„Aktiv bleiben, offen sein, lernen was Spaß bringt“ – Chemiker und LVQ-Absolvent Dr. Adrian Lux im Interview

Foto_LuxFür viele junge Naturwissenschaftler ist der Wechsel von der Wissenschaft in die Industrie ein großer Sprung. Unser Absolvent Dr. Adrian Lux ist ein Beispiel, wie dieser Wechsel gelingen kann. Heute ist er als Dezernent für Anlagensicherheit beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW tätig. Zusätzlich unterrichtet er als Dozent Fachleute und Führungskräfte in den Bereichen Umweltrecht und Umwelttechnik. Dabei ist es keine zwei Jahre her, dass er sich selbst weiterbildete.

Im heutigen Interview erzählt er uns, wie er zu seinen heutigen beruflichen Aufgaben gekommen ist.

Martin Salwiczek: Hallo Herr Lux, schön das Sie Zeit gefunden haben. Stellen Sie sich doch mal unseren Lesern vor.

 Adrian Lux: Gerne. Mein Name ist Adrian Lux. Ich bin 35 Jahre alt, verheiratet und habe einen anderthalbjährigen Sohn. Ich bin in Bottrop aufgewachsen und habe in Dortmund Chemie studiert. Jetzt wohne ich in Essen, ein typischer Ruhrpottler also. Nebenberuflich bin ich als Pyrotechniker tätig, um mein Hobby, die Feuerwerkerei, auszuleben.

Martin Salwiczek: Was machen Sie beruflich?

Adrian Lux: Ich arbeite beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, kurz auch LANUV genannt. Das ist eine wissenschaftlich-technische Behörde. Ich bin dort für die Anlagensicherheit mit Schwerpunkt Chemie zuständig und begutachte Sicherheitsberichte. Parallel bin ich im Bereitschaftsdienst für den Sondereinsatz tätig, dieser rückt bei Schadensfällen mit Umweltrelevanz aus.
Daneben bin ich im LANUV als QM-Auditor für unsere Abteilung über verschiedene Standorte hinweg unterwegs.

Ein letzter großer Aufgabenbereich ist meine Dozententätigkeit. Beim LANUV unterrichte ich im Bereich Störfallrecht und Ereignisauswertung. Zusätzlich bei der LVQ im Bereich Umwelt.

Vom Ferienjobber zum Projektmitarbeiter

Martin Salwiczek: Das sind ja eine Menge Tätigkeiten. Wie sind Sie dahin gekommen, wo Sie heute sind?

Adrian Lux: Es fing mit einer Stelle an, die als Sommerferienaushilfe im Labor ausgeschrieben war. Das war nach meinem Studium während meiner Bewerbungsphase. Da ich nicht lange untätig sein wollte, bewarb ich mich auf die Aushilfsstelle. Zu meinem Glück wurde eine Projekttätigkeit daraus und ich war 2 ½ Jahre dort beschäftigt. Hier sammelte ich meine ersten Erfahrungen mit dem Qualitätsmanagement und der DIN EN ISO/IEC17025 für Laboratorien. Dann bekam ich jedoch die Möglichkeit zu promovieren.

Martin Salwiczek: …und verließen dafür den sicheren Job? 

Adrian Lux: Ja, ich bekam halt nur Halb-Jahres-Verträge und zudem zielte ich schon länger auf die Promotion ab.

Von der Promotion in die Jobsuche

Martin Salwiczek: Wie lief es nach der Promotion?

Adrian Lux: Da ging es mir wie so wie vielen promovierten Naturwissenschaftlern: Die Jobsuche gestaltete sich schwierig. Ich hatte einige Vorstellungsgespräche, deutschlandweit, aber es reichte leider nicht.

Martin Salwiczek: Welche Bewerbungsmöglichkeiten haben Sie damals genutzt?

Adrian Lux: Ziemlich viele. Ich habe alle möglichen Bewerber-Messen und Jobbörsen besucht, und mich auf Stellenportalen angemeldet. Vor allem auch fachspezifische Portale wie www.chemie.de und die Plattform der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ausprobiert. Außerdem habe ich erstmals ein  XING-Profil angelegt.

Martin Salwiczek: Woran scheiterte es zu dem Zeitpunkt?

