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Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 12: ingenieurkarriere.de

10 51 Hr Lohan_5755KleinIm 12. Teil unseres großen Jobbörsen-Checks stellt uns Dr. Norbert Lohan das neu gestaltete Portal ingenieurkarriere.de vor. Im VDI-Verlag ist Herr Lohan verantwortlich für das Karriereportal, das auch eine der ältesten Jobbörsen für Ingenieure beinhaltet.

Gerade Ingenieure finden in Jobbörsen auch heute noch einen großen Teil der Arbeitsplätze, daher waren wir besonders gespannt auf das Gespräch.

 

Lars Hahn: Guten Tag, Herr Dr. Lohan, ingenieurkarriere.de ist qua Namen den Ingenieuren verpflichtet. Sie haben auch eine Jobbörse im Angebot integriert. Sie haben gerade einen Relaunch Ihres Webprojektes, welche neuen Features bieten Sie an?

 

Norbert Lohan: Ja, das stimmt, ingenieurkarriere.de ist ein Portal, bei dem der Name und die inhaltliche Ausrichtung einfach zu verstehen sind und eng ineinandergreifen. Es geht um die Karriere von Ingenieuren, das ist es!

 

 

Es geht um die Karriere von Ingenieuren

Im neuen Navigationspunkt „Magazin“ sind zukünftig alle Artikel konzentriert, die früher auf dem alten Portal in verschiedenen Kategorien verstreut, ja ein wenig „versteckt“ waren und somit erheblich weniger Aufmerksamkeit gebracht haben, als wir uns das gewünscht haben. Denn immerhin sind es ja aktuelle Karrierethemen, die wir dort anbieten. Beim Menüpunkt „Magazin“ weiß jeder gleich, dass ihn dort fachliche Artikel erwarten. Wir wissen, dass unsere Besucher sich sehr gerne zu bestimmten Karriere-Themen informieren.

 

Lars Hahn: Wir haben in unserer Serie „Der große Online-Jobbörsencheck“ ja schon andere Jobbörsen wie Monster.de, Kalaydo und Stepstone befragt. Worin unterscheidet sich die Jobbörse von ingenieurkarriere.de von den anderen Jobbörsen?

 

Norbert Lohan: ingenieurkarriere.de ist natürlich in erster Linie ein Anbieter für das Ingenieurwesen, während die anderen genannten Jobbörsen vor allem Generalisten sind, von daher ist der Vergleich immer ein wenig schwierig.

 

Wir sind ein Nischenanbieter, mit dem sowohl Bewerber, als auch Unternehmen schon sehr lange gut zurechtkommen. Der große Wert von ingenieurkarriere.de liegt vor allem daran, dass all unsere Angebote tatsächlich auf Ingenieure ausgerichtet sind, und das ist in Deutschland bekannt. Neben unseren Internetangeboten haben wir ja z.B. auch noch unsere starken VDI nachrichten Recruiting Tage für Young Professionals und Professionals, die wir seit 12 Jahren in ganz Deutschland ausrichten. Wir sind außerdem als VDI Verlag gut in die VDI-Gruppe integriert, und der VDI ist seit Jahrzehnten die Heimat der Ingenieure.

 

Lars Hahn: Ingenieurkarriere richtet sich in erster Linie an Ingenieure. Wie sieht es aus mit anderen Fachrichtungen wie Naturwissenschaftlern? In Zeiten von Masterabschlüssen ist die Trennschärfe da ja bisweilen gar nicht mehr so deutlich?

 

Norbert Lohan: Doch. Die Trennschärfe zwischen naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen ist nach wie vor groß. Es gibt auch nach dem Abkommen von Bologna aus dem Jahre 1999 tatsächlich nur wenige Studiengänge in Europa, die eine Ingenieurdisziplin mit einer Naturwissenschaft verquicken. Was meines Erachtens deutlich häufiger zu beobachten ist, ist eine Kombination aus einer Ingenieurdisziplin und einer wirtschaftlichen oder managementorientierten Disziplin.

 

Dennoch sind Naturwissenschaftler auch bei uns willkommen, denn es werden oft Vakanzen angeboten, die auch für Naturwissenschaftler interessant sind. Nehmen wir als Beispiel einen Chemieingenieur, der sich durchaus auf eine Stelle bewerben kann, für die ein Verfahrenstechnikingenieur gesucht wird, je nachdem, ob es sich um eine montageorientierte oder eine prozessorientierte Produktionsstelle handelt. Das gleiche gilt z.B. auch für Geowissenschaftler in den Disziplinen Umwelttechnik oder in der Ölindustrie, das kann passen.

