LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog Wertvolles Wissen für Ihre Zukunft Mon, 12 Oct 2026 11:00:49 +0200 Mon, 12 Oct 2026 11:00:49 +0200 t3extblog extension for TYPO3 https://www.lvq.de/typo3conf/ext/sg_sitepackage/Resources/Public/Assets/Images/lvq-blog-feed-logo.jpg LVQ – Karriere-Blog https://www.lvq.de/karriere-blog #LVQPod: Die 5 größten Mythen und Irrtümer bei der Jobsuche Thu, 08 Oct 2026 09:00:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-27-die-5-groessten-mythen-und-irrtuemer-bei-der-jobsuche.html post-403 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-27-die-5-groessten-mythen-und-irrtuemer-bei-der-jobsuche.html Kay Pfefferkuchen In Folge 27 von Du bist mehr als dein Lebenslauf beleuchten Lars Hahn und Bastian Hughes fünf hartnäckige Mythen, die sich um die Jobsuche ranken und bei Bewerber:innen regelmäßig für Unsicherheit… #LVQPod: Die 5 größten Mythen und Irrtümer bei der Jobsuche by Kay Pfefferkuchen 08-10-26

Categories: Podcast

In Folge 27 von Du bist mehr als dein Lebenslauf beleuchten wir fünf Mythen, die sich hartnäckig um das Thema Jobsuche ranken und bei Bewerber:innen regelmäßig für Unsicherheit sorgen. Mit diesen und weiteren Irrtümern räumen Bastian Hughes, Gründer der Berufsoptimierer und Host des gleichnamigen Podcast, und LVQ-Geschäftsführer Lars Hahn in Folge 27 für dich auf.

  • Ich muss meinen Lebenslauf nur für Applicant Tracking Systems (ATS) optimieren, dann klappt’s mit den Bewerbungen.
  • Wenn ich mir im Bewerbungsprozess besonders viel Mühe gebe, wird das auffallen und (mit einem Jobangebot) belohnt.
  • XING ist tot! Fürs digitale Networking setze ich allein auf LinkedIn.

Die wichtigsten Inhalte ihres Gesprächs kannst du im Folgenden nachlesen. Wir empfehlen natürlich, die ganze Folge anzuhören:

Natürlich findest du uns auch bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt (einfach ‚Du bist mehr als dein Lebenslauf‘ oder ‚LVQ‘ ins Suchfeld eingeben). Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ...

Und wenn dir gefällt, was du hörst, empfiehl uns gern weiter! ;-)

Jobsuche beginnt nicht beim Lebenslauf

Bastian Hughes war selbst im Recruiting tätig und begleitet mit seinem Team, den Berufsoptimierern, Menschen, deren berufliche Situation ins Wanken geraten ist, die zwischen zwei Jobs stehen oder sich komplett neu orientieren möchten.

Gerade bei Menschen mit ausgeprägtem fachlichem Hintergrund beobachte Bastian, dass sie sehr genau beschreiben könnten, welche Aufgaben sie übernommen und was sie bisher geleistet hätten. Schwieriger werde es bei der Frage, welchen konkreten Nutzen ihre Arbeit für ein Unternehmen habe. Sein Plädoyer: „Wir sollten aufhören darüber nachzudenken, was wir alles geleistet haben, und anfangen darüber nachzudenken, was für einen Mehrwert wir bieten können.“

Auch Lars beschreibt den Lebenslauf als Blick in den Rückspiegel: Er zeige, was bisher gewesen sei. Für die Jobsuche sei aber ebenso wichtig, durch die Frontscheibe zu schauen – also zu klären, wohin du möchtest und was du dort beitragen kannst. Mit diesem Perspektivwechsel werfen die beiden gemeinsam einen Blick auf fünf Bewerbungsmythen.

Mythos 1: „Mein Lebenslauf muss ATS-konform sein“

ATS steht für Applicant Tracking System. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um ein Bewerbermanagementsystem, mit dem Unternehmen eingehende Bewerbungen verwalten. Bastian zufolge habe sich rund um solche Systeme mittlerweile ein eigener Mythos entwickelt: Bewerber glaubten, ihren Lebenslauf möglichst „ATS-konform“ gestalten, mit bestimmten Keywords füllen und für eine Software optimieren zu müssen. Sein Rat fällt deutlich anders aus: „Mach deinen Lebenslauf nicht ATS-konform, sondern menschenkonform.“

Entscheidend sei schließlich, dass die Unterlagen von den Menschen verstanden würden, die mit ihnen arbeiten. Auf der einen Seite stünden Recruiter:innen, die häufig nicht tief im jeweiligen Fachgebiet steckten und schnell erkennen müssten, warum ein Profil zur Stelle passe. Auf der anderen Seite stehe der Fachbereich, für den konkrete fachliche Erfahrungen und Kompetenzen wichtig seien.

 

Ein guter Lebenslauf müsse deshalb vor allem deutlich machen, welches Problem des Unternehmens ein:e Bewerber:in lösen könne. Lars ergänzt, dass auch KI-generierte Bewerbungsunterlagen nicht ungeprüft übernommen werden sollten. Künstliche Intelligenz könne bei der Erstellung helfen, das Ergebnis müsse anschließend aber geprüft werden und, gut lesbar, nachvollziehbar sowie individuell sein.

Mythos 2: „Ein Lebenslauf darf höchstens zwei Seiten lang sein“

Eine Seite? Zwei Seiten? Bloß nicht drei? Kaum eine Bewerbungsregel hält sich so hartnäckig wie die vermeintlich perfekte Länge des Lebenslaufs. Bastian: „Ich kenne niemanden – keine Personalerin, keinen Fachbereichsverantwortlichen, nobody –, der eine Bewerbung ablehnt, weil sie länger als zwei Seiten ist.“

 

Entscheidend sei nicht die Seitenanzahl, sondern die Gewichtung der Informationen.

Wer 15 oder 20 Jahre Berufserfahrung, relevante Projekte und Zusatzqualifikationen mitbringe, müsse diese nach Bastians Einschätzung nicht zwanghaft auf zwei Seiten quetschen. Seine Faustregel: „Wenn dein Anschreiben und dein Lebenslauf im ersten Drittel überzeugen, dann ist es vollkommen egal, wie viele Seiten du mitschickst.“ Relevanz schlägt also Seitenanzahl, aber Qualität steht weiterhin vor Quantität.

Mythos 3: „Im Bewerbungsprozess geht es um Fairness und Gerechtigkeit“

Viele Bewerber:innen wünschen sich, dass Bewerbungsprozesse fair ablaufen, jede Bewerbung aufmerksam gelesen wird und am Ende die fachlich passendste Person den Job bekommt. Bastian beschreibt die Realität deutlich pragmatischer: „Es geht beim Bewerbungsprozess nicht um Fairness und Gerechtigkeit. Am Ende des Tages geht es um Effizienz.“ Unternehmen müssten zum Teil aus sehr vielen Bewerbungen eine Auswahl treffen. Gerade zu Beginn des Prozesses gehe es deshalb darum, in möglichst kurzer Zeit herauszufinden, wer grundsätzlich infrage komme. Für Bastian folgt daraus: „Wenn du eine Absage kassierst – oder zehn oder 15 –, ist das Teil des Prozesses. Wenn du darüber nachdenkst, ist es eigentlich nur logisch. Es wird eine Person für eine Stelle gesucht – der ganze Rest an Bewerber:innen erhält eine Absage. Wenn du also eine Absage bekommst, ist das ganz normal – next! Gar nicht so lange damit aufhalten.“

 

Lars dreht den Gedanken um: Wer selbst 100 Bewerbungen verschicke, könne schließlich ebenfalls nicht 100 Stellen antreten. Bastian empfiehlt deshalb, sich zu bewerben, wenn eine Stelle grundsätzlich passe, und sich nicht schon vorher zu lange mit der Frage zu beschäftigen, was eine mögliche Absage bedeuten könnte.

Mythos 4: „Je mehr Mühe ich mir mit der Bewerbung gebe, desto besser“

Anknüpfend an Mythos 3 ergibt sich, dass nicht jede Bewerbung ein Wochenendprojekt werden sollte. Bastian zeigt anhand eines Klienten auf, dass zu viel Perfektionismus dazu führen kann, dass eine interessante Stelle gespeichert, analysiert und immer weiter durchdacht würde – ohne dass am Ende tatsächlich eine Bewerbung verschickt werde. Deshalb rät der Berufsoptimierer dazu, nach einigen Bewerbungen ein eigenes System zu entwickeln. Bewerber:innen sollten herausfinden, auf welche Arten von Stellen sie sich bewerben würden, welche Bausteine funktionierten und welche Teile ihrer Unterlagen tatsächlich individuell angepasst werden müssten.

 

Auch für Lars sei ein Mindestmaß an Mühe durchaus notwendig. Als Arbeitgeber erlebe er Bewerbungen, bei denen offensichtlich werde, dass jemand weder die Stellenanzeige richtig gelesen noch sich näher mit dem Unternehmen beschäftigt habe.

 

Bewerber:innen sollten wissen, worauf sie sich bewerben, sich mit Stelle und Unternehmen beschäftigen und ihre Unterlagen sinnvoll anpassen. Es sei jedoch nicht nötig, jede einzelne Bewerbung bis zur vermeintlichen Perfektion zu polieren. Sorgfalt? Ja. Perfektionismus? Nein. Lars resümiert:„Die Zeit, die man für ‚die perfekte Bewerbung‘ aufgewendet hätte, lässt sich ja auch anders – wenn nicht besser – nutzen, etwa fürs Netzwerken, die Recherche oder ein effizientes Nutzen der Business-Netzwerke.“

Mythos 5: „LinkedIn reicht für die Jobsuche – XING ist doch tot“

Wer beruflich netzwerken möchte, denkt heute schnell an LinkedIn und schreibt XING ab. Bastian verweist als Tipp daher auf den Kansas City Shuffle, ein Täuschungsmanöver aus dem Film Lucky Number Slevin: „Alle schauen nach links – du läufst nach rechts.“

Gerade weil sich viele Jobsuchende auf LinkedIn konzentrierten, sei XING weiterhin interessant. Die Plattform habe sich stärker auf Jobsuche und Recruiting ausgerichtet und könne eine zusätzliche Möglichkeit bieten, Stellen, Unternehmen und Kontakte zu entdecken. „Eine zentrale neue Funktion lässt dich sehen, wer eine Position innehat, die dich interessieren könnte. Und die Person kannst du dann kontaktieren, um über den Job sprechen.“ Darüber hinaus stecke XING gerade viel Arbeit in eine KI, die den User:innen helfe, den passenden Job zu finden. „Sag also nicht: ‚XING ist tot!‘ Wenn du dich bei LinkedIn auf eine Stelle bewirbst, bist du vielleicht eine von 300 Bewerbungen, wie dir das manchmal auf der Plattform angezeigt wird. Bei XING bist du stattdessen vielleicht nur eine von fünf“.

Lars pflichtet Bastian bei und ergänzt augenzwinkernd: „Viele unserer Teilnehmer gehen dann erst mal ihr Passwort suchen und wundern sich, dass die Themen Jobsuche und Recruiting bei XING so gut gespielt werden.“ Vor diesem Hintergrund stehe die Plattform inzwischen eher in Konkurrenz mit Stepstone denn mit LinkedIn.

Ist der Arbeitsmarkt wirklich so schlecht, dass sich Bewerben kaum noch lohnt?

Unternehmen bauen Stellen ab, manche Branchen befinden sich in der Transformation und Bewerbungsprozesse fühlen sich schwieriger an. Bastian hält fest, dass Unternehmen selektiver geworden seien. Gerade in Branchen wie der Automobilindustrie sei die Unsicherheit deutlich spürbar.

Quereinstieg: Übersetze deine Kompetenzen

Gerade wenn sich die eigene Branche zäh anfühlt, kann sich eine berufliche Umorientierung lohnen. Damit ist nicht ein vollständiger Wechsel des bisherigen Feldes gemeint. Bastian nennt als Beispiel einen Ingenieur aus der Automobilindustrie, der künftig bewusst außerhalb dieser aktuell schwierigen Branche arbeiten möchte. In einem solchen Fall empfiehlt er, die eigenen Kompetenzen schrittweise zu öffnen. Im Rahmen einer Standortanalyse gehe er beispielsweise folgendermaßen vor: „Wir haben die spezifischen Kompetenzen, die auf der Arbeit / dem Studium basieren. Dann gibt es die fachbereichsübergreifenden Kompetenzen – die es uns gegebenenfalls ermöglichen, in anderen Abteilungen zu arbeiten –, und dann gibt es branchenübergreifende Kompetenzen.“ Letztere kannst du beleuchten/Letztere sind zu beleuchten, um die passenden Kompetenzen für einen solchen Quereinstieg herauszufiltern.

 

Der verbindende Schritt sei es dann, die Sprache der Zielbranche zu lernen. Bewerber:innen sollten sich beispielsweise anschauen, wie eine andere Industrie über Qualität, Produktentwicklung oder Projektmanagement spreche und welche Begriffe dort üblich seien. Denn möglicherweise verfüge jemand bereits über die gesuchten Kompetenzen – sie würden in der bisherigen Branche lediglich anders bezeichnet. „Der Trick ist, sich die übertragbaren Fähigkeiten bewusst zu machen und dann beispielsweise zu sagen: Das übersetze ich jetzt in Schifffahrt.“ Ein Quereinstieg bedeute deshalb nicht, dass bisherige Erfahrungen plötzlich wertlos seien. Entscheidend sei vielmehr, herauszuarbeiten, welchen Nutzen diese Erfahrungen in einem neuen beruflichen Kontext haben könnten.

Netzwerken muss kein Networking sein

Um herauszufinden, wie eine neue Branche tatsächlich funktioniert, empfiehlt Bastian, mit Menschen zu sprechen, die bereits dort arbeiten. Nicht jede relevante Information lasse sich online oder mithilfe einer KI recherchieren. Persönliche Gespräche könnten vermitteln, wie Menschen ihren Arbeitsalltag erlebten, welche Herausforderungen Unternehmen beschäftigten und welche Kompetenzen tatsächlich gefragt seien.

 

Für viele Menschen klinge „Netzwerken“ allerdings zunächst nach einer unangenehmen Pflichtveranstaltung. Lars verwendet daher schon länger einen anderen Begriff: Systematisch Kaffeetrinken.„Kaffee trinken gehen kann fast jeder. Nimm einen Tee, wenn du lieber möchtest.“ Damit werde das Thema weniger groß und abstrakt.

 

Netzwerken muss also nicht bedeuten, möglichst viele Visitenkarten zu verteilen oder täglich auf LinkedIn zu posten. Auch ein Gespräch mit einer ehemaligen Kollegin, einem früheren Geschäftspartner oder jemandem aus der Wunschbranche kann ein Anfang sein.

Lade deinen Akku auf (für die Bewerbungsphase)

Jobsuche kann anstrengend sein – nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional. Das gelte besonders dann, wenn Absagen kämen, Bewerbungen unbeantwortet blieben oder Menschen aus dem eigenen Umfeld zwar helfen wollten, die konkrete berufliche Situation aber nur schwer nachvollziehen könnten. „Bewerben kann ziemlich einsam sein und diese Einsamkeit, die kann einen dann eben auch zermürben.“ Deshalb empfiehlt Bastian neben dem Austausch mit anderen Menschen – ganz im Sinne von „Was hast du zu verlieren?“ – auch ganz bewusst Pausen. „Bitte, bitte, bitte nimm dir auch die Zeit deinen Akku wieder aufzuladen, denn den brauchst du für die Bewerbungsphase.“F

 

Auf die Frage, wie viele Bewerbungen gleichzeitig laufen sollten, schmunzelt Bastian. „Verschicke so viele Bewerbungen, dass – wenn das Unternehmen sich meldet – du erst mal gucken musst, wer da anruft.“ Lachend relativiert Lars: „Verschicke aber nur so viele Bewerbungen, dass du auch noch weißt, wo du dich überall beworben hast.“ Dahinter steht ein ernsthafter Gedanke: Wenn die gesamte Hoffnung auf zwei oder drei Bewerbungen liege, bekomme jede einzelne Zu- oder Absage ein enormes Gewicht. Mehrere laufende Prozesse könnten dabei helfen, unabhängiger in Gespräche zu gehen und nicht das Gefühl zu bekommen, unbedingt diesen einen Job ergattern zu müssen.

