Inhalt
- Fakten statt Halluzination: NotebookLM
- Texte mit KI zusammenfassen lassen und „alles verstehen“
- Drei Panels – unzählige Möglichkeiten
- NotebookLM für die Jobsuche …
- … und die Weiterbildung
- Gibt’s das auch als Hörbuch?
- Fazit: Wissenserwerb so niederschwellig wie nie
- Ist NotebookLM DSGVO-konform?
Unsere Welt dreht sich immer schneller. Gleichzeitig wächst das Angebot an Informationsquellen, die man eigentlich 24/7 konsumieren müsste, um auf dem Laufenden zu bleiben. Wie praktisch wäre es, wenn sich Video-Tutorials, Blogbeiträge oder andere Texte mit KI zusammenfassen ließen? Nun, das geht. ChatGPT und Co. sind nicht nur brauchbare Ideengeber und Sparringspartner; sie können auch längere Texte auf ihre wesentlichen Aussagen kürzen.
Aber es geht noch besser: Statt dich vor den Bildschirm deines Computers oder mobilen Endgeräts zu klemmen und die Zusammenfassung zu lesen, kannst du sie dir auch im praktischen Podcast-Format ausspielen lassen. Sprich, du kannst dir die für dich relevanten Informationen holen, ohne aus dem Alltag herausgerissen zu werden. Wie das geht, verrät ein Blick auf NotebookLM.
Fakten statt Halluzination: NotebookLM
Anders als andere KI-Plattformen, die sich beim Generieren von Inhalten aus Quellen dem Netz stützen, gibst du die Quellen vor, die NotebookLM heranziehen soll. Dadurch halluziniert die Plattform deutlich seltener als ChatGPT und Co. Bei all diesen Features wundert es nicht, dass NotebookLM Platz 13 auf der Top-50-Liste der am schnellsten wachsenden KI-Anwendungen belegt.
Texte mit KI zusammenfassen lassen und „alles verstehen“
Wenn du Texte mit KI zusammenfassen möchtest – beispielsweise im Berufsalltag oder für die Jobsuche –, können dich Tools wie NotebookLM unterstützen. Bei Googles Anwendung handelt es sich um einen „KI‑basierte[n] Recherche-Assistent[en], der dabei helfen soll, Ideen auszuarbeiten und zu strukturieren“ (NotebookLM-Hilfe-Seite).
Um NotebookLM nutzen zu können, brauchst du lediglich einen Google-Account. Sobald du dich angemeldet hast, kannst du loslegen. Klicke auf der Startseite auf Neues Notebook erstellen, um zu NotebookLMs Drei-Panel-Ansicht zu gelangen. Bei einem neuen Projekt (oder Notebook) fragt die Anwendung direkt nach den Quellen, die sie für dich zusammenfassen soll. Diese kannst du beispielsweise als Google-Drive- oder PDF-Dokument hochladen. Du kannst aber auch einen Link angeben – für eine Webseite oder ein bestimmtes YouTube-Video. Auch Audio (MP3) kann das Tool verarbeiten.
Solltest du noch nicht so recht wissen, welche Quellen relevant sein könnten, kannst du auch auf Quellen entdecken klicken und NotebookLM sucht selbst nach entsprechenden Einträgen.
Drei Panels – unzählige Möglichkeiten
Hier versorgt dich NotebookLM mit einer ersten Zusammenfassung der Quellen in Textform. Mithilfe von Prompts kannst du dir diese Dokumente im Anschluss in das passende Format bringen, die Inhalte für eine bestimmte Zielgruppe oder Plattform aufbereiten lassen oder interessante Aspekte weiter vertiefen. Zum Beispiel kannst du Prompts nutzen, um dir Social-Media-Posts generieren zu lassen (die bestimmte Aspekte thematisieren).
Rechts ist der Studio-Bereich. Hier wird’s interessant: Du kannst dir die ausgewählten Audios, Videos und Texte mit der KI zusammenfassen lassen, wie du es möchtest – zum Hören, Angucken oder Abfragen. Ganz recht, NotebookLM erstellt auf Wunsch auch Karteikarten oder ein Quiz auf Grundlage deiner Quellen.
NotebookLM für die Jobsuche …
Wenn du gerade zwischen zwei Jobs bist, kannst du NotebookLM auch für die Jobsuche nutzen. Hier zwei Beispiele:
Beispiel 1: Ausgehend von Stellenausschreibungen
- Lade einfach die Stellenausschreibung und alle weiteren relevanten Quellen hoch, zum Beispiel die Über-uns- oder Karriere-Seite.
- Im nächsten Schritt kannst du NotebookLM per Prompt anweisen, dir Interviewfragen zu stellen, die auf den wesentlichen Anforderungen der Stelle basieren.
- Du kannst der KI auch auftragen, die Fragen so zu formulieren, dass du ganz konkret darüber sprichst, wann du diese Fähigkeiten zuletzt eingesetzt hast, wofür du sie gebraucht hast et cetera.
- Tippe deine Antwort ein und frage NotebookLM, inwieweit diese der STAR-Methode (Situation, Task, Action, Result) entspricht.
- Sofern vorhanden, kannst du dir auch den Newsletter, aktuelle Pressemitteilungen und/oder Videos deines Wunscharbeitgebers zusammenfassen lassen. So bist du gut vorbereitet, wenn du zum Gespräch eingeladen wirst, und kannst besser einschätzen, ob das Unternehmen wirklich zu dir passt.
