Naturwissenschaftler: Weiterbildung als Chance für den Berufseinstieg

2014-11-21 10.35.46Obwohl der Arbeitsmarkt boomt, fällt der Berufseinstieg vielen Naturwissenschaftlern schwer. Dabei macht es häufig keinen Unterschied ob sie einen Bachelor- oder Master-Abschluss oder gar eine Promotion vorweisen können: Mangelnde Berufserfahrung und fehlende industriebezogene Qualifikationen führen häufig zu Absagen von Arbeitgeberseite.
Bei fehlenden Qualifikationen kann eine Weiterbildung zum Beispiel im Qualitätsmanagement, Projektmanagement oder in Good Manufacturing Practice (GMP) Abhilfe schaffen.

Über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit lassen sich solche Weiterbildungen zu 100 % finanzieren.
Im heutigen Blogbeitrag informieren wir über unser Weiterbildungsangebot für Naturwissenschaftler und geben Tipps für die Jobsuche.

Berufseinstieg für Naturwissenschaftler: Ein Teufelskreis

Das Stellenportal Jobvector  ist für viele Naturwissenschaftler erster Anlaufpunkt bei der Stellenrecherche im Web. Neben der Online-Jobbörse ist Jobvector für seinen career day bekannt, der jährlich an verschiedenen Standorten in Deutschland statt findet. Für uns ist der Karrieretag in Düsseldorf eine Pflichtveranstaltung, in der wir jährlich mit einem Messestand vertreten sind und auf unsere Weiterbildungen aufmerksam machen. Die Naturwissenschaftler mit denen wir uns unterhalten, kommen meist mit den selben Erfahrungen aus den Gesprächen mit Arbeitgebern wie Qiagen, Boehringer Ingelheim oder RWE:

  • „Leider fehlt es mir an Berufserfahrung“,
  • „Die wollen praxisnahe Kenntnisse, die wir im Studium so nicht hatten“,
  • „Ich weiß gar nicht, auf welche Stelle ich mich bewerben soll“.

Ob Biologen, Chemiker, Geologen, Hydrologen, Umwelt- oder Bioingenieure – durch die Bank wird beklagt, dass man während des Studiums nicht früher auf die konkrete Arbeitswelt vorbereitet wird und das jeweilige Studium zu praxisfern ist. Vielen Naturwissenschaftlern wird dies erst durch die Gespräche mit den Unternehmen bewusst und lässt bei ihnen die Bereitschaft reifen, nach dem Studium noch mal Zeit in eine Weiterbildung zu investieren.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Naturwissenschaftler

Eine Weiterbildung aus eigener Tasche zu finanzieren, kann recht kostspielig sein. Daher schrecken viele Berufseinsteiger davor zurück sich mit einer Weiterbildung auseinander zu setzen, ohne zu wissen, dass die Bundesagentur für Arbeit die Kosten für eine Weiterbildung mit dem Bildungsgutschein zu 100% übernimmt. In den Gesprächen mit den Naturwissenschaftlern informieren wir über diese Förderungsmöglichkeit und unsere Weiterbildungsangebote.

Speziell nach unseren Weiterbildungen im Qualitätsmanagement und Projektmanagement wird häufig gefragt. Denn viele Unternehmen haben auf den Messen entsprechende Stellenangebote dabei. Die Möglichkeit der Kombination mit anderen Themen wie Umweltmanagement und Arbeitssicherheit stößt ebenfalls auf großes Interesse. Andere Naturwissenschaftler wiederum interessieren sich für betriebswirtschaftliche Themen.
Jeweils ein Monat gehen die Weiterbildungen und die Agentur für Arbeit kann bis zu sechs Monaten Weiterbildungen fördern. Bei Berufseinsteigern sind in diesen sechs Monaten häufig zweimonatige Praktika integriert, in denen die Teilnehmer das gelernte praktisch anwenden.

Good Manufacturing Practice (GMP) – Qualitätsmanagement für die Pharmazie

Good Manufacturing Practice (GMP) ist ein weiteres Weiterbildungsthema, nach dem immer mehr gefragt wird. Hier geht es im erweiterten Sinne um Qualitätsmanagement speziell in der Pharmazie. Vermittelt werden unter anderem Grundlagen der guten Herstellpraxis, Kenntnisse über Prozessmanagement und die Hygieneanforderungen in der Arzneimittel-Herstellung, sowie Aspekte des Lieferantenmanagements und der Qualitätskontrolle.

Ab 2019 bieten wir auch hier eine Weiterbildung an, die man mit den oben genannten Weiterbildungen kombinieren kann und die mit einem TÜV-Zertifikat abschließt.