Fazit: Weniger Bewerbungsregeln, mehr Klarheit

Die fünf Mythen aus dieser Folge zeigen vor allem, dass vermeintlich einfache Bewerbungsregeln der Realität häufig nicht gerecht werden. Bastian und Lars plädieren stattdessen dafür, den Fokus stärker auf Relevanz und Klarheit zu legen:

  1. Bewerbungsunterlagen sollten vor allem für Menschen verständlich sein.
  2. Die Länge des Lebenslaufs ist weniger entscheidend als die Reihenfolge und Qualität der Informationen.
  3. Absagen gehören zum Bewerbungsprozess.
  4. Perfektionismus kann Chancen kosten.
  5. Mit Send and Pray ist es nicht getan. Bewerbungen sollten nicht auf das Verschicken von Unterlagen beschränkt werden, sondern auch die Interaktion mit Menschen in den Blick nehmen. So kann Netzwerken neue Chancen eröffnen.

Links:

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Wie finde ich die richtige Weiterbildung? Tipps und Empfehlungen Thu, 24 Sep 2026 08:30:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/wie-finde-ich-die-richtige-weiterbildung-tipps-und-empfehlungen.html post-99 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/weiterbildung/wie-finde-ich-die-richtige-weiterbildung-tipps-und-empfehlungen.html Lars Hahn Weiterbildungen sind weichenstellend für die berufliche Entwicklung. Hier erhältst du Tipps, um auch die richtige zu finden. Wie finde ich die richtige Weiterbildung? Tipps und Empfehlungen by Lars Hahn 24-09-26

Categories: Weiterbildung

Anmerkung der Redaktion: Dieser aus 2016 stammende Beitrag wurde zuletzt im September 2026 aktualisiert.

Weiterbildung hat bei Arbeitnehmer:innen einen hohen Stellenwert für die berufliche Entwicklung – und gewinnt in Zeiten der Digitalisierung rasant an Bedeutung. Regelmäßige Studien und Berichte des Bitkom e. V., der Bertelsmannstiftung, des Welt-Wirtschaftsforums, des TÜV-Verbands oder des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unterstreichen die Bedeutung beruflicher Weiterbildung in Zeiten des stetigen gesellschaftlichen und digitalen Wandels.
Unabhängig von den äußeren Bedingungen des Arbeitsmarkts, gibt es für die meisten Menschen drei Beweggründe für eine berufliche Weiterbildung:

  1. beruflich aufsteigen
  2. die aktuelle Stelle erhalten beziehungsweise sichern
  3. einen neuen Job finden und durch Weiterbildung die Erfolgsaussichten verbessern

Vermutlich möchtest auch du dich nicht bloß zum Zeitvertreib weiterbilden, sondern um ein bestimmtes Karriereziel zu erreichen. Deshalb ist es so wichtig, die für dich richtige Weiterbildung zu finden. Es wäre ja schade, wenn du dich für den ‚falschen‘ Kurs entscheiden würdest und die berufliche Weiterbildung für dich gar keinen Nutzen hätte oder dich beruflich in eine Richtung bringen würde, die gar nicht zu dir passt.

Die richtige Weiterbildung finden

Die entscheidende Frage zu beantworten ist aber auch knifflig. Sie lautet: „Wie finde ich die für mich richtige Weiterbildung?“ Vier Fragestellungen dazu solltest du bei deiner Recherche im Hinterkopf behalten:

Welches Weiterbildungsthema ist das richtige?

Je nachdem, mit welcher Motivation du eine Weiterbildung machen möchtest, solltest du dir Gedanken darüber machen, welches Thema das richtige ist:

Kommen für dich eher Managementkompetenzen infrage? Oder soll es ein fachlicher Lehrgang etwa im Bereich Online-Marketing sein? Kann ein Projektmanagementkurs der Karriereturbo sein? Oder doch eher einer zum Thema Künstliche Intelligenz (KI)? Oder ist am Ende ein klassischer IHK-Lehrgang zum Betriebswirt vorzuziehen?

Welche Form der Weiterbildung ist die richtige für mich?

Hierbei geht es unter anderem um die Weiterbildungsdauer (Wochenendseminar oder langes Studium). Wie viel Zeit steht dir zur Verfügung? Welche Lernform passt am besten zu deinen Stärken und Schwächen? Wie viel darf die Weiterbildung kosten?

Welcher Abschluss hilft weiter?

Bei dieser Frage steht im Raum, ob du zum Beispiel noch einmal ein berufsbegleitendes Studium machen möchtest oder ob gegebenenfalls nicht eher ein vierwöchiger Zertifikatslehrgang ausreicht. Der Klärungsprozess bleibt manchmal genau an solchen äußerlichen Merkmalen von Fortbildungen hängen.
Aber manchmal stehen hinter diesen Fragen auch unbeantwortete, vielleicht noch wichtigere Fragen: Wo möchte ich durch die Weiterbildung eigentlich beruflich landen? Was ist mein tatsächliches Karriereziel? Welcher Kurs ist der für mich wirklich richtige?

Wie kann die Weiterbildung finanziert werden?

Wenn du jobsuchend oder arbeitslos bist, lässt sich deine Weiterbildung unter bestimmten Voraussetzungen zu 100 Prozent über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit finanzieren. Wenn du berufstätig bist, gilt Ähnliches, wenn dein Arbeitgeber eine sogenannte Beschäftigtenförderung beantragt. Darüber hinaus gibt es oft andere Fördermöglichkeiten, wie die KOMPASS-Förderung für (Solo-)Selbstständige oder die (Teil-)Finanzierung durch den Arbeitgeber. Stell dir die Frage nach der Finanzierung immer auch im Rahmen der Recherche in den nachfolgenden Schritten.

6 Tipps, wie du die für dich richtige Weiterbildung findest

Im Folgenden haben wir sechs Tipps für dich zusammengetragen, die dir bei der Suche nach der passenden Weiterbildung helfen:

1. Weiterbildungsdatenbanken

Mit über 800.000 Bildungsangeboten ist das nationale Onlineportal für berufliche Weiterbildung der Agentur für Arbeit – kurz „mein NOW“ die größte und bekannteste Weiterbildungsdatenbank in Deutschland. Daneben gibt es viele regionale und private Seminardatenbanken, deren Fülle an Angeboten schlichtweg erschlägt. Eine übergeordnete neutrale Quelle ist das InfoWeb Weiterbildung, das die gängigsten Datenbanken auflistet.

Weiterbildungs-Datenbanken bieten einen Anhaltspunkt für Themen und Angebote, aber eine wirkliche Hilfestellung bei der Suche nach der richtigen Weiterbildung sind sie oft nicht. Ein großer Nachteil ist auch, dass oft Angebote eingestellt werden, die in der angegebenen Form gar nicht stattfinden.

2. Unabhängige Weiterbildungsberatungsstellen und -berater

In vielen Bundesländern gibt es ein Netz von unabhängigen Beratungsstellen für Weiterbildungssuchende. Sie beraten neutral, klären den individuellen Bedarf und geben Adressen von Anbietern. In Nordrhein-Westfalen bieten sie überdies Beratung zur beruflichen Entwicklung an. Ein Beispiel ist der W.I.R. e. V., also der Verein Weiterbildung im Revier in Essen. Solche Beratungsstellen eignen sich besonders für Berufstätige oder Einsteiger:innen, die sich nicht bei der Agentur für Arbeit beraten lassen möchten.

Mittlerweile hat jedoch auch die Bundesagentur für Arbeit eine Berufsberatung für Erwachsene, die auch von Berufstätigen, Wiedereinsteiger:innen und anderen Personen genutzt werden kann, die nicht arbeitslos gemeldet sind. Unter Berufsberatung im Erwerbsleben (kurz BBiE) können sich alle informieren und beraten lassen, die sich beruflich verändern möchten.

Wenn du deine Weiterbildungssuche mit einer dezidierten Beratung und der Entwicklung einer Karriere-Strategie verbinden möchtest, kannst du dir auch eine:n Karriereberater:in oder -Coach suchen. Diese bieten in der Regel auch unabhängige Beratung zu Weiterbildungen.

3. Weiterbildungsanbieter befragen

Viele Weiterbildungsanbieter führen umfassende Beratungen zu ihren Weiterbildungsangeboten durch. Ernsthafte Beratungen, die in der Regel persönlich remote oder vor Ort stattfinden, beinhalten dabei immer auch eine Analyse des beruflichen Status Quo und ein Aufzeigen von Möglichkeiten für das berufliche Vorankommen. Der Nachteil dieses Weges liegt auf der Hand: Anbieter werden in der Regel nicht übergreifend und neutral beraten, da sie ihre Angebote besser kennen als andere und ein wirtschaftliches Interesse vorhanden ist.

4. Recherche über soziale Netzwerke

Gerade das Businessnetzwerk LinkedIn bietet vielfältige Informationsmöglichkeiten, die du bei den klassischen Wegen nicht hast. So lohnt es sich, über die erweitere Suchfunktion bei LinkedIn Menschen zu finden, die dort arbeiten, wohin du dich beruflich entwickeln möchtest. Bei den Ergebnissen schaust du dann der Reihe nach, welche Qualifikationen die Menschen in ihren Profilen haben. Wenn z. B. unter den angezeigten 141 Ergebnissen 80 Qualitätsmanager:innen mit Zertifikat wären, wäre das ein starkes Indiz, dass eine entsprechende Weiterbildung sinnvoll ist.

5. Mit erfolgreichen Absolventen:innen sprechen

Der nächste Schritt wäre, mit Absolventen:innen einer solchen Weiterbildung zu sprechen. In der Regel sprechen sie gerne über ihre Erlebnisse während der Weiterbildung. Lade systematisch entsprechende Personen zum virtuellen oder echten Kaffee ein und plaudere mit ihnen über ihre Erfahrungen. Frage gezielt nach Erlebnissen und Einsichten, zum Bespiel:

  • Welche Erfahrung hat dein Gegenüber bei seiner/ihrer Weiterbildung gemacht?
  • Würde er/sie diese empfehlen?
  • Hat die Weiterbildung den erhofften Nutzen gebracht?
  • Wie war die Lernbelastung?
  • War der Anbieter in Ordnung oder kennt dein Gegenüber noch Alternativen?

Du erhältst dann ein gutes Bild, ob deren Weg auch zu dir passt. Nicht zu vergessen: Im Gespräch bekommst du ein Gefühl dafür, ob jene Weiterbildung die für dich richtige ist. Hier findest du Beispiele erfolgreicher LVQ-Teilnehmer:innen.

6. Teilnehmerstimmen im Netz

Ähnlich wie bei Arbeitgeberbewertungen oder Produktbewertungen, findest du auch Teilnehmerstimmen von Absolvent:innen im Internet. Spätestens wenn es an die Auswahl des konkreten Bildungsanbieters geht, erhältst du hier weitere Informationen. Manche Absolvent:innen bloggen gar über ihre Erfahrungen aus der Weiterbildung.

Bei einer Recherche in Suchmaschinen wirst du Teilnehmerstimmen und Rezensionen finden, entweder in Bewertungsportalen, Weiterbildungs- und Arbeitsforen oder aber direkt bei Google. Der Name des Bildungsinstituts mit dem Zusatz ‚Erfahrungen‘ oder ‚Bewertung‘ zeigt dir eine Bündelung aller Bewertungen im Netz, die außerhalb sozialer Netzwerke, wie zum Beispiel Linkedin oder Instagram, vorgenommen worden sind.

Pro-Tipp: Bildungsanbieter sind auch Arbeitgeber; Bewertungen ihrer Mitarbeiter:innen sagen viel über die Kultur des Unternehmens aus. Auch hier lohnt sich ein Blick.

Dass Bewertungen teilweise kritisch zu betrachten sind, weiß man von anderen Produkten oder Dienstleistungen. Manchmal gibt’s die positiven Fake-Bewertungen, bisweilen aber auch die negativen Schmäh-Rezensionen. Deswegen lohnt es sich, mit Rezensent:innen Kontakt aufzunehmen und mit ihnen zu reden. Natürlich findest du auch über uns verschiedene Berichte auf den jeweiligen Plattformen. Manchmal fördert die Recherche ganze Blogbeiträge zutage, wie den unserer Absolventin Sandra: Digitale Horizonte erweitern: Meine Weiterbildung zur KI-Managerin.

Weiterbildungssuche: Dieselben Spielregeln wie bei der Jobsuche

Zugegeben: Die Suche nach der passenden Weiterbildung gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, ähnlich wie bei der Jobsuche. Beiden Suchen liegen dieselben Fragen zugrunde:

  • Was kann ich und was tue ich gern?
  • Wo wird das (was ich gern tue) benötigt, und wo möchte ich das anwenden?
  • Wie finde ich die passende Weiterbildung und den passenden Job?

Wie auch bei der Jobsuche verspricht der Weg über das persönliche Gespräch den größten Erfolg bei der Suche nach der geeigneten Weiterbildung. Und ganz gleich, wie du den Kontakt zum Beispiel zu Absolvent:innen herstellst – so eine Kontaktaufnahme hat immer den charmanten Nebeneffekt, dass du dein Netzwerk erweiterst und möglicherweise zufällig, quasi beim Kaffee, deiner Chance auf den nächsten Job begegnest.


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Kay Pfefferkuchen.

Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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#LVQPod: Medienrecht im KI-Zeitalter (#26) Thu, 10 Sep 2026 09:00:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-26-medienrecht-im-ki-zeitalter.html post-402 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-26-medienrecht-im-ki-zeitalter.html Kay Pfefferkuchen Künstliche Intelligenz bietet gerade Menschen zwischen zwei Jobs viele Möglichkeiten. Doch was technisch möglich ist, ist aus rechtlicher Sicht teils problematisch. Daher reden wir in Folge 26 von Du… #LVQPod: Medienrecht im KI-Zeitalter (#26) by Kay Pfefferkuchen 10-09-26

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Künstliche Intelligenz bietet gerade Menschen zwischen zwei Jobs viele Möglichkeiten. Doch was technisch möglich ist, ist aus rechtlicher Sicht teils problematisch. Daher reden wir in Folge 26 von Du bist mehr als dein Lebenslauf mit Rechtsanwältin Astrid Christofori. Sie begleitet die LVQ seit 2013 als Dozentin und unterrichtet in jedem unserer Kurse mit IHK-Zertifikat an ein bis zwei Tagen zum Thema Recht. Anhand konkreter Fallbeispiele gehen sie und Kay unter anderem folgende Fragen durch:

  • Ist es unbedenklich, den vollständigen Lebenslauf etwa bei ChatGPT hochzuladen?
  • Darf ein Foto von der Website eines Unternehmens mithilfe von KI kreativ bearbeitet werden?
  • Müssen Anschreiben, die mithilfe von KI erstellt wurden, gekennzeichnet werden?
  • Ist auf die Google-Suche Verlass?

Die wichtigsten Inhalte ihres Gesprächs kannst du im Folgenden nachlesen. Wir empfehlen natürlich, die ganze Folge anzuhören:

Natürlich findest du uns auch bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt (einfach ‚Du bist mehr als dein Lebenslauf‘ oder ‚LVQ‘ ins Suchfeld eingeben). Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ...

Und wenn dir gefällt, was du hörst, empfiehl uns gern weiter! ;-)

KI-Verordnung: Was betrifft die Nutzer:innen?

Die EU-KI-Verordnung (auch EU AI Act) wirkt auf den ersten Blick komplex. Viele Nutzer:innen befürchten neue Pflichten im Alltag, doch Astrid relativiert: Für die meisten Menschen sind vor allem zwei Punkte relevant – KI-Kompetenz und Transparenzpflichten.
Statt Einzelpersonen betreffen viele der Regelungen eher Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen. Besonders deutlich werde das bei sogenannter Hochrisiko-KI, wenn also die KI – etwa im Personalbereich – eigenständige Entscheidungen trifft (man denke an Bewerbungsverfahren, das Bestehen von Prüfungen oder die Vergabe von Zertifikaten).

Für den Alltag mit Tools wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity sind laut Astrid andere Rechtsbereiche entscheidender: Urheberrecht, Datenschutz, Persönlichkeitsrechte und die Nutzungsbedingungen der Anbieter. Ihr gehe es an den ‚Rechtstagen‘ nicht darum, den Teilnehmer:innen etwas zu verbieten, sondern zu sensibilisieren: „Das Ziel der Tage ist nicht zu sagen: Ihr dürft das nicht, sondern Risiken aufzuzeigen.“

Nur wer die Risiken kenne, könne bewusst entscheiden. Problematisch werde es vor allem dann, wenn Nutzer:innen gar nicht erkennen, dass ihr Handeln rechtliche Folgen haben kann. Im beruflichen Kontext kann das schnell teuer werden, weiß die Rechtsanwältin: „Haftung heißt in der Regel, es kostet Geld.“

KI-Kompetenz heißt: Risiken erkennen

Typische Fragen unserer Teilnehmer:innen drehen sich um rechtssichere Nutzung, KI-Kompetenz, Haftung und Datenschutz. Auch die Frage, ob Unternehmen KI-Richtlinien brauchen, taucht häufig auf.

Für Astrid zeige das: KI-Kompetenz bedeutet nicht nur, Tools bedienen zu können. Sie umfasst auch das Verständnis für rechtliche Grenzen und Verantwortlichkeiten. Ein zentraler Punkt dabei seien die Nutzungsbedingungen der KI-Tools.

