Hilfe! Ich kann grad nicht kreativ sein! Meine 5 Strategien gegen Kreativitätsstau

rp_lars-hahn-foto.1024x1024-300x300-1.jpgGerade jetzt sollte ich kreativ sein. Aber es geht nicht!

Meine Aufgabe ist es, einen schönen Fachbeitrag über den Arbeitsmarkt zu schreiben und heute noch fertig zu stellen. Aber es geht irgendwie nicht, das Ganze ist ziemlich zäh. Ich formuliere an einzelnen Sätzen stundenlang rum, finde keinen roten Faden. Eigentlich befasse ich mich gedanklich und tatsächlich viel lieber mit anderen Dingen. Wichtigen beruflichen und weniger wichtigen. Ich komm da grad einfach nicht weiter.

Kennen Sie das auch? Sie sollen etwas Kreatives erschaffen, einen Text, einen Fachbeitrag, ein Bewerbungsanschreiben, eine Präsentation für das Meeting, Ihren Vortrag für morgen früh, den Abschlussbericht des Projekts.

Irgendwie hängen Sie fest? Schreibblockade? Ladehemmung? Innere Verweigerung?

Auch die gute Arbeitsumgebung (Handy aus, Tür zu, Facebook löschen) nützt nichts?

Kreativitätsstau als regelmäßiges Ärgernis

Kreativitätsstau. Ich kenne das zu gut!

Bei mir zieht es sich durch die gesamte berufliche Laufbahn. Manchmal verweigert sich alles in mir dem Schaffensprozess.

Kreatives stagniert: Das Verfassen meiner Diplomarbeit war bisweilen eine Qual. Manche Bewerbungen wurden nicht verschickt. Fachbeiträge und Vorträge steckten tagelang fest.

Was ich dann tue?

Normalerweise rede oder schreibe ich nicht drüber. Heute schon.

Denn durch viele praktische Versuche habe ich mir einige Strategien erarbeitet, mit denen ich dem Kreativitätsstau begegne. Hier beschreibe ich, wie ich mit meinem persönlichen Kreativitätsstau umzugehen gelernt habe.

Meine fünf persönlichen Strategien gegen Kreativitätsstau

  1. Recherchieren statt kreiieren

Wenn ich selbst nichts schreiben kann: googeln geht immer. Bei Kreativitätsstau recherchiere ich Infos zu meinem Thema: Zitate, Texte anderer Autoren, Zahlen, Daten, Fakten. Aber Vorsicht: Hier besteht die Gefahr des virtuellen Verzettelns.

  1. Altes wiederverwenden

Wenn es partout nicht geht, zum Beispiel den besonders kreativen Einleitungssatz zum Bewerbungsanschreiben zu formulieren, nehme ich halt einen aus dem Archiv und formulier ihn um, so dass er für mein aktuelles Projekt passt.

  1. Jemanden zu Hilfe holen

Wenn ich mal bei kreativen Aufgaben feststecke, laufe ich über den Flur und spreche mit Kollegen über das Thema, was zu bearbeiten ist. Notizblock ist dabei hilfreich. Alternativ wird gechattet oder telefoniert.

  1. Das Thema variieren

Bisweilen hilft es mir, noch einmal zu prüfen, ob mein Thema wirklich „richtig“ ist. Was möchte ich überhaupt aussagen? Welche Botschaft möchte ich wirklich- wirklich – vermitteln? Eine kleine Korrektur des Titels eines Vortrags wirkt manchmal Wunder.

  1. Auf die Metaebene wechseln (alter Bloggertrick)

Vielleicht haben Sie es längst gemerkt: Eigentlich wollte ich einen Beitrag über Fachkräftemangel schreiben. Weil dabei Kreativitätsstau aufkam, befasste ich mich genau mit diesem Thema. Ich schweifte ab auf die Metaebene und schrieb diesen Beitrag. Das Umswitchen geht nicht immer, ist aber eine der wirkungsvollsten und erleichternden Methoden.

Den Artikel über den Arbeitsmarkt liefere ich Ihnen dann demnächst nach!

Und jetzt Sie!

Was tun Sie bei Kreativitätsstau?

P.S.: Mit dem Kreativitätsproblem sind wir nicht alleine. Das geht auch Profis so. Schauen Sie mal in der Blogparade von Kerstin Hoffmann zur Schreibblockade. 86 (!) Kommunikationsprofis schreiben dort zu ihrem Umgang mit dem Kreativitätsstau.

