Berufliche Stärken erkennen – Beitrag zur Blogparade #wassindstaerken

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Leseempfehlung: Was sind meine Stärken von Svenja Hofert

Das Wissen um die eigenen beruflichen Stärken ist ein wichtiger Treiber bei der Jobsuche. Wie ein Kompass bestimmt es die Richtung der Bewerbungsaktivitäten, wie ein Stempel prägt es die Selbstdarstellung in der Bewerbungsmappe, im Online-Profil und letztlich auch im Vorstellungsgespräch.

Wer seine Stärken kennt, kann bei der Jobsuche punkten. Wer nicht um sie weiß, kommt oft ins Trudeln.
Besonders wenn die die Jobsuche länger dauert, kann es passieren, dass das Bewusstsein der eigenen Stärken verschwimmt. Eine klare Herausarbeitung der beruflichen Stärken ist daher bereits zu Beginn des Bewerbungsprozesses wichtig.

In diesem Artikel geben wir eine kurze Einordnung, was wir unter beruflichen Stärken verstehen und wie Sie Ihre persönlichen Stärken für Ihre Jobsuche und Bewerbung herausarbeiten. Mit diesem Artikel beteiligen wir uns an der Blogparade #wassindstaerken von Svenja Hofert.

Weg vom Schubladendenken. Stärken: Tun was man gerne tut

In unseren Weiterbildungen qualifizieren wir Fachkräfte und Akademiker unterschiedlichster Fachrichtungen. Ingenieure, Soziologen, Techniker, Kommunikationswissenschaftler, Marketingfachleute, Industriemeister, Grafiker oder Naturwissenschaftler erweitern bei uns täglich ihre berufliche Kenntnisse und Methoden, um sich für den Arbeitsmarkt besser aufzustellen.

Häufig einher geht damit die Frage nach den beruflichen Stärken. Angefangen bei der Erstberatung, wo es darum geht herauszufinden, welche Weiterbildung einem Menschen zum Beispiel während einer Phase der Neuorientierung weiterhelfen kann, bis zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch.
Diese zu beantworten, fällt häufig schwer. Die Befragten neigen dann dazu, sich in dieselben Schubladen zu stecken wie es andere tun, z.B.:

  • Naturwissenschaftler = Analytiker
  • Grafiker = Kreative
  • BWL’er = Zahlenmenschen
  • Techniker = Praktiker,
  • und so weiter.

Zu häufig machen sie sich Gedanken darüber, welche ihre Stärken sie vermeintlich haben sollten, weniger welche Stärken sie wirklich haben und anwenden. Fragen wir unsere Teilnehmer in Beratungsgesprächen nach ihren Stärken, fällt es ihnen häufig schwer zu antworten oder sie spulen automatisch Sätze ab, die sie sich in Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche eingeprägt haben. Häufig kommt eine Mischung aus Unwissenheit und vermeintlich gewollten Antworten zum Vorschein.

Doch was ist eigentlich gemeint, wenn von Stärken im beruflichen Kontext gesprochen oder im Vorstellungsgespräch danach gefragt wird?

Berufliche Stärken – Was ist gemeint?

Für berufliche Stärken finden sich ganz unterschiedliche Interpretationen und Definitionen. Grob zusammengefasst, sind es besonders stark ausgeprägte persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten und Wissensbereiche, die im beruflichen Kontext einsetzbar sind.

Fähigkeiten und Eigenschaften werden auch als „soft skills“ bezeichnet. Arbeitgeber schreiben gerne in Stellenausschreibungen, was ein Bewerber mitbringen soll. Zum Beispiel: „Hervorragende kommunikative und soziale Fähigkeiten, Teamfähigkeit, Kreativität und Eigeninitiative, usw.“ Das sind Schlagwörter, die Bewerber zu lesen bekommen und denen sie auf Biegen und Brechen versuchen gerecht zu werden. Wenige lesen jedoch zwischen den Zeilen, in der Stellenbeschreibung. Hier lassen sich häufig Anforderungen finden, die nicht benannt werden, jedoch wichtig für die Ausübung der Aufgabe sind.

Bei einer Stellenanzeige als Qualitätsmanager kann zum Beispiel Kreativität gefordert werden. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich dann in der Aufgabenbeschreibung, dass vor allem analytisches Geschick gefordert wird. Unsere Empfehlung: Liegt die Stärke des Bewerbers mehr in der Analyse als in der Kommunikation, sollte er hier den Schwerpunkt im Anschreiben legen und diese tatsächliche Stärke hervorheben, anstatt auf dem Keyword „Kreativität“ rumzureiten, nur weil es in der Stellenanzeige steht.

3 Tipps, um ihre richtigen beruflichen Stärken zu finden

Umso vorzugehen wie im genannten Beispiel, bedarf es einem klaren Bewusstsein über die eigenen Stärken. Wir geben Ihnen deshalb in diesem Beitrag drei Tipps, wie Sie überprüfen können, ob Sie auf Ihre echten, beruflich verwertbaren Stärken fokussiert sind. Diese eignen sich sowohl für den Beginn Ihrer Jobsuche, als auch zur Neuausrichtung während des Bewerbungsprozesses:

  1. Sammeln und sortieren Sie Ihre bewussten Stärken

Sofern Sie es noch nicht getan haben, schreiben Sie zunächst alle Stärken auf, die Ihnen einfallen. Denken Sie dabei nicht nur an den beruflichen Bereich, sondern auch die Schule, an freizeitliche Aktivitäten, zurück bis zu Dingen, die Sie in der Kindheit gerne getan haben. Sie können dafür ein weißes Blatt Papier nutzen. Alternativ können wir Ihnen den Selbstlernkurs: Sterne-Navigator von Svenja Hofert empfehlen, die uns zu diesen Artikel inspiriert hat. Auch sehr empfehlenswert ist das Arbeitsbuch „Durchstarten zum Traumjob“ von Richard Bolles.
Fragen Sie im zweiten Schritt Ihre Verwandten/Bekannten danach, wo die Ihre Stärken sehen und ergänzen sie die Liste. Nun ordnen Sie die notierten Stärken danach, ob sie diese gerne anwenden, weniger gern oder gar nicht gern. Verinnerlichen Sie sich die wichtigsten drei Stärken.

