Google for Jobs: Das neue Feature bei Bewerbung und Jobsuche.

Google for Jobs für die Bewerbung und JobsucheStellenbörsen und Jobsuchmaschinen sind für die meisten Bewerber und Jobsuchende noch immer die wichtigsten Anlaufstellen, wenn sie einen neuen Job suchen. Dies wird sich spätestens jetzt grundlegend ändern, da Google mit dem neuen Feature „Google for Jobs“ nun auch in den deutschen Stellenmarkt direkt eingreift.

Denn wenn die Suchmaschine Google sich in Bereiche einmischt, die bisher von anderen Internetportalen und –plattformen beackert wurden, bedeutet es für das jeweilige Thema meistens Umwälzung und Veränderung. Schließlich ist Google mit über 90 Prozent aller Internet-Suchanfragen oft DIE bestimmende Plattform, sobald sie ein Thema in die Google-Suche integrieren. Wer schon mal per Google Flüge gesucht hat, kennt das Phänomen: Flugverbindungen werden direkt in den Ergebnissen ausgespuckt und die Reiseanbieter und Airlines sind gut beraten, ihre Angebote Google-kompatibel zu machen.

Jetzt geht Google also den Bereich Jobsuche und Recruiting an: Wer in den Suchschlitz seine Jobsuche eingibt erhält direkt in der Suchmaschine Stellen aufgelistet. Dieses neue Google-Feature ist als „Google for Jobs“ bekannt.

In meiner heutigen Kolumne beleuchte ich die Auswirkungen von „Google for Jobs“ für Bewerber und Jobsuchende. Wird die Jobsuche durch Google revolutioniert? Was muss ich bei meiner Bewerbung beachten? Wie kann ich „Google for Jobs“ nutzen?

Google for Jobs für Bewerber

Zuerst einmal ist „Google for Jobs“ kein separates Programm, keine App oder gar separate Jobbörse oder Jobsuchmaschine. Eigentlich besteht Google for Jobs aus Algorithmen, die bei der Eingabe einer Jobsuche aus den Stellenangeboten im Netz die geeigneten direkt in Google-Ergebnissen darstellt. Google durchsucht dabei Karriereseiten von Unternehmen, Stellenbörsen und Karriereplattformen. Revolutionär? Für die Bewerber wohl eher nicht. Verweilen sie halt noch länger im Google-Universum.

Denn neu ist, dass man gewissermaßen im Google-Universum bleibt, solange man die Ergebnisse der Stellensuche durchstöbert. Erst, wenn ich mich auf eine interessante Stelle bewerben möchte, verlasse ich Google in Richtung Jobbörse oder Karriereseite.

Wer also zum Beispiel  „social media manager job Essen“ eingibt erhält die Angebote von Google in einem übersichtlichen Kästchen dargestellt, ganz gleich ob am stationären PC oder mobil am Smartphone:

Google for Jobs in der Job-Box.

In der Detailansicht kann ich dann einzelne Angebote durchsuchen und erhalte jeweils die gesamte Stellenanzeige, hier am Beispiel einer Anzeige bei der Suche nach „Fachkraft für Arbeitssicherheit Job Essen“:

Google for Jobs in der Detailansicht.

 

In der Stellenanzeige werde ich dann mit der Aufforderung „Auf xyz bewerben“ von Google auf die Jobbörse oder Karriereseite von der das Stellenangebot stammt weitergeleitet. Erst dann geht das bekannte Standard-Prozedere seinen Gang.

Nutzerorientierung in der Stellensuche bei Google for Jobs

Google ist dafür bekannt, seine Abfragen und Services besonders nutzerorientiert zu gestalten. Auch darin erkennt man bei Google for Jobs durchaus einen Quantensprung. Ein paar Beispiele:

  • Die Verknüpfung der jeweiligen Stellenanzeige mit Arbeitgeberbewertungsportalen wie kununu und glassdoor bei der Google Jobsuche lassen Bewerber bequem erkennen, wie die Reputation des Arbeitgebers bei Mitarbeitern und Bewerbern ist.
  • Weitere Stellen des gewählten Arbeitgebers kann ich mir per Klick in der Anzeige direkt aufrufen. Dem Bewerber werden überdies alternative Stellen von vergleichbaren Arbeitgebern angezeigt.
  • Dass Google die Suchabfrage und die Stellenanzeigen mit Google Maps verknüpft, versteht sich fast von selbst. Jobsuchende können so im Umfeld suchen oder die Suche auf einen bestimmten Radius eingrenzen.

Wie sich Google for Jobs für Bewerber bemerkbar macht

Google for Jobs hat erst einmal große Auswirkungen für die Stellenausschreiber: Die Anzeigen müssen google-optimiert sein, sie müssen klar formuliert sein und eine bestimmte Struktur haben und natürlich auch auf dem Smartphone und Tablet lesbar sein. Bewerber werden zunächst optische Unterschiede wahrnehmen: Weniger Layout und Bilder in den Anzeigen, dafür mehr Struktur und Übersicht.