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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Veröffentlicht unter LVQuerbeet
8 Kommentare auf “Hilfe! Ich kann grad nicht kreativ sein! Meine 5 Strategien gegen Kreativitätsstau
  1. vielweib sagt:

    Kreativitätsstau kenne ich selbst nur zu gut – meistens dann, wenn man ihn so gar nicht gebrauchen kann. Private Texte für den Blog? Da kann man mal warten, bis die Kreativität wieder läuft. Bei Jobgeschichten sieht das leider anders aus.
    Deine Liste deckt sich sehr mit meinem Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung des Kreativitätsstaus. Was ich ergänzen kann:
    Salamitaktik -> Aufbau des Artikels in kleine Häppchen teilen und vielleicht mit einem Unterthema (einem Salamistück) und nicht mit dem Intro anfangen. Das löst bei mir häufug den gedanklichen Knoten und ich komme dann über Umwegen wieder zum „Flow“.

    • Lars Hahn sagt:

      Danke Tanja! Scheibchenweise zum Erfolg sozusagen? Kenne ich auch. Oft kommt dann ein anderer, gar besserer Beitrag raus, als ursprünglich geplant. :-)

  2. Katharina Vollmer sagt:

    Hier ein Tipp aus Künstlerperspektive: Wenn das Ziel ist, die Kreativität neu zu aktivieren, macht es manchmal Sinn, Bedingungen zu schaffen, die den Flow auf eine neue Weise begünstigen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist auf jeden Fall eine gute Herangehensweise. Manchmal ist es aber auch hilfreich sich zunächst in einen Zustand zu bringen, in dem man sich Gedanklich von dem Thema abkoppelt, um dann in Schritt zwei einen neuen Zugang auszuprobieren, an den man vielleicht in der gewohnten Vorgehensweise nicht gedacht hat. Natürlich bedeutet auch dies einen Umweg zu gehen! Das spannende daran ist, wie ich finde, dass man auf diesem neuen Weg zu Erkenntnissen gelangt, die in der Ursprungsüberlegung garnicht relevant gewesen sind. Die Ergebnisse können überraschend und wunderbar sein. Wenn es sich gut anfühlt, gehts auch mit dem Flow vorran.

    Ich wünsche ein erfolgreiches Kreativitässpudeln und sende liebe Grüße

  3. Norbert Vulte sagt:

    In der Kreativbranche ist ein Kreativitätsstau nicht zu vermeiden. Jeder hat schon davon gehört, und jeder hatte selber schonmal mit dieser Problematik zu tun gehabt. Man ist gewillt zu arbeiten, doch der Kopf stellt sich quer… äußerst ärgerlich in Phasen in der schnell und präzise geliefert werden muss. Jeder hat so seine Tricks und Tipps um solch einen Stau aufzulösen.
    Ich bin froh diesen Artikel gefunden zu haben, denn das Repertoire an solchen Tricks sollte stetig ausgeweitet werden. Denn wie wir auch alle wissen: manche Tricks funktionieren nicht immer. Und dann hangelt man sich von einer Strategie zur anderen. So geht es mir auf jeden Fall… okay, das klingt jetzt so als hätte ich regelmäßig Kreativitätsstau. Aber da kann ich beruhigen. 😀
    In Situationen, in denen es überhaupt nicht vorwärts geht, hilft (bei mir) einen kleines Schläfchen. Ich kann ziemlich schnell einschlafen, sodass ich einfach mal 30 Minuten super abschalten kann. Danach geh ich wieder an den Schreibtisch und meine Kreativität ist wie neugeboren. Sowas kann man natürlich nur machen, wenn man selbstständig arbeitet. Doch aufgrund meiner Schnarchprobleme verwende ich eine Schiene, die mir den Schlafprozess deutlich angenehmer macht.
    Und Sport: Sport funktioniert fast immer. Eine halbe Stunde joggen gehen und danach kann die Arbeit weiter gehen.

    Wie wir sehen: die Strategien sind sehr vielfältig. Vielen Dank und eine schöne Restwoche.

  4. Wolf X sagt:

    Ist „Kreativitätsstau“ nicht genau das Gegenteil von dem hier beschriebenen? Ich habe den Begriff gegooglet, weil ich herauskriegen wollte, ob es dieses Wort tatsächlich gibt, das ich mir „ausgedacht“ habe, um mein Phänomen zu beschreiben:
    Wenn ich einen stressigen, längeren Job habe und wenig Freizeit, stauen sich in mir jede Menge Ideen, die nur darauf warten, herausgelassen zu werden. Das nenne ich Kreativitätsstau. Ich kann es nicht mehr erwarten, bis ich endlich wieder etwas Freizeit und Mußezeit habe, um all die kleinen Projekte und Ideen umzusetzen.

    • Lars Hahn sagt:

      Hallo Wolf, danke für diese Interpretation. So könnte man das in der Tat auch betrachten. Es stauen sich die Ideen aufgrund von Zeitmangel. In meiner Variante stauen sich die Ideen noch, bevor sie sich überhaupt manifestieren konnten. :-)

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