Mut zu neuen Perspektiven: Warum 2022 das Jahr der beruflichen Weiterbildung wird.

13.01.2022, Lars Hahn

Diesen Artikel teilen:

2022 wird ein gutes Jahr für berufliche Weiterbildung, denn vielleicht noch stärker als zuvor wird 2022 geprägt sein von Veränderungen – frei nach Herbert Grönemeyer „Kommt alles anders“. Wir stehen aktuell und in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten vor großen Transformationsprozessen unserer Arbeitswelt und die berufliche Weiterbildung nimmt dabei eine wichtige Schlüsselrolle ein. Weshalb das Thema ausgerechnet für 2022 so wichtig ist und wie Sie die für Sie passende Weiterbildung finden, darum geht es in meinem diesjährigen Beitragsauftakt.

Transformationsprozesse in unserer Arbeitswelt

Die gesellschaftliche, ökologische, digitale und wirtschaftliche Transformation und die damit verbundenen großen Dynamiken und Unvorhersehbarkeiten bestimmen unsere Gesellschaft und Arbeitswelt im 21. Jahrhundert. Als zentrale Herausforderungen unserer Zeit macht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aktuell drei Megatrends aus, die in den kommenden Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, prägend sind: Digitalisierung, Dekarbonisierung und demografischer Wandel. Die großen Zukunftsthemen sind somit benannt, die damit verbundenen Transformationsprozesse nur bedingt vorhersehbar und hoch dynamisch. Die Arbeitswelt der Zukunft ist und bleibt mehr „VUCA“ – volatile, uncertain, complex and ambiguous – denn je.

Auftakt zum Jahrzehnt der Weiterbildung

Nach Einschätzung des IAB kommt der beruflichen Weiterbildung bei den gesellschaftlichen Transformationsprozessen eine Schlüsselrolle zu. Erstens sind neue Kompetenzen zur Bewältigung der Herausforderungen erforderlich. Zweitens ist die Zahl der dafür notwendigen Fachkräfte durch den demografischen Wandel begrenzt. „Wo nehmen wir in Zukunft die Fachkräfte her, die wir benötigen, um erfolgreich zu sein?“ fragt NRW-Chef der Bundesagentur für Arbeit Torsten Withake in diesem Zusammenhang in einem aktuellen Beitrag im NRW-Wirtschaftsblog. Ein Lösungsansatz, den er sieht: „Wir müssen lernen, uns kontinuierlich – wie selbstverständlich – beruflich weiterzuentwickeln. (…) Deshalb stehen wir, davon bin ich überzeugt, vor einem Jahrzehnt der Weiterbildung.

Dieses Jahrzehnt der Weiterbildung habe ich persönlich bereits gestartet: Kürzlich absolvierte ich einen Kurs zum Professional Scrum Master. Meine Motivation war es, etwas mehr über dieses gehypte agile Projektmanagement und die damit verbundenen Inhalte, Werte und Methoden zu erfahren. Meine Wahl fiel nicht nur auf diesen Kurs, weil wir die Scrum-Master-Weiterbildung in der LVQ selbst anbieten. Er reizte mich besonders, weil Scrum oder agile Methoden oft als geeignet empfohlen werden, um mit genau den dynamischen, unvorhersehbaren und komplexen Herausforderungen der Arbeitswelt klarzukommen. Übrigens absolvierte ich meinen Scrum-Master-Kurs bei einem unserer reinen E-Learning-Mitstreiter, weil ich für mich nach einer zeitlich flexiblen Variante für Berufstätige suchte. Dabei war die Recherche nach der „für mich richtigen“ Weiterbildung nicht so einfach.

Planung der beruflichen Weiterbildung und Weiterbildungsberatung

Die geeignete berufliche Weiterbildung zu finden, ist alles andere als trivial. Wer eine technische Ausbildung hat, möchte beispielsweise die passende handwerkliche Weiterbildung, also den Meister, machen. Das Angebot ist an dieser Stelle noch recht überschaubar. Aber wie können Mitarbeiter*innen in Sachen digitaler Kompetenz geschult werden? Wie können Arbeitnehmer*innen oder Jobsuchende sich fit für die Herausforderungen der Arbeitswelt der Zukunft machen?

Oft kommt es auf individuelle Hintergründe und Anforderungen an, auch auf das, was jemand als Voraussetzungen für eine berufliche Weiterbildung mitbringt. Wie gut, dass verschiedene Beratungsangebote bestehen, die Tipps zur passenden beruflichen Weiterbildung geben. So gibt es bundesweit verschiedene Weiterbildungsberatungsstellen wie zum Beispiel den Bildungspunkt des Vereins Weiterbildung im Revier e.V. Auch regionale Handwerkskammern und IHK beraten zum Thema. Die Bundesagentur für Arbeit bietet auf ihrer Webseite das spannende Erkundungstool „New Plan“ an, mit dem die individuelle berufliche Weiterentwicklung und eine konkrete Weiterbildung geplant werden können. Darüber hinaus bieten die jeweiligen Arbeitsagenturen Beratungen für Berufstätige, Unternehmen und Jobsuchende bezüglich ihrer jeweiligen Weiterbildungspläne.