Jobsuche für Naturwissenschaftler – 5 Tipps aus der Praxis

Begleitend zur Weiterbildung unterstützen wir unsere Teilnehmer bei der Jobsuche. Wir möchten folgende 5 Tipps geben, die sich für Naturwissenschaftler in der Praxis bewährt haben:

1)    Nutzen Sie Nischenbörsen

Jobvector wird den meisten Naturwissenschaftlern bekannt sein. Weniger bekannt sind da Portale wie Yourfirm mit dem Fokus auf mittelständische „Hidden Champions“ oder analytik.de das sich speziell an Analytiker richtet. Auf der Plattform Jobforest finden Sie eine Übersicht aller Nischen-Jobbörsen.

2)    Gehen Sie raus und führen Sie Gespräche

Man kann es nicht genug betonen, aber der Besuch von Jobmessen und Karrieretagen ist ein wichtiger Bestandteil für die Jobsuche. Und sei es nur, um neue Impulse für die Bewerbungsaktivitäten zu bekommen oder einen neuen Kontakt für das eigene Netzwerk zu gewinnen. Sie bleiben aktiv, halten den „Bewerbermotor“ am Laufen. Behalten Sie auch das Angebot der Hochschulen im Umkreis im Auge. Gibt es da in nächster Zeit interessante Veranstaltungen um mit Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen?

3)    Nutzen Sie die Business-Netzwerke XING und LinkedIn

Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass XING und LinkedIn nicht für Naturwissenschaftler geeignet seien. Linkedin eignet sich für Naturwissenschaftler zur Vernetzung mit Großunternehmen und international tätigen Organisationen.
Mehrere unserer Teilnehmer wurden über XING von Recruitern angeschrieben oder haben durch eigeninitiative Recherche in der XING-Datenbank ihren Arbeitgeber gefunden. Wie Sie das anstellen, haben wir in unserer Serie XING für die Jobsuche zu Papier gebracht.

4)    Lösen Sie sich von Ihrem akademischen Kontext

Was wir immer wieder feststellen: Vielen Naturwissenschaftlern fällt es schwer, sich von Ihrem akademischen Hintergrund ein Stück zu befreien. Das ist zugegeben nachvollziehbar, wenn man Jahre lang an der Uni geforscht hat. Doch auf dem Bewerbermarkt sollten Sie sich mit Ihren Bewerbungsunterlagen in die „Sprache“ Ihrer Empfänger, der Industrieunternehmen, hineinversetzen. Dies beginnt bei der E-Mail-Adresse (name@ruhr-uni-bochum.de), führt weiter zum Anschreiben (bitte nicht zu wissenschaftlich in der Wortwahl) und endet bei der Publikationsliste, die Sie auf den Empfänger abstimmen sollten.

5)    Bilden Sie sich weiter

Eine Weiterbildung nach der Promotion? Vielen Absolventen fällt dieser Gedanke schwer. Doch was haben Sie und die Arbeitgeber davon, wenn Sie sich besser als jeder andere mit dem Wachstum von Bakterien auskennen, aber keine Kenntnisse im Projekt- oder Qualitätsmanagement haben? Bieten Sie Arbeitgebern Themen an, die Sie im industriellen Bereich abdecken können.

P.S. Unser Angebot von Beratung und Weiterbildung eignet sich nicht nur für Berufsstarter. Gerade auch naturwissenschaftliche Professionals können Weiterbildungen in Qualitätsmanagement und Co. als Türöffner beim Jobwechsel nutzen.

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Martin Salwiczek , Lars Hahn und Gastautoren.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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2 Kommentare zu “Naturwissenschaftler: Weiterbildung als Chance für den Berufseinstieg
  1. Jan sagt:

    Mir hat die Weiterbildung im Bereich Qualitätsbeauftragter und Projektmanagement sehr weitergeholfen. Es war das Zünglein auf der Waage. Durch die Weiterbildung wurde ich zum Probearbeiten nächste Woche eingeladen. Sehr wahrscheinlich kriege ich den Job. Vielen Dank

2 Pings/Trackbacks für "Naturwissenschaftler: Weiterbildung als Chance für den Berufseinstieg"
  1. […] Stefanie Traeger: Teilweise war es mit den Stellen zu früh, da ich in der Abschlussarbeit steckte. Andere Jobs wollte ich nicht machen, zum Beispiel im Außendienst. Also wollte ich mich mit Unterstützung der Arbeitsagentur weiterbilden, die anfangs jedoch nicht mitspielte. Ich solle mich erst mal weiter bewerben. Nach sechs Monaten bekam ich dann doch eine Förderung meiner Weiterbildung mit dem Bildungsgutschein. […]

  2. […] weiteres wichtiges Thema für Weiterbildungen ist der Berufseinstieg, wie man im Beitrag Weiterbildung für Naturwissenschaftler als Chance für den Berufseinstieg lesen kann. Viele Hochschulabsolventen kennen den Teufelskreis: „Ich habe keinen Job, weil ich […]

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