Der e-Marketingday Rheinland – Ein Erfahrungsbericht


Als neue LVQ-Mitarbeiterin für den Bereich Online-Marketing habe ich am 08.05.2019 den 9. e-Marketingday in Aachen besucht. Dieses Mal wurde diese von der IHK Initiative Rheinland ins Leben gerufene Veranstaltung in den Räumlichkeiten einer Disco ausgerichtet. In meinem heutigen Erfahrungsbericht erzähle ich, wie der e-Marketingday gewesen ist und warum sich der Besuch lohnt.


Schon beim Betreten der Discothek Starfish staune ich nicht schlecht. Ein ungewöhnliches, aber durchaus interessantes Ambiente für eine jobbezogene Veranstaltung: Spotlight, bühnentaugliche Emporen und in jeder Halle genug Freiraum für spannende Vorträge. Doch warum findet der e-Marketingday in einer Discothek statt? Eine gute Frage, die das Moderationspaar zur Begrüßung gleich mit den Worten: „Nun, im Marketing heißt es doch immer: Auffallen um jeden Preis!“, quittiert hat.

Digitalisierung, die Spaß macht! – Impulsvortrag von Frank Eilers


Genau das ist auch mein Eindruck gewesen, als ich mir in der Haupthalle einen Sitzplatz gesucht habe. Mitten unter einer großen Discokugel und einem Lichtermeer aus blau beleuchteten Laternen betritt der Präsident der IHK Aachen Wolfgang Mainz die Bühne und eröffnet den 9. e-Marketingday. Mit den Worten: „Licht aus, Spot an!“ ebnet er gegen Ende den Weg für einen Impulsvortrag von Frank Eilers, der mit uns über die volatile, unsichere, komplexe und ambivalente Arbeitswelt, kurz VUKA, philosophiert:




In Zukunft macht die KI die repetitiven Sachen und wir können endlich das machen, was wir wollen: kreativ sein. Die Utopie der neuen Arbeitswelt. Denkst du! Ich war letztens auf einem Rechtsanwaltskongress und stellte die Frage, wer gerne mit Excel arbeitet. Und ratet mal, alle Hände gehen hoch. Mist, dachte ich, das wird ein langer Vortrag!


Totales Keynote-Feeling auf dem e-Marketingday: Informativ, lustig und jeder möchte gerne weiter zuhören. Auch beim anschließenden Kaffeestopp hab ich noch immer die Erzählungen Eilers im Sinn, denn zum ersten Mal treffe ich auf Pepper. Ein kleiner süßer Roboter, der so gut wie jede Messe begleitet. Na, das passt ja, hat Eilers doch gerade noch von der 24-jährigen Dame erzählt, die neulich mit Pepper kommuniziert hat.

Im Gespräch mit Pepper


Die junge Frau sprach mit Pepper als hätte sie ein Kleinkind vor sich. Wo wohnst du, wie heißt du, wie alt bist du – die bekannten Fragen. Doch als Pepper eine Einschätzung zu ihrem Alter abgab, schaute sie die KI verlegen an und antwortete in einem weichen, süßen Ton: ‚Ach nein Pepper, ich bin doch erst 24.‘ Na gut, dass die Worte nicht aus meinem Mund kamen. Mir hätte sie das nicht so einfach nachgesehen.“


Auch die Dame der Bechtle GmbH, die Pepper zum e-Marketingday mitgebracht hatte, hat mir sofort von diesem Gesprächstyp berichtet und eine Alterseinschätzung veranlasst. Dabei wollte ich mir Pepper doch eigentlich nur ansehen. Das Ergebnis schmeichelt: 21 Jahre. Knapp 9 Jahre daneben. Vielleicht ein altbekannter Marketing-Trick, aber wer hört sowas denn nicht gerne?

Die Evergreens des Marketings


Passend, dass ich mich im ersten Programmblock für die Evergreens des Marketings entschieden habe. Auch wenn ich gerne alle Vorträge des e-Marketingday verfolgt hätte, bin ich zunächst dem Ruf der organischen und bezahlten Suchmaschinenoptimierung gefolgt. Und das hat sich bereits in den ersten beiden Vorträgen gelohnt. Während Thomas Ottersbach von PageRangers aufzeigte, wie eng Content und SEO miteinander verzahnt sind, ergänzte Christian Reifferscheidt von Smart Lemon die organische Suche mit Zielgruppen zugeschnittenen Werbeanzeigen-Tipps.

Natürlich haben die beiden das Rad nicht neu erfunden, aber die jeweiligen Beispiele haben interessante Impulse geben können. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Facebook-Anzeige für Game of Thrones Fans, die Admins einer Facebook-Seite und Social Media affin sind? Ungewöhnliche Zielgruppen und individuelle Werbeanzeigen sind der Schlüssel zur größtmöglichen Wirkung. Eigentlich klar, aber gut von Reifferscheidt auf den Punkt gebracht. Wichtiger Lerneffekt aus dem Vortrag von Thomas Ottersbach:


Obwohl Content und SEO das Fundament für nachhaltige Rankings bilden, denken viele KMUs nur an den hohen Invest für Google-Top-Rankings. Aber wirkungsvolle Ergebnisse brauchen Zeit. Als unsere Seite zum papierlosen Büro online gegangen ist, rankte sie auf Seite 93. Wie haben wir es auf Seite 1 geschafft? Wir haben die Top-Seiten qualitativ und quantitativ überboten: Mehr Wörter, mehr Medien – Bilder, Videos und Infografiken – und Erweiterungen. Und siehe da, innerhalb von 2 Monaten haben wir sogar Wikipedia hinter uns gelassen.“

