Virtuelle Jobmessen: Netzwerken von zu Hause aus?

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Blick auf die Empfangshalle der virtuellen Karrieremesse NRW

Stellen Sie sich vor, Sie wären gerade auf Jobsuche und würden eine Einladung zur Karrieremesse NRW erhalten.

Woran würden Sie spontan denken?

Weitläufige Messehallen? Ein großräumiges Auditorium für Vorträge? Einladende Messestände mit freundlichen Ansprechpartnern?

Vermutlich würden Sie sich auf eine Fahrt nach Köln oder Düsseldorf einstellen. Würden überlegen, vorher noch mal zum Friseur zu gehen, den Anzug zur Reinigung zu bringen, ihre Bewerbungsmappe auszudrucken – das, was man in Vorbereitung auf eine typische Jobmesse halt so tut.

Nun ist die Karrieremesse NRW jedoch keine typische Jobmesse:
Bewerbungsmappen können nicht entgegengenommen werden. Einen Dresscode gibt es nicht. Weder in Köln, noch in Düsseldorf, Essen oder Dortmund ist die Messe auffindbar. Denn die Karrieremesse NRW ist eine virtuelle Jobmesse, von denen es mittlerweile immer mehr gibt. Das Geschehen spielt sich im Internet ab, wie auf der Webseite beschrieben:

„Auf der Karrieremesse präsentieren sich TOP-Arbeitgeber mit ihren aktuellen Stellenangeboten und Sie können per Chat mit den Personalern auch direkt ins Gespräch kommen. Bequem und diskret von zu Hause aus besuchen Sie die Online Messe und lernen Ihren zukünftigen Arbeitgeber kennen.“

Das Format weckte unsere Neugierde: Lohnt sich der Besuch so einer virtuellen Karrieremesse? Welche Arbeitgeber präsentieren sich dort? Wie läuft die Kommunikation? Die Karrieremesse NRW sahen wir als gute Gelegenheit, den Fragen mal nachzugehen. Unterstützung bekamen wir von den LVQ-Absolventen Patrick de Vries und Bernhard Hinsken. Sie besuchten die Online-Messe und schildern uns ihre Eindrücke.

Virtuelle Jobmessen: Wie funktioniert das?

Um an einer virtuellen Messe teilnehmen zu können, registrieren Sie sich mit Name, Mailadresse und Passwort auf der entsprechenden Plattform. Die Anmeldung läuft einfach und ist kostenlos. Sie erhalten eine Bestätigungsmail mit einem Aktivierungslink, der sie schnell in den virtuellen Empfangsraum bringt. Dann kann es losgehen.

„Die virtuelle Karrieremesse funktioniert vom Prinzip her wie eine reale Jobmesse. Es gibt einen Empfangsbereich mit einem Infostand, eine virtuelle Sitzecke bei der man mit anderen Besuchern chatten kann. Messehallen mit virtuellen Arbeitgeberständen und ein Auditorium mit Vorträgen,“ so Bernhard Hinsken.

Kommunikation in Echtzeit

Wegen eines Bahnstreiks kommt er nicht von zu Hause weg. Also nutzt er die Zeit sinnvoll, loggt sich in seinen Rechner ein und stattet der Karrieremesse NRW einen Besuch ab.

In den Anzug muss der gelernte Bauingenieur dabei nicht hüpfen, die Kommunikation läuft per Chat. „Das ist erst mal ungewöhnlich, aber durchaus nützlich. Man kommt schneller ins Gespräch, die Hemmschwelle für die Kontaktaufnahme ist nicht so groß, wie bei einer Messe vor Ort. Das ist super zum Üben von Gesprächen, vor allem wenn man vorher noch nie auf einer Jobmesse war“, so Hinsken.

Fünf Arbeitgeber stehen für Gespräche in Messehalle 1 zur Verfügung: Die Bundeswehr, Hellweg Baumarkt, KT Personalmanagement GmbH, persona Service und Wüstenrot. Das ist recht überschaubar, wenn man sich zum Vergleich die Ausstellerliste bei Vor-Ort-Messen anschaut.

Die Kommunikation mit den Arbeitgebern findet per Chat in Echtzeit statt:

Bundeswehr Fragen

Patrick de Vries im Austausch mit der Bundeswehr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterbildungsangebote und Vorträge für die berufliche Entwicklung

Insgesamt 12 Unternehmen platzieren zusätzlich Ihre Stellenangebote auf der virtuellen Jobwall. Zudem kann man sich in Halle 2 zu Fragen der Weiterbildung, Jobsuche und Existenzgründung beraten lassen.

Was auf einer Jobmesse natürlich nicht fehlen darf, sind die obligatorischen Vorträge zu Themen der Karriere- und Persönlichkeitsentwicklung:

  • Wie gewinne ich Selbstvertrauen für den Job?
  • Wie überzeuge ich in Vorstellungsgesprächen?
  • Wie lassen sich über Eignungsdiagnostik die eigenen Stärken und Fähigkeiten entdecken?
  • Wie gelingt der berufliche Wiedereinstieg?

Diese kann man sich in Form von Videoaufzeichnungen anschauen, um anschließend in den Expertenchat mit den Rednern ins Gespräch zu kommen. Schöner Service: Die Vorträge kann man auch im Nachgang noch abrufen.

Virtuelle Messen: Einen Besuch wert

Wie man sieht gibt es viele Parallelen virtueller Messen zu realen Messen. Mit Sicherheit können sie niemals die Wirkung direkter Kommunikation ersetzen, oder die Effekte herbeiführen, die durch informelle Gespräche während einer Messe entstehen. Virtuelle Messen eignen sich jedoch hervorragend als Einstieg zum Netzwerken, um Small Talk zu üben oder zu lernen, wie Personaler „ticken“.

Der Aufwand und die Kosten sind im Vergleich zum Besuch einer Vor-Ort-Messe gering: Mit einem Klick ist man dort, anstatt eine ggfs. lange Anreise aufzunehmen. Zudem spart man ordentlich Kosten die vor, während und nach so einem Messebesuch anfallen.

Das zudem was Konkretes bei dem Besuch einer virtuellen Messe herauskommen kann, sieht man bei unseren beiden Absolventen. Die vertieften nämlich den Kontakt zu einigen Arbeitgebern im Anschluss an die Veranstaltung:

Jobkontakt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch Bernhard Hinsken hält den Besuch einer virtuellen Jobmesse für lohnenswert: „Ich bin ohne große Erwartungen hingefahren. Aber sowohl die Gespräche mit den Arbeitgebern vor Ort und zum Teil die Vorträge waren sehr ergiebig. Ich war allerdings etwas erstaunt, dass bei einer virtuellen Messe gar keine Unternehmen aus der Internet-Branche vertreten waren. Da hätte ich mehr erwarten. Insgesamt kann ich den Besuch einer virtuellen Messe jedoch definitiv empfehlen.“

Falls Sie so eine virtuelle Jobmesse auch mal ausprobieren möchten, so empfehlen wir Ihnen die Online-Karrieremesse der vdi Nachrichten, vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Sie findet am Dienstag, den 07. Juni statt, natürlich von zu Hause aus.

Wir machen uns heute auf den Weg nach Köln zum Online-Karrieretag, der größten Jobmesse der Internet-Branche. Der Online-Karrieretag ist übrigens keine virtuelle Messe, sondern findet vor Ort statt. Wir werden dann berichten, ob sich der Besuch lohnt.

Haben Sie schon mal eine virtuelle Jobmesse besucht? Wie sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie uns?

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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