Wie Sie kununu richtig nutzen – Arbeitgeberbewertungsportale bei Jobsuche und Bewerbung Teil 2

kununu_nutzen_jobsucheArbeitgeberbewertungsportale wie kununu verschaffen Bewerbern Informationen und Transparenz über Unternehmen, die sie so nirgendwo sonst bekommen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zu den Bewerbungsaktivitäten von Jobsuchenden. Einige grundlegende Fakten haben wir bereits in unserem vorherigen Beitrag zu Arbeitgeberbewertungsportalen geliefert.

Wir stellen in unseren Workshops häufig fest, dass viele Bewerber noch gar keine Berührungspunkte mit Arbeitgeberbewertungsportalen hatten und auch nicht wissen, wie sie die Plattformen richtig nutzen. 
Im heutigen Artikel zeigen wir daher die wichtigsten Funktionen der Arbeitgeberbewertungsportale am Beispiel kununu. Im dritten Teil unserer Serie werden wir dann konkrete Tipps zur Nutzung von Arbeitgeberbewertungsportalen für die Jobsuche geben.

Drei Arten, kununu zu nutzen

kununu ist mit über 3 Millionen Bewertungen von über 800.000 Unternehmen laut eigenen Angaben das größte Bewertungsportal Europas und somit eine große Informationsquelle für Bewerber. „Finde heraus, wie es wirklich ist“ ist das aktuelle Motto der XING-Tochter. Dazu erhalten Bewerber anhand mehrerer Kriterien ein  umfangreiches Bild des bewerteten Arbeitgebers.

Die kununu-Webseite lässt sich auf drei Arten nutzen:

  1. Sie suchen nach einem konkreten Unternehmen über die Suchfunktion.
  2. Sie geben über die Suchfunktion bestimmte Kriterien an (Branche, Ort, bewertete Kriterien) und lassen sich entsprechende Unternehmen anzeigen.
  3. Sie registrieren sich kostenlos bei kununu und schreiben anonym eine Bewertung für ihr aktuelles oder ehemaliges Unternehmen.

Wir befassen uns in diesem Beitrag mit dem ersten Aspekt.

Nur ein Tipp schon mal an dieser Stelle zu 3.: Auch wenn die Bewertungen anonym erfolgen, können sie auf den Bewertenden zurückführen. Standort, Jobstatus, Hierarchie und Unternehmensbereich werden angezeigt und lassen Rückschlüsse zu.

Einer unserer Teilnehmer berichtete beispielsweise, dass er mit Erhalt der Kündigung aus Frust eine negative Bewertung auf kununu schrieb. Sein Arbeitgeber konnte aufgrund der Inhalte und der Rahmenangaben nachvollziehen, von wem die Bewertung kam. Leider hatte der Bewerber sein Arbeitszeugnis da noch nicht erhalten, und so fiel es dann schlechter aus als vereinbart. Sichern Sie daher ab, wann Sie mit welchen Angaben die Bewertung schreiben. Beachten Sie dabei auch die AGB von kununu.

Bewertungen über  Arbeitgeber finden

Wenn Sie die Webseite von kununu aufrufen, wird Ihnen ein Suchfenster mit der Aufforderung zur Eingabe eines Unternehmensnamens angezeigt. In unserem Beispiel haben wir die „Deutsche Bahn“ eingegeben:

Hat ein Unternehmen mehrere Standorte oder Tochterfirmen, werden Ihnen diese in der Vorauswahl ebenfalls angezeigt. Klicken Sie nun auf das gewünschte Unternehmen und Sie werden auf die entsprechende Bewertungsseite des gewählten Unternehmens weitergeleitet. Diese Seite birgt in sich schon viele Informationen:

  • Kununu-Score: die durchschnittlichen Bewertungen des Unternehmens in der bei Bewertungen üblichen Fünf-Sterne-Abstufung
  • Arbeitgeber-Kommentare: Eine Übersicht aller Stellungnahmen des Arbeitgebers zu Bewertungen
  • Weiterempfehlungen und Profilaufrufe

In der oberen Navigationsleiste finden Sie zudem „Fragen“. Hier stellen Bewerber und Interessenten Fragen an das Unternehmen bzw. an Personen, die dort arbeiten oder gearbeitet haben – auf jeden Fall empfehlenswert. Unter „Jobs“ finden Sie Stellenanzeigen des Unternehmens, die auf das Businessnetzwerk XING verweisen.

In unserem Beispiel der Deutschen Bahn finden wir 2911 Bewertungen (Stand 11.12.2018). Klicken wir auf das entsprechende Fenster, sehen wir, dass die Bewertungen von (ehemaligen) Mitarbeitern, Bewerbern und Azubis kommen.