Adrian Lux:  Obwohl meine Spezialisierung in der technischen Chemie lag und ich auch schon Berufserfahrung vorweisen konnte, reichten meine Kenntnisse häufig nicht aus. Auf vielen Positionen wurden ausgewiesene Spezialisten gesucht.
Zum Beispiel wurden häufig vertiefte Kenntnisse im Qualitätsmanagement gefordert. So kam ich dazu mich weiterzubilden.

Durchbruch durch die Weiterbildung

Martin Salwiczek: Was Sie zur LVQ geführt hat…

Adrian Lux:  Genau. Ich schaute nach Anbietern für das Qualitätsmanagement und legte mich auf zwei fest. Die LVQ überzeugte mich schließlich im persönlichen Gespräch durch Konzept und Aufbau. Die Kombination der Themen war interessant:
Die Weiterbildung zum Qualitäts-Auditor, Fachkundenachweise für das Umweltmanagement und die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Ich beantragte anschließend die Förderung durch die Agentur für Arbeit und bekam einen Bildungsgutschein für alle Weiterbildungen.

Martin Salwiczek: Und das hat in der Kombination auch so gepasst?

Adrian Lux:  Auf jeden Fall. QM habe ich von der Pike auf gelernt, bekam einen sehr tiefen Einblick in das Thema. Durch die Weiterbildung im Umweltmanagement haben sich ganz neue Möglichkeiten für andere Stellen ergeben. Dadurch bekam ich deutlich schneller Vorstellungsgespräche. Und mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit hätte ich mit Sicherheit auch mehr machen können, wollte das aber nicht, auch wenn ich da ganz viel mitgenommen habe. Für mich lag der Fokus klar auf Qualitätsmanagement und Umwelt.

Martin Salwiczek: Wie lange hat es nach der Weiterbildung gedauert, bis es zu Gesprächen kam?

Adrian Lux:  Die ersten Gespräche hatte ich bereits während der Weiterbildung. Kurz vor Abschluss waren es drei Gespräche aus denen zwei konkrete Jobangebote resultierten. Ich entschied mich für dann für das LANUV.

Tipp: Fachlich und persönlich weiterbilden

Martin Salwiczek: Ihr Beispiel ist sehr Mut machend. Was raten Sie einem Naturwissenschaftler am Ende seines Studiums?

Adrian Lux:  Durch das Studium stellt man sich ja sehr breit auf. Danach sollte man sich ein Vertiefungshighlight suchen, an dem man viel Spaß hat. Meines war Qualitätsmanagement, das im Studium nicht angeboten wurde. Viele Firmen legen Wert auf industrienahe Kenntnisse und Nachweise. Genauso sinnvoll sind daher zum Beispiel Grundkenntnisse in BWL. Passende Qualifikationen können fehlende Erfahrung ein Stück weit aufwiegen.

Martin Salwiczek: Welche Rolle spielt dabei die Persönlichkeit?

Adrian Lux: Eine große. Daher würde ich auch jeden Absolventen dazu raten, Präsentationstechniken zu lernen. Das war auch ein sehr positiver Aspekt bei der LVQ, das Nebenprogramm, in dem man Präsentationen macht. Das hilft sehr viel, da es von vielen Arbeitgebern einfach erwartet wird.

Auch die Aktivitäten in Phasen der Jobsuche lassen auf die Persönlichkeit schließen. Hier sollte man aktiv sein, was tun. Und sei es „nur“ ein Englischkurs bei der VHS

Martin Salwiczek: Was können Sie unseren Lesern abschließend mit auf den Weg geben?

Adrian Lux:  Nicht aufgeben. Ich habe selber über 100 Bewerbungen geschrieben. Es hilft, sich daran zu orientieren, was einen Spaß bringt und sich entsprechend weiterzubilden, die Augen offen zu halten und vor allem aktiv zu bleiben.

Martin Salwiczek: Herr Lux, herzlichen Dank für das Interview!

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Martin Salwiczek , Lars Hahn und Gastautoren.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

Getagged mit: , , , , , ,
0 Kommentare zu “„Aktiv bleiben, offen sein, lernen was Spaß bringt“ – Chemiker und LVQ-Absolvent Dr. Adrian Lux im Interview
1 Pings/Trackbacks für "„Aktiv bleiben, offen sein, lernen was Spaß bringt“ – Chemiker und LVQ-Absolvent Dr. Adrian Lux im Interview"
  1. […] “Aktiv bleiben, offen sein, lernen was Spaß bringt” – Chemiker und LVQ-Absolvent Dr. Adrian L… […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Neue Beiträge abonnieren:

Vernetzung und Dialog