 

Und außerdem sind ja die Bewerbungstipps und Karrierehinweise, die wir auf unseren Seiten bereithalten, ohne weiteres auch auf Menschen mit naturwissenschaftlicher Ausbildung zu übertragen.

 

Lars Hahn: Die Jobsuche hat sich in den letzten 10 Jahren verändert. Welche Trends sehen Sie für die Jobsuche der Zukunft?

 

Norbert Lohan: Die Trends, die ich jetzt nennen werde, sehe ich nicht erst in der Zukunft, ich würde sagen, wir erleben sie schon jetzt in der Gegenwart:

 

Lange Betriebszugehörigkeiten, so wie das früher doch sehr beliebt war, sind nicht mehr an der Tagesordnung. Die Lebensläufe fransen ein bisschen mehr aus, aber das ist auch in Ordnung, denn jeder Einzelne wechselt häufiger den Arbeitsplatz.

 

Die Arbeit wird internationaler, das bringt erhöhte Anforderung vor allem an die Sprachkompetenz der Kandidaten und, und das ist etwas, was im Allgemeinen noch viel zu wenig beachtet wird, der Personaler.

Schablonen zwischen Stellenbeschreibung und Studieninhalten passen oft nicht mehr

Durch die rasante Entwicklung der mobilen Endgeräte wie Tablet und Smartphone sowie einer flächendeckenden Versorgung mit ausreichenden Bandbreiten und immer mehr Clouddiensten ist der Arbeitsplatz heute nicht mehr notwendigerweise fest an einen Ort gebunden. Wenn der Computer schnell genug arbeitet und der Mitarbeiter damit umgehen kann, kann man viele Dinge auch von unterwegs, von zu Hause oder von sonst wo erledigen. Voraussetzungen sind natürlich sichere Zugriffe und verlässliche Absprachen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bzgl. der Arbeitszeitenregelungen.

 

Auf all diese skizzierten Änderungen müssen sich natürlich auch beide Seiten bei der Jobsuche einstellen. Es gibt heute schon nichts Schlimmeres, als eine Stellenanzeige, die nur aus einer Textwüste besteht, das will niemand mehr lesen. Es muss bunter werden, es muss mehr Symbole geben, die intuitiv mit ihrer Funktion erkannt werden können, es muss interaktiver werden. Auch die Beschreibungen der Jobs werden sich ändern. Das wird aber erst passieren, wenn die zahlreichen Bachelor- und Masterstudiengänge und deren Inhalte wirklich in allen Unternehmen angekommen sind. Die Schablonen zwischen der Stellenbeschreibung und den Studieninhalten passen jetzt schon oft nicht mehr zusammen.

 

Lars Hahn: Wird es zukünftig Jobbörsen überhaupt noch geben? Oder gehört die Zukunft nicht vielmehr den sozialen Netzwerken wie XING und LinkedIn?

 

Norbert Lohan: Natürlich wird es auch zukünftig noch Jobbörsen geben, denn wie der Name schon sagt, es geht um Jobs, die auf einer Börse gehandelt werden, während es bei sozialen Netzwerken hauptsächlich um das soziale, um den Austausch, um das Netzwerken geht.

Ein Job ist niemals etwas, was man mit anderen teilt

Die Betreiber von sozialen Netzwerken haben natürlich fast alle inzwischen das Geschäft mit den Stellenanzeigen entdeckt, und sie machen damit auch den Jobbörsenanbietern große Konkurrenz. Das war auch klar, denn man hat ja außer Werbeeinnahmen und Mitgliedsbeiträgen keine richtige Erlösquelle. Also hat man sich auf die sozialen Netzwerke gestürzt, denn vor allem Personal- und Stellenvermittlungen arbeiten sehr gerne mit Masse, und in den Netzwerken hat man sie vermutet.

 

Aber ein Job ist niemals etwas, was man mit anderen teilt, das ist immer etwas sehr Individuelles. Dauerhaft kann das Geschäft meiner Meinung nach nicht aufgehen, denn die Teilnehmer, die sich auf sozialen Netzwerken bewegen, haben eigentlich dort ein anderes Ziel, und Stellenanzeigen gehören nicht dazu.

