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Arbeitgeberbewertungsportale bei Jobsuche und Bewerbung – Teil 1

Arbeitgeberbewertungsportale für Jobsuche und Bewerbung

„Ich kam als Traube und ging als Rosine.“

„Manchmal ist das schönste an meinen Job, dass sich der Stuhl dreht.“

„Karriere nur, wenn man sich mit Vaseline und Grubenlampe bewaffnet.“

Würden Sie bei Unternehmen arbeiten wollen, die so bewertet werden? Zugegeben: Die hier ausgewählten Bewertungen aus dem Arbeitgeberbewertungsportal Kununu zeugen schon von Ironie bis Sarkasmus, aber sie bewirken etwas beim Leser.

Arbeitgeberbewertungen nehmen mittlerweile eine zentrale Stellung bei der Entscheidungsfindung vieler Bewerber ein und werden in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen.

Anlass genug, sich hier im Blog intensiv mit Arbeitgeberbewertungen zu befassen. Im Auftakt unserer Mini-Serie geben wir eine kurze Einführung in das Thema Arbeitgeberbewertungen. In den folgenden Artikeln werden wir betrachten, wie sich Bewertungsportale für Jobsuche und Bewerbung nutzen lassen und auch kritische Aspekte berücksichtigen.

Bewertungsportale und ihre Bedeutung

Bewertungsportale sind ein Phänomen aus der Entstehungsgeschichte des sogenannten Web 2.0 oder auch „Social Web“ (frei übersetzt: „Mitmach-Web“). War es in den Anfangszeiten des Internets noch so, dass man als Nutzer hauptsächlich Inhalte weniger „Bearbeiter“ konsumiert hat, war irgendwann jeder Nutzer dazu in der Lage, selbst Inhalte zu erzeugen. Sogenannter „User-generated-Content“ ist einer der Grundpfeiler von sozialen Netzwerken und Social Media.

Bewertungsportalen kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu, besonders bei der Bewertung von Hotels, Büchern, Restaurants oder anderen Produkten bzw. Dienstleistungen. Menschen trauen nun mal eher den Bewertungen anderer Menschen, als den Werbeaussagen von Organisationen.

Nehmen wir als Beispiel die Unternehmen in ihrer Rolle als Arbeitgeber: Schaut man sich Karriere-Webseiten an, sind die meisten Arbeitgeber laut Selbstbeschreibung attraktiv, innovativ, mitarbeiter- und familienfreundlich. Die Selbstbeschreibung war in früheren Zeiten die einzige digitale Bezugsquelle, die ein Bewerber über einen Arbeitgeber hatte.

Heute gibt es Bewertungsportale, die die Perspektive der (sowohl aktuellen als auch ehemaligen) Mitarbeiter und der Bewerber eines Unternehmens zeigen. Aus dem anziehenden Arbeitgeber wird dann auf einmal ein weniger attraktiver, das ach so familienfreundliche Unternehmen wird dann auf einmal als ein Ort entzaubert, in dem Work-Life-Balance ein Fremdwort ist. Arbeitgeberbewertungsportale schaffen somit eine vorher nie dagewesene Transparenz für Bewerber.

Arbeitgeberbewertungsportale: Einige Fakten

Arbeitgeberbewertungsportale kamen in deutschsprachigen Ländern verhältnismäßig spät auf den Markt. Den Anfang machte 2007 das Portal Kununu, das mittlerweile zum Businessnetzwerk XING gehört. 2015 kam das US-Portal Glassdoor in Deutschland auf dem Markt. Weitere weniger bekannte Portale sind Jobvoting.de und meinchef.de.
Zusätzlich  integrieren auch die Jobbörsen Indeed und Stepstone Arbeitgeberbewertungen. Last but not least wird  Google mit der Funktion „Google for Jobs“ bald in Deutschland an den Markt gehen und Arbeitgeberbewertungen noch stärker in den Fokus der Bewerber rücken.

Schon jetzt spielen Arbeitgeberbewertungen eine zentrale Rolle für das Entscheidungsverhalten vieler Bewerber. In einer Bitkom-Studie im April 2018 gaben 67% der befragten Personen an, Arbeitgeberbewertungsportale zu nutzen. 84 % davon ließen sich in ihrer Entscheidung beeinflussen und gar 54% der befragten Personen entschieden sich aufgrund einer Bewertung gegen einen Arbeitgeber.

Arbeitgeber stehen somit vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbs um Fachkräfte vor der Herausforderung, an ihren Arbeitgeberimages zu feilen.

Bewerber haben nie dagewesene Informationsmöglichkeiten für ihren Bewerbungs- und Entscheidungsprozess. Fast 3.000.000 Bewertungen über fast 800.000 Unternehmen finden sie zum Beispiel auf Kununu (Stand 12/2018).  Daher schauen wir uns Kununu etwas genauer an.

