„Netzwerken erweitert den Horizont“ – Projektmanagerin und LVQ–Absolventin Tamara Wyszynski im Interview

Tamara WyszynskiDie Diplom-Wirtschaftsgeografin Tamara Wyszynski absolvierte Anfang 2015 für drei Monate eine Weiterbildung bei der LVQ.
Heute ist sie als Projektmanagerin bei einem der weltweit größten Energie-Mischkonzerne tätig und ehrenamtliche Vorsitzende eines Business-Clubs für junge Frauen.
Im Interview unterhalten wir uns mit ihr über das Berufsbild des Projektmanagers und sprechen darüber, warum gerade Berufseinsteiger während der Jobsuche netzwerken sollten.

Martin Salwiczek: Hallo Frau Wyszynski, schön dass Sie Zeit für das Interview gefunden haben. Erzählen Sie uns doch bitte von Ihnen.

Tamara Wyszynski: Gerne. Mein Name ist Tamara Wyszynski, ich bin 33 Jahre und komme aus Düsseldorf. Ich habe Wirtschaftsgeografie studiert und nach verschiedenen Auslandsstationen arbeite ich jetzt als Projektmanagerin bei einem globalen Unternehmen im Bereich Energie, Dampfturbinen. Außerdem bin ich ehrenamtliches Vorstandsmitglied im Business and Professional Women Club Köln. Dort leite ich den Young Bereich. 2015 war ich für drei Monate zur Weiterbildung bei der LVQ.

Martin Salwiczek: Wie kam es damals zu der Weiterbildung?

Tamara Wyszynski: Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine langwierige Fußverletzung und war nicht arbeitsfähig. Durch die Weiterbildung konnte ich diese Phase gut für mich nutzen und meine bisherigen Arbeitserfahrungen mit dem Projektmanager-Kurs fachlich vertiefen. Zusätzlich war meine zweite Weiterbildung, der Social Media Manager, sehr hilfreich für meine Netzwerkaktivitäten.

Von der Wirtschaftsgeografie ins Projektmanagement

Martin Salwiczek: Viele unserer Teilnehmer, besonders die Berufseinsteiger machen eine Projektmanagement-Weiterbildung, um in diesem Bereich vielleicht später tätig zu werden. Sie hatten in dem Feld bereits Erfahrungen. Wie kommt man nach dem Studium der Wirtschaftsgeografie ins Projektmanagement?

Tamara Wyszynski: Ich habe bereits während des Studiums an mehreren Projekten mitgearbeitet und so projektbezogene Erfahrungen sammeln können. Mein Studienschwerpunkt war Quartiers- und Stadtentwicklung, da habe ich bereits viel auf kommunaler Ebene gemacht. Diese Erfahrungen waren hilfreich für meinen beruflichen Einstieg im Bereich kommunaler Klimaschutz und erneuerbare Energien.

Martin Salwiczek: Wie lief der Einstieg und was waren Ihre ersten Projekte?

Tamara Wyszynski: Ich kam als Quereinsteigerin an meine erste Stelle. Das lief über einen persönlichen Kontakt. Nach zwei Monaten Einarbeitung bekam ich mein erstes Großprojekt. Einige Wochen später direkt das nächste. Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem der Aufbau eines Unternehmensnetzwerkes, das Veranstaltungsmanagement und die Entwicklung mehrerer Klimaschutzkonzepte mit breit angelegten Beteiligungsprozessen. Das meiste eignete ich mir „learning by doing“ an.

Projektmanagement: Kein Projekt läuft gleich ab

Martin Salwiczek: Wie kann man sich die Aufgabe eines Projektmanagers vorstellen und was sollte man dafür mitbringen?

Tamara Wyszynski: Projektmanagement ist vor allem viel Organisation und Kommunikation. Da sollte man schon seine Stärken haben. Zudem ist ein gewisses Maß an Flexibilität wichtig. Ein Projekt kann man noch so gut planen – es passiert währenddessen so viel. Die Rahmenbedingungen ändern sich, es ergeben sich neue Entwicklungen oder bestimmte Dinge funktionieren nicht wie geplant. Dann muss man flexibel und schnell reagieren können.

Für mich war es beruhigend im Rahmen der Weiterbildung bei der LVQ zu sehen, dass das normal ist und Projekte nicht immer einem festen Schema folgen. Im Nachhinein war der Projektmanagerkurs bei der LVQ wirklich hilfreich. Die Intensität ist hoch und man bekommt ein Bild davon, wie Projekte idealtypisch ablaufen. Das ist eine sehr gute Ergänzung zur Praxis.

Social Media: Hilfreich für Vernetzung und Selbstvermarktung

Martin Salwiczek: Neben dem Projektmanager haben Sie noch den Social Media Manager-Kurs bei der LVQ besucht. Was haben Sie aus dem Kurs mitgenommen?