Nutzungsbedingungen: oft unterschätzt, aber entscheidend

Wer ChatGPT oder andere KI-Dienste nutzt, akzeptiert automatisch deren Nutzungsbedingungen und geht damit ein Vertragsverhältnis ein.
Astrid empfiehlt, zumindest die wichtigsten Punkte zu kennen: „Was darf ich und wofür darf ich es nutzen?“ Entscheidend sei nicht nur der Inhalt selbst, sondern der Nutzungskontext.

KI für Jobsuchende: Vorsicht bei diesen Fallstricken

Künstliche Intelligenz bietet nicht zuletzt in der Phase zwischen zwei Jobs viele Möglichkeiten. Ob Bewerber:innen

  • ChatGPT als Sparringspartner nutzen, um sich beruflich zu orientieren,
  • sich mit Gemini Notebook die Unternehmenswebsite zusammenfassen lassen, um sich aufs Bewerbungsgespräch vorzubereiten,
  • oder Perplexity bitten, ihnen die wichtigsten Keywords aus Stellenanzeigen herauszufiltern.

Aber auch hier besteht das Risiko, gegen geltende Urheber- oder Nutzungsrechte zu verstoßen. Um es möglichst anschaulich zu machen, gehen Astrid und Kay ein paar Fallbeispiele durch.

Fallbeispiel 1: Kreativbewerbung mit KI

Angenommen, jemand möchte sich kreativ bewerben und nutzt dafür ein Teamfoto, das er oder sie auf der Website des Wunscharbeitgebers heruntergeladen hat. Dieses wird mithilfe von KI so bearbeitet, dass der/die Bewerbende Teil des Teams ist. Geht das? Ein klares Nein von Astrid: „Es gibt einen Fotografen oder eine Fotografin. Er oder sie hat die Urheberrechte und hat dem Unternehmen Nutzungsrechte eingeräumt. Die Tatsache, dass das Bild auf der Webseite ist, gibt mir eben nicht das Recht, es irgendwo hochzuladen – bei kostenfreien Versionen wird damit sogar noch das KI-Tool trainiert.“

Fallbeispiel 2: Lebenslauf bei ChatGPT hochladen

Ein weiterer naheliegender Anwendungsfall ist es, KI als Karrierecoach zu nutzen. Warum nicht den Lebenslauf hochladen und sich passende Jobs oder Optimierungsvorschläge geben lassen?
Das Problem: Lebensläufe enthalten viele personenbezogene Daten – und selbst anonymisierte Daten können oft wieder identifizierbar sein.

Astrid erklärt, dass schon ungewöhnliche Kombinationen aus Stationen ausreichen können, um eine Person zu identifizieren. Zusätzlich erleichtere KI die Verknüpfung von Informationen aus verschiedenen Quellen. Ihr Appell daher: Nutzer:innen sollten sich vorab gut überlegen, mit welchen Daten sie die jeweilige KI ‚füttern‘ wollen.

Fallbeispiel 3: Recherche per KI-gestützte Google-Suche

Google liefert inzwischen oft KI-Zusammenfassungen statt reiner Linklisten. Das ist praktisch, aber nicht immer zuverlässig. „Die [Zusammenfassungen] können inhaltlich richtig sein, müssen es aber nicht“, warnt Astrid. Für sie bestehe das eigentliche Problem darin, dass KI-Antworten oft überzeugend wirken, selbst wenn sie falsch sind. Je weniger Vorwissen vorhanden ist, desto schwerer sei das zu erkennen.

Hinzu kommt ein menschlicher Faktor, nämlich die Bequemlichkeit. Die Überprüfung kostet Zeit. Astrid plädiert deshalb für mehr Ehrlichkeit im Umgang mit Wissen. „Wir Menschen müssen wieder lernen, zu sagen: Ich weiß das nicht.“ Es sei viel besser, die entsprechenden Informationen zu einem späteren Zeitpunkt nachzureichen, als den Anschein von Wissen zu vermitteln – wie KI es nicht selten tue.

Fallbeispiel 4: Gemini Notebook zur Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche

Trotz aller Risiken kann KI sinnvoll eingesetzt werden. Tools wie Gemini Notebook können Inhalte aus verschiedenen Quellen zusammenfassen und strukturieren.
Für Bewerber:innen bedeutet das: Unternehmenswebsites, Leitbilder oder Informationen lassen sich schnell aufbereiten und für die Vorbereitung nutzen. Astrid sehe das pragmatisch: Solange Inhalte nicht veröffentlicht werden, sei das unproblematisch – solange Bewerber:innen die Quellen prüfen und nicht einfach alles für bare Münze nehmen.

Fallbeispiel 5: Das Anschreiben mit KI optimieren

Müssen Bewerber:innen es angeben, wenn sie ChatGPT und Co. fürs Anschreiben oder Motivationsschreiben nutzen? „Nein“, lautet Astrids Antwort. „Da eine Bewerbung kein öffentlich gemachter Text von allgemeinem Interesse ist, besteht keine Kennzeichnungspflicht.“ Spannender sei für Astrid ohnehin die inhaltliche Frage: Wie viel sollte überhaupt an die KI ausgelagert werden?

KI könne bei Struktur, Formulierungen, Analyse von Stellenanzeigen oder Rechtschreibung helfen. Besonders für Menschen, die sich mit dem Schreiben schwertun, sei das hilfreich. Gleichzeitig warnt die Rechtsanwältin vor einem Problem: „KI fördert in einem gewissen Ausmaß das Mittelmaß“, erzeuge also oft sehr ähnliche, glatte Texte.
Ein Anschreiben, die Bewerbung allgemein, sollte jedoch einen Eindruck der Persönlichkeit vermitteln. Wenn KI zu sehr übernehme, gehe genau das verloren, ist Astrid überzeugt.

Wie nutzt eine Juristin selbst KI?

Astrid selbst nutze KI eher zurückhaltend: „Wenig, selten, sehr ausgesucht.“ Bildgenerierende KI-Systeme nutze sie gar nicht; zum einen, weil sie sie nicht brauche, zum anderen, weil sie dem Ressourcenverbrauch kritisch gegenüberstehe. Sinnvoll finde sie KI vor allem zur Unterstützung in der Lehre, etwa für die Strukturierung von Inhalten oder für Inspiration zu Übungen. Die Ergebnisse passe sie jedoch immer an. Das fasst Astrids – und unsere – Haltung KI gegenüber eigentlich ganz gut zusammen: Es ist ein Werkzeug, kein Ersatz.

Fazit: KI bewusst nutzen

KI kann im Bewerbungsprozess enorm helfen – bei Recherche, Struktur, Vorbereitung und Textarbeit. Gleichzeitig entstehen neue Risiken in den Bereichen Datenschutz, Urheberrecht und Verantwortung.

Astrids zentrale Botschaft ist deshalb keine Verbotsliste, sondern ein Bewusstseinswechsel: Risiken erkennen, Daten prüfen, Quellen hinterfragen und Entscheidungen reflektieren. KI-Kompetenz bedeutet nicht nur zu wissen, wie man KI nutzt, sondern auch wann, wofür und mit welchen Konsequenzen.

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In unserem Podcast geht es um die Phase #ZwischenZweiJobs, also Jobsuche und Berufsorientierung, aber auch um das Thema (geförderte) Weiterbildung und Trends sowie Entwicklungen der Arbeitswelt allgemein.

Wir unterhalten uns mit spannenden Gästen, darunter Karriere-Coaches, Vertreter*innen der Verwaltung und natürlich ehemalige Teilnehmer*innen unserer Weiterbildung.

Natürlich findest du uns auch bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt (einfach ‚Du bist mehr als dein Lebenslauf‘ oder ‚LVQ‘ ins Suchfeld eingeben). Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ...

Und wenn dir gefällt, was du hörst, empfiehl uns gern weiter! ;-) 


 


 

 

 

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Kay Pfefferkuchen.

Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Bewerbung im Sommerloch oder „Dürfen Arbeitslose Urlaub machen?“ Thu, 06 Aug 2026 08:05:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/jobsuche/bewerbung-im-sommerloch-oder-duerfen-arbeitslose-urlaub-machen.html post-7 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/jobsuche/bewerbung-im-sommerloch-oder-duerfen-arbeitslose-urlaub-machen.html Lars Hahn Urlaub während der Arbeitslosigkeit - passt das zusammen? In seiner Kolumne gibt Lars Hahn Tipps zum Urlaub während der Jobsuche und wie Sie sich in der Urlaubszeit einen Vorsprung für Ihre Bewerbung… Bewerbung im Sommerloch oder „Dürfen Arbeitslose Urlaub machen?“ by Lars Hahn 06-08-26

Categories: Jobsuche

Anmerkung des Redaktionsteams: Dieser Artikel ist ursprünglich im Sommer 2020 erschienen. Alle Jahre wieder stehen Jobsuchende vor der Frage: „Urlaub trotz Arbeitslosigkeit – darf ich das?" Wie du mit dieser Frage umgehst und die Sommerzeit neben einem Urlaub für deine berufliche Zukunft nutzen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Bewerbung in der Sommerzeit? Wer sich in den Sommermonaten auf Jobsuche befindet, wird schnell merken, dass diese Zeit auch heutzutage immer noch eine „Sauregurkenzeit“ ist, in der wenig läuft. Also erst einmal in den Urlaub! Denn wer sich in der Ferienzeit zwischen zwei Jobs befindet, kann diese Zeit doch perfekt nutzen, um endlich mal Urlaub zu machen und auszuspannen! Oder doch nicht?

Es gibt so manche Vorbehalte, wenn es um das Thema Urlaub für Jobsuchende geht. Das Klischee vom Arbeitslosen, der auf Kosten der Allgemeinheit dem Müßiggang frönt, ist anscheinend nicht wegzubekommen. Nicht zuletzt die Betroffenen selbst kommen oft mit dem Argument: „Urlaub statt Bewerbung? Das geht doch nicht! Ich muss doch jetzt dem Arbeitsmarkt ständig, rund um die Uhr, zur Verfügung stehen – 24/7/365!“.

Das Thema Urlaub während der Jobsuche wird also von vielen Unsicherheiten begleitet und mit manchen Vorurteilen betrachtet. In dieser Kolumne breche ich eine Lanze für den Urlaub während der Arbeitslosigkeit. Wenn nicht jetzt, wann denn dann?

Die Frage „Darf ich überhaupt Urlaub machen?“ hat dabei zwei Dimensionen:

  1. Habe ich überhaupt moralisch das Recht, Urlaub zu machen, obwohl ich doch auf Arbeitssuche bin?
  2. Ist es mir rechtlich überhaupt erlaubt, in die Ferien zu fahren, wenn ich zeitgleich bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet bin?

Urlaub während der Jobsuche: Sinnvoll und statthaft

So manche Jobsuchende sind bis zum letzten Tag Ihres Jobs im vollen Einsatz. Bei anderen wiederum hinterlässt die Kündigung Spuren, die zunächst verarbeitet werden müssen. Kaum verwunderlich also, dass beide Typen erst mal urlaubsreif sind und sich auf den erwarteten Urlaub mit der Familie freuen.

So war das auch bei mir. Genau vor 15 Jahren im Juli hatte ich meinen letzten Arbeitstag und begann den neuen Lebensabschnitt der Jobsuche. In meinem allerersten Gespräch mit meinem Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit war ich noch relativ unaufgeräumt, steckten mir noch die frischen Erlebnisse der letzten Stelle in den Knochen. Bei der Frage meines Arbeitsvermittlers, ob ich nicht jetzt im Sommer erst mal Urlaub machen wolle, staunte ich nur ungläubig. „Aber ich muss doch nun eine Bewerbung nach der anderen schreiben! Rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Ich darf keine Zeit verlieren. Und im Übrigen kann ich mich doch nicht auf öffentliche Rechnung auf die faule Haut legen!“ So dachte ich damals.

5 gute Gründe für einen Urlaub während der Jobsuche

Mein Berater antwortete sehr pragmatisch, seine fünf Gründe gebe ich sinngemäß gerne direkt weiter:

  • „Jetzt im Sommer ist nichts los am Arbeitsmarkt, es wird sich nicht viel tun.“
  • „Machen Sie zuerst Urlaub, dann kriegen Sie Ihren Kopf wenigstens ein Stückchen frei.“
  • „Bevor Sie eine vernünftige, brauchbare Bewerbung schreiben können, brauchen Sie ohnehin erst einmal ein wenig Klarheit und Entspannung.“
  • „Sobald Sie einen neuen Job antreten, werden Sie erstmal viele Monate keinen Urlaub haben, also lieber jetzt!“
  • „Selbst wenn ein Arbeitgeber Sie jetzt schnell haben wollen würde, im Zeitalter von E-Mail und Handy sind Sie doch sogar im Urlaub erreichbar.“

Urlaub in der Arbeitslosigkeit: Rechtliche Hinweise

Gleichzeitig gab mein Arbeitsvermittler auch wichtige rechtliche Hinweise, die während eines „Urlaubs“ innerhalb einer Arbeitslosigkeit zu beachten sind. Denn rechtlich haben Arbeitslose keinen Urlaub, sie können formell nur eine Ortsabwesenheit anmelden.

Für Jobsuchende gibt es Infos und Flyer der Bundesagentur für Arbeit zum Thema, die man unbedingt beachten sollte. Denn einen regelrechten Anspruch auf Urlaub hat man nicht. Seitens der Arbeitsagentur heißt es im entsprechenden Flyer:

Einen „Urlaubsanspruch“ im eigentlichen Sinne, wie er einer Arbeitnehmerin / einem Arbeitnehmer während ihres / seines Beschäftigungsverhältnisses zusteht, haben Sie nicht, denn das Recht der Arbeitslosenversicherung kennt den Begriff „Urlaub“ nicht. Trotzdem können Sie verreisen, wenn Sie arbeitslos sind. Allerdings können Sie während Ihres Urlaubs nur für längstens drei Wochen bzw. 21 Kalendertage im Kalenderjahr Arbeitslosengeld erhalten. Was ist zu beachten? Der Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt für die Dauer der Reise nur bestehen, wenn die Agentur für Arbeit vorher zugestimmt hat. Beantragen Sie die geplante Reise rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit.

Die Genehmigung Ihrer Ortsabwesenheit können Sie online auf www.arbeitsagentur.de/eservices > Veränderung melden beantragen. Die Beantragung der Ortsabwesenheit kann auch telefonisch oder persönlich bei Ihrer Agentur für Arbeit erfolgen.

Wer seine Abwesenheit vom Wohnort nicht meldet, könnte also auch sein Arbeitslosengeld verlieren, sogar der Krankenversicherungsschutz kann nach drei Wochen enden! Daher ist eine Absprache und eine schriftliche Bestätigung seitens der Arbeitsagentur unbedingt ratsam. Umgekehrt: Wer auch nur ein paar Werktage wegfährt, ohne eine Absprache getroffen zu haben, riskiert, dass Arbeitslosengeld und Versicherungsschutz gestrichen werden – selbst in Zeiten ständiger Erreichbarkeit.

Unsere Erfahrung zeigt, dass eine begründete, gut geplante Ortsabwesenheit in der Regel durch die Bundesagentur für Arbeit bewilligt wird, sofern nicht gute andere Gründe wie eine bereits gestartete Weiterbildung dagegen stehen. In Smartphone-Zeiten ist man ja schließlich auch per Mail, Messenger und Telefon bei Ortsabwesenheit stets erreichbar, wenn man das so einrichtet.

Bonustipp: Reiserücktrittsgrund Arbeitsaufnahme und Arbeitslosigkeit

Manchmal tritt bei Jobverlust oder Kündigung des Arbeitsplatzes genau das Gegenteil ein: Ein bereits gebuchter Urlaub ist auf einmal völlig unpassend. Spätestens wenn ein attraktives Jobangebot vorliegt, sollte eine geplante Reise gestrichen werden. Gut beraten ist dann, wer eine Reiserücktrittsversicherung hat, die die Themen Arbeitsaufnahme und Arbeitsplatzverlust als Rücktrittsgrund anerkennt. Auch manche unserer Teilnehmer nutzten diese Möglichkeit des versicherten Reiserücktritts, damit sie bei uns an einer mehrmonatigen Weiterbildung teilnehmen konnten.