Drei Impulse für die passende berufliche Weiterbildung

Unseren Karriere-Blog lesen besonders häufig Jobsuchende und Berufstätige, die sich gerade beruflich neu aufstellen. Sie erhalten oftmals die Möglichkeit, eine geförderte berufliche Qualifizierung über den Bildungsgutschein zu machen – mit der Maßgabe, selbst die „für sie richtige“ Weiterbildung zu finden. Diese drei Impulse können bei der Suche nach der passenden beruflichen Weiterbildung helfen:

1. Welches Weiterbildungsthema ist das richtige?

Je nachdem mit welcher Motivation Sie eine Weiterbildung absolvieren möchten, sollten Sie sich zuerst Gedanken darüber machen, welches Thema das für Sie passende oder auch beruflich notwendige ist.

„Was benötige ich? Was wird auf „meinem“ Arbeitsmarkt gesucht: Eher Managementkompetenzen oder ein fachlicher Lehrgang – beispielsweise Wissen und Kenntnisse für den Online-Handel? Kann ein Projektmanagementkurs der Karriereturbo sein?“ All das sind Fragen, die Sie sich stellen könnten. Schließlich im Feintuning: „Benötige ich den agilen Scrum Master oder doch eher klassisches Projektmanagement?“

2. Welcher Abschluss hilft mir weiter?

Die Weiterbildungslandschaft in Deutschland ist bunt und für Laien oft schier unüberschaubar. Von trägerinternen Bescheinigungen über IHK-Abschlüsse oder gesetzlich geregelte Fortbildungen wie der Fachkraft für Arbeitssicherheit bis hin zu Hochschulzertifikaten: Die Arten der Abschlüsse sind höchst unterschiedlich.

Bei der Frage nach den Abschlüssen steht im Raum, ob Sie zum Beispiel noch einmal ein berufsbegleitendes Studium machen sollten oder ob gegebenenfalls nicht eher ein vierwöchiger Zertifikatslehrgang ausreicht. Denn wer gerade akut zwischen zwei Jobs steckt, also arbeitssuchend ist, kann eine Vollzeitweiterbildung besuchen und sich durch ein knackiges Zertifikat von IHK, TÜV oder Scrum schnell Türen in den nächsten Job öffnen.

3. Welche Form der Weiterbildung ist für mich richtig?

Auch die Weiterbildungsdauer (Wochenendseminar oder langes Studium) spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl der passenden Weiterbildung. Wie viel Zeit haben Sie zur Verfügung? Aber auch: Welche Lernform passt am besten zu Ihren Stärken und Schwächen? Kann es ein reines E-Learning-Angebot sein oder ist echter Präsenzunterricht für Sie der bessere Weg? Wie viel darf die Weiterbildung kosten? Kann sie gefördert werden, gar durch den Bildungsgutschein?

Der Klärungsprozess bleibt manchmal genau an solchen äußerlichen Merkmalen von Fortbildungen stecken. Bisweilen steht hinter diesen Fragen aber die unbeantwortete, eher verborgene Kernfrage: „Wo möchte ich durch die Weiterbildung eigentlich beruflich landen? Was ist mein tatsächliches Karriereziel? Welcher Kurs ist der für mich wirklich sinnvolle?“

Wer sich bei der Weiterbildungssuche diese Fragen stellt, hat die gute Chance, die richtige Wahl zu treffen. Hierzu gibt es in unserem Karriereblog umfassendes Lesefutter mit vielen praktischen Tipps und Impulsen:

Mut und Offenheit für die berufliche Zukunft

In meiner Weiterbildung zum Professional Scrum Master und ihrer „Schwester-Weiterbildung“ Professional Agile Leadership habe ich übrigens viel Neues gelernt, von dem ich einiges auch direkt in der beruflichen Praxis einsetzen kann. So habe ich noch viel Neues über Teamarbeit und zeitgemäße Führung lernen können. Die agilen Säulen von „Inspect, Adapt and Transparency“, also vom regelmäßigen Überprüfen und Anpassen des Geplanten an die aktuellen Gegebenheiten bei größtmöglicher Transparenz, ist gerade in den Turbulenzen der Pandemie für unsere Weiterentwicklung hilfreich. Zwei der Werte, die in der Scrum-Weiterbildung vermittelt werden, lauten „Courage and Openness“, also Mut und Offenheit. Vielleicht sind diese zwei die Schlüssel, um die Herausforderungen und Unvorhersehbarkeiten unserer gemeinsamen beruflichen Zukunft zu meistern. Zumindest braucht ein „Sich-Einlassen“ auf eine neue berufliche Weiterbildung auch ein Stück Mut. In diesem Sinne wünsche ich uns einen mutigen Jahresstart 2022!

P.S.: Berufliche Weiterbildung steht bei der neuen Bundesregierung mit hoher Priorität im Koalitionsvertrag. Die Bundesagentur für Arbeit möchte im aktuellen Jahr mit großem Budget Weiterbildungen von Berufstätigen und Arbeitslosen mit dem Bildungsgutschein fördern. Das Bündnis Weiterbildung Ruhr, dem über 150 Organisationen und Unternehmen der beruflichen Weiterbildung angehören, hat gar die Weiterbildungsoffensive Ruhr ausgerufen. Die Zeiten sind also gut für Ihre berufliche Weiterbildung. Und die LVQ hat gerade erfolgreich ihr Angebot der durch Bildungsgutschein förderbaren Weiterbildung für weitere drei Jahre nach AZAV zertifizieren lassen.


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

Diesen Artikel teilen:

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Kommentar