"Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit hat mich fachlich auf eine neue Ebene katapultiert"

Fachkraft für Arbeitssicherheit Dirk BrinkmannDurch einen Unfall brach sich der gelernte Vulkaniseur Dirk Brinkmann den Wirbelkanal und war nicht mehr arbeitsfähig. Die Rentenversicherung wollte ihn schon als nicht mehr arbeitstauglich einstufen. Doch er steckte nicht auf und entschied sich für eine zehnmonatige Weiterbildung - die richtige Entscheidung, wie die heutige Fachkraft für Arbeitssicherheit in unserem Interview erzählt.


Hallo Herr Brinkmann, schön Sie wieder zu sehen. Erzählen Sie mal, wie fühlt es sich nach einem Jahr an wieder hier zu sein?


Dirk Brinkmann: Ich freue mich sehr. Das ist ein bisschen wie wieder nach Hause, zur Familie, zurück zu kommen. Immerhin war ich ja zehn Monate hier, hab hier sogar in einem der Appartements gewohnt. Da lernt man natürlich alle Gesichter der LVQ kennen, bekommt Aufmunterung, gute Tipps oder einfach ein gutes Gespräch zwischendurch. Ich bin gerne wieder hier.


Das ist schön zu hören. Zehn Monate ist für eine Weiterbildung ja eine recht lange Zeit. Die meisten unserer Teilnehmer sind zwei bis vier Monate hier. Wie kam es zu diesen langen Zeitraum?


Dirk Brinkmann: Ich hatte vor meiner Weiterbildung bei der LVQ einen Unfall, bei dem ich mir den Wirbelkanal gebrochen habe. Dazu kamen mehrere Bandscheibenvorfälle im Wirbel und ich konnte meinen rechten Arm nicht mehr nutzen. Ich musste schwere Schmerzmittel nehmen und war nicht mehr arbeitsfähig. Nach mehreren Gesprächen entschloss ich mich dazu, eine Weiterbildung zu machen, um meine beruflichen Möglichkeiten zu erweitern.

Ich habe dann das Gespräch mit meiner Rentenversicherung gesucht und wir haben überlegt, was mich fachlich weiterbringen kann. Zuletzt habe ich als Sicherheitsfachkraft gearbeitet. Daran wollte ich anknüpfen, kam bei meiner Suche auf die LVQ. Die Beratung von Ulla Neumann und Lars Hahn war sehr gut und ihr hattet einfach das beste Angebot mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, Umweltmanagement, Qualitätsmanagement und Projektmanagement. So kamen die zehn Monate zustande, für die die Rentenversicherung alle Kosten übernommen hat.


Wie bewerten Sie die Weiterbildungen im Rückblick? Haben die Themen Sie weitergebracht?


Dirk Brinkmann: Auf ganzer Linie. Der Lehrstoff war sehr kompakt und gut nachvollziehbar. Die Dozenten haben die Inhalte auf sehr hohem Niveau vermittelt, so dass man mit der richtigen Einstellung in der Lage war, die teils doch sehr schwierigen Prüfungen zu bestehen. Ich zum Beispiel habe keinen akademischen Abschluss, habe schulisch nur den Hauptschulabschluss geschafft. In den Kursen saß ich mit Ingenieuren und Doktoren. Die Dozenten haben es sehr gut geschafft, alle Teilnehmer „abzuholen“.


Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (SIFA, anm. d. Verf.) zum Beispiel hat mich fachlich auf eine ganz andere Ebene katapultiert, obwohl ich ja schon lange in diesem Bereich gearbeitet habe. Das kann ich jetzt gut in meiner täglichen Arbeit anwenden.


Wie sieht diese tägliche Arbeit aus?


Dirk Brinkmann: Ich arbeite heute als SIFA für die Firma Frie & Wesselbaum, einem  Personaldienstleister im Fleischergewerbe. Ich fahre als FASI zu den Schlachtbetrieben, beobachte die Abläufe aus arbeitssicherheitstechnischer Sicht und berate die Betriebe entsprechend. Dazu gehören auch Schulungen, die Erstellung von Unterlagen und Ordnern für die Betriebe. Schließlich noch die Reportings an den Chef.