Statt Urlaub: Tipps für die Bewerbung im Sommerloch

Wer indessen seinen Urlaub bereits genommen hat – häufig schon in der Endphase des letzten Jobs, vielleicht durch Freistellung oder Resturlaub –, brennt häufig darauf, mit den Bewerbungsaktivitäten loszulegen. Trotz Sommerflaute. Wie kann man die Sommerzeit dann für Jobsuche und Bewerbung nutzen, wenn draußen auf dem Arbeitsmarkt wenig los ist? Hier sind dafür meine

7 Tipps für Bewerbung und Jobsuche in der Urlaubszeit

  1. Positionierung und Profilschärfung: Flautezeiten am Arbeitsmarkt eignen sich optimal, die Themen der eigenen Fähigkeiten, der beruflichen Interessen und Ziele noch einmal intensiv zu betrachten und das eigene Profil zu schärfen – offline wie online.
  2. Optimierung von Unterlagen: Gerade jetzt ist die Zeit, die Bewerbungsmappe, den Lebenslauf, das XING-Profil etc. zu optimieren. Vielleicht wäre es auch mal wieder Zeit für ein aktuelles Bewerbungsfoto?
  3. Weiterbewerben: Gerade jetzt könnte Ihre Bewerbung sichtbarer sein, weil weniger Bewerber unterwegs sind.
  4. Initiativ bewerben: Im Sommerloch erhalten viele Ansprechpersonen weniger Mails oder Briefe. Jetzt kann sich also eine gut präparierte Initiativbewerbung auszahlen. Auch für Netzwerkpflege und Systematisch Kaffeetrinken kann jetzt die Zeit günstig sein.
  5. Nachakquise: In der „Sauregurkenzeit“ kann es sich besonders auszahlen, aktiv nachzuhaken, welchen Stand ein offenes Bewerbungsverfahren hat.
  6. In Geduld üben: Bewerbungsverfahren werden in der Urlaubszeit länger dauern. Gerade traditionelle mittelständische Unternehmen werden auch im Personalbereich Personalengpässe haben.
  7. Sommer-Akademie: Die Sauregurkenzeit im Sommer bietet sich für Jobsuchende geradezu an, eine berufliche Weiterbildung zu absolvieren – ganz gleich, ob über den Bildungsgutschein der Arbeitsagentur oder selbstinitiiert.

Statt Urlaub: Sommerakademie per Bildungsgutschein

In den Monaten Juli, August und September melden sich bei uns viele Jobsuchende, die diese Zeit mit einer sinnvollen Weiterbildung „überbrücken“ möchten. Die Leerlaufzeit der Bewerbungsphase erscheint ihnen als ideale Chance dafür. Ihre Gründe:

  • Aktuelle und offizielle Zertifikate von TÜV oder IHK „adeln“ die vorhandene Berufserfahrung oder dokumentieren erforderliche fachliche Kenntnisse.
  • Die Weiterbildung bietet die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und bringt neue Themen und Ideen für Bewerbung und Positionierung.
  • Eine berufliche Neuorientierung kann durch eine Weiterbildung vorangetrieben werden.
  • Mit einer Weiterbildung lassen sich Lebenslauf und XING-Profil aufpimpen.

Sobald du den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit erhältst, lässt sich deine ganz persönliche Sommer-Akademie schnell umsetzen. Viele Bildungsträger bieten monatliche Modulstarts an, so auch wir. Auch kurzfristige Einstiege sind möglich. Mit geschulten Dozent*innen und gleichgesinnten Teilnehmer*innen im Online-Präsenzunterricht.

Apropos Urlaub: Dass du in unseren kompakten zwanzigtägigen Weiterbildungen keinen Urlaub nehmen kannst, versteht sich von selbst. Der würde ja den Prüfungserfolg verhindern. Dein Urlaub sollte also vorher genommen sein. Sollten Urlaub und Weiterbildung doch zusammenfallen, beraten wir dich gern zu deinen Möglichkeiten eines späteren Einstiegs oder eines Rücktritts vom Urlaub.

So kannst du die Zeit nutzen, um in deine berufliche Zukunft zu investieren und dich breiter und besser aufzustellen als deine Mitbewerber*innen. Das kann dir am Ende der Sauregurkenzeit den entscheidenden Vorteil in der Jobsuche bringen. Und genau das wünschen wir dir!


 

 

 

 


 

 

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Jobmessen, Karrieretage und Branchenevents im Überblick: der... Wed, 15 Jul 2026 08:30:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/jobmessen-und-karrieretage-im-ueberblick-der-lvq-messekalender.html post-208 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/jobmessen-und-karrieretage-im-ueberblick-der-lvq-messekalender.html Angela Borin Jobmessen, Karrieretage und Branchenevents sind wichtige Bestandteile der Bewerbungsstrategie. In unserem aktualisierten Messekalender findest du die 2025 anstehenden Events für Jobsuche und Karriere… Jobmessen, Karrieretage und Branchenevents im Überblick: der LVQ-Messekalender by Angela Borin 15-07-26

Categories: Bewerbung und Jobsuche

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag wurde zuletzt am 14.07.2026 aktualisiert.

2026 erwartet uns auch weiterhin ein dynamischer Arbeitsmarkt. Bei allen arbeitsmarktlichen Unsicherheiten ist es daher umso wichtiger die passenden Chancen auszuloten und sie auszuschöpfen – sei es um sich im Job weiterzuentwickeln oder um in den nächsten Job zu finden. Besonders in der Zeit zwischen zwei Jobs zeigen sich diese Chancen oft nicht nur in bekannten Stellenportalen, sondern auch in Businessnetzwerken wie LinkedIn, aber immer wieder auch im persönlichen Kontakt vor Ort – besonders deutlich auf Messen.

Auf dieser Seite findest du einen aktuellen Kalender mit relevanten Job- und Karrieremessen – mit Fokus auf NRW, aber auch deutschlandweite Jobmessen finden Berücksichtigung. Ergänzt haben wir unseren Messekalender mit den wichtigsten Bildungsmessen, denn auch hier kannst du auf potenzielle Arbeitgeber treffen, sofern Weiterbildung und Arbeitsmarktintegration deine Branchen sind. Zudem finden sich internationale Fach- und Leitmessen sowie Branchenevents aus ganz Deutschland in unserem Messekalender.

Jobmessen und Karrieretage – Nutzen für die Jobsuche

 Jobmessen und Karrieretage, aber auch Fachmessen und Branchenevents – ganz gleich ob vor Ort oder virtuell – sind ein wichtiger, häufig auch entscheidender Bestandteil der Jobsuche. Da, wo man an der Karriereplattform von Unternehmenswebseiten scheitert, können Gespräche mit Personalverantwortlichen der entscheidende Türöffner sein. LVQ-Absolvent und Geisteswissenschaftler Dominik Timmerbeil machte folgende Erfahrung:

 „Zur Jobsuche hat bei mir ein Umdenken stattgefunden (…). Bei der Bewerbung auf Stellenanzeigen, ob online oder print, gab es kaum Resonanz und auch kein Feedback auf meine Bewerbungen. Dieses Vorgehen ist mittlerweile old-school. Wichtiger ist der persönliche Kontakt über Messen oder die direkte Ansprache von Menschen. Das ist zwar nicht jedermanns Sache, aber beim einfachen Schriftverkehr ist man nur ein Name auf einem Stück Papier. Die besten Bewerbungsunterlagen kommen einfach nicht an den persönlichen Auftritt ran.“

Auch Tamara Wyszynski, ehemalige Teilnehmerin bei der LVQ, betont die Bedeutung von Netzwerkveranstaltungen:

„Gute Netzwerkveranstaltungen sind gerade in Veränderungsphasen eine absolute Horizonterweiterung. Man trifft Menschen, denen man so nie begegnen würde, und lernt ganz viel. Es geht darum, neue Impulse, Ideen und Anregungen zu erhalten und interessante Kontakte zu knüpfen.“

Mit Jobmessen, Karrieretagen und Branchenevents in den verdeckten Arbeitsmarkt

Deshalb motivieren wir bei der LVQ unsere Teilnehmer*innen regelmäßig dazu, Jobmessen, Karrieretage, Fachmessen oder Branchenevents zu besuchen. Wir sehen sie als elementare Maßnahme, um auch an Stellen im verdeckten Arbeitsmarkt zu kommen.

Sowohl Karrieremessen als auch Fachmessen sind überdies die idealen Orte, um neue Kontakte zu knüpfen und damit dein berufliches Netzwerk zu erweitern. Hier kannst du die Gespräche „üben“, solltest du noch nicht viel Erfahrung beim Netzwerken haben.

Damit der Messebesuch positiv verläuft, ist eine gute Vorbereitung das A und O. 

  • Erstelle eine Liste der Unternehmen, die dich besonders interessieren, und recherchiere im Vorfeld deren aktuelle Stellenangebote und Unternehmensprofile. 
  • Überlege dir konkrete Fragen, die du den Vertretern der Unternehmen stellen möchtest, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. 
  • Zudem empfiehlt es sich, mehrere Kopien deines Lebenslaufs mitzubringen und die Vernetzung über LinkedIn oder XING anzubieten, um den Kontakt auch nach der Messe aufrechterhalten zu können. 
  • Ein professionelles Auftreten und ein selbstbewusstes Auftreten sind dabei ebenso wichtig wie ein freundliches und offenes Verhalten. 
  • Nutze die Gelegenheit, um dich von deiner besten Seite zu präsentieren und neue berufliche Möglichkeiten zu erschließen. 
  • Das Internet bietet viele Möglichkeiten der Informationsgewinnung über potenzielle Gesprächspartner. 

Weitere Informationen findest Du in dem folgenden Artikel über diesen Link.

Wir haben eine Auswahl von spannenden Messen und Terminen für unsere Zielgruppe vorbereitet. Allgemeine Job- und Karriereevents haben wir überwiegend für NRW rausgesucht. Für Veranstalter besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.

 

Messen und Branchenevents 2026

ZeitName der VeranstaltungOrtSchwerpunkt / Zielgruppe

29.-30.08.2026

Jobmesse Braunschweig

Braunschweig

alle

03.09.2026KarrieretagDuisburgalle

05.-06.09.2026

Jobmesse Bremen

Bremen

alle

09.09.2026KarrieretagBremenalle
15.-17.09.2026Zukunft Personal EuropeKölnFachmesse für Personalwesen

15.-17.09.2026

expopharm

München

Fachmesse rund um den Apothekenmarkt

15.-20.09.2026

IAA Transportation

Hannover

Leitmesse für Mobilität, Trans-

port und Logistik

17.09.2026VDI nachrichten Recruiting TagBerlinIngenieur*innen
22.-23.09.2026Shipping Technics LogisticsKalkar

Fachmesse für die Binnen-

schifffahrt

23.09.2026JobmesseFlensburgalle
23.-24.09.2026DMEXCOKöln

Leitevent für Digital Marketing

& Tech

23.-26.09.2026

Rehacare

Düsseldorf

Fachmesse für Rehabilitation

und Pflege

27.09.2026Handel im WandelDüsseldorfSocial Media, Online-Marketing, KI-Management

29.09.2026

Karrieretag

Mainz/Wiesbaden

alle

 

29.09.2026

T5 Jobmesse

Hamburg

Ingenieur*innen, Techniker*innen,

Informatiker*innen,

Naturwissenschaftler*innen,

Wirtschaftswissenschaftler*innen

30.09.2026JobmesseLübeckalle

30.09.2026

Transformation des Arbeitsmarktes: Mit Weiterbildung durch den Wandel!

Oberhausen

Informationen zu Qualifizierungen

im gewerblich-technischen Bereich,

im Handwerk und der IT-Branche

30.09.2026

Weiterbildungsmesse Frauen

Moers

Informationstag für Frauen

mit Kindern und Elternzeitlerinnen

01.10.2026VDI nachrichten Recruiting TagFrankfurtIngenieur*innen
06.-08.10.2026AluminiumDüsseldorf

Leitmesse der Aluminium-

industrie

07.10.2026JobmesseNeumünsteralle
07.10.2026KarrieretagFreiburgalle
07.10.2026KarrieretagKielalle
08.10.2026VDI nachrichten Recruiting TagKölnIngenieur*innen
12.10.2026dwf. WeiterbildungmesseDortmundalle
13.10.2026KarrieretagNürnberg

alle

14.10.2026JobmesseHamburgalle

20.-22.10.2026

ARBEITSSCHUTZ AKTUELL

Stuttgart

Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa)

und alle Interessierten

20.-23.10.2026Hydrogen Technology World Expo 2026Hamburg

Fachmesse für Zulieferer von

Wasserstofftechnologien, Materialien,

Komponenten und technischen Lösungen

20.-23.10.2026glasstecDüsseldorf

Inter. Messe für Glasproduktion,

-verarbeitung und -produkte

22.10.2026

ScieCon

Frankfurt

Naturwissenschaftler*innen

27.-30.10.2026

Orgatec

Köln

Leitmesse für moderne Arbeitswelten

28.10.2026VDI nachrichten Recruiting TagHamburg

Ingenieur*innen

28.10.2026KarrieretagHannoveralle

05.-06.11.2026

MUTEC

denkmal

Leipzig

intern. Fachmesse für Museums- und Ausstellungstechnik

europ. Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung

06.11.2026KarrieretagDresdenalle
07.-08.11.2026JobmesseKielalle
07.-08.11.2026JobmesseBielefeldalle
11.11.2026KarrieretagStuttgart

alle

14.-15.11.2026Jobmesse Münster | OsnabrückFlughafen Münster/Osnabrückalle
17.11.2026JobmesseBochumalle

17.11.2026

Soldata

Online

Berufliche Möglichkeiten

nach der Bundeswehr

16.-19.11.2026

 

COMPAMED

MEDICA

Düsseldorf

 

Fachmessen im Bereich Medizin

und Gesundheitstechnologie

19.11.2026JobmesseDortmundalle

21.11.2026

Journalistentag NRW

Dortmund

Deutschlands großer

journalistischer Branchentreff

21.-22.11.2026JobmesseLeipzigalle

24.-25.11.2026

BIM World MUNICH

München

intern. Plattform für die Digitalisierung

der Bau-, Immobilien- und

Stadtentwicklungsbranche

24.-26.11.2026

HEATEXPO

Dortmund

intern. Leitmesse für innovative

Wärme- und Kälteversorgung

26.-27.11.2026Absolventenkongress KölnHochschulabsolvent*innen
01.-03.12.2026Valve World ExpoDüsseldorf

Inter. Fachmesse mit Kongress

für Industrie-Armaturen


 

 

 

 


 

 

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#LVQPod: Keine Angst vorm Berufseinstieg (#25) Thu, 09 Jul 2026 08:00:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-25-keine-angst-vorm-berufseinstieg.html post-401 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-25-keine-angst-vorm-berufseinstieg.html Kay Pfefferkuchen Der Übergang von der Uni in den Job fühlt sich für viele Absolvent*innen an wie der Sprung ins Ungewisse. Eben noch Seminarraum, Hausarbeit, Credit Points – plötzlich geht es um Stellenanzeigen,… #LVQPod: Keine Angst vorm Berufseinstieg (#25) by Kay Pfefferkuchen 09-07-26

Categories: Podcast

Für viele Hochschulabsolvent*innen ist der Berufseinstieg gerade in diesen unsicheren Zeiten alles andere als einfach. Deshalb spricht Kay Pfefferkuchen in Folge 25 des LVQ-Podcasts mit Alexandra Habot, Coachin und Dozentin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) sowie Organisatorin des Alumni Talks, über:

  • typische Sorgen Studierender,
  • Missverständnisse rund um den Berufseinstieg,
  • den Wert übertragbarer Fähigkeiten und
  • die Frage, wie Absolvent*innen trotz Unsicherheit handlungsfähig bleiben.

Eines wird im Gespräch schnell deutlich: Niemand muss am Ende des Studiums schon ‚fertig‘ sein. Berufseinstieg bedeutet nicht, alles zu können. Berufseinstieg bedeutet, loszugehen.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch auf einen Blick:

„Was kann ich eigentlich wirklich?“

Der Übergang von der Uni in den Job fühlt sich für viele Absolvent*innen an wie der Sprung ins Ungewisse. Eben noch Seminarraum, Hausarbeit, Credit Points – plötzlich geht es um Stellenanzeigen, Bewerbungen und die Fragen: Was kann ich eigentlich wirklich? Und wie übersetze ich das theoretisch Erlernte in die Arbeitswelt?

Genau hier setzt der Alumni Talk an, den Alexandra Habot seit 2018 jedes Semester organisiert. Ehemalige Studierende berichten dort von ihrem Weg aus der Uni in den Beruf:

  • Von ersten Jobs, 
  • Umwegen, 
  • Zufällen, 
  • Entscheidungen und 
  • Aha-Momenten.

Eine bloße Liste möglicher Berufsfelder reicht nämlich oft nicht, denn viele Jobtitel – Projektmanager*in, Kommunikationsmanager*in oder HR Consultant – klingen eher abstrakt. „Selbst ich weiß dann oft nicht: Was soll das eigentlich sein?“, unterstreicht Alexandra. Für Absolvent*innen bedeutet das: Sie müssen die Arbeitswelt erst einmal lesen lernen. Und das ist kein persönliches Defizit, sondern Teil des Übergangs.

