„Als Geisteswissenschaftler brauchst Du einen langen Atem bei der Jobsuche“

Patrick KollRegelmäßig kommen Absolvent/innen von Seminaren und Weiterbildungen der LVQ in dieser Rubrik zu Wort. Sie berichten über Ihre Erfolge und Erfahrungen nach ihrer Weiterbildung.

Patrick Koll erging es nach dem Studium wie so vielen Geisteswissenschaftlern: Studium, Jobbing, Praktika, Volontariat, Arbeitssuche – der Berufseinstieg wollte nicht direkt gelingen. Im September 2014 entschloss er sich dann dazu, eine Weiterbildung bei der LVQ zu absolvieren. Die richtige Entscheidung, wie sich zeigte. Heute ist Patrick Koll bei einer Mediaagentur in Bochum beschäftigt.
In unserem heutigen Interview erzählt er was er beruflich macht und wie er zu seinem Job gekommen ist.  Dabei zeigt er, dass es durchaus Sinn machen kann selbst mit Berufserfahrung noch mal ein Praktikum zu machen.

 

Martin Salwiczek: Hallo Herr Koll, stellen Sie sich den Lesern doch bitte kurz vor.

Patrick Koll: Ich bin 30, gebürtiger Dortmunder, der seit gefühlten Urzeiten in Bochum lebt, Texter und Lektor aus Leidenschaft.

Martin Salwiczek: Wie haben Sie die fachlichen Grundlagen für Ihre Leidenschaft gelegt?

Patrick Koll: Begonnen habe ich mit einem 2-Fach-Bachelor Germanistik/Linguistik, auf das ein praxisnahes Master-Studium der Literatur- und Medienwissenschaften folgte.

Martin Salwiczek: Was folgte nach dem Studium?

Patrick Koll: Direkt nach dem Studium konnte ich bei einem Versandhändler, für den ich als Studentenjobber im Kundenservice tätig war, in die Projektarbeit im Bereich E-Commerce einsteigen und war dort an der Entwicklung eines neuen Bestellsystems beteiligt. Dann bot sich mir die Möglichkeit, ein Volontariat in der Redaktion eines Fachverlags zu absolvieren. Leider konnte ich nicht fest übernommen werden, so dass ich erstmals auf Jobsuche war.

Martin Salwiczek: Wie kamen Sie dann zu Ihrer Weiterbildung bei der LVQ?

Patrick Koll: Nachdem ich von meinem Jobcenter das „Go“ für eine Fortbildung erhalten hatte, habe ich nach Anbietern recherchiert, die auch Kurse zu den Themen Marketing und Social Media anboten. Die LVQ überzeugte mich, da sie als einer der wenigen noch Präsenzveranstaltungen mit praxiserfahrenen Dozenten vor Ort anbot.

Martin Salwiczek: Was wollten Sie damals mit der Weiterbildung erreichen?

Patrick Koll: Grundsätzlich meine Kompetenzen erweitern, um bei der Jobsuche nicht nur auf Stellen im klassischen Journalismus beschränkt zu sein. Daher habe ich ganz unterschiedliche Management-Weiterbildungen gemacht:  Social Media, Marketing, Projektmanagement und Datenschutz.

Martin Salwiczek: Zusätzlich haben Sie ein zweimonatiges Praktikum bei einer Bochumer Agentur absolviert, obwohl Sie ja bereits über Berufserfahrung verfügen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Patrick Koll: Erstens gibt es ja immer die Hoffnung, dass man seinen Praktikumsanbieter in den zwei Monaten so richtig von sich überzeugt und direkt übernommen wird. Ansonsten kann man natürlich ausgiebig netzwerken. Und letztendlich kann man nach langer Zeit endlich mal wieder in die Praxis reinschnuppern. Bei mir hat es zum Glück mit der Anstellung geklappt.

Martin Salwiczek: Was war ausschlaggebend für Ihre Einstellung?

Patrick Koll: Die Frage leite ich gerne weiter. Nein, ernsthaft: Es hat meines Erachtens nach fachlich und menschlich gut gepasst, die gestellten Aufgaben waren spannend und haben motiviert, was wiederum von meinem Praktikumsanbieter wohl auch anhand der abgelieferten Leistungen bemerkt wurde.

Martin Salwiczek: Wie sehen Ihre Aufgaben jetzt aus?

Patrick Koll: Hauptsächlich bin ich als Texter tätig. Für Kunden bin ich je nach Auftragswunsch verantwortlich für die Themenplanung, Recherche sowie Texterstellung in den verschiedensten Darstellungsformen sowie Medienformaten. Zudem betreue ich die dazugehörigen Blogs und Social-Media-Kanäle. Die gleichen Aufgaben kommen nach einem Relaunch der Agentur-Webseite auch hausintern auf mich zu.
Hier kommen mir besonders die vielen Tipps und Erfahrungen aus dem Social Media Manager Kurs zu Gute, mit denen ich bestens auf die Betreuung der Social Media Projekte unserer Kunden vorbereitet wurde.

Martin Salwiczek: Sie waren vier Monate bei uns. Was ist Ihnen neben der Weiterbildung aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben?

Patrick Koll: Kompetente Dozenten, viele interessante Kontakte zu anderen Teilnehmern, die  über die Weiterbildung hinaus erhalten geblieben sind, viele wichtige Erkenntnisse  aus dem Jobcoaching, woran es bei meinen Bewerbungen bislang hakte und die vielen guten Worte und kleinen lieben Gesten ihrer Frau Neumann.

Martin Salwiczek: Als Geisteswissenschaftler – Was empfehlen Sie anderen Geisteswissenschaftlern auf Jobsuche?

Patrick Koll: Kenne deine Stärken und verkaufe dich nicht unter Wert, auch wenn man dadurch als Geisteswissenschaftler bei der Jobsuche einen längeren Atem haben muss, als in anderen Fachrichtungen.

Martin Salwiczek: Vielen Dank für das Gespräch!

 

Anmerkung: Für Hochschulabsolventen wie Herrn Koll bieten wir ein Programm an, dass sich aus fachlicher Weiterbildung, individuellen Coaching und einer anschließenden Projektarbeit zusammensetzt. Mit einem sogenannten Bildungsgutschein können die Kosten komplett übernommen werden. Weitere Informationen finden Sie unter Weiterbildungsangebote für Hochschulabsolventen.

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

 

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Ein Kommentar zu “„Als Geisteswissenschaftler brauchst Du einen langen Atem bei der Jobsuche“
  1. m sagt:

    Das diesbezüglich sonst nicht zu überhörende Gejammer der Geisteswissenschaftler (meistens sind es Frauen) haben mich einiges an Respekt vor dieser Gruppe verlieren lassen. Schön, dass man mal liest von jenen, die dann das eigene Schicksal in die Hand nehmen und steuern.

1 Pings/Trackbacks für "„Als Geisteswissenschaftler brauchst Du einen langen Atem bei der Jobsuche“"
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