Wie sind Sie an den Job gekommen?


Dirk Brinkmann: Durch eine klassische Anzeige in der Ortszeitung. Ich hatte das Glück, dass eine Bekannte dort in der Redaktion arbeitet. Die hat mir direkt den Hinweis gegeben. Ich habe meine Bewerbung dort hingeschickt und wurde zum Gespräch eingeladen.


Wie bekommen Sie die Arbeit mit den gesundheitlichen Einschränkungen bewerkstelligt und wie hat ihr Arbeitgeber darauf reagiert als sie ihm davon erzählt haben?


Dirk Brinkmann: Der Arbeitgeber hat sehr positiv reagiert, da ich ihn im Vorstellungsgespräch überzeugen konnte. Er war sehr von meiner digitalgestützten Arbeitsweise angetan. Zudem war er erstaunt über die Anzahl meiner Zertifikate. Hier kam die Fachkraft für Arbeitssicherheit zur Gute. Durch meine Weiterbildung im Qualitätsmanagement überlegt er nun, sich als erster Personaldienstleister im Fleischergewerbe zertifizieren zu lassen.

Er kam mir im Endeffekt so entgegen, dass ich einen Teil meiner Arbeit, die Schreibarbeiten und Dokumentation, von zuhause aus machen kann. Dort arbeite ich meistens stehend, lesen kann ich dann liegend. So bekomme ich das wunderbar bewerkstelligt.


Und wie haben Sie das mit der Weiterbildung hinbekommen? Fast acht Stunden zu sitzen ist da wahrscheinlich auch nicht so einfach.


Dirk Brinkmann: Das ist richtig, auch weil ich weiter starke Schmerzmittel nehmen musste. Aber zum Glück habe ich hier sehr gute Unterstützung von allen Beteiligten bekommen. Wenn ich mich mal während des Unterrichts hinstellen, oder raus musste, haben die Dozenten Verständnis gezeigt. Natürlich waren das auch schwierige Phasen, in denen ich manchmal an die Belastungsgrenze gekommen bin. Da haben mich die LVQ-Mitarbeiter sehr gut unterstützt. Und natürlich die anderen Teilnehmer, die geholfen haben wo es ging.


Stichwort Teilnehmer: Hat man nach so einem Jahr noch Kontakt oder verfliegt das?


Dirk Brinkmann: Da muss ich sagen, dass die LVQ da ganz tolle Arbeit leistet mit der LVQ-Alumni-Gruppe auf XING und anderen Möglichkeiten zur Vernetzung. Auch über WhatsApp oder Facebook ist der Kontakt heutzutage einfacher. Noch heute tauschen wir uns in Gruppen aus, helfen uns zum Beispiel bei der Jobsuche oder anderen Themen. Es ist echt schön, so den Kontakt aufrecht zu halten. Und das natürlich auch mit der LVQ.


Was können Sie Menschen empfehlen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden wie Sie vor der Weiterbildung?


Dirk Brinkmann: Auf jeden Fall das Gespräch mit der Rentenversicherung suchen und über eine Weiterbildung nachdenken. Durch die fachliche Spezialisierung kann man seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt noch mal deutlich erhöhen. Und vor allem nicht aufgeben und weiter machen. Das Rentenamt wollte mich zunächst schon als nicht mehr arbeitstauglich einstufen. Aber es gibt immer eine Lösung, wie man bei mir jetzt sieht.


Herr Brinkmann, vielen Dank für das Interview.


 


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Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.


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1 Kommentare

Tom Schäfer
24. August 2014

Ich bewundere den Mut und die Energie dieses Mannes. Nach dem Unfall hatte er zwei Möglichkeiten: entweder Aufgeben und sich als nicht mehr arbeitstauglich einstufen lassen oder Weitermachen. Dirk Brinkmann entschied sich fürs Weitermachen und hat damit die richtige Entscheidung in seinem Leben getroffen.


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