Kununu und Co.: 5 Tipps für Ihre Bewerbung und Jobsuche – Arbeitgeberbewertungsportale Teil 3

Arbeitgeberbewertungsportale werden bei der Jobsuche genutzt

Arbeitgeberbewertungsportale werden bei der Jobsuche genutzt

Arbeitgeberbewertungsportale wie kununu sind mehr als Plattformen, in denen unzufriedene Ex-Mitarbeiter über Ihren alten Arbeitgeber abledern. Das haben wir bereits in den vorherigen Beiträgen unserer Serie über kununu und Co. thematisiert.

Viele Arbeitgeber nutzen solche Plattformen, um Stellung zu Bewertungen zu nehmen und potenziellen Bewerbern Fragen zum Bewerbungsprozess oder möglichen Stellen zu beantworten. Zudem lassen sich Arbeitgeberbewertungsportale zur Recherche nach potenziellen Arbeitgebern nutzen.
Im heutigen Beitrag möchten wir Ihnen fünf nützliche Tipps geben, wie Sie Bewertungsportale in Ihrem Bewerbungsprozess praktisch nutzen können.

1. Was motiviert mich? Arbeitgeberbewertungen für das Anschreiben oder Motivationsschreiben nutzen

In einem Bewerber-Workshop zeigte uns ein Teilnehmer sein Anschreiben, in dem er Bezug auf eine kununu-Bewertung nahm, was vom Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch positiv erwähnt wurde. Für das Anschreiben, insbesondere das Motivationsschreiben, sofern es vom Arbeitgeber gewünscht wird, lohnt es sich in den Bewertungsportalen zu stöbern.

Denn Bewertungen bei kununu lassen sich nach Bewertungskategorien filtern. So lohnt es sich nach Kriterien zu schauen, die für Sie elementar wichtig sind. Wenn Ihnen ein gutes Betriebs- und Arbeitsklima zum Beispiel wichtiger ist als andere Aspekte, lohnt es sich zu schauen, wie ein Arbeitgeber in dieser Kategorie bewertet wird. Nehmen wir das Beispiel der folgenden Abbildung:

Diese Bewertung könnte man dann ins Anschreiben mit aufnehmen:

„Bei der ausgeschriebenen Stelle reizt mich neben der Branche die Arbeitsatmosphäre in Ihrem Unternehmen. Bei meiner Recherche im Bewertungsportal kununu findet man „unschlagbaren Kollegenzusammenhalt“ und ein „tolles Klima im gesamten Unternehmen“. Dies sind Bedingungen, unter denen ich am produktivsten Arbeiten kann“.

Dies können Sie natürlich auch für andere Kategorien wie „Vorgesetztenverhalten“, „Aufstiegsmöglichkeiten“ oder „Arbeitsbedingungen“ anwenden. Achten Sie jedoch darauf, dass diese Aspekte in mehreren Bewertungen positiv erwähnt werden, sonst wirkt es unglaubwürdig.

2. Gut vorbereitet ins Vorstellungsgespräch oder Assessment Center – Sammeln Sie Fragen und Informationen

Neben Mitarbeiter-Bewertungen finden Sie in den Portalen auch Feedbacks von Bewerbern. Auch wenn man ein wenig suchen muss, findet man interessante Informationen über den Bewerbungsprozess, Fragen die in Vorstellungsgesprächen gestellt werden oder Aufgaben, die im Assessment Center zu lösen sind. Schauen wir uns dieses Beispiel an:

Hier sehen wir Bewerbungsfragen, die für eine bestimmte Position gestellt wurden. Eine Frage wie: „Ist man eher detailorientiert oder hat den Blick aufs Ganze?“, kann den einen oder anderen Bewerber schon mal auf dem falschen Fuß erwischen. Da macht es Sinn, diese Frage im Vorfeld zu reflektieren.

Schauen Sie sich neben den Bewerberbewertungen auch die Rubrik „Fragen“ an. Hier können Sie eigene Fragen zum Bewerbungsprozess stellen, die das entsprechende Unternehmen oder (ehemalige wie aktuelle) Mitarbeiter beantworten. Das ist deswegen interessant, da einige Fragen vom Unternehmen nicht beantwortet werden, von Mitarbeitern hingegen schon.

Ein Beispiel:

3. Arbeitgeberbewertungsportale als Recherchetool – den „Wunscharbeitgeber“ finden

Arbeitgeberbewertungsportale lassen sich auch gut für die Suche nach potenziellen Arbeitgebern nutzen, wie wir am Beispiel kununu zeigen möchten.