Zukunftsangst ist kein Zeichen von Schwäche

Für diese Podcastfolge hat Alexandra ihren Student*innen vorab einige Fragen gestellt. Eine davon lautete sinngemäß: Was macht der Gedanke an den Berufseinstieg mit dir? Die O-Töne waren ehrlich – und geben einen guten Einblick in die Gefühlswelt der Studierenden:

  • Angst vor wirtschaftlicher Unsicherheit
  • Sorge vor KI
  • Zweifel am eigenen Profil
  • das Gefühl eines überfüllten Arbeitsmarkts
  • Angst, keinen passenden Job zu finden
  • die Sorge, später etwas machen zu müssen, das kaum noch mit dem Studium zu tun hat

Alexandra hört darin vor allem eines: Unsicherheit. „Unsicherheit macht halt Angst“, sagt sie. Und das ist nachvollziehbar. Wer nicht weiß, was nach der Uni kommt und Stellenanzeigen nicht entschlüsseln kann, fühlt sich schnell machtlos. Wichtig ist aber, diese Angst nicht mit Realität zu verwechseln. Auch wenn der Arbeitsmarkt aktuell zäh ist und besonders durch KI verändert wird, folgt daraus nicht, dass Absolvent*innen chancenlos sind. 

Du musst nicht zu 100 Prozent fertig sein

Viele Studierende glauben, sie müssten die Uni als komplett fertige Fachkräfte verlassen – mit fertigem Berufsprofil, Skillset und passender Antwort auf jede Frage. Das ist sogar für Berufserfahrene unrealistisch, denn jeder Job erfordert eine neue Einarbeitung in neue Aufgaben, Teams, Tools und Unternehmenskulturen. „Und genau das ist ein Skill, den viele Absolvent*innen mitbringen.“, bekräftigt Alexandra.

An der Uni lernen Studierende:

  • neue theoretische Konzepte zu erschließen,
  • Texte zu analysieren, 
  • Zusammenhänge zu verstehen und 
  • Wissen auf neue Kontexte zu übertragen

Genau diese Transferleistung ist im Berufsleben entscheidend.

Dazu kommen Fähigkeiten, die auf den ersten Blick schwerer zu greifen sind:

  • Flexibilität
  • Offenheit
  • Anpassungsfähigkeit
  • analytisches Denken
  • interkulturelle Sensibilität
  • Reflexionsvermögen

Gerade Geisteswissenschaftler*innen bewegen sich ständig zwischen Perspektiven, Kulturen, Texten und Bedeutungen. Sie lernen, Medien kritisch zu hinterfragen, Tonalitäten zu unterscheiden und Inhalte einzuordnen. Das lässt sich nicht immer einfach in eine Stellenanzeige übersetzen – ist aber in vielen Jobs enorm wertvoll.

Orientierung entsteht durch Erfahrung

Praktika, Nebenjobs, Jobmessen und Gespräche mit Berufstätigen – wie beim Alumni Talk – sind enorm hilfreich. Dadurch erhalten Studierende die oft gewünschten praktischen Einblicke, denn Orientierung entsteht durch Erfahrung. „Als Student hat man nie wirklich frei. Es gibt immer Texte zu lesen, Hausarbeiten zu schreiben, Prüfungen abzulegen.“, meint Kay. Trotzdem plädiert er dafür, die Studienzeit auch zu nutzen, um Dinge auszuprobieren. „Tatsächlich haben viele unserer Studierenden schon Nebenjobs“, sagt Alexandra. „Im Gegensatz zu früher sind das nicht mehr diese traditionellen Studentenjobs wie Kellnern. Stattdessen arbeiten viele auf Teilzeitbasis in Firmen. Und nicht selten werden sie dann auch übernommen, sobald das Studium beendet ist.“

Praktische Erfahrungen helfen nicht nur dem Lebenslauf. Sie helfen vor allem bei der Orientierung, die auch Alexandra im Berufsorientierungsseminar bespricht:

  • „Was macht mir Spaß?“
  • „Welche Aufgaben liegen mir?“
  • „Welche Arbeitsumgebung passt zu mir?“

Wer seine Werte und Stärken besser kennt, bewirbt sich gezielter. Stellenanzeigen können besser eingeordnet und Gespräche klarer geführt werden. Berufseinsteigende können überzeugender erklären, warum sie zu einer Aufgabe passen.

Geisteswissenschaften führen nicht in eine Sackgasse

Ein weiteres Thema im Gespräch: mögliche Berufsfelder. Für Geisteswissenschaftler*innen gibt es nicht den einen vorgezeichneten Weg. Genau das ist manchmal verunsichernd – aber auch eine Chance.

Alexandra nennt Human Resources als ein wichtiges Feld, in dem viele ehemalige Studierende arbeiten, da ein interkulturelles oder kommunikatives Studium den Blick für Menschen schult. Dies kann im Personalwesen sehr wertvoll sein – besonders in internationalen Kontexten. Naheliegend sind außerdem:

  • Unternehmenskommunikation
  • Content und Redaktion
  • PR und Marketing
  • Projektarbeit
  • Bildungsmanagement
  • Erwachsenenbildung

Gerade die Erwachsenenbildung taucht auch im Alumni Talk immer wieder auf. Für Alexandra ist das nicht überraschend: Auch hier geht es darum, Menschen zu begleiten, Inhalte verständlich zu machen, Lernprozesse zu gestalten und Kommunikation bewusst einzusetzen. Der Punkt ist nicht, dass jeder dieser Bereiche automatisch passt, sondern dass ein Studium niemanden festlegt. Es eröffnet Möglichkeiten, wenn Berufseinsteigende lernen, ihre Kompetenzen sichtbar zu machen.

Netzwerke helfen – manchmal überraschend

„Ein Netzwerk aufzubauen ist wirklich wichtig“, sagt Alexandra. „Das kann man gar nicht unterschätzen.“ Dabei entstehen Netzwerke oft früher als man denkt, nämlich über:

  • Alumni und Kommilitoninnen, 
  • Praktika und Kolleginnen, 
  • LinkedIn, 
  • Jobmessen und Veranstaltungen oder 
  • persönliche Empfehlungen.

Kay ergänzt, dass auch Initiativen wie ArbeiterKind oder das Netzwerk Chancen Unterstützung bieten können.

Networking muss dabei nicht unangenehm oder aufgesetzt sein. Es kann mit einer einfachen Nachricht beginnen:

Ich studiere gerade, habe gesehen, dass du in diesem Bereich arbeitest, und würde gern mehr darüber erfahren.

Viele Menschen teilen ihre Erfahrungen gern, wenn man respektvoll und konkret fragt. Dazu kommen Career Services, Campusmessen, Beratungen der Agentur für Arbeit, Bewerbungstrainings, Lebenslaufchecks oder LinkedIn-Profilchecks. Oft gibt es mehr Unterstützung, als Studierende wissen.

Auch das Beispiel einer ehemaligen Studentin aus dem Alumni Talk zeigt, wie Netzwerke wirken können: Sie saß bei Netto an der Kasse, als ihre spätere Chefin auf sie aufmerksam wurde. Der Grund: Sie war freundlich, zugewandt und konnte gut mit Menschen umgehen. Daraus entstand ein Job in einer Werbeagentur.

Oft unterschätzt: die eigenen Stärken

Ein wiederkehrender Gedanke im Gespräch: Viele Menschen unterschätzen das, was ihnen leichtfällt. Alexandra beschreibt es mit einem treffenden Bild: „Man sieht das Wasser nicht, wenn man im Wasser lebt.“ Was wir tagtäglich machen, ist für uns selbstverständlich. Für andere jedoch kann genau das eine besondere Stärke sein.

Das betrifft zum Beispiel:

  • Sprachgefühl
  • analytisches Denken
  • Empathie
  • Organisation
  • Präsentationsfähigkeit
  • Neugier
  • Perspektivwechsel
  • die Fähigkeit, komplizierte Themen verständlich zu machen

Oft braucht es den Blick von außen, um diese Stärken überhaupt zu erkennen. Freund*innen, Dozent*innen, Kolleg*innen, Mentor*innen oder ehemalige Arbeitgeber*innen können uns spiegeln, was wir besonders gut können. Das heißt nicht, dass du dich größer machen musst, als du bist. Aber du solltest dich auch nicht kleiner machen. Gerade beim Berufseinstieg geht es darum, die eigenen Kompetenzen ernst zu nehmen – auch dann, wenn sie nicht wie ein klarer Berufstitel klingen.

Fazit: die Angst ernst nehmen – und ins Handeln kommen

Am Ende bleibt ein Gedanke besonders hängen: Zukunftsangst verschwindet nicht, wenn sie ignoriert wird. Aber sie wird kleiner, wenn gehandelt wird. Erste Schritte können sein:

  • Praktika oder Werkstudentenstellen nutzen,
  • persönlich oder via LinkedIn mit Alumni und Berufstätigen sprechen,
  • Jobmessen besuchen,
  • die eigenen Stärken reflektieren,
  • Beratungsangebote und Weiterbildungsmöglichkeiten prüfen und
  • Fragen stellen.

Es braucht keinen perfekten Plan, um zu starten, oder eine Garantie, dass der erste Job der Richtige ist. Niemand ist weniger qualifiziert oder chancenlos, weil der Weg nicht linear ist. Der Berufseinstieg ist kein Beweis dafür, fertig zu sein. Er ist der Beginn eines Lernprozesses.

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In unserem Podcast geht es um die Phase #ZwischenZweiJobs, also Jobsuche und Berufsorientierung, aber auch um das Thema (geförderte) Weiterbildung und Trends sowie Entwicklungen der Arbeitswelt allgemein.

Wir unterhalten uns mit spannenden Gästen, darunter Karriere-Coaches, Vertreter*innen der Verwaltung und natürlich ehemalige Teilnehmer*innen unserer Weiterbildung.

Natürlich findest du uns auch bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt (einfach ‚Du bist mehr als dein Lebenslauf‘ oder ‚LVQ‘ ins Suchfeld eingeben). Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ...

Und wenn dir gefällt, was du hörst, empfiehl uns gern weiter! ;-) 


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Kay Pfefferkuchen.

Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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5 Alternativen zur klassischen Jobsuche: Wenn Bewerbungen einfach nicht... Thu, 11 Jun 2026 08:00:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/5-alternativen-zur-klassischen-bewerbung-wenn-bewerbungen-einfach-nicht-mehr-funktionieren.html post-400 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/5-alternativen-zur-klassischen-bewerbung-wenn-bewerbungen-einfach-nicht-mehr-funktionieren.html Lars Hahn Die klassische Bewerbung allein reicht heute oft nicht mehr aus. Das führt verständlicherweise zu Verunsicherung – manchmal auch zu Frust oder sogar Verzweiflung. Die wichtigste Botschaft zuerst:… 5 Alternativen zur klassischen Jobsuche: Wenn Bewerbungen einfach nicht mehr funktionieren by Lars Hahn 11-06-26

Categories: Bewerbung und Jobsuche

„200 Bewerbungen, drei Vorstellungsgespräche und immer noch kein Job.“ Aktuell höre ich solche Geschichten häufig in Beratungsgesprächen, auf Messen oder bei Menschen, die sich bei uns zu Weiterbildungsmöglichkeiten informieren. Viele davon sind hochqualifiziert, haben viel Berufserfahrung, gute Abschlüsse und trotzdem das Gefühl, beruflich gerade gegen eine Wand zu laufen.

Gleichzeitig klagen viele Arbeitgeber darüber, dass sie keine passenden Bewerber*innen finden. Der Arbeitsmarkt fühlt sich derzeit für viele Menschen seltsam an. Zäh. Unübersichtlich. Teilweise frustrierend.

Die klassische Bewerbung funktioniert oft nicht mehr so, wie viele es gelernt haben oder erwarten würden. Oder besser gesagt: Sie reicht allein häufig nicht mehr aus. Das führt verständlicherweise zu Verunsicherung – manchmal auch zu Frust oder sogar Verzweiflung.

Die wichtigste Botschaft zuerst: Damit bist du nicht allein! Und vor allem: Du kannst etwas tun! Denn Jobsuche besteht aus viel mehr, als nur Stellenanzeigen zu lesen und Bewerbungen zu verschicken. Gemeinsam schauen wir uns in diesem Beitrag deshalb fünf Alternativen zur klassischen Bewerbung an.

Klassische Bewerbung: viel Aufwand, wenig Rückmeldung

Als ich vor Jahren selbst arbeitslos war, gestaltete sich der Arbeitsmarkt mindestens genauso schwierig wie heute, vielleicht sogar schlimmer. Und obwohl ich gut qualifiziert war und bereits über solide Berufserfahrung verfügte, fühlte ich mich zeitweise ziemlich verloren. Ich musste Geld verdienen und brauchte dringend einen Job. Gleichzeitig hatte ich – zwischen zwei Jobs – das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Hilflosigkeit und Unbehagen machten sich breit – punktuell sogar Hoffnungslosigkeit.

Genau dieses Gefühl begegnet mir aktuell bei vielen Menschen, mit denen ich spreche. Da werden Bewerbungen geschrieben, optimiert, angepasst und verschickt. 50 Stück. 100 Stück. Manchmal sogar 200. Und trotzdem passiert oft wenig, der Arbeitsmarkt ist zäh und fies.

Dabei sind sich viele Rückmeldungen erstaunlich ähnlich:

  • „Ich habe das Gefühl, diese Stelle wird gar nicht wirklich besetzt.“
  • „In allen Jobbörsen tauchen immer dieselben Arbeitgeber auf.“
  • „Ich bekomme nicht mal eine Einladung zum Gespräch.“
  • „Ich habe mich zigmal beworben und nicht einmal eine Rückmeldung erhalten.“

Arbeitgeber-Ghosting gehört inzwischen leider fast schon zur normalen Candidate Experience vieler Jobsuchender. Gleichzeitig bekommen Unternehmen oft enorme Mengen an Bewerbungen – Automatisierung lässt grüßen! Recruiter*innen sprechen dann auch davon, dass sie zwar viele Bewerbungen erhalten, aber eben nicht die passenden.

Arbeitsmarkt, crazy

Eigentlich kein Wunder, da viele Unternehmen Stellenanzeigen posten und hoffen, dass irgendjemand Passendes auftaucht. Dafür gibt es in der Recruiting-Branche sogar den Begriff „Post and Pray“.

Das ist doch eigentlich verrückt und dennoch machen viele Bewerber*innen inzwischen im Grunde dasselbe – nur von der anderen Seite aus. Sie konzentrieren sich fast ausschließlich auf genau diesen Weg: Stellenanzeigen suchen, Online-Formular ausfüllen, PDF hochladen, warten und hoffen. KI und Automatisierung verstärken die Herausforderungen im offenen Stellenmarkt sogar noch – und auch das in einem „Wettrüsten“ für beide Seiten.

Vielleicht hast auch du schon ein Anschreiben mit KI verfasst und deine Bewerbungen automatisiert. So praktisch das auch ist: Dadurch, dass Bewerbungen heute mit ein paar Klicks erstellt und abgeschickt werden, finden sich Personaler*innen mit einer Flut an – oft sehr ähnlichen – Bewerbungen konfrontiert. Eine Flut, in der einzelne Bewerbungen schnell untergehen.

Hinzu kommt, dass gerade größere Unternehmen immer häufiger zu sogenannten Applicant Tracking Systems (kurz ATS) greifen, zu denen auch die CV Parser gehören. Diese geben eine erste Einschätzung zur Passung des/der Kandidat*in ab. Was du in diesem Zusammenhang unbedingt berücksichtigen solltest: Viele CV Parser können grafische Darstellungen im Lebenslauf, wie etwa die Visualisierung vorhandenen Wissens als Balkendiagramm, gar nicht oder deutlich weniger gut auslesen als reinen Text. Im Zweifelsfall solltest du von einer allzu kreativ gestalteten Bewerbung – zumindest bei größeren Unternehmen – also besser absehen.

Verunsicherung ist völlig normal

In dieser Situation ist es daher absolut verständlich, sich frustriert, verunsichert oder gar hilflos zu fühlen. Denn Jobsuche hast du wahrscheinlich nie wirklich gelernt. Die meisten Menschen erlernen einen Beruf oder fachliche Kompetenzen. Sie lernen aber nicht, wie moderner Arbeitsmarkt , verdeckter Stellenmarkt oder Networking funktioniert. Auch die eigene Positionierung dürfte bei den wenigsten auf dem Lehrplan gestanden haben. 

Jobsuche ist deshalb oft wie Stochern im Nebel. Du weißt nicht genau, wo die Reise hingeht, wie lange sie dauert und welcher Weg dann wirklich zum Ziel führt.
Genau deshalb lohnt es sich, den Blick zu erweitern. Denn Jobsuche ist deutlich mehr als klassische Bewerbung.

