Diesen Artikel teilen:

die_mediamatiker_kobus_und_huettemann-2

Oliver Kobus und Iris Hüttemann sind DIE_MEDIAMATIKER

 

Iris Hüttemann und Oliver Kobus waren arbeitssuchend. Im August 2015 lernten sie sich dann während ihrer Weiterbildung zum Social Media Manager IHK bei der LVQ kennen.

 

Ein gutes Jahr später sind sie die „DIE_MEDIAMATIKER“ und habe ihre eigene Agentur für Social Media, Online und Print-Marketing gegründet.

 

Im Interview erzählen sie uns von ihrem aufregenden letzten Jahr, wie sie auf die Idee gekommen sind sich selbstständig zu machen und was sie Menschen empfehlen, die ebenfalls über diesen Schritt nachdenken.

 

Martin Salwiczek: Hallo Iris, hallo Oliver, schön Euch wieder zu sehen. Stellt Euch doch bitte kurz den Lesern vor.

 

Iris Hüttemann: Gerne! Ich heiße Iris Hüttemann, bin 54 Jahre alt und gelernte Ingenieurin für Raumplanung. Gearbeitet habe ich circa 30 Jahre im Marketing bei technischen Unternehmen. 2015 entschied ich nach einer betriebsbedingten Kündigung, mich neu zu orientieren. Im Bereich Social Media wollte ich mich schon bei meinem ehemaligen Arbeitgeber weiterbilden. Also nutzte ich die Gelegenheit, den Social Media Manager bei der LVQ zu machen. Da hab ich Oliver kennengelernt.

 

Martin Salwiczek: Gute Überleitung. Oliver stellst Du Dich auch kurz vor?

 

Oliver Kobus: Ich heiße Oliver Kobus und bin 48. Ich habe seit meiner Ausbildung zum Druckvorlagenhersteller immer in Agenturen gearbeitet. Später studierte ich Marketingkommunikation. Von der Mediengestaltung und –produktion, dem Projektmanagement bis zum Marketing und der Kundenberatung, habe ich querbeet alles gemacht.

 

Wie Iris wurde auch ich betriebsbedingt gekündigt. Das war für mich einschneidend. Ich fragte mich, welchen Weg ich eigentlich einschlagen möchte. Social Media war zu diesem Zeitpunkt sowohl bei den Kunden, als auch den Agenturen ein großes Thema, das zudem in Stellenausschreibungen immer wieder gefordert wurde. Also nutzte ich die Gelegenheit, den Social Media Manager über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit bei der LVQ zu machen. Wie gesagt, lernte ich hier dann Iris kennen.

Die Chemie stimmte direkt

Iris Hüttemann: Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Kurz vor dem ersten Unterricht war ich die letzte, die in den Raum kam. Alle saßen da und waren mit sich selbst beschäftigt, nur Oliver sah mich freundlich und erwartungsfroh an, also setzte ich mich zu ihm. Bereits nach einer Woche saßen wir dann schon nach dem Unterricht zusammen und haben erste Pläne geschmiedet.

 

Martin Salwiczek: Was waren das für Pläne?

 

Oliver Kobus: Wir hatten direkt einen Draht zueinander und ein gemeinsames Thema, da die Jobsuche uns bis dahin nicht weitergebracht hatte. Iris spielte ja vorher schon mit dem Gedanken sich selbstständig zu machen. Bei mir war es eher Plan C oder D, der aber immer mehr Gestalt annahm, als wir uns weiter austauschten.

 

Iris kommt aus einem technischen Unternehmen und ich aus einer klassischen Agentur, wir haben also zwei verschiedene Sichtweisen und jeweils viel Erfahrung. Wir dachten auf Anhieb: Das passt!

 

Iris Hüttemann: Wir haben bereits während der Weiterbildung unsere erste Social Media Veranstaltung beim Social Media Club Düsseldorf besucht. Da waren wir uns ziemlich einig, dass wir verstehen, wovon da geredet wird. Das war für uns die Bestätigung, dass das mit der Selbstständigkeit funktionieren könnte.

Social Media Manager = eierlegende Wollmilchsau?

War es zu diesem Zeitpunkt keine Option, sich auf Anstellungen im Social Media Bereich zu bewerben?

 

Oliver Kobus: Doch klar. Aber auch da machten wir ähnliche Erfahrungen. Die Arbeitgeber suchen in den meisten Stellen nach der eierlegenden Wollmilchsau, so mein Eindruck. Sie scheinen in vielen Fällen selber nicht zu wissen, wen sie eigentlich suchen. Das ist mir aufgefallen, wenn ich beim Arbeitgeber direkt angerufen habe: Da wurde gar nicht klar, worauf der Fokus liegt. Zwei Vorstellungsgespräche hatte ich, die in diese Richtung gingen, wo es dann jedoch nicht geklappt hat.

 

Iris Hüttemann: Ich habe insgesamt 85 Bewerbungen geschrieben, dabei kam kein einziges Vorstellungsgespräch herum. Ich habe versucht, im Vorfeld mit den entsprechenden Abteilungsleitern oder Geschäftsführern ins Gespräch zu kommen, um heraus zu kitzeln, wo deren Schwerpunkt liegt. Die Erfahrung war so wie bei Oliver, dass in den Stellenausschreibungen gefühlt bis zu 30 Punkte auftauchten, mit denen Du vier Stellen füllen könntest. Die wollen erst mal alles abdecken, ohne zu wissen, was es zum Beispiel heißt, auch Community Management zu machen. 