Im Eingangssuchfenster auf der Startseite geben Sie keinen Unternehmensnamen ein, sondern klicken direkt auf die Lupe. Folgende Maske wird Ihnen nun angezeigt:

In der linken Spalte gibt es mehrere Filter mit denen Sie interessante Unternehmen nach relevanten Kategorien filtern können. Die Filter sind:

  • Branche
  • Stadt oder Region
  • Angebotene Benefits wie Firmenwagen, flexible Arbeitszeiten, gute Verkehrsanbindung, Hunde geduldet oder Gesundheitsmaßnahmen.
  • Bewertung

Insbesondere der Filter nach angebotenen Benefits ist so detailliert in keiner Stellenbörse möglich, auch wenn Stepstone und Co. sich in diese Richtung entwickeln.
Dies wird für Bewerber interessant, bei denen die angebotenen Benefits aufgrund der Lebensumstände unabdingbar sind. Eine alleinerziehende Mutter kann so gezielt nach Unternehmen suchen, in denen Kinderbetreuung oder Homeoffice angeboten wird.

4. Halten Sie sich über Ihren Wunscharbeitgeber auf dem Laufenden

Eine interessante Funktion in den Arbeitgeberbewertungsportalen ist „Firma beobachten“:

Kununu: Firma Beobachten

Kununu: Firma Beobachten

Mit dieser Funktion werden Sie regelmäßig informiert, wenn es neue Bewertungen zum beobachteten Unternehmen gibt. Eine Information wie zum Beispiel: „Aktuell herrscht viel Dynamik aufgrund der Eröffnung des neuen Firmenstandortes“, kann Anlass für eine Initiativbewerbung sein.

5. Antworten für die Gehaltsfrage finden?

Ursprünglich sollte kein Fragezeichen in der Überschrift von Punkt 5 stehen. Denn einige Arbeitgeberbewertungsportale wie Glassdoor, meinchef.de oder Jobvoting haben neben Arbeitgeberbewertungen auch Gehaltsangaben integriert. Also eigentlich eine ideale Quelle um nach Gehaltsangaben zu recherchieren. So verdient zum Beispiel laut Glassdoor ein Softwareentwickler bei SAP im Schnitt 53.500 €, ein Entwicklungsingenieur bei Siemens im Schnitt 62.270 € , oder ein Qualitätsmanager bei Daimler im Schnitt 60.847 € pro Jahr.

Doch wie zuverlässig sind solche Angaben? Stefan Scheller ist Experte für Personalmarketing. In seinem Blog Persoblogger schaut Scheller mit kritischem Personaler-Blick auf Arbeitgeberbewertungsportale. Auf unsere Nachfrage sagt Stefan Scheller zu Gehaltsangaben im Internet:

„Die Datenbasis ist häufig extrem gering. Zudem unterscheiden sich gleichlautende Jobtitel in der Realität deutlich – auch in der Bezahlung. Darüber hinaus bieten viele Unternehmen ein extrem gutes Rahmenpaket an Leistungen, die in die reine Gehaltszahlung nicht eingerechnet werden oder gar schwer finanziell zu beziffern sind.“

Unser Tipp zum Thema Gehaltsrecherche ist daher, sich nicht an einzelnen Gehaltsangaben im Netz zu orientieren, sondern mindestens mehrere Quellen zu vergleichen. In unserem Blog-Artikel zur Gehaltsangabe in der Bewerbung geben wir Tipps für unterschiedliche Quellen, die man bei der Recherche nach möglichen Gehältern nutzen kann.

Arbeitgeberbewertungsportale: Mit kritischem Blick und Augenmaß in Bewerbung und Jobsuche integrieren

Es lohnt sich, Arbeitgeberbewertungsportale bei der Jobsuche und Bewerbung zu nutzen. Wie beschrieben bedarf es dabei etwas Geduld und Augenmaß bei der Recherche. Zudem sollten Sie sich mit den Funktionalitäten der Portale vertraut machen. Mit der Zeit entwickelt sich ein Gefühl für die Nutzung.
Am Beispiel der Gehaltsangaben sieht man zudem, wie wichtig es ist, kritisch mit Informationen in den Portalen umzugehen. Das gilt ebenso für die Bewertungen:

  • Wie häufig wurde das Unternehmen bewertet?
  • Aus welchen Fachabteilungen kamen die Bewertungen? Gibt es da Unterschiede?
  • Wie alt sind die Bewertungen?
  • Finden sich Auffälligkeiten bei den Bewertungen?

Doch erst wenn es eine gewisse Anzahl an Bewertungen für ein Unternehmen gibt, lassen sich Rückschlüsse auf das bewertete Unternehmen ziehen.

Dies ist der Abschluss unserer Mini-Serie zu den Arbeitgeberbewertungsportalen. Unten finden Sie eine Verlinkung zu den vorherigen Beiträgen.

Wenn Sie selbst Erfahrungen mit Arbeitgeberportalen gemacht haben, schreiben Sie uns gerne Ihre Sicht in den Kommentaren.

Wie Sie kununu richtig nutzen – Arbeitgeberbewertungsportale bei Jobsuche und Bewerbung Teil 2

Arbeitgeberbewertungsportale bei Jobsuche und Bewerbung – Teil 1

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Martin Salwiczek , Lars Hahn und Gastautoren.

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