Diesen Artikel teilen:

christoph_ziegler4Regelmäßig kommen Absolvent/innen von Seminaren und Weiterbildungen der LVQ in dieser Rubrik zu Wort. Sie berichten über Ihre Erfolge und Erfahrungen nach ihrer Weiterbildung.

 

Unternehmer in eigener Sache sein und Flexibilität als Lebensmodell verstehen - das sind Anforderungen des heutigen Arbeitsmarkts. Als halber Unternehmer und halber Angestellter entspricht Christoph Ziegler dem Prototyp des modernen Beschäftigten. Heute erzählt er uns von seiner Wandlung vom beruflichen Exoten zum Tausendsassa.

 

Herr Ziegler, ein frohes neues Jahr wünschen wir. Berichten Sie doch mal, wie Ihr beruflicher Start ins Jahr 2013 aussieht.

Spannend und vielfältig, denn beruflich fahre ich zweigleisig. Zur Hälfte bin ich angestellt, und die andere Hälfte der Zeit verbringe ich in der Selbstständigkeit. In Solingen bin ich in Teilzeit als Projektentwickler bei der U-Form-Unternehmensgruppe angestellt.

Parallel dazu führe ich seit November 2012 mit meiner Geschäftspartnerin Ute Blindert die Geschicke der Unternehmensberatung „kumulus“ in Köln. kumulus bietet für kleine und mittelständische Unternehmen Kommunikation, Mitarbeiterentwicklung und Unternehmensmarketing an. Zudem haben wir ein überbetriebliches Traineeprogramm für werdende Fach- und Führungskräfte.

 

Wie kamen Sie an diese Tätigkeiten?

Meinen Job bei U-Form habe ich mit einem ganz langen Atem gewonnen. Als Druckerei war mir U-Form durch einen alten Arbeitgeber bekannt. Durch einen Geschäftskontakt wurde ich dann nochmals aufmerksam, als ich bereits auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung war. Seinerzeit war keine Stelle vakant und so blieb ich mit meiner jetzigen Chefin einfach nur lange im Gespräch.

Als sich meine Situation in der Arbeitslosigkeit nicht verbesserte – immerhin auch nicht verschlechterte – habe ich auch eine Selbstständigkeit ins Auge gefasst und diese von langer Hand vorbereitet. Parallel habe ich mich um eine Weiterbildung bei der LVQ beworben.

Ende vom Lied: Arbeitslosigkeit, im Gespräch bleiben, Weiterbildung, Businessplan, im Gespräch bleiben. Und dann war die Teilzeitlösung für das Angestelltenverhältnis perfekt.

 

Welche Rolle spielten dabei die Weiterbildungen, die Sie bei der LVQ machten? Was macht den Erfolg aus?

Ich musste um meine Weiterbildung bei der LVQ regelrecht kämpfen, da die Kombination Social Media und Qualitätsmanagement nicht in gängige Raster passt und bin froh, dass es letztendlich geklappt hat.

Für meine Tätigkeit bei kumulus hat mir die Social Media-Weiterbildung meine Marketing-Strategie „besorgt“. Anschließend krasse Theorie bei der Familie der DIN ISO 9000. Innerhalb kurzer Zeit geerdet, verdeutlichte mir die folgende Zeit die Wichtigkeit von Strukturen und Qualitätsansprüchen innerhalb eines Unternehmens.

Alles in allem habe ich nicht gegeizt mit der Bekanntgabe meiner Weiterbildung in meinen Profilen im Social Web sowie in persönlichen Gesprächen. Und so schließt sich der Kreis: durch die Weiterbildung bin ich mindestens in meinem Freundeskreis zum Social Media-Experten gereift und befinde mich mindestens auf Augenhöhe mit Kollegen, was die DIN-Norm angeht.

 

Was war für Sie das Wichtigste in unserem Haus?

Ganz eindeutig: die persönliche Betreuung der LVQ-Mitarbeiter, gepaart mit der jeweils fachlichen Expertise. Der Einsatz für uns „Patienten“ sucht seinesgleichen.

 

Jobsuche und Weiterbildung. Wie haben Sie das alles geschafft?

Disziplin. Mein unbändiger Wille, mich nicht auszuruhen, bis ich wieder eine Zukunft habe, die mir meinen Lebensstandard garantiert, hat mich wie gesagt viele Gespräche führen lassen. Der "verdeckte Arbeitsmarkt“ ist nur für den nutzbar, der spricht. Das habe ich auch getan und überall kundgetan, dass ich auf Jobsuche bin. Parallel abends und am Wochenende nach Vakanzen Ausschau gehalten. So hatte mein durchschnittlicher Tag eben auch zehn bis zwölf Stunden – und es drehte sich alles um die berufliche Zukunft. Kurioserweise hat mich das im Nachhinein nicht geschwächt, sondern gestärkt.

 

Welche Erfahrungen hatten Sie mit Ihrer Jobsuche, bevor Sie die Weiterbildung starteten?

Als diplomierter Raumplaner hat sich meine Situation während der gesamten Arbeitslosigkeit nicht verändert. Denn als Raumplaner bin ich in gewisser Weise Exot und Generalist zugleich. Übliche Fragezeichen bei den Konsumenten meiner Vita konnte ich ja nicht erklären, es sei denn, ich hatte ein Vorstellungsgespräch.

Ich habe mich in verschiedenen Medien getummelt, um mir einen vernünftigen Überblick des Arbeitsmarktes zu verschaffen. Ein belastbares Netzwerk an Kontakten ist natürlich sehr hilfreich.

 

Was würden Sie anderen Menschen bei Ihrer Jobsuche mit auf den Weg geben?

Das mache ich am besten in Stichpunkten:

- nicht ausschlafen

- Disziplin antrainieren

- wenig fernsehen

- erreichbare Tagesziele setzen

- Sport machen

- Ehrenamt antreten, am besten im sozialen Bereich

- mit vielen Menschen sprechen und publik machen, dass man auf Jobsuche ist

- Profile in Social Media und in Jobportalen wie Monster oder Stepstone anlegen

- 3 Bewerbungen pro Woche verschicken

- in einer Excel-Liste nachhalten, wann, wo, auf welche Stelle, mit welchem Ergebnis beworben (die Agentur für Arbeit mag das übrigens auch)

- sich selbst belohnen

 

Gibt es sonst noch etwas, das Sie Leser/innen des Interviews mitteilen möchten?

Grundsätzlich sollte sich die geehrte Leserschaft vergegenwärtigen, dass Arbeitslosigkeit kein Tabuthema ist. Ich habe das Jahr 2012 genossen, weil ich so unglaublich viel gelernt habe. Über mich, über den Arbeitsmarkt, über Freunde. Und darüber, dass ich noch nie so hart gearbeitet habe!

Diesen Artikel teilen:

1 Kommentare

[…] zum Großteil von zu Hause aus arbeiten? Halb als Unternehmer, halb als Angestellter tätig sein? Das ist heute schon Realität, wie wir bei unseren Absolventen und Dozenten sehen. Zwangsläufig […]


Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.