Jobbörsen richtig nutzen – was die Profis empfehlen (Teil 2)

jobboersen„And the winner is:…..“ Vergangene Woche wurden Deutschlands Beste Jobportale auf der Messe Zukunft Personal 2016 in Köln gekürt. Testsieger bei den allgemeinen Jobbörsen wurde wieder einmal die Jobbörse Stepstone. Der Branchenanbieter Jobvector wurde zur besten Spezialjobbörse gekürt, kimeta und indeed teilten sich den ersten Platz als beste Jobsuchmaschine.

Was allgemeine Stellenbörsen, Spezialjobbörsen und Jobsuchmaschinen voneinander unterscheidet, war Inhalt von Teil 1 unserer Jobbörsen-Trilogie. Die zentrale Fragestellung war, „wo“ Sie passende Stellen finden.

Im heutigen Artikel unserer Jobbörsen-Miniserie möchten wir uns mit dem „wie“ beschäftigen. Hierfür lassen wir einige Jobbörsen-Experten zu Wort kommen, die Tipps zur Nutzung der Plattformen geben. Diese ergänzen wir mit eigenen Empfehlungen, aus den Erfahrungen unserer Teilnehmer.

Jobsuche im Internet: Bessere Suchergebnisse mit den Booleschen Operatoren

Bevor wir die Tipps der Jobbörsenbetreiber betrachten, zeigen wir Ihnen, wie Sie mit ein paar einfachen Befehlen Ihre Suche in Jobbörsen erleichtern können. Dafür bieten sich sogenannte Boolesche Operatoren an. Das sind Befehle, mit denen Sie Schlagworte miteinander kombinieren, um genauere Ergebnisse zu erhalten. Die drei wichtigsten Befehle sind „AND“, „OR“, „NOT“.

  • Durch den Begriff AND definieren Sie, dass zwei oder mehrere Begriffe in dem Ergebnis vorkommen müssen. Mit „Qualitätsmanagement AND Umwelt AND Arbeitssicherheit“ finden Sie Jobangebote, in denen Sie alle drei genannten Schlagworte wiederfinden.
  • Mit OR werden Ihnen entsprechend alternative Treffer angezeigt, also Jobs die entweder Qualitätsmanagement, oder Umwelt, oder Arbeitssicherheit als Schlagwort haben.
  • Mit NOT schließlich können Sie Suchbegriffe ausschließen. „Qualitätsmanagement AND Umwelt NOT Arbeitssicherheit“ listet in zum Beispiel Jobs auf, die Qualitätsmanagement und Umwelt, aber nicht Arbeitssicherheit enthalten.

Mit diesen Befehlen können Sie lange Verknüpfungsketten herstellen. Zum Beispiel:

„Qualitätsmanagement AND Umwelt NOT Arbeitssicherheit NOT freiberuflich AND attraktive Vergütung“.

Diese Beispiele werden nicht in jeder Jobbörse funktionieren – testen Sie es. Zusätzlich bietet es sich an, solche Verknüpfungen direkt in Suchmaschinen wie Google mit den Zusätzen „Job“ oder „Stellenangebot“ und regionalem Bezug auszuprobieren.

Mit dem Wissen um diese Booleschen Operatoren, lassen sich auch die folgenden Tipps der Jobbörsenbetreiber gut anwenden.

Top-Tipps der Jobbörsenbetreiber

In unserem Blog haben wir im großen Jobbörsen-Check Jobbörsenbetreiber interviewt, um zu erfahren wie man am besten nach Stellen sucht. Hier fassen wir die wichtigsten Tipps zusammen, die sich auch auf andere Jobbörsen übertragen lassen:

Wohin geht die Reise? Positionieren Sie sich

Saskia Thurm von Kalaydo empfiehlt:Jeder Bewerber sollte zunächst für sich klären, was er kann, wohin er möchte und welche Anforderungen er an seinen neuen Arbeitgeber stellt“.

Gerade Hochschulabsolventen, Quer- oder Wiedereinsteiger wissen häufig nicht, nach welchen Stellen sie suchen sollen. Versuchen Sie daher für sich Klarheit zu verschaffen, was Sie genau möchten. Tools wie der Talentkompass können dabei für eine erste Orientierung hilfreich sein zu klären, WAS man gerne WO machen möchte und WIE man da hinkommt.