Beispiel 2: Ausgehend vom Lebenslauf
- Du kannst auch deinen CV als Quelle hochladen. Wie NotebookLM mit deinen Daten umgeht, findest du im späteren Verlauf des Artikels. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du statt der genauen Jahreszahlen angeben, wie lange du bei welchem Arbeitgeber warst. Lass persönliche Daten wie Geburtstag, Anschrift und Co. einfach weg.
- Nur auf Grundlage deines Lebenslaufs kannst du NotebookLM anweisen, ein Bewerbungsgespräch zu simulieren und dir „personalertypische Fragen“ zu stellen.
- Dieses Vorgehen habe ich einmal durchgespielt. Die Fragen, die NotebookLM mir daraufhin stellte, waren durchaus sinnvoll und als Warm-up vor dem eigentlichen Bewerbungsgespräch nicht ungeeignet. Zum Beispiel: „Wie haben Sie es geschafft, bei einer so breiten Palette an Hauptverantwortlichkeiten die Prioritäten zwischen Content-Erstellung, Podcast-Produktion und Social-Media-Management zu setzen?“ Oder: „Ihr Bachelorstudium dauerte länger als die Regelstudienzeit. Können Sie diesen zeitlichen Rahmen näher erläutern?“
- Wenn du dann noch die Stellenausschreibung oder – insbesondere bei Initiativbewerbungen – die Über-uns- und/oder die Karriere-Seite als Quelle angibst, wird die simulierte Bewerbungssituation noch mal konkreter.
- Unter ‚Berichte‘ im Studio-Bereich kannst du dir sogar ein Anschreiben generieren lassen, das als Inspiration oder Ausgangspunkt für die Optimierung dient.
… und die Weiterbildung
Auch wenn du gerade eine Weiterbildung machst – idealerweise zu 100 Prozent gefördert und mit anerkannten Abschlüssen –, kannst du NotebookLM als Sparringspartner nutzen. So kannst du dich beispielsweise auf Tests vorbereiten, indem du deine Notizen hochlädst und im Studio-Bereich Karteikarten generieren lässt. Wer es etwas spielerischer mag, ist mit der Quiz-Funktion gut beraten. Hier fragt NotebookLM dich zu den wesentlichen Inhalten ab. In beiden Fällen hast du die Möglichkeit, vor dem Generieren einige Kriterien festzulegen, wie die Länge und auf welche Aspekte NotebookLM den Fokus legen soll.
Gibt’s das auch als Hörbuch?
Mir persönlich gefällt die Audio-Zusammenfassung am besten. Auch hier hast du die Möglichkeit, einige Parameter festzulegen. So kannst du dir neben der Zusammenfassung auch eine kritische Bewertung der Quellen ausspielen lassen – je nach Bedarf länger oder kürzer. Auch hier kannst du mithilfe von Prompts die Richtung vorgeben, in die das Gespräch gehen soll. Statt einer Roboter-Stimme, die die Zusammenfassung vorliest (und dabei jedes zweite Wort falsch ausspricht), generiert NotebookLM nämlich eine kurzweilige Podcastfolge. In dieser arbeiten die Moderator*innen die wichtigsten Aspekte des jeweiligen Themas heraus.
Ich war offen gestanden überrascht, wie gut das funktioniert. Die Moderator*innen unterhalten sich über Thema xyz, haken nach, um bestimmte Sachverhalte zu verdeutlichen und nutzen sogar Füllwörter. Auch das ein oder andere Ähm ist zu hören, was die Audio-Zusammenfassung sehr menschlich wirken lässt. Aber worauf es eigentlich ankommt: NotebookLM gibt es als Desktop-Version und als App; sprich, du kannst das Wissen abrufen, das du gerade brauchst – ohne virtuelles Bücher-Wälzen im stillen Kämmerlein. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Haushalt oder im Fitness-Studio: Noch nie war es so einfach, sich – nebenbei! – Wissen anzueignen.
Natürlich kannst du deine NotebookLM-Zusammenfassungen auch mit anderen teilen. So findest du hier
- eine ausführliche Audio-Zusammenfassung zu NotebookLM.
- eine Video-Zusammenfassung zu NotebookLM.
Fazit: Wissenserwerb so niederschwellig wie nie
Ob in der Weiterbildung, zwischen zwei Jobs oder für die Arbeit: NotebookLM bietet viele spannende Möglichkeiten für den Wissenserwerb und die -aufbereitung. In unserer schnelllebigen Welt hilft es ungemein, Quellen wie Texte mit KI zusammenfassen zu können, um bei der Fülle an Informationen den Überblick zu behalten. Mit ein paar Mausklicks oder Fingerdrückern lassen sich relevante Inhalte im praktischen Podcastformat konsumieren, was sowohl informativ als auch unterhaltsam ist.
Das Redaktionsteam wünscht dir viel Spaß beim Ausprobieren!
Ist NotebookLM DSGVO-konform?
NotebookLM speichert hochgeladene Daten lokal in deinem Google-Konto, sofern du keiner zusätzlichen Weitergabe zustimmst. Deine Daten werden also nicht zur Verbesserung des Modells verwendet, wie es bei anderen KI-Tools oft der Fall ist. Alle Daten, die du hochlädst, werden durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt, sowohl während der Übertragung als auch bei der Speicherung.
Wenn du NotebookLM für die Arbeit nutzt, solltest du in den Einstellungen deines Google-Kontos prüfen, wo eure Daten gespeichert werden. So stellst du sicher, dass die Verarbeitung nur auf Servern innerhalb der Europäischen Union erfolgt. Solltest du dir unsicher sein, wende dich am besten an euren Datenschutzbeauftragten und/oder die IT.











0 Kommentare
Schreibe einen Kommentar