Kununu – Das „unbeschriebene Blatt“

Bereits im Mai 2016 hatten wir die Gelegenheit mit Kununu-Pressesprecher Johannes Prüller  über die Idee hinter Kununu und die Bedeutung von Arbeitgeberbewertungen zu  sprechen.

Kununu heißt in der afrikanischen Sprache Suaheli „unbeschriebenes Blatt“ und steht für Kununus Vision der „Vollen Transparenz am Arbeitsmarkt“:

„Unser Ziel ist es, die Passung zwischen Mitarbeitern und Arbeitgebern zu erhöhen. Denn wir sind überzeugt, dass wir dadurch einen Beitrag zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit und zu höherer Loyalität in den Unternehmen leisten können“, so Johannes Prüller.

Mit Passung meint Prüller, dass bei der Bewertung alle Kriterien berücksichtigt werden, die für einen Angestellten beziehungsweise Bewerber wichtig sind. Es werden nicht nur einzelne Sternchen vergeben sondern unterschiedliche Faktoren wie Arbeitsatmosphäre, Vorgesetztenverhalten, Kollegenzusammenhalt, interessante Aufgaben, Kommunikation, Weiterbildungsmöglichkeiten oder Work-Life-Balance anonym bewertet:

Arbeitgeberbewertung LVQ Kununu

Arbeitgeberbewertung der LVQ bei Kununu

Bewerber sollen somit einen möglichst ausgewogenen Blick auf die Unternehmen bekommen und nachvollziehen können, ob die für sie wichtigen Faktoren beim Arbeitgeber gegeben sind.

Kritischer Blick auf Arbeitgeber-Bewertungen

Da Arbeitgeberbewertungen anonym erfolgen, sind sie durchaus kritisch zu betrachten. Zum einen finden sich häufig frustrierte ehemalige Mitarbeiter eines Unternehmens, die die Portale nutzen um ihren Frust abzuladen. Der sachliche Bezug fehlt dann meist.
Auf der anderen Seite kommt bei einigen positiven Bewertungen der Verdacht auf, dass diese von Unternehmensseite gezielt eingesetzt werden, Stichwort „Fake-Bewertungen“. Prüller ist jedoch der Ansicht, dass diese schnell entlarvt werden und nennt ergänzend die Qualitätssicherung von Kununu:

„Nicht-authentische positive Bewertungen werden von den Usern schnell als solche wahrgenommen und der Schuss geht nach hinten los.
Die Grenze liegt auch in unserer Bewertungskontrolle und Qualitätssicherung. Denn bevor eine Bewertung online geht, wird sie in einem mehrstufigen Prozess überprüft – zum einen durch einen Algorithmus und bei Verdachtsfällen auch noch manuell durch unser Content Team.“

Arbeitgeberbewertungen sind wie auch Bewertungen in anderen Portalen kritisch reflektierend zu betrachten. Wir können aus unserer Warte jedoch sagen, dass die Kununu-Bewertungen zum Großteil die Transparenz schaffen, die Kununu erreichen möchte. Regelmäßig schauen wir uns in Bewerber-Workshops die Plattform zusammen mit den Teilnehmern an. Als Erstes prüfen sie ihre ehemaligen Arbeitgeber und in circa 80% der Fälle stimmen die Bewertungen mit den Erfahrungen der Teilnehmer überein. Überdies zeigt die oben erwähnte Bitkom-Studie, dass die meisten von uns sich von Kununu und Co. beeinflussen lassen.

Überdies bieten die Bewertungsportale auch einen hohen Nutzen für die Jobsuche. Wie man Arbeitgeberbewertungsportale gezielt für Jobsuche und Bewerbung einsetzen kann, schauen wir uns im nächsten Beitrag an.

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Martin Salwiczek , Lars Hahn und Gastautoren.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Die neue XING-Visitenkarte für die Jobsuche

Haben Sie in letzter Zeit auf Ihr XING-Profil geschaut?

Das Businessnetzwerk führt gerade Neuerungen ein und macht mit der sogenannten Visitenkarte einen Anfang. Mit der Visitenkarte ist die Kopfzeile des XING-Profils gemeint.
Nicht nur visuell ändert sich dadurch einiges, sondern auch von der Funktionalität her.

XING hat die Kopfzeile des Profils deutlich aufgeräumt. Anstelle einiger Erstinformationen (Anzahl der Kontakte, Aktivitätsindex, Profilspruch) steht nun ein großes Titelbild.
Zudem können XING-Basisnutzer nun bis zu zwei, Premiumnutzer bis zu fünf Stationen in der Kopfzeile angeben. Das ist gerade sinnvoll für Nutzer, die mehrere Beschäftigungen haben, zum Beispiel teils angestellt, teils freiberuflich tätig sind.