Netzwerken: Eine Kunst für sich



Nicht zuletzt ist die Selbstvermarktung entscheidend. Als Martina Troyer von Netzgewandt.de über die Wichtigkeit vom ‚Sich-sichtbar-machen‘ spricht, fühle ich mich fast heimisch. Auch wir in der LVQ legen den Fokus bewusst auf Vernetzung und den verdeckten Arbeitsmarkt. Nur betitelt unser Geschäftsführer Lars Hahn diese Kontaktpflege als Systematisch Kaffeetrinken, während Troyer vom coffee42 spricht.


Kaum verwunderlich, dass auch ich die Gelegenheit nicht verpasse mit meinem ehemaligen Praktikumsgeber und Dozenten der LVQ, Philip Leuchtenberg von den Pixelnerds, wieder ins Gespräch zu kommen. Da bietet sich die Mittagspause ja geradezu an. Für Philip ist der e-Marketingday jedes Jahr eine Pflichtveranstaltung, die es nicht zu verpassen gilt. Dieses Jahr ist er aber zum ersten Mal als Experte in einem Einzeldate dabei:


Dieses One-on-One ist super. Entgegen meiner Erwartung ging es nicht um die üblichen Impulse, sondern es waren sehr spezifische Fragen, zu denen ich knapp eine Problemlösung anbieten konnte. Das ist das Spannende an dem Konzept, wenn die Leute es zu nutzen wissen. Ich würde mir daher wünschen, dass es mehr Möglichkeiten dazu gäbe und die Teilnehmer mehr darauf gelenkt werden. Das ist für beide Seiten eine Bereicherung.“

Der Gigant Facebook gibt sich die Ehre


Das haben wohl auch viele der Teilnehmer des e-Marketingday über den Vortrag von Facebook-Mitarbeiter Julian Fischer gedacht, denn ich habe gerade noch Glück gehabt und einen der zwei letzten Sitzplätze an der Seite für mich beanspruchen können. Kein Wunder, ist Facebook nach Google doch die größte Plattform für Werbeanzeigen. Wer möchte da nicht von einem Firmeninternen den einen oder anderen Tipp erhalten und die Möglichkeit geboten bekommen, am Ende Lösungsmöglichkeiten für eigene Fragen an die Hand zu bekommen?


Nach einem circa vierzigminütigen Kurzabriss über die Definition der unternehmenseigenen Ziele, die verschiedenen Möglichkeiten der Zielgruppenfestlegung und das Videoformat, erläutert Herr Fischer noch die Nutzung des Werbeanzeigenmanagers:


Da Facebook im Gegensatz zu anderen Firmen nicht auf Cookies basiert, sondern accountgebunden ist, läuft das Tracking über die Account-Infos. Daher haben Sie die Möglichkeit mithilfe des Werbeanzeigenmanagers Cross-Conversions passgenau nachzuverfolgen und das sollten Sie sich zunutze machen.“

Von Nutzerführung, innovativen Kundenerlebnissen und Unternehmenswerten


Nach einem weiteren kleinen Kaffeestopp, dieses Mal im Blogger Space, geht es in den letzten Vortragsblock des e-Marketingday. Sowohl Patrick Heinker von giftGRÜN als auch Carlo Matic von Interactive Pioneers haben noch einige kundenorientierte Anreize im Gepäck. Martin Mayer von der SGP GmbH hingegen legt den Fokus eher auf die Unternehmenswerte und ruft auf, diese nicht auf der eigenen Website zu verstecken, sondern die eigenen Werte offen zu leben. Besonders die Ausführungen von Matic zur Innovationskultur bleiben im Gedächtnis haften:


Die Zeit der historischen Innovation ist vorbei. Heute ist es die Synnovation, die uns leitet. Vieles ergibt sich durch den kreativen Zufall und den können Sie nur durch offenen Raum und die Fähigkeit, Dinge schnell auf den Punkt bringen zu können, begünstigen. Und wenn es mal schief läuft, machen Sie sich nichts daraus. Protokollieren Sie es und machen Sie aus den Fehlern eine Erfolgskultur, denn es hat Sie viel Geld und Zeit gespart, wenn Fehler zeitig eintreten!

Evergreens, Facebook und Rock’n’Roll – Ein Fazit vom e-Marketingday Aachen


Bevor es wieder Richtung Heimat geht, tun wir online affinen Menschen das, was wir immer predigen und treffen uns zur Abschlussveranstaltung des e-Marketingday im Discoambiente, um den Tag gemeinsam Revue passieren zu lassen und alte sowie neu geknüpfte Kontakte zu vertiefen.



Alle sind sich einig, dass die IHK mit dem e-Marketingday wieder mal eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt hat.  Ich konnte viele gute Impulse für meine Arbeit mitnehmen und habe viele interessante Menschen kennengelernt. Nächstes Jahr wird der e-Marketingday mit Sicherheit wieder ein lohnendes Ziel sein, gerne in ähnlich entspannter Atmosphäre wie dieses Jahr.


 


 

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