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Wir sind grad noch mittendrin – in der Corona-Arbeitswelt. Gerade für jemanden, der sich beruflich neu positionieren möchte, sind das herausfordernde Zeiten. Denn seit einem halben Jahr sind wir geprägt von Kontaktbeschränkungen, Lockdown-Diskussionen, Hygieneregeln und Homeoffice. Dementsprechend haben sich auch die Daten in Wirtschaft und Arbeitsmarkt entwickelt.

Die Arbeitslosenzahlen sind in den letzten Monaten beachtlich gestiegen, auf knapp 3 Millionen. Zum Vergleich: Im März lagen sie noch um 600.000 darunter. Dennoch gibt es zaghafte Tendenzen der Besserung. Sowohl das IFO-Beschäftigungsbarometer als auch das IAB-Arbeitsmarktbarometer zeigen nach oben. Der Arbeitsmarkt scheint sich bereits langsam zu beleben, wenn, ja wenn nicht eine zweite Welle alle Erholungstendenzen zunichtemachen könnte. Man könnte die Situation beschreiben mit:

Die Lage ist nicht aussichtslos, aber ernst.

Tipps für die Jobsuche im Corona-Arbeitsmarkt gibt es deshalb hier im Blog schon länger. In diesem Beitrag betrachte ich aktuelle Dynamiken in der Corona-Arbeitswelt und gebe Ihnen drei Impulse für die Jobsuche und Bewerbung in diesen wechselvollen Zeiten.

Corona-Arbeitswelt: Mehr VUCA denn je

Unsere Arbeitswelt ist VUCA: Volatil, Unsicher, Complex und Ambivalent. Das gilt umso mehr, falls Sie sich gerade zwischen zwei Jobs befinden. Die individuelle Unsicherheit, die die Arbeitslosigkeit mit sich bringt, wird durch die Unwägbarkeiten des Corona-Arbeitsmarktes noch gesteigert. Die große Frage, wie sich unsere Arbeitswelt weiterhin entwickeln wird, steht natürlich im Raum. Und zwar nicht nur quantitativ. Es stellt sich auch die Frage, welche Entwicklungen und Trends sich durch die letzten Monate der Corona-Krise beschleunigen oder gar neu ergeben. Schon vor Corona sprach man von der VUCA-Arbeitswelt: Digitale Transformation, Klimawandel, Globalisierung, demografischer Wandel führen zu hoher Dynamik, schwieriger Voraussagbarkeit und vielfacher Unsicherheit. Für die Corona-Zeit gilt dies mehr denn je. Bereits jetzt ist absehbar, dass sich unsere Arbeitswelt durch Corona noch mal rasanter verändern wird, garniert mit vielen Ungewissheiten und Widersprüchen. Was klar ist:

Es wird nicht wieder so, wie es vor Corona gewesen ist.

Nicht nur, dass wir uns vielleicht nie mehr die Hand zur Begrüßung geben werden, viele Veränderungen oder gar Errungenschaften, die wir durch die dynamischen Entwicklungen der Corona-Zeit erfahren haben, werden wir mitnehmen, manche freiwillig, andere notgedrungen.

Das „New Normal“ – Digitale Transformation im Schnellverfahren

Wie entwickelt sich nun die Arbeitswelt in den nächsten Monaten oder gar Jahren? Was passiert nach Corona? Unter dem Schlagwort #PostCorona haben sich hierzu schon einige Akteure Gedanken gemacht. Momentan klingt #PostCorona vielleicht noch nach ferner Zukunft oder gar nach einem geheimnisvollen und fremden Land. Keiner weiß genau, wie es dort sein wird, aber viele spekulieren darüber. Und dennoch – schon jetzt „normalisieren“ sich Arbeits- und Kommunikationsprozesse in vielen Bereichen und Branchen. Manche sprechen über unsere dynamisch digital veränderte Arbeitswelt bereits vom „New Normal“.

Allenthalben verändert sich die Kommunikationskultur und die Art der Zusammenarbeit: New Work im mehrfachen Sinne. Hygieneregeln und Abstandsgebote führen zu Videomeetings und Reisearmut. Das wiederum beschleunigt digitale Ferndiagnosen und Industrie-4.0-Prozesse.

Impulse für die Bewerbung in der Corona-Arbeitswelt

Wenn Sie sich gerade mit der Jobsuche befassen, sind Sie gut beraten, die dynamischen Entwicklungen der Arbeitswelt zu beobachten und sich vorzubereiten auf einen Einstieg in einen sich schnellverändernden Corona-Arbeitsmarkt. Daher möchte ich Ihnen drei Trends beschreiben, die auch während der Bewerbung für Ihren neuen Einstieg in die aktuelle spezielle Corona-Arbeitswelt erkundet werden können.

1. Be prepared for „Videokommunikation und Online-Konferenzen“

Es liegt auf der Hand: Ohne Zoom, Teams, Webex, Skype, Facetime, GotoMeeting und all die anderen Videotools läuft hier gar nichts mehr. Berufstätige und Unternehmen entdecken, dass Videomeetings sehr gut die Präsenzvarianten ersetzen können. Nach anfänglichem „Hört man mich“, „Dein Mikro ist an“ und „Dein Bild hakt“ hat sich die Arbeitswelt größtenteils eingegroovt und schätzt die Effizienz und bisweilen die kommunikativen Gewinne durch Videokonferenzen, Online-Meetings und Co. 1:1-Videogespräche ersetzen sogar die klassischen Telefonate: „Komm, ich zeig Dir das kurz auf Zoom.“ Wenn Sie gerade zwischen zwei Jobs sind, lernen Sie ohnehin früher oder später, dass viele Jobinterviews genauso laufen, nämlich online. Deshalb lohnt es sich, Videomeetings zu üben: Mit Freunden und Familie das geforderte Videotool vor dem Online-Bewerbungsgespräch zu testen, gehört heute zum Einmaleins. Gute Tipps zum Vorstellungsgespräch per Video finden Sie auch im Blog von Bernd Slaghuis.