5 Alternativen zur klassischen Bewerbung

Vorab noch ein Disclaimer: Es gibt vieles, was du als Alternative zur klassischen Bewerbung tun kannst. Aber egal was du tust, du brauchst stets optimale Unterlagen, weil du im Zweifel doch irgendwann eine PDF versenden oder etwas hochladen musst, selbst wenn du nicht mehr Stellenanzeigen hinterher jagst. Außerdem kann eine Verschriftlichung helfen, sich der eigenen Erfahrung, Stärken und Neigungen bewusst zu werden. 

Alternative 1: Hör auf, dich zu bewerben!

Hör auf, dich zu bewerben? Das klingt natürlich radikal und für manche völlig unverständlich. Aber wenn 200 Bewerbungen nicht funktioniert haben, hilft es manchmal, bewusst innezuhalten. Nicht aufzugeben, aber den Fokus zu verändern. Viele Menschen jagen irgendwann nur noch Stellenanzeigen hinterher. Jede neue Ausschreibung erzeugt kurzfristig Hoffnung – und kurze Zeit später möglicherweise die nächste Enttäuschung.

Manchmal hilft es deshalb, einen Schritt zurückzutreten und sich stärker mit dem verdeckten Stellenmarkt zu beschäftigen. Ein erheblicher Teil interessanter Jobs wird gar nicht öffentlich ausgeschrieben oder erst sehr spät. Viele Stellen entstehen über Empfehlungen, Gespräche, Kontakte oder spontane Bedarfe. Das bedeutet: Nicht jede Jobsuche beginnt mit einer Stellenanzeige. Und genau dort entstehen oft neue Möglichkeiten.

Alternative 2: Hol dir Hilfe!

Ganz gleich, ob Berufseinsteiger*in, High Professional oder Führungskraft: Niemand hat Jobsuche wirklich professionell gelernt. Und weil der Arbeitsmarkt komplizierter geworden ist und so viele Fallen und Unwägbarkeiten lauern, kann es lohnen, sich professionelle Unterstützung zu holen. Das kann ein Karriere-Coaching sein, eine Beratung bei der Arbeitsagentur oder Gespräche mit erfahrenen Menschen aus dem eigenen Umfeld – aber eben auch das professionelle Umfeld einer beruflichen Weiterbildung.

Ich erlebe regelmäßig, dass Menschen schon nach einem einzigen intensiven Beratungsgespräch bei uns plötzlich ganz neue Perspektiven auf ihre bisherige Bewerbungsstrategie entwickeln. Manchmal reicht schon eine andere Sichtweise auf den eigenen Lebenslauf, die Zielposition oder die eigene berufliche Geschichte.

Gerade wenn du zwischen zwei Jobs bist, können sowohl Coaching als auch Weiterbildung über die Agentur für Arbeit zu 100 Prozent gefördert werden. Viele wissen das gar nicht, aber könnten dies für sich nutzen.

Alternative 3: Prüfe deine Positionierung

Das Innehalten hilft auch bei einer wichtigen Frage: Wo willst du eigentlich wirklich hin?

Häufig werden Bewerbungen sehr breit gestreut verschickt. Ein bisschen hier, ein bisschen dort, Hauptsache irgendwie wieder in Arbeit. Das ist menschlich nachvollziehbar, führt aber oft dazu, dass Bewerbungen diffus wirken und nicht wirklich auf die ausgeschriebenen Stellen passen.

Deshalb lohnt sich ehrliche Selbstreflexion:

  • Was kann ich wirklich gut? 
  • Welche Aufgaben und Tätigkeiten passen tatsächlich zu mir? 
  • Welche Arbeitsumfelder wünsche ich mir künftig und welche nicht mehr? 
  • Würde ich mich selbst für genau diese Stelle einstellen?

Positionierung bedeutet nicht, sich künstlich zu verbiegen oder zu „verkaufen“, sondern Klarheit zu entwickeln. Und genau diese Klarheit spüren später auch Arbeitgeber*innen. Manchmal reichen dafür schon wenige intensive Stunden der Reflexion. Systematischer geht es beispielsweise mit Instrumenten wie dem Talentkompass NRW oder mit professioneller Begleitung durch Coaching und Beratung.

Alternative 4: Notfallnetzwerken

Ehrlich gesagt hatte ich mein berufliches Netzwerk damals selbst nicht besonders gut gepflegt. Das geht übrigens vielen Menschen so. Und plötzlich merkst du in der Jobsuche: Die wenigen Kontakte arbeiten vielleicht noch in der alten Branche. Oder sie sind selbst unsicher. Oder man hat jahrelang kaum berufliche Netzwerke aktiv genutzt.

Dann braucht es manchmal so etwas wie „Notfallnetzwerken“. Und das funktioniert tatsächlich. Innerhalb weniger Wochen oder Monate lässt sich ein komplett neues berufliches Netzwerk aufbauen, besonders auch mit Hilfe von Businessnetzwerken wie LinkedIn oder XING – ich nenne das gerne „Big Data für Bewerber*innen“.

Dazu gehört:

  • Systematische Recherche nach Menschen mit deinen Keywords,
  • Finden interessanter Menschen und schauen, wo sie arbeiten,
  • Recherchieren spannender Unternehmen und deren Mitarbeiter*innen scannen,
  • Vernetzen, Kontakte aufbauen, Ausschau nach „alten“ Bekannten halten,
  • Als Kür: Selbst sichtbar werden, Beiträge kommentieren usw.

Notfallnetzwerken ist sehr mächtig, denn plötzlich bekommst du viel mehr Informationen über Unternehmen, Branchen, Ansprechpartner*innen und Entwicklungen als nur über Stellenanzeigen.

Alternative 5: Systematisch Kaffeetrinken

Systematisch Kaffeetrinken ist gewissermaßen die Königsdisziplin der Alternativen zur klassischen Bewerbung. Du führst „einfach“ Gespräche:

  • mit Menschen, die dort arbeiten, wo du hinwillst,
  • mit Personen, die interessante berufliche Perspektiven haben oder
  • einfach mit netten Menschen aus alten Zeiten, die wiederum andere Menschen kennen.

Und genau das nenne ich: #SystematischKaffeetrinken. Das kann ganz klassisch bei einem echten Kaffee passieren oder virtuell per Teams oder Zoom. Entscheidend ist nicht das Getränk, sondern das Gespräch. Oft entwickelt sich daraus zunächst nur ein guter Kontakt, vielleicht ein Hinweis, vielleicht eine Idee. Manchmal folgt darauf aber auch eine Empfehlung und manchmal sogar ein neuer Job.

Fazit: Jobsuche ist mehr als klassische Bewerbung

Wenn du beginnst, Alternativen zur klassischen Bewerbung aktiv umzusetzen, verändert sich oft etwas Entscheidendes: Das Gefühl der Hilflosigkeit wird weniger. Du kommst wieder ins Handeln. Plötzlich recherchierst du aktiv, führst Gespräche, entwickelst neue Perspektiven, baust Kontakte auf und verstehst den Arbeitsmarkt besser.

Und das Spannende ist: Am Ende entstehen daraus oft trotzdem wieder klassische Bewerbungen. Nur diesmal gezielter. Passender. Persönlicher. Vielleicht sogar mit einem Kontakt im Unternehmen, einer Empfehlung oder einem vorherigen Gespräch. Und genau dann steigen häufig auch die Chancen deutlich. Denn Jobsuche ist eben viel mehr als nur PDF-Dateien hochladen und auf Rückmeldungen warten.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!


 

 

 

 


 

 

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Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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#LVQPod: Von der Werksschließung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit:... Thu, 21 May 2026 08:30:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-24-fachkraft-fuer-arbeitssicherheit-wie-boris-seinen-beruflichen-neustart-meisterte.html post-399 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-24-fachkraft-fuer-arbeitssicherheit-wie-boris-seinen-beruflichen-neustart-meisterte.html Kay Pfefferkuchen Was passiert, wenn nach 20 Jahren im selben Betrieb plötzlich Schluss ist? Wenn ein traditionsreiches Werk schließt, fast 2.000 Menschen gehen müssen und die eigene berufliche Zukunft von heute auf… #LVQPod: Von der Werksschließung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit: Wie Boris seinen beruflichen Neustart meisterte (#24) by Kay Pfefferkuchen 21-05-26

Categories: Podcast

Was passiert, wenn nach 20 Jahren im selben Betrieb plötzlich Schluss ist? Wenn ein traditionsreiches Werk schließt, fast 2.000 Menschen gehen müssen und die eigene berufliche Zukunft von heute auf morgen neu gedacht werden muss?

Werksschließung, Transfergesellschaft, berufliche Neuorientierung: Darüber spricht Geschäftsführer Lars Hahn mit Absolvent Boris Böhmer sowie Mitarbeiter und Sifa-Lernbegleiter Marian Schmerkötter in Folge 24 des LVQ-Podcasts. Außerdem: Warum die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit gerade für erfahrene Fach- und Führungskräfte eine echte Chance sein kann.

Die wichtigsten Inhalte ihres Gesprächs kannst du im Folgenden nachlesen. Wir empfehlen natürlich, die ganze Folge anzuhören:
 

Natürlich findest du uns auch bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt (einfach ‚Du bist mehr als dein Lebenslauf‘ oder ‚LVQ‘ ins Suchfeld eingeben). Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ...

Und wenn dir gefällt, was du hörst, empfiehl uns gern weiter! ;-) 

„Plötzlich stehst du da und das Licht wird ausgeschaltet.“

 

Boris Böhmer ist Industriemeister für Elektrotechnik. 20 Jahre lang arbeitete er in einem alten Traditionswerk, den Mannesmann Röhrenwerken, die zuletzt zum französischen Vallourec-Konzern gehörten. Dann kam die Werksschließung. Boris erlebte mit, wie die Produktion heruntergefahren wurde, wie Kolleg*innen nach und nach gingen – und wie am Ende das Licht ausgeschaltet wurde.
„Das war schon ein sehr trauriger Moment“, sagt Boris rückblickend. „Und es ist auch heute noch traurig, wenn ich darüber nachdenke.“

Wo geht meine berufliche Reise hin? ist eine Frage, die die meisten LVQ-Teilnehmer*innen beschäftigt. Besonders drängend wird sie, wenn nicht nur ein einzelner Arbeitsplatz wegfällt, sondern ein ganzer Standort geschlossen wird. Für Boris gestaltete sich der Abschied als längerer Prozess. Mitte September 2023 wurde das letzte Rohr gewalzt, Mitte Dezember 2023 hatte er seinen letzten Arbeitstag. Er war einer der letzten aktiven Mitarbeiter, die das Werk verließen.

Dabei war Boris‘ Rolle besonders herausfordernd: Einerseits war er selbst betroffen. Andererseits trug er Verantwortung für Bereiche und Mitarbeitende. Während seine Kolleg*innen neue Stellen fanden und das Unternehmen nach und nach verließen, wuchsen seine Aufgaben sogar noch.
„Dadurch, dass ich auch Kollegen auf Augenhöhe habe gehen lassen, habe ich immer mehr Abteilungen übernommen“, erzählt Boris. „Tatsächlich ist mein Aufgabenbereich in der Schließungszeit gewachsen.“

Transfergesellschaft: Zeit und Raum für Neuorientierung

Nach der Werksschließung wechselte Boris nicht direkt in die Arbeitslosigkeit, sondern in eine Transfergesellschaft. Diese sollte den Beschäftigten die Möglichkeit geben, sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten, neue Wege zu prüfen und Qualifizierungen zu nutzen.

Die Transfergesellschaft beschreibt Boris als eine Chance, nicht einfach nur abzuwarten, sondern sich aktiv mit der eigenen beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Es habe einen ausgehandelten Rahmen gegeben, außerdem Fördermöglichkeiten, um Weiterbildungen oder Lehrgänge zu finanzieren. Für ihn selbst standen im Grunde zwei Wege im Raum: eine Selbstständigkeit im Elektrohandwerk oder die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Das Thema Arbeitssicherheit war ihm schon aus seiner Zeit in der Industrie vertraut. In seiner Funktion als Meister hatte er bereits viele Berührungspunkte mit Sicherheit, Gefährdungsbeurteilungen und Verantwortung im Betrieb. „Industrie birgt immer ein gewisses Gefahrenpotenzial“, sagt Boris. „Da ist das Thema Sicherheit eigentlich allgegenwärtig.“

Warum die Sifa-Weiterbildung nahelag

Über die Agentur für Arbeit informierte sich Boris zunächst über Fördermöglichkeiten. Da ihm klar war, dass seine gewünschte Weiterbildung den Rahmen der Transfergesellschaft möglicherweise überschreiten würde, wollte er wissen, welche Wege darüber hinaus möglich sind. Durch eigene Recherche stieß Boris schließlich auf die LVQ.

Die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, kurz Sifa, war für ihn nicht völlig fremd. Aufgaben wie das Erstellen von Gefährdungsbeurteilungen lagen schon vorher auf seinem Schreibtisch. „Im Grunde ging es darum, bereits bestehendes und angewandtes Wissen durch den Lehrgang zu festigen“, resümiert Boris.

Sifa 3.0 – weniger Auswendiglernen, mehr Anwenden

LVQ-Mitarbeiter Marian Schmerkötter begleitet den Lehrgang Fachkraft für Arbeitssicherheit als Fachkoordinator und Lernbegleiter. Was das Konzept 3.0, also den aktuellen Sifa-Lehrgang, für ihn ausmacht?

Früher sei die Ausbildung stärker durch Auswendiglernen geprägt gewesen. Seit der Neukonzipierung setze man deutlich stärker auf Anwendung, eigenständiges Denken und Kompetenzentwicklung: „Es ist eine Weiterbildung, die es wirklich geschafft hat, die Leute sehr viel kompetenzbasierter handeln zu lassen“, erklärt Marian. Die Teilnehmer*innen sollen sich Wissen nicht nur aneignen, um Prüfungen zu bestehen. Sie sollen lernen, wie sie in der Praxis handeln, beraten, kommunizieren und Situationen einschätzen.

Der Lehrgang basiert auf einem bundeseinheitlichen Rahmenkonzept der DGUV. Damit ist klar geregelt, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um als Fachkraft für Arbeitssicherheit tätig werden zu können. Lars vergleicht das im Gespräch mit einem LKW-Führerschein: Wer die Qualifikation hat, darf bestimmte Aufgaben übernehmen. Wer sie nicht hat, darf es nicht. Für die LVQ ist dieser Lehrgang deshalb besonders: Er führt zu einer Qualifikation, mit der die Absolvent*innen anschließend eine gesetzlich verankerte Funktion in Unternehmen übernehmen können.

Lernen lernen: Zurück in den Weiterbildungsmodus

Für Boris war der inhaltliche Teil der Weiterbildung nur eine Seite. Die andere war das Lernen selbst. Nach vielen Jahren im Beruf musste er sich erst wieder ins Lernen hineinfinden: „Ich bin keine 23 mehr“, sagt Boris. „Mich zu Hause konzentriert hinzusetzen und nicht von jedem Mist ablenken zu lassen, ist mir anfangs schon schwergefallen.“ Gerade dieser Punkt dürfte vielen bekannt vorkommen, die nach längerer Berufserfahrung wieder eine Weiterbildung beginnen. Fachwissen, Praxiserfahrung und Motivation sind oft vorhanden – aber der Alltag des Lernens muss sich erst wieder einspielen.

Lernbegleitung statt klassischem Frontalunterricht

Ein zentrales Element der Sifa 3.0 ist die Rolle der Lernbegleiter*innen. Laut Marian nehmen diese sich bewusst zurück. Statt vorn zu stehen und Wissen zu vermitteln, unterstützen sie die Teilnehmer*innen dabei, sich Inhalte selbst zu erschließen, Fragen zu stellen, in Gruppen zu arbeiten und Feedback anzunehmen.
Für die Lernbegleiter*innen bedeute das ein Umdenken. Sie brauchen nicht nur Fachwissen, sondern auch methodisch-didaktische Fähigkeiten, Menschenkenntnis, Diplomatie und die Fähigkeit, Lernprozesse zu begleiten. Für Boris genau der richtige Ansatz: „Es war eine gute Kombination aus eigenständigem Lernen und Unterstützung durch Wissensträger.“

Eine Lerngruppe mit viel Erfahrung

Neben Lernplattform, Selbstlernphasen und Praxisanteilen spielten für Boris auch die gemeinsamen Seminarphasen eine wichtige Rolle. Besonders beeindruckt habe ihn die Zusammensetzung seiner Gruppe. Vom Doktor der Chemie oder Elektrotechnik bis zum Pferdewirt sei alles vertreten gewesen. Die beruflichen Hintergründe waren unterschiedlich, gleichzeitig brachten viele Teilnehmer*innen langjährige Erfahrung mit. „Gerade die Zeiten vor Ort, als man sich in die Augen schauen konnte, waren mega“, erinnert sich Boris. Nicht nur der berufliche Hintergrund der Teilnehmer*innen variiert: Laut Marian steige auch der Anteil der Teilnehmerinnen und beim Alter gebe es eine große Bandbreite von sehr jungen Teilnehmer*innen bis hin zu Menschen über 60.