LVQ-Tipp: Experimentieren Sie mit Adjektiven und Verben und ergänzen diese mit Tätigkeiten.

Beispiel: Sie schreiben gerne und interessieren sich für Ernährung. Sie geben den Befehl „schreiben“ AND „Ernährung“ ein. Sofern vorhanden, werden Ihnen entsprechende Stellen angezeigt, vom „Texter“ über den „Online Redakteur“ oder „Content Manager“ bis zum „Social Media Manager“. Legen Sie sich für die unterschiedlichen Stellenbezeichnungen Suchaufträge an.

Verwenden Sie unterschiedliche Suchbegriffe

Spielen Sie einmal mit verschiedenen Jobtiteln – lassen Sie sich so inspirieren und auf neue Ideen bringen, wo Sie überall arbeiten könnten“, empfiehlt Dr. Katrin Luzar von Monster.“

Dies ist sogar dringend zu empfehlen, denn wie wir im Beispiel oben sehen,  kann ein und derselbe Job von Branche zu Branche, von Unternehmen zu Unternehmen, unterschiedlich bezeichnet werden. Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es aktuell über 27.000 Berufsbezeichnungen für ca. 3000 Berufe in Deutschland.

LVQ-Tipp: Nutzen Sie zur Orientierung den Dienst Berufenet der Bundesagentur für Arbeit.

Bleiben wir beim Beispiel oben. Sie möchten gerne weitere Schlagwörter gewinnen und geben ins Suchfeld bei Kursnet ganz allgemein „Redakteur“ ein. Von B wie Bildredakteur bis T wie Technischer Redakteur bekommen Sie noch mal unterschiedliche Stellenbezeichnungen angezeigt.

Legen Sie Profile an

Die meisten Jobbörsen bieten Ihnen die Möglichkeit eigene Profile anzulegen oder Ihren Lebenslauf hochzuladen. Das empfehlen wir Ihnen auch zu tun, da bereits mehrere unserer Weiterbildungsteilnehmer über diesen Weg an Jobs gekommen sind.

„Schließlich setzen immer mehr Unternehmen auf dieses Rekrutierungsinstrument als Ergänzung zu der Online-Stellenanzeige“, so Dr. Anastasia Herrmann von Stepstone.

Profile in Stellenbörsen können Sie im Gegensatz zu XING oder Linkedin anonym anlegen und nur für zahlende Kunden der Jobportale, suchende Arbeitgeber, sichtbar machen. Jede große Stellenbörse bietet Ihnen die Möglichkeit, kostenfrei ein Profil anzulegen.

Besonders empfehlenswert sind die Talentpools der Spezialjobbörsen. Wir empfehlen aus Erfahrungen unserer Teilnehmer den Talentpool von Jobvector und die CV-Datenbank von ingenieurkarriere.de

LVQ-Tipp: Schauen Sie sich an, wie Arbeitgeber die CV-Datenbanken nutzen.

Testen Sie zum Beispiel die Datenbank-Testansicht für Arbeitgeber bei Monster.de. So können Sie prüfen, wie Arbeitgeber bei der Nutzung der Datenbank vorgehen. Sie erhalten ein Gefühl dafür, wie Sie Ihr Profil am besten ausfüllen.

Beherzigen Sie dabei folgende drei Punkte:

  1. Füllen Sie Ihr Profil vollständig aus (es gelten sinngemäß die Regeln wie beim Ausfüllen des XING-Profils).
  2. Sparen Sie nicht an relevanten Schlagwörtern. Welche Begriffe würde ein Personalverantwortlicher eingeben?
  3. Halten Sie Ihr Profil aktuell. Es reicht, sich immer mal wieder einzuloggen und in irgendeinen Bereich des Profils auf „aktualisieren“ zu drücken. So gewährleisten Sie, dass Ihr Profil aktuell gepflegt ist und in Suchlisten von Arbeitgebern oben erscheint.

Nutzen Sie mehrere Jobbörsen

Über 1.700 Jobbörsen gibt es aktuell in Deutschland. Es liegt auf der Hand, dass man da nicht nur eine Jobbörse nutzen sollte. Allerdings erschlägt das Angebot, so dass man sich leicht in den Jobbörsen verlieren kann.