 

Oliver Kobus: Was mir im Nachhinein aufgefallen ist: Häufig konzentriert man sich eher auf den Lebenslauf, anstatt zu fragen, wie man Social Media persönlich nutzt, wie man sich mit den Plattformen auskennt. Dabei kommt es doch gerade darauf an. Da hat keiner nachgefragt, was mich gewundert hat.

Gründer-Coaching als wichtige Weichenstellung

Martin Salwiczek: Also reifte der Gedanke, Euch selbstständig zu machen…

 

Oliver Kobus: Unsere Vorstellungen wurden immer konkreter. Unsere Frage „könnte man?“ hatten wir ja schon beantwortet, also beschäftigten wir uns mit dem „Wie?“

 

Iris Hüttemann: Mitte September beendeten wir die Weiterbildung. Ende Oktober fuhren wir dann eine Woche nach Dänemark um zu schauen, ob neben dem Fachlichen auch das Persönliche passt. Wir machten ein erstes Brainstorming und erstellten eine Mindmap. Im November trafen wir uns dann häufiger und konkretisierten das Ganze.

 

Uns war klar, dass wir Unterstützung von außen benötigen, also sprach ich offen mit meinem Betreuer bei der Arbeitsagentur, der ein Gründercoaching finanzierte. Das ging dann von Januar bis Ende März.

 

Oliver Kobus: Dieser Blick von außen war ganz wichtig: „Was kann ich die Stunde nehmen?“ „Wie viele Aufträge muss ich reinholen?“, das waren Punkte, an die Du vielleicht zuerst nicht denkst. Uns zeigte das Coaching, dass wir mit unserer Planung richtig liegen und auf einem guten Weg sind. Das hat noch mal Sicherheit gegeben.

 

Wie ging es nach dem Coaching weiter?

 

Iris Hüttemann: In der Zeit arbeiteten wir an unseren Business-Plan. Drei sehr intensive Monate und 80 Seiten Business-Plan später, wurde unsere Idee von der IHK Essen für gut befunden worden und wir konnten loslegen.

DIE_MEDIAMATIKER: Geballte Erfahrung + ganzheitliche Dienstleistung

Martin Salwiczek: Jetzt seid ihr DIE_MEDIAMATIKER. Was macht Ihr genau und wodurch grenzt Ihr Euch von anderen Agenturen ab?

 

Iris Hüttemann: Wir sind ja keine 20 mehr und bringen einiges an Erfahrung mit. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen, die sich direkt nach dem Studium mit dem Thema Kommunikation selbständig machen. Ich habe 30 Jahre Berufserfahrung, Olli über 20. Zusammen 50 Jahre Berufserfahrung, das ist das, was unsere Kunden schätzen und was ihnen zu Gute kommt.

 

Oliver Kobus: Ein wichtiger Punkt ist, dass wir uns durch Iris‘ Erfahrung im technischen Umfeld und meinen Agenturbackground gut ergänzen. Zudem können wir durch unsere Erfahrung den Online- und den Printbereich abdecken.

 

Iris Hüttemann: Für unseren ersten Kunden machen wir den kompletten Auftritt: Angefangen bei der Logogestaltung, der Erstellung von Visitenkarten, Broschüren und Flyern, bis zur Pflege der Social Media Kanäle. Eine neue Webseite steht auch an.

Netzwerken zur Kundengewinnung

Martin Salwiczek: Wie geht Ihr bei der Kundengewinnung vor?

 

Iris Hüttemann: Wir machen viel über unser Netzwerk, da entwickelt sich einiges. Aktuell haben wir zwei vielversprechende Gespräche geführt, bei denen Aufträge in Aussicht stehen. Gerade jetzt bringen uns Veranstaltungen wir BarCamps, Twittwochs oder Social Media Stammtische sehr weiter. Da stellen wir uns als DIE_MEDIAMATIKER vor und initiieren Kooperationen mit anderen Freelancern. Das funktioniert sehr gut.

 

Oliver Kobus: Ich arbeite seit 20 Jahren in Agenturen, aber so positive Erfahrungen wie mit den genannten Veranstaltungen hatte ich im Sinne der Vernetzung oder des Erfahrungsaustauschs vorher noch nicht gemacht. Das macht einfach Spaß.

 

Martin Salwiczek: Was empfiehlt ihr abschließend Jemanden, der sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen möchte?

Den Schritt in die Selbständigkeit wagen

Iris Hüttemann: Ich denke, zunächst sollte man Arbeitslosigkeit als Chance sehen, das zu tun, was man eigentlich will. Man sollte sich also Zeit zur Orientierung nehmen.

 

Will man sich selbständig machen, ist das Gründercoaching definitiv zu empfehlen. Dabei sollte man darauf achten, dass man beim Betreuer der Arbeitsagentur mit den richtigen Fragen aufschlägt, um eine Förderung zu bekommen.

 

Oliver Kobus: Das kann ich bestätigen: Vor allem Zeit nehmen. Was will ich? Auch Zeit für den Businessplan nehmen und einen Coach ran holen.

Will man sich im Bereich Social Media selbständig machen, kann ich nur sagen: Man ist nur dann glaubwürdig, wenn man in den Bereich auch aktiv ist.

 

Abschließend vielleicht noch: Ruhig den Mut haben, die Selbständigkeit zu wagen. Wenn man das Gefühl hat, dass es passt und sich richtig anfühlt: Nicht lange warten, sondern loslegen.

 

Martin Salwiczek: Iris, Oliver, ich danke Euch herzlich!

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.

 

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

 

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

 

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

Diesen Artikel teilen:

0 Kommentare

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.