Qualitätsmanagement: Erfahrungsbericht zur Umsetzung der neuen Norm ISO 9001:2015

QMDie Normwelt war 2015 gekennzeichnet durch die Diskussion um die Einführung der neuen Norm zum Qualitätsmanagement ISO 9001:2015.

Als Anbieter mehrerer Qualitätsmanagement-Weiterbildungen haben wir uns von der ersten Stunde an mit der Revision der Norm auseinander gesetzt. Bereits im Juni führten wir die erste offene Schulung durch und konnten seitdem viele wertvolle Erfahrungen mit den Teilnehmern austauschen.

Durchgeführt wurden die Veranstaltungen von Dr. Michael Klein, der in diesem Bericht seine Erfahrungen schildert.

Qualitätsmanagement-Schulung zur neuen ISO 9001: Zuhause bei der LVQ

Von Dr. Michael Kleinmichael-klein

Die ersten offenen Schulungen und ein Inhouse-Seminar zu den Neuerungen der neuen ISO 9001 sind gelaufen. Viele bekannte Gesichter waren bei den offenen Schulungen aufgetaucht, die bei der LVQ andere Lehrgänge, speziell im Qualitätsmanagement, erfolgreich absolviert hatten. Dementsprechend hatte die Atmosphäre auch was familiäres, in der sich auch die „neuen“ Teilnehmer schnell wohlfühlten: eine wichtige Voraussetzung für einen offenen Erfahrungsaustausch.

Die Ausgangslage

Viel wurde im Vorfeld über die neue 9001 geredet und es gab viele mehr oder weniger ergiebige Informationsveranstaltungen. Das oft genannte Problem dieser Veranstaltungen, zu oberflächlich, nicht konkret genug, liegt in der Norm selbst begründet:

Sie ist so offen formuliert, dass schnelle Lösungswege oder Patentrezepte kaum darzustellen sind.

Dementsprechend bestand zu Beginn eine große Unsicherheit darin, was denn jetzt tatsächlich mit dieser neuen Norm anzufangen sei. Andererseits herrschte eine große Erwartungshaltung Licht in das Dunkel der Interpretation und Umsetzung der Norm zu bringen.

Die Herangehensweise

Um dies zu erreichen, waren die Seminare als Workshops angelegt, in denen die Teilnehmer speziell für ihre Organisation angepassten Umsetzungsmöglichkeiten ermitteln sollten. Ganz gezielt habe ich kontroverse Diskussionen „angezettelt“. Das ermöglichte die kritische Auseinandersetzung mit den Forderungen der Norm und ihrer Interpretation. Dies gelang auch sehr gut, da es sich jeweils um Experten zur Norm oder zu bestimmten Managementthemen in den Unternehmen handelte.

Niemand ist eine Insel

Es wurde klar, dass die Verantwortlichen und Gestalter im Unternehmen deutlicher als vorher den vorhandenen Spielraum füllen müssen. Es gab dann auch schon mal überraschte Gesichter, wenn zum Beispiel registriert wurde, wie weit ein detailliertes, prozessbezogenes Risikomanagement auch im Qualitätsmanagement nachgehalten werden kann. Auf der anderen Seite wurde es als sehr positiv empfunden, dass bestimmte Unternehmensbereiche ihr „Einzelkämpferdasein“ verlieren können. So findet sich z.B. die stärkere Betrachtung der psychologischen Aspekte des Arbeitsumfeldes auch in den neuesten Entwicklungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Ein Zitat beschreibt dies wohl sehr zutreffend:

„Dann kann ich ja fast das ganze QM von der Arbeitssicherheit aufziehen!“

Damit hat die Normrevision anscheinend eines ihrer Ziele erreicht: Managementsysteme als integriertes System verstehen und umzusetzen. Aus dieser Interdisziplinarität folgt aber auch, dass die interne Zusammenarbeit einen höheren Stellwert bekommt.

Was kann ich dem Auditor zeigen?

Vor der Detailanalyse wurden die grundlegenden zentralen Themen, wie die neuen Dokumentationsanforderungen oder die Zukunft des Beauftragten besprochen. Hier lag ein besonderes Augenmerk, da diese ja die Wahrnehmung des QMS im Unternehmen wesentlich bestimmen und viele der Teilnehmer als QM-Verantwortliche direkt in ihrer Arbeit betroffen sind.

Eine weitere grundlegende Erkenntnis war, dass doch vieles mit vorhanden Werkzeugen und Dokumentationsansätzen abgedeckt werden kann. Die Leitfragen bei Erarbeitung der praktischen Umsetzungen waren:

1) Was machen Sie bereits zu einer bestimmten Normforderung?

2) Wie ist das dokumentarisch abgedeckt?

3) Fehlt jetzt noch etwas und wenn ja was?

Diese Fragen wurden zu den einzelnen Normforderungen gestellt und in offenen Diskussionen beantwortet. Als Ergebnis konnte jeder Teilnehmer eine für den eigenen Bedarf passende Liste mit Umsetzungsmöglichkeiten als Basis für einen Handlungsplan mitnehmen.

Wichtig für die Teilnehmer war es auch, auf eventuelle Fragen des Zertifizierungsauditors vorbereitet zu werden.

Resümee

Viele Normthemen konnten den bestehenden Situationen zugeordnet und der Handlungsbedarf abgeschätzt werden. Im Allgemeinen herrscht die Erkenntnis, dass Herausforderungen bestehen, diese aber durchaus zu bewältigen sind und dass die Normumstellung auch als Vehikel genutzt werden könnte um „alte und ärgerliche Baustellen“ aus dem Weg zu räumen.

Die skeptische Anfangsfrage: „Was wollen die denn jetzt wieder von uns?“ wechselte in die Überlegung „Wie kann ich aus der Weiterentwicklung pragmatische Vorteile für uns/mich ziehen?“

Am Ende des Tages konnte man zwar in erschöpfte, aber doch auch erleichterte Gesichter blicken. Der Erfolg der Veranstaltungen ließ sich auch daran messen, dass selbst nach anderthalb Stunden Überziehung der Diskussionsbedarf immer noch nicht gestillt war und der Feierabend „erzwungen werden musste“. Wir haben uns auch über die Email eines Teilnehmers gefreut:

„Und wieder mal ein großes Lob! Die Veranstaltung war sehr interessant, hat mich und meine Kollegen enorm weitergebracht und die gesamte Organisation/Verpflegung war ausgezeichnet!“

Spätestens am 03.03. ist es wieder soweit mit den neuesten Entwicklungen und Erfahrungen. Ich freue mich schon auf die nächsten Runden.

Informationen zum nächsten Workshop zur neuen DIN EN ISO 9001 finden Sie in der Seminarübersicht der Business Akademie.

 

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