2. Recherche und Lernen im Web

Gerade Wissensarbeiter leben davon, dass sie recherchieren, Neues herausfinden und stetig dazulernen. Das gilt längst nicht nur für Akademiker. Wer andere fragt, erhält schon mal als Antwort: „Let me google that for you.“

Berufliche Recherchen finden zu allererst im Internet statt.

Gerade in der Bewerbungsphase ist dies oft die einzige Quelle von Recherchen zu Arbeitsmarkt, Arbeitswelt und dem zukünftigen Job. In den Businessnetzwerken XING und LinkedIn erfahren Sie viele neue Branchennews und können mit der erweiterten Suche nach Akteuren Ihrer Zielbranchen recherchieren. Webseiten von Berufsverbänden wie vbio oder VDI, Branchennetworks wie researchgate oder dasauge und Onlinepräsenzen klassischer Fachmedien helfen Ihnen, sich über Trends Ihrer Fachgebiete auf dem Laufenden zu halten. Und berufliches Lernen übers Web geht heutzutage so einfach: Auf Plattformen wie Khan-Academy, Udemy und Linkedin-Learning finden Sie knackige Lerneinheiten zu beruflichen Themen fürs kleine Geld, aber teils sogar kostenlos. Die Google-Zukunftswerkstatt bietet Ihnen kostenlose Seminare zu diversen Digital- und Onlinethemen. Dort gibt es auch einen kleinen kostenlosen Kurs, den ich zusammen mit der Zeitakademie zum Thema Digitale Selbstvermarktung erstellen durfte. Dieser bietet sich gerade während der Bewerbungsphase an.

3. Digitale Vernetzung – wichtiger denn je

Dass digitale Vernetzung die Jobchancen erhöht, ist nicht erst seit Corona eine Weisheit. Jedoch wird die systematische Vernetzung durch Online-Plattformen in Zeiten von Reisearmut, Eventstornierungen und Kontaktbeschränkungen bedeutsamer denn je. Die Businessnetzwerke LinkedIn und XING haben zudem auch regen Mitgliederzuwachs in Corona-Zeiten, insbesondere die Aktivitäten nehmen dort zu. Wer jetzt noch nicht aktiv sein Netzwerk pflegt und Recherchen betreibt, verpasst viele Chancen der digitalen Vernetzung. Mithilfe eines brauchbaren bzw. optimierten Profils bei XING und LinkedIn, einer aktiven Recherche nach Kontakten und interessanten Personen können Sie Ihre Erfolgsaussichten im Corona-Arbeitsmarkt signifikant erhöhen. Systematisch Kaffeetrinken geht nämlich auch online ganz gut in diesen Zeiten.

Bonustipp: Lesenswertes zur Arbeitswelt in #PostCorona

Es gibt einige gute Quellen und Beiträge zum Thema #PostCorona im Internet zum Weiterlesen. Manche mit dem Fokus auf alles, was mit dem Coronavirus zusammenhängt, andere weiterführend auch zu anderen Themen wie Klimakrise, Digitale Transformation und demografischer Wandel. Diese fünf Quellen habe ich für Sie als Bonus, ergänzend zu meinem Beitrag, ausgewählt:

  • Das Zukunftsinstitut hat ein Special zur PostCorona-Arbeitswelt erstellt. Trends wie Digitalisierung und New Work haben sie dort selbstverständlich verarbeitet.
  • Etwas spezieller, aber lohnenswert ist der Corona-Homeoffice-Guide von t3n.
  • Das Blog des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft ist ohnehin lesenswert und hat hier ein Special zu „Mensch und Arbeitswelt“ und eines zum Thema „Coronavirus“.
  • Bei der Bertelsmann-Stiftung befasst sich ein ganzes Team mit der „Zukunft der Arbeit“ und schreibt im gleichnamigen Blog über die Veränderungen unserer Arbeitswelt.
  • Die Zeit hat sich in ihrem Online-Bereich dem „Wandel der Arbeit“ verschrieben. Auch sehr lesenswert.

Fazit: Digitale Transformation der Jobsuche – Chancen und Möglichkeiten

Online – Recherche – Vernetzung: Diese aktuellen Trends sind jetzt wichtig für das Bestehen am Arbeitsmarkt und werden auch in der #PostCorona-Arbeitswelt bleiben. Auch die Jobsuche befindet sich momentan – noch mehr als vorher – in der digitalen Transformation. Das stellt Sie vielleicht vor Herausforderungen, aber es birgt auch Chancen. Wer diesen Weg der digitaleren Jobsuche einschlägt, erhöht seine Möglichkeiten der Informationsrecherche, gewinnt vielfältige Wege der Kontaktgewinnung sowie Pflege und steigert die Erfolgsaussichten seiner Jobsuche- und Bewerbungsbemühungen. Und genau dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.


 

 

 

 


 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Unsere Artikel werden verfasst von unserem Redaktionsteam bestehend aus Angela Borin, Lars Hahn und Martin Salwiczek.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

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Foto Lars Hahn

Autor

Lars Hahn

ist Geschäftsführer der LVQ und Entdecker von Systematisch Kaffeetrinken. Er schreibt über Entwicklungen der Arbeitswelt, gibt wertvolle Tipps und führt spannende Interviews zu den Themen Karriere, Jobsuche und Weiterbildung.