Karrieretrends 2018: Jobsuche in der VUCA-Welt

Alle Jahre wieder finden Sie im Internet Trends zum Jahresstart – für alle Lebensbereiche.
Da liegt es nahe, hier im LVQ-Blog zu betrachten, welche gesellschaftlichen Trends sich auf die Bereiche Jobsuche und Bewerbung auswirken. Ich habe hierfür zwei Trends identifiziert, die geprägt sind durch die digitale Transformation unserer Gesellschaft und uns alle global und in der Arbeitswelt beschäftigen. Der eine Trend heißt VUCA – über den werde ich heute schreiben. Den anderen Trend verrate ich Ihnen im Januar in meiner Kolumne.

Heute also: Was steckt hinter VUCA?

Karriere in der VUCA-Welt

„Es ist kompliziert!“

Der bekannte Facebook-Beziehungsstatus könnte auch als Leitspruch für eine VUCA-Welt herhalten: „Es ist kompliziert!“

VUCA ist zurzeit ein vielgenutzter Begriff, wenn es um die Beschreibung unserer Arbeitswelt geht. Es ist ein Akronym für die Begriffe

  • volatility (Volatilität, Unbeständigkeit),
  • uncertainty (Unsicherheit),
  • complexity (Komplexität),
  • ambiguity(Mehrdeutigkeit).

VUCA kennzeichnet damit eine Welt, in der vieles immer schwankender, unbeständiger, unsicherer, komplexer und besonders auch mehrdeutiger wird.

Beispiele in der Arbeitswelt für VUCA sind

  • die Chancen und Möglichkeiten der digitalen Transformation für Unternehmen bei gleichzeitigen Risiken und Gefahren,
  • disruptive Technologien wie Uber oder Airbnb, mit Chancen für Nutzer und Gefahren für etablierte Unternehmen,
  • parallele Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt. Es gibt offiziell 1.000.000 freie Stellen in Deutschland, jedoch sind mehr als 2.000.000 Menschen arbeitslos. Die einen reden in dieser Situation von Fachkräftemangel und andere vom Ende der Arbeit.

Bewerbung in der VUCA-Welt

Auch Jobsuche, Bewerbung und Karriere unterliegen den vier Phänomenen der VUCA-Welt:

  • Volatil: Der Arbeitsmarkt ist in ständiger Bewegung. Die Top-Arbeitgeber von heute sind nicht mehr unbedingt auch die Arbeitgeber von morgen. Ganze Branchen sind in rasantem Umbruch. Beispiel Automobilindustrie: Bedroht das Startup Tesla die etablierten Unternehmen und treibt sie vor sich her? Welche Arbeitgeber und Branchen schaffen die digitale Transformation?
  • Unsicher: Jobs, auf die ich mich heute bewerbe, könnten schon morgen oder übermorgen wieder überflüssig sein. Entscheide ich mich für den zukunftstauglichen Arbeitgeber? Auch das Bedürfnis nach dem genau passenden Wunschunternehmen verunsichert: Ist die Unternehmenskultur wirklich für mich passend?
  • Complex: Während Bewerber durch die sozialen Netzwerke und Plattformen noch nie so viele Informationen über ihren zukünftigen Arbeitgeber im Vorfeld erhalten konnten, wird die Übersichtlichkeit des Arbeitsmarktes durch das Internet immer schwieriger. Früher gab es nur die Bewerbung auf eine Stellenanzeige in der lokalen Tageszeitung. Heute gibt es in Deutschland ca. 1.235 Jobbörsen – branchenspezifisch, lokal, global. Es gibt Jobsuchmaschinen, XING, Linkedin, Google for Jobs, Jobapps wie truffls und, und, und… Jobsuche: Es ist kompliziert!
  • Ambigous (mehrdeutig): Stellen, die ausgeschrieben werden, sind schon längst besetzt, während Stellen, die zu besetzen sind, gar nicht erst ausgeschrieben werden. Während der Wunsch nach Flexibilität von Arbeitszeit und -ort bei vielen Arbeitnehmern hoch im Kurs steht, gibt es gleichzeitig das Bedürfnis nach Planbarkeit und sicheren Arbeitsplätzen. Während auf der einen Seite „Bewerbung per one-click“ einfache Stellensuche suggeriert, generiert sich das berufliche Netzwerken und die Jobsuche im verdeckten Stellenmarkt als komplexes und anspruchsvolles Unterfangen.