Die Mitarbeiterbewertungen setzen sich aus „Wohlfühlfaktoren“ (Arbeitsatmosphäre, Kollegen, Arbeitsbedingungen etc.) und „Karrierefaktoren“ (Weiterbildung, Gehalt, Image etc.) zusammen.

Bewerber bewerten, wie sie den Bewerbungsprozess vor, nach und während des Bewerbungsgesprächs empfunden haben. Bewertungskriterien für Azubis sind Spaßfaktor, Karrierechancen oder Arbeitszeiten.

Bleiben wir beim Beispiel der Deutschen Bahn. Aufgrund der Größe des Unternehmens und den verhältnismäßig vielen Bewertungen lässt sich hier gut nachvollziehen, warum es wichtig ist, unterschiedliche Faktoren bei den Bewertungen zu berücksichtigen.

Arbeitgeberbewertungen richtig filtern

Lässt man die Bewerber- und Azubibewertungen außen vor, bekommt man eine Zusammenfassung von 2540 Mitarbeiterbewertungen (Stand 11.12.2018):

Hier sehen wir eine Gesamtbewertung von 3.49 Sternen, 71% Weiterempfehlung von Mitarbeitern, die Insgesamt-Bewertung der bereits genannten Wohlfühl- und Karrierefaktoren und gebotene Benefits – von „flexiblen Arbeitszeiten“ bis „Hunde geduldet“.  Hier können Sie schon vorab entscheiden, ob die für Sie wichtigen Arbeitsfaktoren beim Arbeitgeber vorhanden sind oder nicht.

Wichtig ist zudem der zusätzliche Filter, gerade bei einem so großen Arbeitgeber wie der Deutschen Bahn. Filtern Sie nach „Firma“ finden Sie bei der deutschen Bahn eine ellenlange Liste, angefangen bei der DB AG, über die DB Projektbau GmbH, bis zur Duss GmbH Rhiem Deutsche Bahn. Ebenso können Sie die Bewertungen nach „Stadt“, „Unternehmensbereich“, „Bewertungskategorie“, „Datum“ und „Arbeitgeber-Kommentar“ filtern.

Eigene Kriterien bei Bewertungen heranziehen

Es ist wichtig mehrere Faktoren bei der Urteilsbildung zu berücksichtigen, um kein verzerrtes Bild zu erhalten. Viele Menschen neigen dazu sich allein von den Sternen, also von dem Score oder von einzelnen Bewertungen, beeinflussen zu lassen. Die Folge ist, dass die weitere Wahrnehmung der bewerteten Dienstleistung, des bewerteten Produktes oder in unserem Fall des bewerteten Unternehmens durch diese Bewertung „überstrahlt“ wird und so den Gesamteindruck unverhältnismäßig beeinflusst. In der Sozialpsychologie spricht man auch vom „Halo-Effekt“.

Umso wichtiger ist es neben den angebotenen Filtern folgende Kriterien zur eigenen Urteilsfindung zu berücksichtigen:

  • Wie häufig wurde das Unternehmen bewertet? 1 – 3 Bewertungen sind nicht besonders aussagekräftig.
  • Aus welchen Fachabteilungen kamen die Bewertungen? Gibt es da Unterschiede?
  • Wie alt sind die Bewertungen? Bei einem Unternehmen mit einer Bewertung von insgesamt drei Sternen kann es sein, dass die negativen Bewertungen weiter in der Vergangenheit zurückliegen und das Unternehmen zuletzt positiv bewertet wurde.
  • Finden sich Auffälligkeiten bei den Bewertungen? Es kann vorkommen, dass auf eine negative Bewertung zeitnah positive Bewertungen erfolgen (gerne aus dem Marketing- oder Personalbereich), die alle ähnlich klingen oder die eine reine Sternebewertung haben. Das könnte ein Indiz für Gefälligkeits-Bewertungen sein. Umgekehrt gibt es bisweilen geballte Negativ-Bewertungen, die auf spezielle Situationen des Unternehmens verweisen können.

Wenn Sie möglichst viele Faktoren berücksichtigen, erhalten Sie in der Regel ein brauchbares Bild vom Arbeitgeber. Natürlich können Sie dieses Bild noch schärfen, indem Sie über Recherche per Webseite, Google, soziale Netzwerke und vielleicht sogar persönliche Gespräche mit (Ex-)Mitarbeitern weitere Informationen einholen.

Wie Sie kununu und Co. gezielt für die Bewerbung oder Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch nutzen können, beschreiben wir im nächsten Artikel.

Erzählen Sie, wie Sie Arbeitgeberbewertungsportale nutzen! Wir freuen uns auf Ihre Beiträge.

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Martin Salwiczek , Lars Hahn und Gastautoren.

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