Der Praxisteil: Wissen im Betrieb anwenden

Ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung ist der Transfer in die Praxis. Den Praxisteil absolvierte Boris bei der Sulzer Chemtech in Essen. Dort habe er Wissen aus seiner früheren Tätigkeit und aus dem LVQ-Lehrgang verbinden können.
Spannenderweise stellte sich das Werk zu diesem Zeitpunkt gerade neu auf, wodurch Boris Arbeitssicherheit in einem Umfeld mitgestalten konnte, das sich im Aufbau befand. Für ihn ein Höhepunkt seiner Weiterbildung.

Vom Lehrgang in den neuen Job

Noch während des Sifa-Lehrgangs kam Boris mit seinem heutigen Arbeitgeber in Kontakt. Auch dabei spielte Networking eine Rolle – unter anderem über Kontakte aus dem LVQ-Umfeld und die Lernbegleiter*innen. Zunächst blieb er der LVQ jedoch noch etwas treu und absolvierte zusätzlich die Weiterbildungen zum Qualitätsbeauftragten und Umweltmanagementbeauftragten.
Heute arbeitet er bei Rud. Otto Meyer Technik, einem traditionsreichen Unternehmen im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung. Ursprünglich kommt Boris aus dem Elektrohandwerk, er ist also Quereinsteiger. Ausgebremst habe ihn das im Auswahlprozess aber nicht, im Gegenteil: „Ich konnte mit meiner Erfahrung, meinem Branchenverständnis und meinen handwerklichen Wurzeln punkten.“

Warum Sifa für erfahrene Fachkräfte eine Chance sein kann

Marian sieht die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit gerade für lebenserfahrene Menschen als gute Möglichkeit für den beruflichen Neustart. In anderen Weiterbildungen gebe es ebenfalls gute Abschlüsse, aber bei der Sifa habe er „überhaupt keine Bauchschmerzen“. Der Grund: Die Teilnehmer*innen bringen oft viel Berufserfahrung mit. Wer schon in Produktionshallen, Werkstätten, auf Baustellen oder in technischen Bereichen gearbeitet hat, kennt Risiken aus der Praxis. Genau diese Erfahrung kann in der Arbeitssicherheit ein großer Vorteil sein.

Typische Einsatzfelder sind vielfältig: Manche Absolvent*innen machen sich selbstständig, manche arbeiten in Ingenieurbüros und beraten externe Unternehmen, andere werden direkt in Betrieben als Fachkraft für Arbeitssicherheit angestellt.

Sechs Monate Vollzeit – intensiv, aber wirksam

Die LVQ bietet die Sifa-Weiterbildung in einer konzentrierten Vollzeitvariante an. Die sechs Monate sind geprägt von viel Lernstoff, viel Eigenarbeit und viel Gruppenarbeit. Aber: „Es lohnt sich“, weiß Marian. Die Konzentration sei auch ein Vorteil für Menschen, die zwischen zwei Jobs stehen und sich zügig neu aufstellen möchten. Darüber hinaus nehme auch immer eine Handvoll Berufstätiger an den Lehrgängen teil, die den Kurs so mit Impulsen aus dem Arbeitsalltag bereichern. Mittlerweile bietet die LVQ den Sifa-Lehrgang übrigens auch in einer berufsbegleitenden Variante, die knapp unter einem Jahr dauert. Hier geht es zur Produktseite des Lehrgangs.

Boris’ Neustart: „Eine Punktlandung.“

Rückblickend beschreibt Boris seinen beruflichen Wechsel als „Punktlandung“. Auch das Unternehmen, das ihn gefunden habe, sei eine Punktlandung gewesen. Er sei dort sehr glücklich und überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Zum Abschluss fragt Lars, welchen Tipp Boris Menschen geben würde, die von Werksschließung, Kündigung oder beruflicher Unsicherheit betroffen sind.
Seine Antwort ist eindeutig: „Bleibt nicht stehen!“ Genau das gebe er auch heute in seinem beruflichen Umfeld weiter.

Wer sich sehr lange nicht weiterentwickelt habe, tue sich später schwerer damit, noch einmal neu anzufangen. Deshalb sei Weiterbildung nicht nur im Notfall wichtig, sondern grundsätzlich ein Bestandteil beruflicher Entwicklung. Und wer Interesse an der Arbeitssicherheit hat, dem macht Boris ebenfalls Mut: Sifas werden weiterhin gesucht. Auch in seinem aktuellen Umfeld gebe es Bedarf und Schwierigkeiten, passenden Nachwuchs zu finden.

Fazit: Wenn sich eine Tür schließt …

Dranbleiben, sich weiterentwickeln und vernetzen – für Boris war genau das entscheidend. Er blieb nicht stehen, sondern nutzte die Transfergesellschaft, informierte sich über Fördermöglichkeiten, entschied sich für Weiterbildung, brachte seine Erfahrung ein und fand über Qualifizierung und Netzwerk einen neuen beruflichen Weg. Aus einer Werksschließung wurde so kein Ende der beruflichen Reise, sondern ein neuer Abschnitt.

Links

Hier geht's zu Boris' LinkedIn-Profil.


 

 

 

 


 

 

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Wir unterhalten uns mit spannenden Gästen, darunter Karriere-Coaches, Vertreter*innen der Verwaltung und natürlich ehemalige Teilnehmer*innen unserer Weiterbildung.

Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ... ;-)


 


 

 

 

 

 

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Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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Den Marktwert ermitteln: Wie du eine realistische Gehaltsvorstellung... Thu, 30 Apr 2026 08:04:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/marktwert-ermitteln-realistische-gehaltsvorstellung.html post-398 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/bewerbung-und-jobsuche/marktwert-ermitteln-realistische-gehaltsvorstellung.html Angela Borin An bestimmten Punkten im Bewerbungsprozess treffen Jobsuchende auf die Frage nach der Gehaltsvorstellung. Eine Frage, die teils mit Selbstzweifeln oder Überschätzung, manchmal aber auch mit… Den Marktwert ermitteln: Wie du eine realistische Gehaltsvorstellung erhältst by Angela Borin 30-04-26

Categories: Bewerbung und Jobsuche

Tagtäglich stöbern Jobsuchende in bekannten Stellenportalen, sichten Jobanzeigen, führen Bewerbungsgespräche und stoßen auf die Frage nach dem eigenen Marktwert. Die gängigste Formulierung in Sachen Gehalt lautet oftmals: „Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?“ Eine Frage, die in Bewerbungen gerne umgangen wird, die sich aber spätestens im Vorstellungsgespräch unausweichlich zeigt.

Während die einen sich maßlos unter- oder auch überschätzen, antworten andere nur zögerlich. Taktiken, die häufig mehr von Selbstzweifeln oder einer bloßen Bauchentscheidung denn von einer guten Vorbereitung geprägt sind. Nicht selten geistern dabei ganz bestimmte Gedanken durch den Kopf vieler Bewerber*innen:

  • „Kann ich das überhaupt verlangen? Das ist schließlich mein erster Job. Ich bringe doch noch gar nichts mit.“
  • „Meine Erfahrung habe ich in Beruf oder Branche X gesammelt, nun bewerbe ich mich für Beruf Y/in Branche Y. Da kann ich schlecht mein letztes Gehalt zugrunde legen.“
  • „Ich bin seit mehr als XX Monaten arbeitslos. Welche Ansprüche kann ich überhaupt noch stellen?“
  •  „Monats- oder Jahresgehalt, Benefits, Prämien etc.: Was gehört eigentlich alles in die ‚Gehaltsvorstellung‘ und wie kann ich meinen Marktwert ermitteln?“
  •  „Ich habe gehört, dass ich in meinem Berufsfeld Summe X fordern darf – stimmt das überhaupt?“

In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Marktwert ermitteln kannst, um mit realistischen Gehaltsvorstellungen selbstsicher ins nächste Jobinterview zu starten. Zudem verraten wir dir verschiedene Quellen, die dich dabei unterstützen.

Marktwert ermitteln: Wie setzt sich mein Marktwert zusammen?

Deine Gehaltsvorstellung sollte weder von unsicheren Gedanken noch von einer ad-hoc-Entscheidung bestimmt werden. Vielmehr setzt sich dein Marktwert aus deinen Kenntnissen und Erfahrungen – auch universitären – und einer passenden Recherche zusammen. Er beeinflusst mitunter, wie dein Gegenüber dich im Bewerbungsprozess wahrnimmt: (un-)authentisch, (un-)sicher, weltfremd oder realistisch.

Den Marktwert ermitteln bedeutet also auch, dass du Einfluss auf deine Wirkung hast. Diese Vorbereitung führt daher nicht nur zu hilfreichen Ergebnissen in Form von konkreten Zahlen, sondern verleiht dir für dein Vorstellungsgespräch vor allem eines: Selbstsicherheit und Authentizität.

Die eigene Kompetenz realistisch betrachten

Damit du deine Qualifikationen im branchenüblichen Marktumfeld einsortieren und somit deinen passenden Marktwert ermitteln kannst, lohnt zunächst ein Blick auf deine beruflichen Stationen und die dabei erworbenen Fachkenntnisse:

  • Berufs- & Branchenerfahrung: Wie viele Jahre hast du in welchen beruflichen Umfeldern gearbeitet? Hast du beispielsweise schon einmal erfolgreich die Branche gewechselt oder hast du verschiedene Stationen in deiner Branche durchlaufen?
  • Erfolge: Welche messbaren Erfolge konntest du in deinen bisherigen Stationen verbuchen?
  • Verantwortung: Welche Verantwortungen durftest du im Rahmen deiner Karriere bereits übernehmen? Hast du bereits Teams geführt – etwa im Rahmen von Projekten – oder hast du Budgets verwaltet?
  • Studium, Aus- und Weiterbildung: Bringst du einen passenden Abschluss und/oder Wissen rund um aktuelle Themen mit?
  • Ehrenamt: Hast du berufsnahe ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt – beispielsweise während deines Studiums?

Nimm deine Erfahrungen und Kompetenzen genau unter die Lupe und analysiere, welche Fähigkeiten sich aus deinen einzelnen Tätigkeiten und Stationen ergeben. Dies bildet die Basis, um deinen Marktwert ermitteln zu können, und hilft dir mit Blick auf Vorstellungsgespräche, klar und deutlich deine Stärken, aber auch den Mehrwert zu umreißen, den du einem potenziellen Arbeitgeber bietest.

Bewertungsportale, Gehaltsreports & Netzwerke: Wie du deinen Marktwert ermitteln kannst

Hast du deine Selbstanalyse abgeschlossen, folgt auch schon der Abgleich mit dem Markt. Es gibt diverse Portale und Tools, mit denen du herausfinden kannst, was einzelne Unternehmen oder ganze Branchen zahlen – filterbar nach Berufsbezeichnung und Region:

  • Bewertungsportale: Als Arbeitgeberbewertungsportal aus dem deutschsprachigen Raum bietet Kununu dir die Möglichkeit, konkret nach bestimmten Arbeitgebern der DACH-Region zu suchen. Ähnlich funktioniert das in den USA gegründete Glassdoor – nur auf internationaler Ebene. Durch echte Bewertungen und Gehaltsangaben (ehemaliger) Arbeitnehmer*innen kannst du nicht nur herausfinden, ob das Unternehmen zu dir und deinen Werten passt, sondern auch welche Durchschnittsgehälter das gesuchte Unternehmen für die jeweiligen Positionen im Unternehmen zahlt. Außerdem kannst du über den Reiter „Gehälter“ das Durchschnittsgehalt deines Berufes einsehen – nach Einstieg oder mehrjähriger Berufserfahrung sowie nach Region.

 

 

HINWEIS: Voraussetzung für die Anzeige eines Gehaltsbandes ist die Beteiligung der Mitarbeitenden des Unternehmens. Kleine Unternehmen haben meist weniger bis keine Einträge im Gegensatz zu Konzernen. Tendenziell zahlen sie auch weniger als die Großen. Neben der Unternehmensgröße spielt auch der Unterschied zwischen Bundesländern oder Groß- und Kleinstädten sowie die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle. Läuft es gut, kannst du offensiver in Gespräche gehen, zeigt sich der Arbeitsmarkt zäh, drückt dies auch auf deinen Marktwert.

TIPP: Betrachte nicht nur dein auserwähltes Unternehmen, sondern wirf auch einen Blick auf Wettbewerber deiner Branche oder Unternehmen ähnlicher Größe aus deiner Region. Beziehe unterschiedliche Standorte und den Arbeitsmarkt mit ein: Nur so kannst du letztlich passend deinen Marktwert ermitteln.


 

 
  • Künstliche Intelligenz: Auch mit KI kannst du deinen Marktwert ermitteln und dir viele hilfreiche Tipps erarbeiten. Dazu benötigen ChatGPT, Claude und Co. möglichst viele detaillierte Informationen zur Stelle und deinem beruflichen Hintergrund – wie Ausbildung, Kenntnisse und konkrete Erfahrungen. Mit dem richtigen Prompt kannst du die gewählte KI dann anweisen, eine tiefe Recherche in deinem beruflichen Segment vorzunehmen und dir die entsprechenden Quellen zur Verfügung zu stellen.
     

 

 

TIPP: Mit der KI kannst du anschließend sogar ganze Vorstellungsgespräche simulieren und trainieren und so passende Antworten und Argumente ausarbeiten.

HINWEIS: Auch wenn du einen möglichst passgenauen Marktwert ermitteln möchtest, achte immer auf deine persönlichen und auf vertrauliche Daten. Wirf daher vor der Dateneingabe am besten einen Blick in die Datenschutzeinstellungen, um zu prüfen, inwieweit dein Chat und deine zur Verfügung gestellten Dokumente gespeichert und zu Trainingszwecken genutzt werden. Prüfe zudem unbedingt die von der KI genannten Quellen, denn auch die KI ist im Trainingsmodus und kann Fehler machen.


 

 
  • Gehaltsreports: Neben kununu bieten auch viele der großen Jobbörsen jährliche Gehaltsreports an, so etwa Stepstone. Für diese Reports werden Millionen von Datensätzen Berufstätiger aus Deutschland ausgewertet, sodass das Bruttodurchschnittsgehalt nach Geschlecht, Verantwortung, Erfahrungsstufen und Bundesländern sichtbar gemacht wird. Je nach Report werden zudem die Top-Städte und -Branchen oder der Vergleich von Ausbildung, Studium oder fehlendem Abschluss aufgezeigt.

 


 

 
  • Stellenanzeigen: Neben der Frage nach dem Gehaltswunsch finden sich in einigen Stellenausschreibungen bereits Gehaltsspannen, die eine erste Orientierung bieten. Ab Juni 2026 wird dies zumindest auch in Ausschreibungen größerer Unternehmen zunehmen. Die Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet Unternehmen ab einer bestimmten Größe bereits im Bewerbungsverfahren dazu, über das Einstiegsgehalt bzw. die Einstiegsgehaltsspanne sowie Tarifregelungen Auskunft zu geben. Dies soll idealerweise innerhalb der Stellenausschreibung geschehen. Das bietet dir schon zu Beginn des Bewerbungsprozesses einen sicher(er)en Rahmen und unterstützt dich, deinen Marktwert passgenau zu ermitteln.

 


 

 
  • Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: Auch die Bundesagentur bietet ein hilfreiches Tool. Dieses klassifiziert den eingegebenen Beruf nach Anforderungsniveau und gibt Aufschluss, welche Berufe zur Berufsgattung zählen. Darüber hinaus ist das monatliche Durchschnittsgehalt sowie das obere und untere Gehaltsende gelistet – auch nach Alter, Geschlecht und Region.

 


 

 
  • Soziale Netzwerke: Sowohl online – beispielsweise über Businessnetzwerke wie LinkedIn – als auch offline kann das Gespräch mit (Ex-)Kolleg*innen, Freunden in ähnlichen Arbeitsverhältnissen oder befreundeten Personaler*innen und Abteilungsleiter*innen interessante Einblicke bieten. Vielleicht konntest du im Rahmen einer Weiterbildung auch Kontakte in deiner aktuellen oder Zielbranche knüpfen. Nutze diese Gelegenheiten und gleiche im direkten Austausch deine Vorstellungen ab, um einen realistischen Marktwert ermitteln zu können. Sprich auch mit einer Person des Vertrauens – besonders wenn du mehrere Jobs in Aussicht hast oder mit den ermittelten Werten haderst. An dieser Stelle lohnt sich möglicherweise auch ein Gespräch mit einem Jobcoach oder speziellen Gehaltscoach.

Vom Marktwert zur Gehaltsvorstellung: Und was gehört dazu?