Wir stellen im heutigen Beitrag die wichtigsten Änderungen vor und geben Ihnen einige Tipps, wie Sie die Visitenkarte in der Phase der Jobsuche nutzen können.
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Deutschlands beste Arbeitgeber? Immer die gleichen?!

lars-hahn-foto

Lars Hahn bloggt als Geschäftsführer seit der ersten Stunde auf LVQ.de. Hier schreibt er über Weiterbildungsthemen für Fach- und Führungskräfte, gibt Einblicke in die Zukunft unserer Arbeitswelt und interviewt Experten zu den Themen der LVQ. Dies tut er informativ und meist sachlich.
In seinem Blog Systematisch Kaffeetrinken hingegen ist er dafür bekannt, klare Kante zu Arbeitsmarkt-, Karriere- und Weiterbildungsthemen zu zeigen. Dadurch hat er sich zum gefragten Redner, Interviewpartner und Autor gemausert. So nimmt er zum Beispiel in den XING-Themenportalen „XING-Klartext“  und „XING-Spielraum“ Stellung zu aktuellen Arbeitsmarkt-Themen. Das er dies auch hier auf LVQ.de tut, war also nur eine Frage der Zeit.

Der heutige Artikel ist der Auftakt seiner monatlich erscheinenden Kolumne. In diesem Beitrag setzt er sich mit der Wahl Deutschlands bester Arbeitgeber 2017 auseinander und erklärt, warum sich Bewerber manchmal wie Lemminge verhalten.  (Martin Salwiczek)

Nun ist es also raus: Deutschlands beste Arbeitgeber 2017 sind unter anderem Bayer, Audi, BMW, Google, Adidas. Die üblichen Verdächtigen also. Wieder so ein Standard-Ranking?

Die Zeitschrift Focus ermittelte gemeinsam mit dem Arbeitgeberbewertungsportal kununu und den Experten von statista, wer Top-Arbeitgeber in Deutschland ist.

Befragt wurden Mitarbeiter von über 2.000 Unternehmen – große und mittlere verschiedener Branchen, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitgeber sind. Neben klassischen Online-Befragungen wurden auch XING-Mitglieder interviewt und Bewertungen aus kununu hinzugezogen.

Herausgekommen ist eine Liste von 1.000 Top-Arbeitgebern, nach Branchen geordnet und in große und mittlere Unternehmen aufgeteilt. Weiterlesen ›

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Businessnetzwerk LinkedIn: 11 Tipps für die Jobsuche

rp_LinkedIn-für-die-Jobsuche-300x253.jpg„LinkedIn mit starken Wachstum…“, „Zieht LinkedIn wirklich an XING vorbei?“, „Xing bald eingeholt“ – das amerikanische Business-Netzwerk LinkedIn wächst stetig weiter, und mehrere Online-Wirtschaftsmagazine leiten daraus ab, dass XING seinen Status als größtes Businessnetzwerk in Deutschland verlieren wird.
Aktuell sieht es (noch) nicht danach aus, so stehen 9 Millionen LinkedIn-Mitgliedern im deutschsprachigen Raum, 11 Millionen Mitglieder bei XING entgegen. Auch XING wächst kontinuierlich weiter.
Aber: Alleine in den letzten sechs Monaten kamen bei LinkedIn eine Million Mitglieder dazu.

Das ewige Rennen zwischen XING und LinkedIn bleibt also spannend. Weiterlesen ›

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Berufliches Netzwerken – Gastbeiträge schreiben. 10 Tipps.

LVQ Gastbeitrag

Gastbeiträge: Hier die LVQ im VDI-Blog.

Wie wichtig berufliches Netzwerken in der Zeit der Jobsuche und Bewerbung ist, darüber schreiben wir öfter in unserem Blog.

Ganz gleich ob online über XING oder Face to Face über den Besuch von Messen, das Pflegen beruflicher Kontakte erschließt neue Möglichkeiten für den nächsten Job. Der sogenannte verdeckte Stellenmarkt, der – je nach Branche – bis zu 70 Prozent aus macht, wird darüber erst zugänglich.

Wir selbst tun das übrigens auch:

Beruflich Netzwerken.

Wir pflegen und erweitern unsere Geschäftskontakte durch das, was ich so gerne „Systematisch Kaffeetrinken“ nenne, durch:

  • Viele Gespräche mit unseren Teilnehmern, Dozenten und anderen Kunden und Geschäftspartnern,
  • Persönliche Besuche unserer Kunden und Geschäftspartner,
  • Aktivitäten auf Fach- und Karrieremessen,
  • Pflege und Erweiterung unserer Kontakte auf XING und LinkedIn und in anderen Social-Media-Kanälen,
  • Gastbeiträge in ausgewählten fachlichen Plattformen, wie aktuelle im VDI-Blog.

Gastbeiträge – Auswärts schreiben

Gerade veröffentlichte der Blog des Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) unseren Gastbeitrag: „Berufliche Fitness für Ingenieure“. Ein Artikel, der (nicht nur für Ingenieure) Tipps gibt, wie Sie Weiterlesen ›

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