Tamara Wyszynski: Zunächst war der Kurs sehr wichtig, um meine vorherige Hemmschwelle im Umgang mit Social Media zu überwinden. Ich nutzte Social Media vorher nicht übermäßig viel. Nun weiß ich, wie man es strategisch und für unterschiedliche Ziele nutzen kann. Für meine ehrenamtlichen Aufgaben im Business and Professional Women Club habe ich zum Beispiel eine Social Media Strategie entworfen und u.a. dadurch die Reichweite auf unserer Facebook Fanpage deutlich erhöht. Außerdem war  die Weiterbildung sehr hilfreich um Ideen zu bekommen, wie man Social Media zum Netzwerken und für die Selbstvermarktung nutzen kann. Meinen aktuellen Job habe ich über XING bekommen.

Der aktuelle Job kam über XING

Martin Salwiczek: Wie lief das über XING ab?

Tamara Wyszynski: Ich wurde von einem Personaldienstleister angeschrieben, der mein Profil interessant fand. Sie haben mir meine aktuelle Stelle bei einem der weltweit größten Mischkonzerne vorgeschlagen. Dann ging alles sehr schnell, innerhalb von ein, zwei Wochen.

Martin Salwiczek: Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Personaldienstleister?

Tamara Wyszynski: Sehr gut, bis heute. Dabei ging es mir anfangs wie vielen anderen auch und ich war etwas skeptisch, was die Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern angeht. Von Beginn an war es jedoch ein sehr professioneller und wertschätzender Umgang. Bis heute sind wir im regelmäßigen Kontakt und haben ein vertrauensvolles Verhältnis.

Young BPW: Businessclub für junge Frauen

Martin Salwiczek: Sie haben einige Male Ihr ehrenamtliches Engagement erwähnt, das gerade für viele unserer Teilnehmerinnen mit Sicherheit interessant ist. Möchten Sie uns dazu was erzählen?

Tamara Wyszynski: Gerne. Vor zwei Jahren bin ich dem Business and Professionell Women (BPW) beigetreten. Das ist ein weltweites berufliches Netzwerk für Frauen, mit allein 40 Clubs in Deutschland. Ich habe mich dort früh im Essener Club engagiert und zusammen mit dem Düsseldorfer Club einen Bereich speziell für junge Frauen bis 35 gegründet,  den Young BPW Region Rhein Ruhr. Als in Köln ein Vorstandsposten vakant wurde, habe ich diesen übernommen und gleichzeitig den bereits bestehenden Young BPW Köln neu ausgerichtet und aufgebaut. 

 

Martin Salwiczek: Was genau macht der Young BPW?

Tamara Wyszynski: Mein Ziel bei der Leitung des Young BPW Köln ist es, junge Frauen bei der beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Hierfür organisiere ich regelmäßig Clubabende zu Themen wie Leadership, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Fragen zu Gehaltsverhandlungen, etcetera.  

Wichtig ist dabei vor allem der Netzwerkcharakter. Egal aus welcher Branche, egal ob Studentin, Angestellte, Freiberuflerin oder Arbeitssuchende, bringen wir engagierte Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Wir sind dabei alles andere als steif, der Umgang ist sehr herzlich. Es gibt immer ein Abendprogramm, man tauscht sich also themenbezogen aus, so dass auch neue Interessentinnen schnell mit anderen ins Gespräch kommen.

Netzwerken erweitert den Horizont

Martin Salwiczek: Nun fällt es vielen Menschen nicht leicht zu „netzwerken“. Gerade Berufseinsteiger bzw. Berufseinsteigerinnen trauen sich häufig nicht, an Netzwerkveranstaltungen teilzunehmen. Was sagen Sie denen?

Tamara Wyszynski: Zunächst mal, dass gute Netzwerkveranstaltungen gerade in Veränderungsphasen eine absolute Horizonterweiterung sind. Sie treffen Menschen, die sie so nie sehen würden und sie lernen ganz viel.
Falsch wäre es mit der Erwartungshaltung ranzugehen, dass man direkt einen Job bekommt. Erst mal geht es darum, neue Impulse, Ideen und Anregungen zu bekommen sowie interessante Kontakte zu knüpfen.
Netzwerken heißt aber auch, sich gegenseitig zu unterstützen – hierbei finde ich immer wichtig, erst zu geben, dann zu nehmen. Denn jeder hat etwas, das er geben kann, sei es das eigene Netzwerk, eigene Ideen, Zeit oder Engagement.

Netzwerken heißt für mich, sich mit anderen Menschen auszutauschen, und gemeinsam ein paar schöne Stunden zu verbringen. Das ist so wie bei einer Weiterbildung. Da kennt man vorher auch keinen und lernt nach und nach die anderen Teilnehmer kennen und schätzen. So ist es bei uns im Club auch, nur findet das ganze häufig an einem Abend statt.

Martin Salwiczek: Liebe Frau Wyszynski, herzlichen Dank für das Interview!

 

 

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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