenn die Herausarbeitung relevanter Keywords etwas Zeit in Anspruch nimmt, lohnt sich dieser strukturierte Ansatz. Somit können Sie zielgerichteter und flexibler Ihre Online-Jobsuche angehen. Der Talentkompass NRW ist eine gute Basis dafür, Sie können jedoch auch frei für sich überlegen was Ihre wichtigen Faktoren für die Jobsuche sind. Vor allem die Priorisierung der Keywords ist ein wichtiger Faktor. So kommen Sie bei der Recherche Ihren passenden Job näher.

Im letzten Beitrag unserer Serie geben wir einige Suchtechniken zum Einsatz dieser Keywords an die Hand und zeigen anhand von konkreten Beispielen, wie eine solche Recherche sowohl für Quereinsteiger als auch für Absolventen auch außerhalb der Stellenbörsen zum Ziel führen kann.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

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2 Kommentare

19. Februar 2021
Dr.

Erstklassiger und praxisnaher Artikel zu den wichtigen Themen des Berufsziels und der Suche nach passenden Stellen im Online-Stellenmarkt - zwei Hürden, die Bewerber ohne Hilfe oft nicht in ausreichender Qualität bewältigen. Danke, Herr Salwiczek!


Martin Salwiczek
22. Februar 2021

Liebe Frau Dr. Riechers,

 

vielen Dank für Ihr Feedback!

 

Herzliche Grüße,


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