Um die Frage „Wie kann ich meinen Marktwert ermitteln?“ passend abzurunden, ist es entscheidend, mehr als eine Quelle zu nutzen. Das beseitigt Zweifel und schafft Klarheit darüber, welchen Wert deine Fähigkeiten konkret für ein Unternehmen haben können. Basierend auf deiner Position, Region und Erfahrung kannst du dich im Abgleich mit mehreren Daten selbstsicher einordnen und eine passende Gehaltsspanne ermitteln. Diese Spanne ist zunächst nur für dich bestimmt. Die größere Zahl bildet dabei deinen Verhandlungseinstieg, die untere deine Untergrenze, bis zu der du zu verhandeln bereit bist.

Neben der Gehaltsvorstellung – oftmals jährlich angegeben – gibt es verschiedene zusätzliche Faktoren, die du berücksichtigen solltest, wenn du deinen Marktwert ermitteln und eine realistische Gehaltsvorstellung formulieren möchtest. Von Alterversorgung über Homeoffice bis hin zu zusätzlichen Urlaubstagen oder Prämien bieten Unternehmen unterschiedliche zusätzliche Benefits an. Auch diese werden bei einem Gespräch über Gehaltsvorstellungen mit verhandelt. Beziehe die für dich wichtigen Faktoren daher in deine Überlegungen ein und bestimme für dich auch hier eine Verhandlungsmasse.

Beides ermöglicht dir einen gewissen Spielraum, indem du dich sicher mit deinem potenziellen Arbeitgeber bewegen kannst – ohne Zögern, aber mit Selbstvertrauen. Denn auch Personaler*innen möchten am Ende nicht nur eine Zahl wissen, sondern auch herausfinden, wie realistisch du deinen Marktwert ermitteln kannst und wie selbstsicher du dich im Gespräch einbringst.

Mit dem eigenen Marktwert selbstsicher ins nächste Vorstellungsgespräch

Den eigenen Marktwert zu betrachten und nicht aus reinem Wunschdenken zu benennen, verleiht dir für viele Aspekte deines Vorstellungsgespräches mehr Klarheit, Selbstsicherheit und letztlich auch Authentizität. Auf dem Weg beleuchtest du ausgiebig deine Stärken und deinen Mehrwert und bringst beides mit einer realistischen Gehaltsvorstellung zusammen. Dadurch zeigst du in deiner Bewerbung nicht nur, dass du dich auf allen Ebenen mit dem Unternehmen und der Branche beschäftigt hast, sondern dass du auch in der Lage bist, die richtige Einschätzung vorzunehmen. Dabei wünschen wir Dir viel Erfolg!


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Kay Pfefferkuchen.

Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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#LVQPod: Innere Blockaden, Orientierungslosigkeit, Eigenvermarktung:... Thu, 16 Apr 2026 08:00:00 +0200 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-23-innere-blockaden-orientierungslosigkeit-eigenvermarktung-tipps-vom-karrierecoach.html post-397 https://www.lvq.de/karriere-blog/artikel/karriere-blog/kategorien/podcast/folge-23-innere-blockaden-orientierungslosigkeit-eigenvermarktung-tipps-vom-karrierecoach.html Kay Pfefferkuchen Die Phase zwischen zwei Jobs kann verunsichern, Kraft kosten und Fragen aufwerfen, auf die es nicht sofort einfache Antworten gibt. Wie können Jobsuchende mit Unsicherheit, Selbstzweifeln und einem… #LVQPod: Innere Blockaden, Orientierungslosigkeit, Eigenvermarktung: Tipps vom Karrierecoach für die Phase zwischen zwei Jobs (#23) by Kay Pfefferkuchen 16-04-26

Categories: Podcast

Die Phase zwischen zwei Jobs ist für viele alles andere als leicht. Sie kann verunsichern, Kraft kosten und Fragen aufwerfen, auf die es nicht sofort einfache Antworten gibt. Über diese herausfordernde Zeit sprechen unser Gast, Karrierecoach Dr. Bernd Slaghuis, und unsere Leiterin digitale Kommunikation Angela Borin in dieser Folge. Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Fragen: Wie können Jobsuchende mit Unsicherheit, Selbstzweifeln und einem schwierigen Arbeitsmarkt umgehen? Und wie kann in dieser belastenden Übergangsphase neue Klarheit entstehen?

Die wichtigsten Inhalte ihres Gesprächs kannst du im Folgenden nachlesen. Wir empfehlen natürlich, die ganze Folge anzuhören:

Natürlich findest du uns auch bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt (einfach ‚Du bist mehr als dein Lebenslauf‘ oder ‚LVQ‘ ins Suchfeld eingeben). Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ...

Und wenn dir gefällt, was du hörst, empfiehl uns gern weiter! ;-) 

Warum viele Menschen erst dann Unterstützung suchen, wenn der Druck schon groß ist

Im Coaching erlebt Bernd Slaghuis nach eigener Aussage seit einiger Zeit eine Veränderung. Früher kamen häufiger Menschen, die noch im Job waren und sich neu orientieren wollten. Heute sitzen ihm öfter Menschen gegenüber, die schon lange suchen, viele Bewerbungen verschickt haben und sich fragen, warum nichts funktioniert.

Er berichtet von Klient*innen, die 50, 100, manchmal 300 Bewerbungen verschickt haben und mit der bangen Frage zu ihm kommen: „Was mache ich falsch?“
Dahinter stecke oft nicht nur Unsicherheit, sondern ein massiver innerer Druck. Bernd beschreibt, dass viele sich professionelle Unterstützung holen, weil sie merken, dass ihre bisherigen Strategien nicht aufgehen. Dann geht es nicht einfach darum, ein Dokument zu überarbeiten oder ein paar Formulierungen zu glätten. Vielmehr steht die grundsätzliche Frage im Raum, was überhaupt der nächste sinnvolle Schritt im Beruf ist – und wie dieser erreichbar wird.

Wenn Menschen sich selbst im Weg stehen

„Nicht immer scheitert es an fehlender Kompetenz“, weiß der Karrierecoach. Manchmal seien es innere Blockaden, die Jobsuchende ausbremsen. Bernd nennt dafür mehrere mögliche Ursachen. Manche Menschen haben keine echte Klarheit darüber, was sie eigentlich wollen, und bewerben sich deshalb wahllos. Andere kämpfen mit Glaubenssätzen wie: „Mich will doch eh keiner mehr.“ Wieder andere hängen emotional noch stark am alten Arbeitgeber, an einer ungerechten Trennung, an Konflikten oder an Verletzungen, die noch nicht verarbeitet sind.

„Viele, die mir gegenübersitzen, pfeifen sprichwörtlich aus dem letzten Loch“, sagt Bernd. Nicht selten kommen seine Klient*innen aus dem Krankenstand zu ihm. In solchen Fällen rät er dazu, nicht auf Hochdruck Bewerbungen zu schreiben. Stattdessen spricht er sich dafür aus, Regeneration als wichtigen Teil dieser Übergangszeit ernst zu nehmen: „Ich darf mich auch mal wieder erholen, ich darf wieder Kraft tanken, ich darf Abstand gewinnen.“ Wer innerlich noch völlig erschöpft ist, trifft selten gute Entscheidungen für die Zukunft.

Die Angst vor der Lücke – und warum sie nicht alles bestimmen sollte
Viele Jobsuchende stürzen sich dennoch in die Jobsuche und ihre nächste Bewerbung. Sie fürchten die Lücke im Lebenslauf, manchmal mehr als alles andere. Und so passiert es nicht selten, dass die eigenen Vorstellungen und das Wohlbefinden hintenangestellt oder gar nicht erst beleuchtet werden.

„Ich gehe inzwischen so weit, dass ich sage: Geh lieber die Lücke im Lebenslauf ein, als zu schnell in einem falschen Job zu landen und im Zweifel die Probezeitkündigung zu riskieren“, sagt Bernd. „So eine Probezeitkündigung macht wahnsinnig viel mit einem Menschen. Lieber ein paar Wochen oder Monate mehr Lücke im Lebenslauf und damit für sich im Reinen sein und sich erholen.“

Orientierung beginnt nicht mit dem Lebenslauf

Für den Karrierecoach stehe nicht das fertige Bewerbungsdokument im Mittelpunkt stehe, sondern der Weg dorthin. Wer nur den Lebenslauf „optimieren“ wolle, greife zu kurz. Entscheidend sei, sich zunächst mit den eigenen Werten, Stärken und Erwartungen auseinanderzusetzen.

Was ist einer Person bei einem Arbeitgeber wirklich wichtig? Freiheit, Entwicklung, Sinn, ein gutes Team, Gestaltungsspielraum – all das kann entscheidend sein. Wenn diese Werte in der bisherigen Stelle über längere Zeit nicht erfüllt wurden, entsteht Frust. Wer das erkennt, gewinnt oft zum ersten Mal wieder eine verständliche Sprache für das eigene Unbehagen.

Auch die Frage nach der Abwechslung will geklärt sein. Wie abwechslungsreich sollte der Job sein? Wie viel Routine sollte er enthalten? Soll der Schwerpunkt auf der Konzeption oder eher der Umsetzung liegen? Fragen wie diese tragen dazu bei, Orientierung zu erlangen.

Vom Zauber des Bewerbungsgesprächs oder „Geh nicht als Bewerber rein!“

Sind innere Blockaden abgebaut und der oder die Jobsuchende weiß, in welche Richtung es gehen soll, gilt es, sich im Bewerbungsprozess gut zu präsentieren. Bernds wichtigster Rat: „Geh nicht als Bewerber rein, sondern als potenzieller neuer Kollege, neue Kollegin.“ Dahinter steckt ein Perspektivwechsel, der viel verändern kann. Es geht nicht darum, möglichst perfekt zu funktionieren, jede Frage fehlerfrei zu beantworten oder sich in einem starren Prüfungsszenario zu beweisen. Stattdessen sollte es darum gehen, gemeinsam herauszufinden, ob eine Zusammenarbeit denkbar und sinnvoll ist.

Angela gibt zu, in vergangenen Bewerbungsgesprächen automatisch „innere Checkboxen“ abgehakt zu haben. Habe ich alles richtig beantwortet? Habe ich nichts falsch gemacht? Genau dieser Fokus lenke jedoch schnell davon ab, worum es eigentlich geht: das gegenseitige Kennenlernen. Dies unterstreicht Bernd mit einem Wortspiel, das er in einem Blogbeitrag gemacht hat: „Ein gutes Vorstellungsgespräch ist ein gutes Gespräch über gegenseitige Vorstellungen.“ Damit verschiebt sich die Logik des Gesprächs. Nicht das fehlerfreie Abarbeiten eines Fragenkatalogs stehe im Vordergrund, sondern gegenseitige Passung, Dialog und ein Stück weit Selbstschutz.

Selbstschutz ist kein Luxus, sondern Teil einer guten Entscheidung

Bernd macht klar, dass Jobsuchende sich nicht blind darauf verlassen sollten, dass ein Arbeitgeber schon eine gute Auswahlentscheidung treffen wird. „Die musst du selbst treffen.“ Wer im Vorstellungsgespräch bereits irritierende Signale wahrnehme, sollte sie ernst nehmen. Dazu gehören Situationen, in denen Fragen nicht willkommen sind, Führungskräfte überheblich auftreten oder die Kommunikation im Gespräch seltsam wirkt. Bernd plädiert dafür, solche Eindrücke nicht zu ignorieren. Sie können Hinweise darauf sein, wie eine spätere Zusammenarbeit aussieht. Natürlich gehe es nicht darum, ausschließlich nach dem perfekten Traumjob zu suchen. Kompromisse seien oft notwendig. Aber sie sollten bewusst getroffen werden – nicht aus reiner Angst.

Quereinstieg, Generalismus und Erfahrungswissen

„Quereinsteiger*innen passen per Definition selten 1:1 auf Stellenausschreibungen“, weiß Bernd. Umso wichtiger sei es, das eigene branchenübergreifende Erfahrungswissen herauszuarbeiten. So verfügen Generalist*innen und Quereinsteiger*innen oft über starke Schnittstellenkompetenzen. Wer Projekte geleitet, Budgets verantwortet, Teams geführt, Prozesse begleitet oder mit unterschiedlichen Ebenen einer Organisation gearbeitet hat, bringe wertvolles Wissen mit – auch dann, wenn das Produkt- oder Branchenwissen wechselt.

Im Lebenslauf und Anschreiben müsse genau das sichtbar werden. Nicht der alte Branchenstempel sollte dominieren, sondern das, was übertragbar ist. Ein Quereinstieg ist kein Mangel, braucht aber eine klare Übersetzung der eigenen Erfahrung in den neuen Kontext.

Weiterbildung als Fachwissen, Impuls und neuer Kontaktpunkt

Für Bernd mache eine Weiterbildung zwischen zwei Jobs aus vielerlei Hinsicht Sinn. Zum einen helfe sie, konkrete Fachwissenslücken zu schließen. „Noch spannender aber finde ich Weiterbildung unter dem Aspekt der Orientierung. So etwa bei den Generalist*innen, die sagen: Ich kann mir vieles vorstellen, aber eigentlich weiß ich gar nicht so genau, was man als Social-Media-Manager macht.“

Nicht zu vergessen: Der Networking-Aspekt. „Vielleicht treffe ich im Rahmen meiner Weiterbildung ja sogar auf Menschen, die mir dabei behilflich sein können, einen neuen Job zu finden.“ Das sei dem Karrierecoach besonders wichtig: Die Weiterbildung nicht aus einem Defizitdenken heraus zu machen – von wegen Ich bin nicht gut genug, mir fehlt etwas –, sondern offen zu sein für neue Ideen, neue Kontakte und die Einsicht, dass man als Jobsuchende*r nicht allein ist.  „Vernetzung ist auf jeden Fall ein großes Thema, das merken wir bei unseren Teilnehmenden auch immer wieder“, bestätigt Angela. So erleben viele es als entlastend, andere Menschen zwischen zwei Jobs kennenzulernen.

Sichtbarkeit in der Jobsuche: so viel wie nötig, so passend wie möglich

Während einige unserer Teilnehmenden schon sehr laut in ihrer Jobsuche unterwegs sind, gestalten andere sie eher zurückhaltend und verdeckt. Auf Angelas Frage, wie offen Jobsuchende mit ihrer Bewerbungssituation umgehen sollten, empfiehlt Bernd grundsätzlich mehrere Kanäle zu nutzen: LinkedIn, XING, Stellenbörsen, persönliche Gespräche, das eigene Netzwerk und auch spontane Kontakte im Alltag. Gleichzeitig warnt er vor pauschalen Rezepten. Nicht jede Person müsse maximal sichtbar werden oder sofort ein „Open to Work“-Banner aktivieren.

Entscheidend sei vielmehr die Frage: Was passt zur eigenen Art? Was tut in dieser Phase gut? Welche Form von Sichtbarkeit motiviert – und welche setzt eher unter Druck? Auch hier bleibt Bernd konsequent bei seinem Grundprinzip: Die Jobsuche sollte nicht nach starren Regeln funktionieren, sondern zur Person passen.

Fazit: Klarheit, Konsequenz und eine neugierige Haltung

Auch anstrengende Phasen wie die zwischen zwei Jobs bieten Potenzial für schöne Momente, für Begegnung, Entwicklung und Horizonterweiterung. Vorausgesetzt, wir bleiben neugierig.

Karrierecoach Bernd Slaghuis macht Mut: „Ja, der Arbeitsmarkt ist gerade durchwachsen. Und vielleicht braucht es ein paar Bewerbungen mehr. Aber: Klarheit über die eigenen Bedürfnisse zu erlangen und konsequent zu sich selbst zu stehen, macht viel aus auf dem Weg zum nächsten – passenden – Job.“ Rückschläge, Frust und Trauer gehören dazu – aber sie sind nicht das Ende der Geschichte.

Links:


 

 

 

 


 

 

In unserem Podcast geht es um die Phase #ZwischenZweiJobs, also Jobsuche und Berufsorientierung, aber auch um das Thema (geförderte) Weiterbildung und Trends sowie Entwicklungen der Arbeitswelt allgemein.

Wir unterhalten uns mit spannenden Gästen, darunter Karriere-Coaches, Vertreter*innen der Verwaltung und natürlich ehemalige Teilnehmer*innen unserer Weiterbildung.

Du hast Fragen, Anregungen oder einen Vorschlag, wovon die nächste Folge handeln sollte? Dann schreib uns! Vielleicht gibt es dann ja bald eine Folge zu deinem Wunschthema ... ;-)


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Kay Pfefferkuchen.

Die LVQ Weiterbildung und Beratung GmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Online-Präsenzunterricht mit Dozent*innen aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Für Berufstätige bietet die LVQ Business Akademie entsprechende Weiterbildungen. Der Fokus liegt auf der Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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