Was Bewerber bei Google for Jobs beachten sollten – Tipps und Tricks

Keyword-Optimierung

Google funktioniert über Keywords und Matching, also über Schlagworte und Passung zwischen Gesuchtem und Angebot. Wichtig ist daher für Bewerber mehr denn je, die richtigen Suchworte einzugeben. „Welche Stelle möchte ich eigentlich finden?“ lautet die Frage. Sofern der angestrebte Stellentitel nicht bekannt ist, empfiehlt sich eine Recherche in Jobbörsen und den Businessnetzwerken XING und Linkedin, um zu überprüfen wie sich Stellen und Beschäftigte mit vergleichbaren Berufsfeldern- und aufgaben nennen.

Google plus X: Jobbörsen-Mix

Viele Bewerber nutzten bisher Jobsuchmaschinen wie indeed oder kimeta. Liefern diese doch (vermeintlich) eine gesamte Übersicht aller ausgeschriebenen Stellen. Manche Jobsuchende setzten schon in der Vergangenheit ausschließlich auf diesen einen Kanal und verzichteten darauf, verschiedene Jobsuchmaschinen, -börsen und –portale zu kombinieren, obwohl das empfehlenswert ist. Ich nenne das gerne „Jobbörsen-Mix“: Kombinieren Sie eine überregionale Jobbörse, eine lokale, eine branchenspezifische, eine Jobsuchmaschine und die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit obendrauf.

Die Integration von Stellen in die Google-Suchergebnisse könnte die Sache nun noch zuspitzen und dazu verleiten, die Jobsuche statt über indeed nur noch per Google zu betreiben. Das empfehle ich schon allein deshalb nicht, weil zurzeit Stellenanzeigen mancher Jobbörsen gar nicht bei Google zu finden sind, wie die der Bundesagentur für Arbeit und Stepstone. Viele lokale und branchenspezifische Angebote werden zumindest anfangs auch kaum bei Google zu finden sein.

Daher gilt auch in Zeiten von Google for Jobs meine Empfehlung eines Jobbörsen-Mix, den ich hier im Blog bereits ausführlich beschrieben hatte.

Recherche im verdeckten Stellenmarkt

Wie jede Stellensuche in Jobbörsen und Jobsuchmaschinen beackert auch die Jobsuche in Google ausschließlich den offenen Stellenmarkt. Damit finden sie auch per Google for Jobs höchstens 30 bis 50 Prozent der zu besetzenden Stellen.

Den anderen, den verdeckten Stellenmarkt erreichen Sie während der Jobsuche und Bewerbung auch. Allerdings ist dazu die systematische Recherche mit der erweiterteten Suchfunktion bei XING und Linkedin, die Vernetzung über die Businessnetzwerke und die Jobsuche über Kontakte und Empfehlungen notwendig. Jobs per Netzwerk, das was ich gerne Systematisch Kaffeetrinken nenne, finden Sie über die Stellensuche bei Google nämlich auch nicht.

Google for Jobs: Auch Arbeitgeber müssen umdenken

Über die Auswirkungen der neuen Google-Jobsuche für das Recruiting von Unternehmen haben bereits viele Kollegen geschrieben. Der Tenor: Die Recruiting-Spezialisten von Arbeitgebern und Jobbörsen müssen umdenken und sich für Google for Jobs fit machen. Lesenswert durchaus auch für Bewerber sind unter anderem die aktuellen Beiträge von Henner Knabenreich „Offizieller Start von Google for Jobs in Deutschland“ und Stefan Scheller „Google for Jobs in Deutschland für alle gestartet – ein erster Praxistest“.

Ausblick: Google wird Nummer 1 für Bewerber, aber nicht allein selig machend

Mein aktuelles Zwischenfazit lautet: Über kurz oder lang wird Google die erste, für manche die einzige Anlaufstelle für Jobsuchende. Alexa und Android tun ihr übriges dafür. Stepstone, Monster und Co. werden aber nicht verschwinden, sondern Lieferant für Google sein, so wie die Airlines und Expedia bei Reisesuchenden. Google scheint mit den jeweiligen Anbietern auf Kooperation aus zu sein, wie sie selbst in ihrem Blog schreiben. Das Businessnetzwerk XING nennt sich gar stolz Launchpartner von Google for Jobs, wie hier bei Saatkorn nachzulesen ist. Wenn sich die Unternehmen, Jobbörsen und -plattformen auf Googles zukünftige Bedeutung bei Jobsuche und Recruiting einstellen, kann Google for Jobs durchaus für diese Jobbörsen und Unternehmen, aber auch für Bewerber gleichermaßen ein Zugewinn sein.

Bewerber sind gut beraten, die direkte Jobsuche per Google auszuprobieren und zu testen, findet man hier möglicherweise Stellen, die Sie in den einzelnen Stellenbörsen nicht entdecken.

Andererseits sollten Sie als Bewerber, wenn sie denn Nischen-Stellen und Jobs im verdeckten Stellenmarkt mit berücksichtigen wollen, unbedingt weiter eine Risikoverteilung vornehmen: Google-Suche, Jobbörsen-Mix plus Netzwerken und Recherche im verdeckten Stellenmarkt. Mit der richtigen Strategie werden Sie Ihren Job finden.

Über die LVQ

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Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

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