In dieser vielschichtigen VUCA-Welt bewegen sich Bewerber, wenn sie sich auf Jobsuche begeben. Täglich sind wir in unserer Arbeit bei der LVQ mit der daraus häufig resultierenden Verunsicherung konfrontiert. Verstärkt wird diese oft noch durch das schiere Überangebot an Ratgebern, Karriereportalen und unzähligen Tipps, die im Netz und in einschlägigen Karrieremagazinen kursieren, nach dem Motto „Drei Karriereratgeber, fünfzehn Meinungen!“

Und jetzt lesen Sie hier auch noch meine Tipps obendrauf!? In der Tat hab ich mir nach viel Forscherei und vielen Gesprächen über die komplexe Welt Gedanken gemacht. Denn gerade weil Jobsuche und Bewerbung in einer VUCA-Welt irgendwann jeden (be-)treffen können, verrate ich Ihnen meine fünf Erkenntnisse, wie man sich in dieser Angelegenheit in der VUCA-Welt behaupten kann:

5 Karriere-Tipps für die VUCA-Welt

  1. Traumjob? 80 Prozent reichen! Wer während der Jobsuche auf den Traumjob hofft, kommt bisweilen ins Hadern. Ist dieses Angebot wirklich das richtige? Dabei kann die neue Stelle beim Einstieg ins Unternehmen oft noch gar nicht Traumjob sein, weil sie ja erst durch die Person mit Leben gefüllt wird, die die Stelle übernehmen wird. Überdies: In einer VUCA-Welt sind Stellen sowieso nicht beständig, sondern sich stetig verändernd. Und lebenslänglich in einer Stelle sitzen heutzutage sowieso die wenigsten.
  2. Erlernen von Schlüsselqualifikationen: In einer sich stetig verändernden Arbeitswelt mit unvorhersehbaren Anforderungen sind fachliche Qualifikationen oft schneller veraltet, als die Weiterbildung zu Ende ist, in der sie gelernt wurden. Deshalb sind Schlüsselqualifikationen wie Managementtools, Lernkompetenzen, Digitalkompetenzen, Strategien der Informationsbeschaffung und effiziente Wissensaneignung in einer VUCA-Welt wichtiger denn je. Oder: „soft skills sind die neuen hard skills“, wie mir kürzlich jemand sagte.
  3. Lebenslanges Lernen: Heutzutage pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass Weiterbildung über die gesamte berufliche Lebensspanne wichtig ist, um sich beruflich fit zu halten. „Die Notwendigkeit Neues zu lernen, ist so hoch wie nie“, schreibt zum Beispiel aktuell Netzökonom Holger Schmidt. Was läge näher, die Zeit zwischen zwei Jobs beruflich zu nutzen – gerade dann bieten sich formale Lehrgänge an, zumal die Kosten in dieser Zeit oft zu 100 Prozent gefördert Wer knietief im Job steckt, greift aus Pragmatismus hingegen auf informelles Lernen zurück: Wissenstool Internet, Konferenzen, Fachmessen, die gute alte Literatur.
  4. Ruhe bewahren: Das Beobachten von Trends in der eigenen Arbeitswelt ist wichtig, denn wer den Trend verpennt, verpasst seine berufliche Zukunft. Und die Digitalisierung geht eh nicht mehr weg. Andererseits sind viele Trends und Hypes oft temporär. Eintagsfliegen der Medienwelt. Was gestern noch Ende der Arbeit hieß, nennt sich morgen wieder Fachkräftemangel. Beobachten Sie also regelmäßig Trends, leiten daraus Schlüsse für Ihre individuelle Strategie der Jobsuche ab, um dann Ihren persönlichen Weg jenseits aller Hypes zu gehen.
  5. Wissensdurst schlägt Routine: Wer mit Neugier und stetigem Wissensdurst durchs Arbeitsleben geht, wird die Trends seiner Arbeitswelt nicht verpassen. Das gilt auch in Sachen Jobsuche und Karriere: Wer sich als Bewerber über innovative Möglichkeiten der Stellensuche und Bewerbung informiert und die angesagten Tools des beruflichen Netzwerkens nutzt, schützt sich davor, in der VUCA-Welt den Anschluss zu verpassen.

Mein Vorschlag: Halten Sie auch während der Jobsuche und Bewerbung Ausschau nach den vier Merkmalen der VUCA-Welt, Sie werden Sie ständig entdecken!

Ach so! Den zweiten von mir versprochenen Trend erfahren Sie im Januar. Soviel sei schon jetzt verraten: Auch der zweite Karriere-Trend hat etwas mit Digitalkram zu tun.

Jetzt wünsche ich Ihnen erst einmal einen guten Start in das Jahr 2018, auch im Namen des Teams der LVQ!

 

Beiträge über die VUCA-Welt zum Weiterlesen:

„Digitalisierung: Was bedeutet VUCA?“ – Beitrag der Women&Work-Gründerin M. Vogel

VUCA-Welt.de – Woher kommt der Begriff VUCA?

Überlebensstrategien für die VUCA-Welt: Wer nicht fokussiert, verliert

 

Getagged mit: , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Neue Beiträge abonnieren:

Vernetzung und Dialog