     2. Trainieren Sie Ihre beruflichen Stärken

Im Laufe der Jobsuche kann es geschehen, dass Ihr Bewusstsein für Ihre Stärken verschwimmt. Um dem vorzubeugen, trainieren Sie Ihre Stärken. Verfeinern Sie ihre kommunikativen Fähigkeiten berufsbezogen, zum Beispiel durch das üben von Gesprächen auf Jobmessen. Machen Sie ehrenamtliche Tätigkeiten oder schreiben Sie (Fach-)beiträge für Magazine, Blogs oder Ähnliches. Sie können auch eine Weiterbildung absolvieren, in der Sie bestimmte Stärken trainieren und erweitern. Für diesen Zweck eignen sich besonders Weiterbildungen, die neben dem fachlichen auch Managementmethoden trainieren.

    3. Entdecken Sie noch nicht bekannte Stärken

Manche persönliche Stärken konnten sich durch die bisherige Berufserfahrung oder Ausbildung noch gar nicht entfalten. Stärken aus Hobby oder Freizeit lassen sich aber möglicherweise auch beruflich einsetzen. Probieren Sie deshalb ganz neue Sachen aus, zum Beispiel durch ehrenamtliche Tätigkeiten oder Praktika. Auch hier kann eine Weiterbildung nützlich sein, um noch nicht erkannte Stärken zu entdecken.

Projekt Jobsuche – Stärken einbinden

Im vorherigen Artikel unserer Serie Jobsuche und Bewerbung empfahlen wir, Jobsuche als Projekt zu betrachten. Mit den drei genannten Tipps, lassen sich Ihre Stärken in Ihre Bewerbungsstrategie einbinden.
Ein häufig verwendetes Instrument im Projektmanagement ist die sogenannte SWOT-Analyse, in der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken im Vorfeld abgewogen werden. Die SWOT-Analyse ist eigentlich ein wichtiges Instrument des Strategischen Managements. Sie dient der Positionsbestimmung und Strategieentwicklung von Unternehmen und Organisationen und lässt sich auch gut für die Jobsuche übertragen. Jochen Mai von der Karrierebibel hat in einem Artikel exemplarisch dargestellt, wie so eine SWOT-Analyse für die Jobsuche aussehen könnte.
Viel wichtiger ist jedoch, dass Sie Ihre Stärken verinnerlichen und sich auf jene konzentrieren, die Ihnen auch Spaß bereiten. Das Bewusstsein dieser Stärken ist letztendlich mitentscheidend für Ihren Bewerbungserfolg.

Dieser Artikel ist Teil unserer Blogserie „Bewerbung und Jobsuche“ und zugleich ein Beitrag der Blogparade #wassindstaerken der Karriereexpertin Svenja Hofert. In der Blogparade geben Coaches, Berater, Trainer, HR-Experten, Personalentwickler und Lehrer Tipps, wie Sie Ihre Stärken finden.

Wenn Sie etwas beizutragen haben, machen Sie doch bei der Blogparade mit. Schreiben Sie uns Ihre Sicht über berufliche Stärken in die Kommentare.

Oder fragen Sie sich einfach mal: Kennen ich meine beruflichen Stärken?

 

 

Dies ist der Karriereblog von LVQ.de. Hier schreiben Lars Hahn, Martin Salwiczek und Gastautoren.

Die LVQ Weiterbildung gGmbH bietet Weiterbildungen für Fach- und Führungskräfte und Akademiker. Unser Vollzeitangebot mit anerkannten Abschlüssen kann zum Beispiel über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Besonderes Augenmerk legen wir auf Präsenzunterricht mit Dozenten aus der beruflichen Praxis und der weiterbildungsbegleitenden Unterstützung bei der Jobsuche.

Das Angebot der LVQ Business Akademie richtet sich an Berufstätige und umfasst die Vermittlung fachspezifischer Themen aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Inhouse-Seminare, Beratung und Schulungen für Unternehmen runden das Angebot der LVQ ab.

Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot oder Interesse an einer Beratung haben, rufen Sie uns einfach an!

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  1. […] Naturwissenschaftler sind analytisch? Willkommen im Club der Vorurteile. Martin räumt in seinem Beitrag mit den gängigen Klischees und Selbstzuschreibungen auf. Natürlich sind alle Naturwissenschaftler analytisch, aber was macht den einzelnen aus? Weiter fordert er dazu auf, neue Stärken zu entdecken. Vielleicht ist der Naturwissenschaftler ja ein super Redner? Man muss es nur ausprobieren! Hier. […]

  2. […] Spätestens hier ist es im Vorfeld wichtig sich über die eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden. Vor allem darüber im Klaren zu sein, welche der eigenen Stärken man wirklich gerne zur Anwendung bringen möchte (dazu unser Beitrag zur Blogparade von Svenja Hofert). […]

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