Die bekannte Bloggerin und Spezialistin für Jobbörsen Eva Zils empfiehlt, einen „gesunden“ Mix von Jobbörsen zu nutzen, da diese unterschiedliche Stellen ausschreiben. Sie rät,

„…dass man die Großen genauso im Blick hat, wie kleinere Spezialbörsen mit exklusiven Jobs. Ergänzend dazu noch eine lokale Plattform.“ Eva Zils

LVQ-Tipp: Nutzen Sie als Ausgangspunkt für Ihre Recherche den Crosswater Job Guide.

Hier finden Sie eine Übersicht über alle Jobbörsen in Deutschland, gefiltert nach Zielgruppe und Branche. Oder schauen Sie sich mal die Ergebnisse der Verleihung Deutschlands bester Jobportale an, über die wir zu Beginn dieses Artikels geschrieben haben. Hier sehen Sie auf einen Blick, welche allgemeinen Jobbörsen, Spezialbörsen und Jobsuchmaschinen bei Arbeitgebern und Bewerbern am besten abschneiden. 

Lassen Sie sich nicht von überzogenen Anforderungen abschrecken

Der letzte Tipp ist zugleich der vielleicht wichtigste. Denn die teilweise überzogenen Anforderungen in manchen Jobbeschreibungen schrecken viele Bewerber ab. Das ist eine Erfahrung, die auch Christoph Pietsch von Jobvector gemacht hat:

„Viele Unternehmen suchen die eierlegende Wollmilchsau. Die eigentlich primär benötigten Anforderungen, Skills und Aufgabengebiete werden oftmals nicht klar und strukturiert herausgestellt. Bewerben können sich Jobsuchende trotzdem, wenn sie die relevanten Kriterien erfüllen.“ Christoph Pietsch von Jobvector

LVQ-Tipp: Finden Sie eine entsprechende Stellenanzeige, dann merken Sie sich Jobtitel, Unternehmensnamen oder Branche. Nutzen Sie nun die erweiterte Suchfunktion von XING und recherchieren ob Sie Personen finden, die in der entsprechenden Position tätig sind oder waren. Vergleichen Sie das Profil mit der Stellenbeschreibung, werden Sie häufig feststellen, dass die eigentliche Tätigkeit bei weitem nicht so hochtrabend ist, wie es häufig in Stellenangeboten steht.

Online-Jobbörsen: Ein Weg von vielen

Bei dem immensen Angebot von Online-Jobbörsen kann man sich schnell verlieren. Mit den Artikeln unserer Mini-Jobbörsenserie haben Sie einige Orientierungshilfen und Tipps für die Nutzung der digitalen Stellenmärkte erhalten.

Doch lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie die für Sie passende Stelle trotzdem noch nicht gefunden haben. Das liegt dann nicht an Ihnen, sondern wahrscheinlich daran, dass die Stelle einfach nicht öffentlich ausgeschrieben wurde.

Je nach Studie finden Sie nur 30-50 Prozent der Jobs in den Online-Jobbörsen. Daher empfehlen wir mehrere Jobsuche-Methoden auszuprobieren. Zum Beispiel, indem Sie sich mehr mit dem Thema verdeckter Arbeitsmarkt beschäftigen, Businessnetzwerke wie XING oder Linkedin nutzen, Initiativbewerbungen schreiben oder Jobmessen, Karrieretage und Fachveranstaltungen besuchen, um dort Kontakte zu knüpfen.

Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Welche Jobbörsen waren für Sie hilfreich? Womit haben Sie bessere Erfahrungen bei der Jobsuche gemacht? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Jobbörsen
2 Kommentare auf “Jobbörsen richtig nutzen – was die Profis empfehlen (Teil 2)
  1. jobtensor sagt:

    Vielen Dank für den Beitrag. Jobsuchende sollten in der Tat unbedingt mit gängigen Such-Operatoren vertraut sein. Frei nach Manfred Hinrich „Suchst du das Richtige falsch, musst du das Suchen von denen lernen, die richtig suchen und sei es das Falsche.“
    Da viele Jobsuchende mit einer google-Suche starten, sei hier noch ein sehr nützlicher Operator genannt: [automation stellenangebote frankfurt main -qualitätssicherung] –> sucht nach Stellenangeboten im Bereich Automation in Frankfurt Main unter Ausschluss von Qualitätssicherung. Dies hilft gerade in breiteren Themenfeldern die Suche von Beginn an zu begrenzen. Bitte beachten, dass der Operator ohne eckige Klammern nicht greift!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Neue Beiträge abonnieren:

Vernetzung und Dialog