 

Lars Hahn: Bei ingenieurkarriere.de kann ich ganz gut Jobs suchen, ohne ein Profil zu haben. Lohnt es sich denn für Jobsuchende, bei ingenieurkarriere.de ein Profil in der CV-Datenbank anzulegen? Welche Vorteile haben Bewerber davon?

 

Norbert Lohan: Natürlich lohnt es sich nach wie vor, einen CV-Eintrag auf ingenieurkarriere.de vorzunehmen, denn man kann durch diesen Eintrag, wenn man ihn auf „sichtbar“ stellt auch unmittelbar von Firmen angesprochen werden. Und die Unternehmen suchen ja nach wie vor händeringend – auf allen Kanälen.

 

Lars Hahn: Haben Sie spezielle Tipps? Was sollten Bewerber bei der Jobsuche generell beachten?

 

Norbert Lohan: Zum einen sollte er/sie auch dann eine Bewerbung versuchen, wenn nur 80% der angegeben Qualifikationen übereinstimmen. Man sollte nicht auf das Angebot warten, bei dem ich bei 100% der genannten Anforderungen ein Häkchen machen kann. Und zum anderen würde ich versuchen, mich auf geänderte Bedingungen am Arbeitsmarkt einzustellen und dort Schritt zu halten. Oben sind ja schon einige dieser Änderungen angeklungen.

 

Lars Hahn: Stichwort Mehrwert: Welche Services bietet Ingenieurkarriere.de Jobsuchenden über die Jobbörse hinaus.

 

Norbert Lohan: Wir bieten in unserem Magazin in den zahlreichen Artikeln sehr viel karriererelevante Information. Damit können Sie beinahe jede Frage abdecken, wenn es um die berufliche Entwicklung eines Ingenieurs / einer Ingenieurin geht. Darüber hinaus haben wir auch noch einen kostenfreien Gehaltstest im Angebot. Es lohnt sich unbedingt, hier mal seine Realdaten einzugeben und sich die persönlich, anonyme Auswertung per Email zuschicken zu lassen. Und Stellensuchende finden hier erste Hand-informationen zu unseren vielen VDI nachrichten Recruiting Tagen und die entsprechenden Registrierungsmöglichkeiten.

 

Lars Hahn: Wie sucht der VDI-Verlag eigentlich nach eigenen Mitarbeitern? Was funktioniert am Besten?“

 

Norbert Lohan: Wir suchen so, wie andere auch suchen sollten. Man muss jeweils wissen, in welchen Portalen oder Datenbanken sich die Personen aufhalten, für deren Qualifikationen wir im Moment Vakanzen anbieten. Und am besten funktioniert auch für uns ein Medienmix und eine gesunde Streuung der relevanten Informationen zu freien Stellen.

 

Lars Hahn: Gibt es sonst noch etwas, das Sie Leser/innen des Interviews mitteilen möchten?

 

Norbert Lohan: Ja, ich möchte Sie einladen, sich das komplett neu gestaltete Portal genauer anzuschauen und dann auch unsere Angebote zum eigenen Vorteil zu nutzen. Auf ingenieurkarriere.de kommen die Firmen vorbei, die Ingenieure und Ingenieurinnen wirklich einstellen wollen.

 

Lars Hahn: Herr Dr. Lohan, vielen Dank für das informative Gespräch.

Bisher erschienen in unserer Serie "Der große Online-Jobbörsencheck":
  1. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 1: Online-Stellenbörsen im Vergleich
  2. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 2: Monster.de
  3. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 3: Kalaydo.de
  4. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 4: Stepstone.de
  5. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 5: Deutschlands Beste Jobportale
  6. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 6: Jobvector.de
  7. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 7: XING-Stellenmarkt
  8. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 8: Jobbörse Bundesagentur für Arbeit
  9. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 9: Jobbörsenexpertin Eva Zils
  10. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 10: Talents Connect
  11. Der große Online-Jobbörsen-Check. Teil 11: Gründerszene

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.

 

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

 

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

 

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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1 Kommentare

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Autor

Lars Hahn

ist Geschäftsführer der LVQ und Entdecker von Systematisch Kaffeetrinken. Er schreibt über Entwicklungen der Arbeitswelt, gibt wertvolle Tipps und führt spannende Interviews zu den Themen Karriere, Jobsuche und Weiterbildung.